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Widerstehen Sie!

Schlecht für die Freier, schlimm für die Prostituierten? Ob für oder gegen das Prostitutionsverbot: Verantwortung kann jeder übernehmen.

Von Nathalie Sassine-Hauptmann

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Das Prostitutionsverbot. Ü.B.E.R.A.L.L. Medien, Politiker, Hausfrauen, Feministinnen. Jeder hat eine Meinung dazu. Auch unser Reda El Arbi liess kürzlich eine Prostituierte zu Wort kommen und zitierte sie schlagzeilenverdächtig: «Wenn Prostitution in der Schweiz verboten wäre, ich wäre jetzt wahrscheinlich tot», so Sabrina. Dem kann ich als Nicht-Prostituierte kaum etwas entgegenhalten. Ganz allgemein gehe ich mit Reda einig, dass ein Prostitutionsverbot nicht viel bringen würde.

Wie aus einem Spaghetti-Western

Doch als Gedächtnisstütze: Ein Grossteil der Frauen, die sich in der Schweiz prostituieren, sind nicht freiwillig hier. Die romantische Sicht des «ältesten Gewerbes der Welt» ist ein veraltetes Bild aus Spagehtti-Western von Sergio Leone. Nein, auch ich habe leider kein Rezept, wie man den Frauenhandel – denn um den geht es schliesslich, die paar freiwilligen Prostituierten sollten einfach legal agieren können, mit allem, was zu einem normalen Beruf gehört – ausmerzen könnte. Andere Länder haben es auch nicht wirklich geschafft, sogar für das viel zitierte Schweden gibt es keine Gewissheit, dass der Frauenhandel nicht doch noch grösser ist als die Studien es zugeben möchten. Aber auch ohne Verbot sollten wir uns nicht denen anschliessen, die Prostitution als unvermeidbar einstufen oder gar denen, die im Ernst glauben, dass legale Prostitution zu weniger Vergewaltigungen führt. Das Gegenteil ist nämlich der Fall, wie diverse Studien schon erwiesen haben.

Die Debatte ist gespickt mit Klischees, der eigenen Passivität und der Untätigkeit aller Beteiligten! Wahrscheinlich können wir uns nicht einfach auf den Gesetzgeber verlassen, der voller guter Absichten neue Regeln erlässt, welche die Probleme dann doch nicht lösen, ja sogar neue schafft.

Übernehmen sie Verantwortung!

Ohne die moralinsaure Keule schwingen zu wollen, bitte ich Sie alle einmal, selber Verantwortung zu übernehmen! Und wenn Sie jetzt glauben, Sie hätten nichts damit zu tun, täuschen Sie sich. Sie können nämlich

–   als Frau mit Ihrem Mann, Ihren Freunden, Ihren Arbeitskollegen darüber sprechen und ihnen ein paar Fakten präsentieren;

–   als Mutter Ihre Söhne über den Konsum von Frauen und dessen Folgen aufklären;

–   als Vater Ihren Töchtern erklären, dass sie mehr wollen sollen und dass käuflicher Sex weder cool noch easy ist;

–   als Mann/Freier darüber nachdenken, was für ein System Sie mit Ihrem Geld unterstützen und ob Sie das wirklich wollen.

Ihnen fehlen die Argumente? Sie wünsche sich Gedankenstützen? Die können Sie haben!

Wieso Sie/Männer der Versuchung widerstehen sollten:

–   Weil bei angenommenen 270’000 Opfern von sexueller Ausbeutung in Europa das Risiko ziemlich hoch ist, im Puff auf eines zu stossen, meinen Sie nicht?

–   Weil die «Wahl», sich aus wirtschaftlichen Gründe zu prostituieren, keine Wahl darstellt.

–   Weil, wenn Prostitution ein Job wie jeder andere ist, sie ihn Ihrer Tochter empfehlen sollten. Gute Aussichten, auch auf dem internationalen Markt!

–   Weil auch eine Luxus-Nutte nicht den Luxus hat, keine Nutte mehr zu sein.

–   Weil die Menschen aus dem «ältesten Gewerbe der Welt» Jäger und Sammler sind, nicht Prostituierte. Versuchen Sie mal einen Jäger mit «Wieviel?» anzusprechen…

–   Weil der Gesundheitszustand vieler Prostituierten «bedenklich» ist, aus Gründen der hygienischen Verletzbarkeit: Atemwegs-Probleme, sexuelle Erkrankungen, Hautkrankheiten usw. Ach ja, und krank schreiben lassen können sie sich ja nicht.

–   Weil eine Prostituierte nicht sagt, dass sie dazu gezwungen wird. Schlechtes Verkaufsargument.

–   Weil seinen Körper verkaufen auch in der besten aller Welten nicht dasselbe ist wie Wohnungen zu putzen oder Power-Point-Präsentationen zu erstellen.

–   Weil Sie nicht möchten, dass Ihre Frau mit einem Typen schläft, der für Sex bezahlt (Ja, der braucht ein paar Sekunden, bis der Groschen fällt…)

–   Weil es einen Grund dafür gibt, dass niemand mehr «Freudenmädchen» sagt. Die Freude ist nämlich nicht geteilt.

–   Weil nicht mal Zuhälter es gerne sehen würden, wenn ihre Töchter diesen «Job» machen würden.

–   Weil die Abschaffung des Sklavenhandels auch einmal als Utopie galt.

–   Weil Sie kein Tier sind mit unkontrollierbaren Trieben.

–   Weil Sie nach dem Sex gerne noch etwas chillen. Aber in einer Verrichtungsbox?

–   Weil Sie nicht im Ernst glauben, dass eine Frau «freiwillig» mehr als zehn Freier pro Tag bedient.

–   Weil ein Blow Job für 20 Franken ähnlich ist wie ein Parfum für 20 Franken: Es stinkt.

–   Weil Sie keine Frauen mögen, die vortäuschen. Warum also auch noch dafür bezahlen?

Widerstehen Sie einfach! Damit Sie nie wieder sagen können «Das wusste ich nicht.» Und ja, ich weiss, ich bin eine Frau und habe keine Ahnung. Trotzdem.

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Feminismus


Kommentare

  • marie

    ich habe nichts gegen prostitution reto! und mir ist es egal ob der freier liiert ist oder nicht. aber ohne gummi sex mit einer fremden person geht nun mal gar nicht. schon mal was von geschlechtskrankheiten gehört? die man dann der ehefrau auch noch anhänft? hiv? hodegemschi sind dann noch harmlos zu behandeln.
    männer können zu prostituierten gehen, wenn sie wollen. aber es wäre von vorteil, wenn sie ihr hirn im vorfeld einschalten würden.
    sex auf der strasse (oder wo auch immer) zu dumpingpreisen ist immer ein hinweis, dass zuhälterei und/oder menschenhandel mit im spiel ist.
    und ja, prostitution betreiben sie in den allerseltensten fälle mehr als 40 jahre. aus den von ihnen u.a. genannten gründen.

  • marie

    ich meinte “nicht mehr als 40 jahre”.

  • Reto B.

    Oh, ich will nicht die “Dienstleistung” vergleichen. Ich will bloss meine Skepsis zum Ausdruck bringen, dass weniger Freier zu Prostituierten rennen, weil es gute Gründe dagegen gibt. Ich gehe davon aus, dass den Freiern diese Gründe bekannt sind (zum allergrössten Teil), sie aber vorziehen, sie zu ignorieren, die Augen davor zu verschliessen oder das ganze schönzureden. Und ich habe meine liebe Mühe damit, wenn dann Kritik daran von Leuten geäussert wird, die in meinen Augen genaudasselbe Muster an den Tag legen, wenns darum geht – ob man Bio und inländisch kauft, niemanden schwarz anstellt oder Kleider kauft, bei denen man genau weiss, dass sie aus tierquälerischer, respektive menschenverachtender Produktion kommt. Und ich gehe nicht davon aus, dass das Vergehen des Freiers schlimmer ist, weil ja das Kind nur ausgenutzt und nicht vergewaltigt wird, der Nerz kein Mensch ist, oder grundsätzlich das illegale (schwarze) Anstellen einer Putzkraft oder eines Handwerkers für diese weniger schlimm ist, als wenn sie sexuelle Dienste leisten würden. Es geht mir darum, dass das zugrundeliegende Übel dasselbe ist. Man verschliesst zum eigenen Vorteil die Augen, tut oder unterstützt moralisch verwerfliches.

  • Frank

    Ich habe 10 Jahre als Fahrer für Prostituierte gearbeitet. Nicht der schönste Job auf der Welt, aber mit Zuhälterei hatte es auch nichts zu tun. 24/7 die Woche Einsatzbereit und der Lohn war auch nicht gerade super, aber es reichte zum überleben.

    In dieser Zeit habe ich, selbstverständlich, tausende junger Frauen getroffen. Ich bin in den Genuss gekommen mit ihnen am Tisch zu sitzen und privatheiten auszutauschen, wenn ich mal Pause machte oder auf den nächsten Kunden warten musste. Ich habe in Zürich, Bern, St. Gallen und in vielen kleinen Käffern nebenbei diesen Dienst geleistet. Zusammen in etwa 50 – 60 Bordellen.

    Ich habe in meiner 10 jährigen Karriere nicht ein EINZIGES mal eine Frau getroffen, bei der ich das Gefühl bekommen hätte sie wäre nicht freiwillig (aus Wirtschaftlichen Gründen) in diesem Beruf. Natürlich habe ich erfahren wie viele der Frauen und Mädchen in den Beruf gerutscht sind.

    Meistens etwa gleich: Schule fertig, 2 Monate keinen Job gefunden, von einer Freundin einer Freundin angesprochen was man so machen will. Wenn man im Heimatland 200 Euro verdient, klingen 5000 Euro pro Monat schon verlockend. Also ab zum Flughafen, das Ticket ist geschenkt. Angekommen und los geht’s mit dem Job.

    Dann dreht sich die Scheibe. Die meisten finden früher oder später einen Freund / Ehemann. Wer heute immer noch denkt diese jungen Frauen (alles ab 18-28) hätte keinen Freund oder Ehemann ist total geblendet. Dann versuchen sie sich alle ein Leben aufzubauen (ein normales) bis sie merken, dass sie aufgrund Sprache keine Chance haben. Also muss ein Deutschkurs her (z.B. in der Schweiz und DE) – aber wie bezahlt man diesen und lebt nebenbei? Die Frauen verlieben sich ja nicht in Reiche Kerle (auch wenn man das meinen könnte) sondern in jene die sie als Frauen und nicht als Prostituierte kennen lernen. Der verdient dann 5’000 Franken – dann ist nichts mit Deutschkurs und der Familie mal Geld schicken. Also geht’s zurück in den Beruf, mit klarem Ziel. Also arbeiten Sie einen Monat durch, gehen eine Woche ihre Familie besuchen und dann 2 Monate in den Deutschkurs. Und dann wieder einen Monat arbeiten – bis sie einen normalen Job finden.

    Nimmt man ihnen diese Chance nun weg, fallen sie ALLE in ein Loch. Ich frag mich echt welche dieser feministischen Frauen hier einer ungelernten jungen Frau die kaum Deutsch spricht einen “normalen” Job geben würde. Natürlich nicht, aber mit dem Finger auf sie zeigen und ihnen jegliche Chance wegnehmen mal aus diesem Beruf rauskommen.

    Ich kann diese Art von Frauen nicht verstehen. Ich gebs ja zu, ich bin sicherlich nicht der Vorzeige Mann, aber ich verstehe echt nicht wieso alle so gegen diese Frauen sind. Ihr verschlimmert ihre Situation einfach nur noch. Aber eben, alle wissen es besser und es sind alles “ausnahmen” die in diesem Beruf arbeiten.

    BTW: Die meisten dieser Frauen die ICH kennen gelernt habe waren starke Persönlichkeiten, die einem “Boss” der es auch nur versucht hat sie anzutraben (gratis) sofort eine Gewischt haben. Aber eben, sowas will man weder sehen noch hören.

  • marie

    reto, bei menschen macht es durchaus sinn sich mit ethisch-moralischer argumentationen auseinanderzusetzen. soll bio- oder aldifleisch essen wer will. aber ich lasse mir moralinsaures nicht unterstellen, denn hier geht es um hauptsächlich frauen die sich mehr als 10x am tag von mind. 10 fremden männern penetrieren lassen mehrmals prowoche und mehr!
    können sie sich das vorstellen? ich schon. kein schöner gedanke. aber es gibt frauen, die das auf sich nehmen, weil sie damit sich ein leben leisten können, das sie sich mit einer unqualifizierten arbeit niemals leisten könnten. deshalb ist es nur fair, freier zum nachdenken anzuregen und ihr freiertum ruhig mal selbstkritisch betrachten dürfen. das reicht schon.

  • Carla

    Es geht heute um Freier und niemand ist hier gegen Prostitution. Zumindest hat sich heute noch niemand dagegen geäussert.

  • Carla

    Ich war jahrelang mit einem Mann zusammen, der regelmässig zu Prostituierten ging, weil ich ihm gewisse sexuelle Präferenzen nicht erfüllen wollte. Dummerweise verliebte er sich in eine Prostituierte und gründete mit ihr eine Familie. Heute ist er allein erziehend und sie arbeitet in einem Flatrate-Bordell.
    Den Kindern fehlt die Mutter, so wie wohl Kindern im umgekehrten Fall der Vater fehlt, wenn er nicht mehr da ist.
    Ich habe oft mit ihm damals über Prostitution gesprochen und er meinte immer, dass die Frauen diese Arbeit machen, weil sie damit mehr Geld verdienen, als irgendwo in einem schlecht bezahlten Job. Er bezahlte immer den regulären Preis und verurteilte die Freier, die zu Zwangsprostituierten gingen, er fand das immer verwerflich.

  • Tomas

    marie, es geht überhaupt nicht darum, wessen wieviele und wie steife Schwänze wo gesteckt werden. Solange sich eine Frau freiwillig prostituiert, ist das für sie die Tätigkeit, für die sie sich entschieden hat um Geld zu verdienen, genauso wie eine Pflegerin im Altersheim für einen Bruchteil des Geldes betlägrigen Pensionären die Scheisse abwischen und Pampers wechseln muss. Solange kein Zwang besteht, führt Geschwafel über Schwänze oder Mechschenwürde zu keiner Lösung, es wird von den Mädchen als herabwürdigend empfunden.
    All die Gutmenschen sollten versuchen gegen Gewalt und Zwang vorzugehen, was im Übrigen bereits heute möglich ist, und sich nicht als etwas Besseres aufspielen nur deshalb weil die Frauen etwas machen, was man selber nie tun würde.

    Hey, good luck bei der Suche.

  • Nico

    Danke für den Link, aber das sind ja nur Statements von verschiedenen Leuten, die auch wieder sagen: es gibt Studien. Ich hätte gerne eine Primärquelle, oder noch besser natürlich eine Metastudie zu dieser Frage, die die vorhandenen Studien auswertet. Ich finde im Web jede Menge Sekundärbeiträge, alle reden von “Studien”, aber konkret scheint die niemand benennen zu können.

  • marie

    doch, doch. das geht genau darum, es ist eben deren dienstleistungsangebot! und zyniker wie sie, sehen natürlich keinerlei unterschied im hintern putzen. und prostituierte, die selbstbewusst sind und genauso selbstbewusst ihrer arbeit nachgehen, haben sehr wohl für sich selbstachtung und würde definiert, ob es ihnen, tomas, passt oder nicht. respektieren sie es einfach!
    ich bin kein gutmensch. ich stehe bloss mit beiden füssen auf dem boden und setze mich mit der realität auseinander.

  • Tomas

    Marie, natürlich haben die Prostituierten Selbstachtung smile Und zwar trotz der Tatsache, dass Frauen die sich nicht vorstellen können den Beruf selber ausüben zu können es ihnen ständig wegsprechen. Das ist eben die Tragik der Geschichte, und das stellt auch die eigentliche Erniedrigung dar. Dass sie Sex für Geld haben ist ja das worum es geht, eine die sich an sowas stört macht den Beruf einfach nicht – wer Angst vor Dampf hat, soll nicht Koch werden. Dass aber den Nutten ständig von Frauen die sich selbst für etwas Besseres halten die Fähigkeit abgesprochen wird, selber zu entscheiden was für sie Menschenwürde ist stellt die eigentliche Bevormundung und Traumatisierung dar.
    Eine Frau wie sie oder von mir aus wie NSH kann sich nicht vorstellen, dass man sich prostituieren kann und gleichzeitig sich jemandem mit einem langweiligen Bürojob haushoch überlegen fühlen kann. Nun, sowohl die Nutten, wie auch die Pornoschauspielerinnen die ich kenne haben für Frauen wie Sie nur noch Häme übrig. Sie verstehen nicht, wie jemand tagein, tagaus einen “langweiligen” Bürojob machen kann, nie über die eigene Zeit verfügen, sich von dummen Vorgesetzten ausbeuten lassen und das Ganze für etwas, was sie in paar Tagen verdient. Die Nutten sagen immer dasselbe: klar, der Mann denkt er kauft sich eine Frau. Geschenkt, lassen wir ihm den Glauben, in Paar Minuten ist er weg und ich habe soviel verdient wie eine Büromaus am ganzen Tag.

    Vielen Männern passiert übrigens der gleiche Fehler: die Besten Stammgastkunden sind schon immer die gewesen, die das arme Mädchen “retten” wollen smile

  • marie

    1. falsch: weder nsh noch ich sind gegen prositution. mal wieder IHRE schublade, nicht unsere. aber wenn es ihnen hilft, bitte…
    2. die würde dieser frauen absprechen tun in erster linie die freier. keiner steht hin und sagt ich gehe regelmässig zu prostituierten.
    3. es sind die freier selbst, die den prostituierten die würde absprechen indem sie noch die dreistheit und den geiz haben über preise zu verhandeln und diese auch noch drücken.
    4. das freiern nimmt zu, aber nicht bei den freiwilligen prostituierten. die allermeisteen freier beanspruchen die dienstleistung bei prostituierten, die die dienstleistung zu dumpingpreisen anbieten; und da ist zuhälterei und/oder menschenhandel nicht weit.
    5. um diese debatte kommen die freier immer drumrum. deshalb ist es nur fair, wenn sie mit ihrem verhalten über die bücher gehen. das tun andere auch. und das ist legitim.
    6. mit bagatellisieren (ooch 10-15x mal am tag ist deren job) und/oder verteufeln (würdelose tätigkeit) der prostitution ist den frauen nicht geholfen. aber es ist verdammt anstrengend 10-15x am tag mehrmals die woche hinzuhalten, tomas.
    noch einmal, ich bin nicht gegen prostitution. aber es gibt rechte und pflichten, die man ausdiskutieren muss, sei es die der prostituierten, sei es die der freier. und entsprechend rahmenbedingungen unterstützen und allenfalls schaffen. der freier kommt aber nicht drumrum sein verhalten selbstkritisch zu betrachten. ich finde, das ist nicht viel verlangt.
    freier => prostituierte => adäquate bezahlung (danach kann man sich erkundigen!). dagegen spricht nichts.
    ich lehne zuhälterei und menschenhandel ab. das ist kriminell und gehört bestraft.

  • marie

    und nein, ich fühle mich nicht überlegen im meinem scheissjob. ich mache ihn seit fast 30 jahren mehrheitlich widerwillig und bisweilen mit abscheu. also nix von besser sein. hören sie auf mit ihren unterstellungen.

  • Tomas

    Ok, ich hab’s versucht, ich geb’s auf smile
    Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich gar nicht wovon sie da reden. Lesen sie überhaupt worauf sie da antworten?
    Freier kaufen sich eine Dienstleistung. Was wer für welche Dienstleistung bereit ist zu zahlen ist das Eine, wofür man eigene Dienstleistung bereit ist anzubieten das Andere. Entweder man trifft sich oder nicht. Was ist daran so kompliziert? Ich habe auch schon eine Hochzeit statt für 5000 nur für Paar Hundert fotografiert, weil es sich so ergab. Meine Menschenwürde blieb dabei einigermassen intakt – weil ich selbst es war, der den Rabatt gewährte. Ich konnte auch sagen dass ich stattdessen ein Wochenende im Bett mit meiner Freundin verbringe und die Welt würde sich weiterdrehen. Niemand ist gezwungen eine Dienstleistung von mir zu erwerben – ich kann höchstens versuchen so gut zu sein dass die Leute bereit sind dafür so viel zu bezahlen wie ich es für angemessen halte – und auch dann ist immer noch nicht klar dass sie am Ende mich nehmen und nicht einen Kollegen. Echt, was schwebt ihnen vor? Vielleicht sollten alle Nutten Staatsangestellte mit GAV werden? Amtlich bewilligte Blowjobtarife mit Wochenend- und Nachtzuschlag?

  • marie

    oh, ein appell an die vernunft von freiern? finde ich gut, aber frau nsh: hier stechen sie in ein vespennest wink.

  • marie

    nein sie lesen selektiv, nicht ich.
    bei einer professionellen prostitutierte bestimmt sie die preise und man kann mit ihr verhandeln. in der regel sind 30 min blümlisex von 50-100 franken zu haben. eine stunde blümlisex 100-150 franken, ohne weitere dienstleistungen. das sind die mindestpreise. 1x französisch idr 50. alles immer mit gummi. dominieren ab ca 500 pro stunde. sekt und kaviar bewegt sich zwischen 400 und 600 franken usw…  die preise von professionellen prostituierten bewegen sich in einem “fixen” rahmen. und diese preise sind adäquat. die preise können jedoch ins wanken geraten, wenn anderswo massiv billiger angeboten wird. was massiv darunter geht; tipp an die freier hände weg! es könnte sich um zwangs- oder drogenprostitution handeln.
    was ist so schwierig das zu verstehen?

  • Tomas

    Es ist immer wieder lustig, wenn jemand aus eigener Perspektive versucht anderen zu erklären, warum ihre Perspektive falsch sei.

    Es erinnert mich an eine kleine Geschichte. Einmal meldete sich bei mir ein sechzehnjähriges Mädchen, mit dem Wunsch mehrere Sets von explizit erotischen Fotos von sich anfertigen zu lassen. Der Grund dafür war, dass sie “gerade die Lehre schmiss und beschlossen hat, eine Edelnutte zu werden”.
    Ich war schockiert, obwohl ich damals noch naiv dachte dass es bei mir keine Frau mehr schafft, und nahm mir Bedenkzeit. Ich redete mit meiner Frau – der ging es gleich. Schliesslich kamen wir zum Schluss, dass wenn ich nein sage, wird es halt ein anderer machen, und vielleicht nicht soviel Rücksicht nehmen wird wie ich es vor hatte. Ich dachte mir, es liegt nicht an mir ihr Moralpredigten zu halten, ich kann aber sehr wohl für sie Bilder machen die sie auch später gerne haben wird, die einfach ihre Schönheit zeigen, für die sie sich nicht schämen muss. Ich nahm mir eine Anwältin und bat sie um Rat, denn es gibt in dem Bereich einige Stolpersteine. Sie war zuerst genauso schockiert und nahm sich ebenfalls Bedenkzeit, um schliesslich zum gleichen Schluss zu kommen wie ich. Sie fertigte mir für 500 Franken einen Model Release mit ca. zehn Punkten an, die unbedingt eingehalten werden müssten damit sich keiner strafbar macht. Der zentrale Punkt der bei jedem Shooting mit Minderjährigen dabei ist – das Einverständnis der Eltern – war natürlich zuoberst dabei.
    Ich eröffnete der Frau wie ich die Situation zu lösen möchte. Sie nahm den Vertrag mit und ich habe nie wieder von ihr gehört. Ich habe später herausgefunden, dass sie genau das gemacht hatte, was wohl passieren würde wenn ich sie ablehnen würde: sie ging zu jemandem, der keine Fragen stellte, ihr Geld nahm und Bilder machte auf die sie später nicht stolz sein wird. Sie stieg tatsächlich in den Beruf ein, mit ihrem Freund als Zuhälter. Den Anwaltshonorar durfte ich selber zahlen.

    So geht das, Frau NSH.
    Alles eine Frage der Perspektive.

  • Nathalie Sassine-Hauptmann

    In diesem Text geht nicht darum, dass es solche Frauen gibt – von vielen kann kaum die Rede sein, aber geben tut es sie bestimmt. Es geht darum, was potentielle Freier (und das sind nunmal Männer) sich überlegen dürften, bevor sie sich eine Frau mieten.

    Frauen, die sich vermarkten möchten sind ein ganz anderes Thema.

  • marie

    mein allerliebster tomas! trotzdem kein grund das thema zu bagatellisieren (oder zu verteufeln). und an die vernunft von freiern zu appellieren ist definitiv legitim.
    zuhälterei ist in der schweiz verboten. anzeigen.
    [sonst alles io?]

  • NSH

    Hoffentlich! wink

  • marie

    gut, denn in der ganzen debatte gehen die nämlich immer unter (LEIDER).

  • Tomas

    Frau NSH, auch die Freier haben ihre Perspektive. Und das Wort “Freier” beinhaltet davon ein ganzes Spektrum, quer durch alle Schichten, Weltanschauungen und Charaktere der Gesellschaft. Schauen sie sich einmal um sich herum: alle Männer die sie sehen sind potentielle Freier. ALLE . Bei manchen hat sich ihre Lebenssituation so ausgebildet, dass sie vielleicht ein Leben lang nie zu einer Nutte gehen werden, aber es reicht wenig und auch sie – jeder mit seiner Perspektive – werden es machen. Und genau so, wie es Max Havelaar Käufer gibt, gehen halt andere zum Aldi und jeder hat dafür seine Gründe. Es gibt Menschen, die meinen wenn sie einmal zehn kilometer mit einem Auto fahren, sind sie für den nächsten Orkan in China verantwortlich, und es gibt V8 Fahrer die ihre ganze Lebensfreude daraus beziehen. Und so fort, und so weiter.
    Ihre Ratschläge sind – zumindest einige – gut gemeint. Sie bewirken aber – ausser vielleicht teilweise bei eigenen Kindern – rein gar nichts.

  • Tomas

    marie, auf die Vernunft zu apellieren ist in jedem Fall legitim. Sie wissen inzwischen sicher selber was das im Allgemeinen so rund um die Welt bewirkt.

    Danke der Nachfrage, und selber?

  • marie

    das recht auf triebafuhr einzufordern gepaart mit geiz ist geil mentalität, sagt alles über diese freier aus und was ihnen ihre eigene sexualität wert ist. nämlich nichts. vor solchen männern habe ich keinerlei respekt und das geht wohl anderen frauen ähnlich.
    und ihr vergleich mit max havelaar finde ich deplatziert und kommt in keinster weise dem thema nahe.
    [bin auf arbeitssuche und es sieht schlecht aus. halte aber die show aufrecht, keine angst.]

  • Nico

    ” im Ernst glauben, dass legale Prostitution zu weniger Vergewaltigungen führt. Das Gegenteil ist nämlich der Fall, wie diverse Studien schon erwiesen haben.”
    Darf ich für diese Studien bitte eine Quellenangabe haben, das würde ich gerne nachlesen.

  • Reto B.

    Nun, irgendwie denke ich, dass jeder, der schon ein H&M 5 Franken T-Shirt gekauft hat, hier mit dem moralischen etwas aufpassen muss. Die Gründe sind gut. Sie sind auch richtig, ich finde es im aktuellen Kontext schön, dass es gesagt wird. Aber ich denke auch, dass Frauen der Sex generell nicht so wichtig ist wie Männern. Wer also schon mal ein Billig-Shirt gekauft hat, weil er/sie es eben gerade brauchen konnte, das Geld etwas knapp war und dies noch im vollen Wissen, dass für den Preis höchstwahrscheinlich Niedriglohn, Kinderarbeit oder sonst was Grund ist, der soll sich bewusst sein, dass genau das selbe im Freier abläuft. Er will nicht sowas unterstützen – aber er will jetzt wirklich dringend F***n – und ist bereit, dafür seine Grundsätze zu biegen und bei gewissen Aspekten wegzuschauen. Und beide sagen sich “Hey, ich steh ja nicht selber mit der Knarre dahinter und zwinge sie…”. Deshalb meine 2 Grundsätze: 1. Verbieten funktioniert nicht, 2. Freier-Selbstverantwortung??? Ja klar…

  • Reto B.

    Nun, generell ist es gut, moralisch-ethische Grundsätze aufzuzeigen, hier und anderswo. Aber es wird wohl aufs immer gleiche rauslaufen. Eigentlich ist den meisten klar, was sie tun sollten – bloss, dass sich einige dann manchmal doch nicht daran halten.

  • marie

    das tischi ist ware. die prostituierte bietet eine dienstleistung an. so wie ihr automechaniker. dem würden sie auch keinen dumpingpries für das reparieren ihrer karre bezahlen, oder? es geht ja schliesslich um ihre sicherheit (egal ob jetzt ihr auto in china produziert wurde, oder in einer manufaktur in gb).
    also die beispiele mit billigen konsumgütern zieht nicht.

  • Reto B.

    Schweden hat meines Wissens eine der höchsten Vergewaltigungsraten – aber ja, Zahlen und Statistiken dazu würden mich auch interessieren, denn ich hab das Gefühl, dass hier auch eine Korrelation vorliegen müsste…

  • marie

    …in der tat – einige muss man vor der eigenen dummheit beschützen. einmal blasen ohne gummi für 13 fränkli oder ohne gummi gv für 20 gefällig? und zu hause frau und kind… hm…. nicht bagatellisieren und einem dabei moral unter die nase reiben, wenn andere schlicht fahrlässig handeln. raser zieht man auch aus dem verkehr, zu recht m.e.

  • Reto B.
  • Reto B.

    Ich finde, man kanns trotzdem vergleichen. Dann nehmen sie meinentwegen die Putzfrau, die schwarz angestellt wird, weil sie keine Aufenhalts und Arbeitsbewilligung hat, oder man einfach keine Steuern sparen will. Auch da kann man haufenweise Gründe aufzählen, weshalb man das nicht machen soll. Aber viele stellen sie im vollen Wissen an, dass sie es nicht tun, oder sagen ihr, sie solle Altersvorsorge und Steuern selber regeln, und wollen gar nicht wissen, ob sie es tun. Hauptsache billig und kein Stress.

  • marie

    ich glaube sie verstehen nicht. die putzfrau hält auch nicht ihre vagina für 15 steife chefschnäbis (oder mehr) am tag hin, reto. stellen sie sich vor, sie würden 15 steifen schwänze ihren anus herhalten. für die geiz ist geil freier am liebsten ohne gummi! sorry für meine brachiale sprache (in ihrem fall ist es mir schon peinlich, da ich sie sehr schätze). es ist einfach nicht mit einer putzfrau oder kassiererin zu vergleichen, geschweige mit einem tischi aus hasi&mausi;.

  • Reto B.

    Ich denke, die “Frau und Kind” Sache sollte man aussen vor lassen. Es tut zur Diskussion mit der Prostituierten nichts zur Sache, was für eine Beziehung der Freier hat. Wer mit einer anderen Sex hat (und das erst noch ohne Gummi), obwohl er in (nicht offener, als mit Erlaubnis) Beziehung ist, handelt falsch, egal obs gegen Geld, gegen viel oder wenig Geld oder mit der Kollegin Sekretärin oder was auch immer ist. Das ganze führt nur zu einer emotional geladenen Debatte, was wohl nicht förderlich einer sachlichen Diskussion ist.

    Für den Mann gibt es meines Erachtens 5 Gründe nicht zu einer Prostituierten zu gehen: Die feministische Kritik (Es ist Vergewaltigung, auch wenn sie mit Geld entschädigt wird), Die monogamistisch-ethische Kritik (z.B. Kirche “Du sollst nur mit einer (Ehe-)Frau…”), die Männermachtkämpfe-Kritik (Wer zu Prostituierten muss, bringts nicht) und nun die beiden in meinen Augen wirkungsvollsten:

    Die soziale Verantwortung ggü anderen und der Gesellschaft : Man fördert eine psychologische (und manchmal gar körperliche) Selbstzerstörung einer Frau, sowie deren Umfeld, und gefährdet das eigene Umfeld (Familie). Dazu unterstützt man bisweilen kriminelle Organisationen und Personen.
    Last but not least die emotionale Authentizität: Ich zerstöre meine Beziehung, und zwar nicht der Teil “Szene, weil sie’s rausgefunden hat”, sondern die eigene sexuelle und soziale Beziehung zum Partner. Ich schliesse eine Tür von meiner Seite.

  • marie

    schon mal überlegt, weshalb sich nicht mehr putzfrauen/kassiererinnen oder hasi&mausi; tischi näherinnen prostituieren? weshalb sich ehemalige zwangsprostituierte für ein verbot von prostitution äussern?
    …das sollte den freiern zu denken geben. könnte es u.u. etwa mit selbstachtung und würde zu tun haben?

  • Cladosinne Kallaschnikoff

    Ach ich sehe das Problem echt nicht. Ich bin mir sicher, dass es die meisten Frauen freiwillig machen. Ich kenne so viele Mädchen in meinem Alter (21), die keine Probleme haben, aus wohlbehütetem Hause sind aber sehr wohl mit dem Gedanken der Prostitution spielen – bzw nicht nur mit den Gedanken spielen…. Ich kann das nicht nachvollziehen und würde mich, nach dem Verkauf meines Körpers, selber sieben mal auskotz**, aber jedem das Seine. Wenn doch jemand das machen will, und es jemand kaufen will, wieso nicht. Letzte Woche hat eine Prostituierte vor mir telefoniert und hat (scheinbar) mit einer anderen Prosituierten gesprochen, wenn Sie nicht ganz klare Textstellen gebracht hätte und nicht dementspreched aussah (Kleider, Schuhe und äussert unvorteilhafte Schminke), hätte man auch denken können sie sei eine Postangestellte. Sie klang vollkommen normal und sprach über das Geschäft als wäre es das Normalste der Welt! Ich finde es übertrieben, wie man immer von Menschenhandel, Unterdrückung etc spricht, obwohl das natürlich vorkommt, ist es sicher nicht der Regelfall. Eine gute Kollegin meiner Schwester arbeitet auch als normale Bordellprostituierte, Sie ist einiges älter als wir wahrscheinlich etwa 40j., aber hat nach wie vor keine Mühe mit dem Geschäftsbereich. Sie hat auch einig Freier als Kollegen.
    Mein Freund oder Mann soll mir natürlich ja nie von einem solchen Besuch erzählen und auch Kollegen sollten sich zurückhalten, mir ihre Bordell-Initmitäten anzuhängen. Wenn sie aber eine solche Dame besuchen, sehr diskret, habe ich nichts dagegen. Weiss ich es, kann ich nichts dagegen tun und würde -schwupp- den Respekt verlieren, sorry.
    Im Film “reine Nervensache” erklärt der Mafiaboss Paul Vitti, er lasse sich den Blowjob von einer Prostituierten erledigen, er will doch nicht, dass seine Frau dies tut und später seinen Kindern auf den Mund küsst – erscheint mir logisch (auch wenn ich die Kinder nicht auf den Mund küssen würde…). Und man soll auch nicht immer von anständigen Familienväter denken, die zu einer Professionellen gehen, es sind sicher oft auch einsame Männer, die sonst keinen Sex haben können, die auch etwas Zuneigung haben wollen und das nicht aus Bosheit tun. Mein Gott, und all die Edel-Studentinnen-Prostituierten, die machens freiwillig, viele Mädchen brauchen die Aufmerksamkeit der Männer und dies ist ein einfacher Weg diese zu bekommen! Ich hab kein Problem mit dem horizontalen Gewerbe, obwohl es für mich absolut nicht ginge und ich wahrscheinlich lieber sterben würde, als mich zu verkaufen, was nie passiert, weil ich niiiiie von einem Mann abhängig sein werde!…hoffentlich…

  • The Damned

    Entpolitisiert das Private! Ausbeutung, Unfreiwilligkeit und Würdelosigkeit findet man nicht nur bei Prostituierten, sondern auch bei illegal beschäftigten Haushaltshilfen und Kindermädchen, Kassiererinnen, die Im Stundenlohn für 19 Franken netto auf Abruf arbeiten, Niedrigstlöhnern auf dem Bau, Angestellten in Vertriebszentren bei Amazon, Arbeitern in der Schwerindustrie wie Giessern, Minenarbeitern im Untertagbau oder Fliessbandarbeitern bei Daimler mit Werk- und Leiharbeitsverträgen, zu Tiefstlöhnen angestellten Beschäftigten in der deutschen Fleischverarbeitungsindustrie, etc. etc. etc. Bevor man damit beginnt, einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit aus Sicht hehrer Ideale zu beurteilen- und unter Naturschutz zu stellen, sollte man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzufinden: Das Leben ist für alle hart, nicht nur für Prostituierte! Körper und Seelen gehen schliesslich nicht nur in der Prostitution zu Bruch. Wer’s nicht glaubt, der soll doch einfach einmal die SUVA-Unfallstatistiken studieren: Im Baugewerbe erreichen auch heute noch viele Maurer, Maler, Eisenleger oder Schreiner das Pensionsalter nicht, weil ihr Rücken, ihre Gelenke oder ihre Atmungsorgane schon vorher den Dienst versagen! Und noch etwas für unsere neu erwachten Moralisten: In den Achzigerjahren erreichte gut ein Viertel (!) aller deutschen Industriearbeiter das Pensionsalter nicht, weil sie schon vorher invalide wurden und vorher in Frührente- oder auf’s Sozialamt gehen mussten. Einige von ihnen sind auch elendiglich an ihren schleimigen, verstaubten Lungen verreckt. Oder kehrten nicht mehr aus dem Revier zurück, weil der Schacht aufgrund einer Gasexplosion zugeschüttet wurde… Moral? Gerne: Aber dann bitte für alle Menschen, nicht für das ach so emanzipierte Dauer-Opferabogeschlecht, verdammt nochmal!

  • The Damned

    Und hier ein Artikel, der die wichtigsten Punkte der Schwarzer’schen Bestrafungsmoral zusammenfasst:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kolumne-von-georg-diez-ueber-alice-schwarzer-a-937575.html

    “Der Feminismus, wie ihn Alice Schwarzer propagiert, ist ein neokonservatives Bestrafungsfest (…). Alice Schwarzer ist eine Feindin der Freiheit. Sie ist herablassend, sie ist manipulativ, sie duldet keinen Widerspruch und hat deshalb auch kein Gespür für das, was Menschen ausmacht, in ihren Widersprüchen, in ihrem Wesen. (…) Sie liebt es eben, die Welt in Gut und Böse zu unterteilen, in Opfer und Täter, im Zweifelsfall in Frauen und Männer.”

  • Ana Maria

    Dieser Euphemismus ist untragbar. Doch es geht genau darum, wieviele Schwänze an einem Tag zu welchem Preis in welche Körperöffnung reingelassen werden (müssen). Hören Sie auf so zu tun, als ob das dieselbe Auswirkungen, physisch und psychisch, auf einen Menschen hat, wie wenn sie einen ganzen Tag an der Kasse in der MIGROS steht.

  • Tomas

    Sie geben sich die Antwort ja selbst. Es gibt in jedem Bereich der menschlichen Tätigkeit so etwas wie angestammte Preise, die innerhalb bestimmten Bedingungen gelten. Wenn sich die Bedingungen ändern – zum Beispiel weil zu diesem Preis plötzlich viel mehr Angebot als Nachfrage herrscht – bewegen sich auch die Preise, womit wieder Gleichgewicht entsteht. Und manchmal bietet man etwas auch bewusst unter dem angestammten Preis an – weil man gerade in dem Moment z.B. auf den Auftrag angewiesen ist. Das gilt sowohl für Gipser wie auch für Nutten, wobei bei den Gipsern gibt es mehrere Abgebotsrunden – da läuft es bei Nutten wesentlich humaner zu und her. Und umgekehrt gibt es das auch: man kann als Kunde ein Bedürfnis haben, dass “zu jedem Preis” sofort gestillt werden muss – was auch oft zu entsprechenden Preisen führt. Fixe Preise für fixe Leistungen gab’s nur in Planwirtschaft, mit bekannten katastrophalen Folgen. Also nochmals: was versuchen sie mir eigentlich mitzuteilen?

  • Katharina

    Die kleine historische Analyse auf Tagesanzeiger betreffend den Urprüngen der Prostitution ist keine. da wurden nicht einmal Quellen genannt, sondern frisch fröhlich im erwünschten Meinungsstrom behauptet. Als Kolumne ok, aber nicht, wenn es als Analyse verkauft wird.

    Es ist mMn auch nicht wichtig. Lohnempfänger sind ja genau genommen auch eine Form von Eigentum. Salarymen sagen Japaner. Lohnsklaven andere.

    item.

    Das beste ist eigentlich, die Sexworker selber reden zu lassen, und wie sie ihre arbeit organisiert haben möchten. die pfeifen alle auf Schwarzer und ihre alliierten Spindoktoren, und dazu zähle ich auch Sie, Frau NSH.

    Es ist doch entlarvend, wie an Podiumsgesprächen, wenn dann mal eine Quotennutte eingeladen wird, diese von den Moralinpharisäern heruntergekanzelt werden.  Bei der ganzen Debatte scheint es also nicht um jene Frauen zu gehen.  Aber hier nur ein Beispiel einer solchen Pdiumsdiskussion:

    http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/uebersicht/weshalb-prostitution-die-feministinnen-entzweit-1.18199715

  • The Damned

    Dass es nicht um die Würde der Prostituierten geht, ist eigentlich nichts neues. Es geht da um ganz andere Dinge. Elisabeth Badinter hat es auf den Punkt gebracht: Das Ganze ist ein Angriff auf die männliche Sexualität. Und wenn sich noch die Kirchen zu den Feministinnen gesellen, isch dä Chessel gf(l)ickt! Drei lesenswerte Verlautbarungen:

    http://dstig.de/aktuellespressekalender/142-pm-zur-prostitutionsdebatte.html

    http://feministire.wordpress.com/2012/09/24/just-dont-call-it-slut-shaming-a-feminist-guide-to-silencing-sex-workers/

    http://news.nationalpost.com/2013/12/09/conservative-mp-radical-feminist-and-evangelical-christian-come-together-to-block-online-porn-in-canada/

    Die sexuelle Revolution im Rückwärtsgang: Bald müssen wir es wieder ganz im Geheimen im Dunkeln miteinander treiben… weil es unsittlich ist! Diese unheilige Allianz wäre so in dieser Form füher niemals denkbar gewesen: Mein Bauch! Und jetzt spannen sie wieder zusammen, die Guten- ein Witz!

  • Reto B.

    Jaja okay wir habens begriffen… Sich die Physis kaputtarbeiten aufm Bau ist für die Dame von Welt okay, sich die Psyche schleissen mit Sex gegen Geld ist nicht okay. Und Sex der nicht freiwillig und gratis ist ist Vergewaltigung. Einvernehmlich gegen Geld gibt es nicht. Und dies hat generell verboten zu werden und darf nicht den betroffenen Personen selber zur Entscheidung überlassen werden.

  • Katharina

    Klar, die Zerstörung der männlichen Sexualität ist imminent, Zuffi. Das ist so wie mit den Kondensstreifen am Himmel, Und den Impfungen. inklujsive Chip! die Annunaki kommen!

  • The Damned

    Es ist ein Angriff auf die männliche Sexualität: In der rechtlichen Auslegeordnung der (zukünftigen?) französischen Strafgesetzgebung schon. Entweder man verbietet die Prostitution als Ganzes (und ignoriert die Folgen der Prohibition) oder lässt sie auf allen Ebenen zu. Aber nur Freier zu bestrafen ist hanebüchen- und absolut sexistisch obendrein. Was den Angriff auf die männliche Sexualität anbetrifft: Wenn ich einen Blick auf das Alter und / oder die politische Zugehörigkeit der Prohibitionsbefürworterinnen werfe, dann frage ich mich schon, worin die wahre Motivation liegt. Bei Alice ist es zweifellos das verkrampfte Verhältnis zur Heterosexualität- aber bei den Frauen im französischen Parlament..? Ist es da die marxistische Matrix? Foucault? Oder eine falsch verstandene Moral?

  • Roland

    Auch wenn die Autorin natürlich keine Ahnung hat, war es amüsant zu lesen warum ich als Mann der Versuchung wiederstehen sollte. Guter Beitrag! Warum nicht auch einen Beitrag wie ich der Versuchung von Schokolade wiederstehen kann? Das würde mir mehr helfen! Die heutigen Probleme mit der wirtschaftlichen Sexualität und der Handelsware Sex sehe ich auch, aber der Lösungsansatz ist ein anderer. Die bereits bestehenden Zwänge noch zu erhöhen und alle Menschen ob Anbieter oder Käufer zu unterdrücken wird das Leben der Menschen welche sich für Sex anbieten auch nicht verbessern. Was es bräuchte wäre hier ein viel offeneren Umgang mit dem Thema Sex, um anschliessend die Freiheit und Gerechtigkeit in Einklang zu bringen wie beispielsweise die Gleichstellung von Sex-Arbeiterinnen mit anderen Arbeitnehmern, welche für Krankheit und Unfall versichert sind. Es braucht klare Rahmenbedingungen und nicht einfache Pauschal-Verbote. Die Befriedigung von sexuellen Bedürfnissen als Handelsware ist weder neu noch veraltet, aber es wäre angebracht diese zu modernisieren. Und damit meine ich nicht neue Verbote zu erfinden, sondern das Thema grundsätzlicher zu diskutieren und entsprechende Lösungen zu finden, damit den Menschen geholfen ist, welche sich heute zu solchen wirtschaftlichen Zwängen genötigt fühlen.

  • Tomas

    gut gebrüllt, K.
    Bringt eh nichts, ein Gutmensch weisst eben was gut ist, und seine Güte lässt nicht zu es uns allen auch gegen unseren Willen nicht zukommen zu lassen.

  • markus müller

    ich nehme meine verantwortung in der gesellschaft war, indem ich mich gegen den feminismus engagiere. für eine gesellschaft, die männer nicht als minderwärtiges geschlecht behandelt.
    ps. war noch nie bei einer prostituierten (das eine mal nicht gezählt, als ich nichts bezahlen musste, wohl weil ich noch minderjährig war damals). aber vielleicht sollte ich es mal tun. grad zleid, als statement gegen den männerhassenden feminismus.

  • markus müller

    männer haben nicht umsonst eine 4-5 jahre kürzere lebenserwartung. weil sie gesamthaft bei der arbeit mehr verschleissen, darunter leiden. aber das kümmert den feminismus nicht, im gegenteil (wie schreibt die feministin andrea dworkin in ihrem bestseller: ‘ich möchte einen mann zu einer blutigen masse geprügelt sehen.’). es ist schlicht eine heuchelei, wie hier die konditionen der männerarbeit ignoriert werden, aber ein riesentrara aus der prostitution gemacht wird.

  • fredi b.

    Es gibt einen guten Punkt in dieser Aufzählung, der rest ist ideologisch gefärbte Moral und kann ignoriert werden. Zum guten Argument:
    “Weil die Abschaffung des Sklavenhandels auch einmal als Utopie galt.”
    Richtig. Das einzige, was zählt ist, dass die Arbeit freiwillig gemacht wird. Kein Zwang.
    Was die Autorin nämlich übersieht, dass wohl die Sklaverei abgeschafft wurde, aber jene ‘Sklavenarbeiten’ weiterhin ausgeführt werden. Einfach durch bezahlte Arbeiter. Abgeschafft wurde bloss der Zwang und das Umsonst-Arbeiten.
    So soll es auch bei der Prostitution sein: Freiwillig, aber akzeptiert als ehrbares Gewerbe.

  • bertram

    Das klingt ja wie bei den Frömmlern: Sex ausserhalb und vor der Ehe ist schlecht.  Meine lieben Feministinnen, lasst doch jede Frau und jeden Mann selbst entscheiden, ob sie oder er Sex will. Und mit wem. Und zu welchen Konditionen.

    “Weil Sie kein Tier sind mit unkontrollierbaren Trieben.”
    Stellen sie sich mal vor, ein Mann sagt euch Frauen das, wenn ihr einen Kinderwunsch äussert. tsts…

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