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Geld oder Zeit? Was ist Ihnen wichtiger?

Vielen Frauen jedenfalls ist laut einer amerikanischen Studie Zeit wichtiger - und sie sind weniger ehrgeizig als noch vor zehn Jahren. Sind das nun gute oder schlechte Nachrichten?

Von Seraina Mohr

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Es sind wird immer wieder moniert, dass Frauen ganz einfach der Ehrgeiz fehlt für eine steile Karriere. Eine aktuelle Studie aus den USA scheint dies zu bestätigen. Sie kommt zum Resultat, dass Zeit und Flexibilität vielen Frauen in Führungspositionen wichtiger sind als Geld.

Das Magazin «More» führte eine Befragung durch bei 500 berufstätigen Frauen, die Resultate wurden in «USA Today» veröffentlicht. Einige Resultate dürften dabei Frauen und Firmen gleichermassen zu Denken geben:

  •  43 Prozent der 500 befragten Frauen gaben an, dass sie weniger ehrgeizig sind als vor 10 Jahren.
  • Nur ein Viertel der Befragten zwischen 35 und 60 Jahren gibt an, dass eine Beförderung ihr Ziel ist. Und 73 Prozent haben keinerlei Ambitionen den Job ihres Vorgesetzen zu übernehmen.
  • 2 von 5 geben an, dass sie für mehr Flexibilität einen geringeren Lohn akzeptieren würden, allerdings gibt auch ein Drittel an, dass sie nicht nach mehr Flexibilität zu fragen wagen, weil das der Karriere schaden könnte.
  •  2 von 3 geben an, dass sie für mehr Zeit auf einen höheren Lohn verzichten würden.
  • Interessant dabei: Die Zahlen gelten keineswegs nur für Mütter, die zwischen Beruf und Karriere jonglieren. Von ihnen gaben 62 Prozent an, dass sie gerne mehr Zeit hätten. Bei den Frauen ohne Kinder lag der Anteil gar bei 68 Prozent.

Ist es also tatsächlich eine Frage des fehlenden Ehrgeizes, dass der Sturm auf die Chef-Etagen ausbleibt? Oder ist es vielmehr eine Folge der schlechten Erfahrungen und ein Abschied von einer Illusion? Die Frage bleibt offen. Bei vielen scheint es ein persönlicher Entscheid zu sein. Denn nur 15 % der Frauen mit Kindern gaben an, dass sie sich durch die Kinder in der Karriere behindert fühlten.  

Oder können Frauen eventuell tatsächlich schlechter verlieren, wie Clack gestern anhand der abgewählten Politikerinnen zur Diskussion stellte und stellen sie sich deshalb dem Wettkampf nicht?

Oder sind sie ganz einfach Trendsetterinnen des von Trendforschern wie David Bosshart propagierten «Age of Less», der einen sinnvolleren Umgang mit Ressourcen propagiert?

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Seraina Mohr

Seraina Mohr ist Leiterin des Competence Center Onlinekommunikation am Institut für Kommunikation an der Hochschule Luzern Wirtschaft. Sie studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Zürich und arbeitete anschliessend mehr als 10 Jahre in verschiedenen Funktionen in der Medienbranche.