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«Weil sie es können»

Je besser die Ausbildung einer Frau, umso eher gibt sie ihren Job auf, sobald sie Mutter wird. Warum ist das so?

Von Nathalie Sassine-Hauptmann

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Wenn eine Wissenschaftlerin sich über das Ergebnis ihrer eigenen Studie «fürchterlich aufregt», muss dieses schon aussergewöhnlich sein. Doch das kann tatsächlich passieren, vor allem wenn man sich wissenschaftlich mit der weiblichen Erwerbstätigkeit auseinandersetzt. Das ging auch Joni Hersch, Vanderbilts Jus- und Wirtschaftsprofessorin mit ihrer neuen Studie so.

Diese fand nämlich heraus, dass sehr gut gebildete, studierte Frauen, die eine  Elite-Universität besucht haben, viel öfter aus ihrem Job aussteigen, als solche, die an durchschnittlichen Instituten abschliessen. Sie benutzt dafür den Begriff «Lean out»  in Anlehnung an Sheryl Sandbergs «Lean In»-Theorie. Hersch begann bereits 2003 zu recherchieren und nahm das Ergebnis 10 Jahre später mit Schrecken und Empörung zur Kenntnis, wie sie dem «Wall Street Journal» erzählt.

Nur gerade 45 Prozent der Mütter, die eine Elite-Universität abgeschlossen haben, arbeiten Vollzeit, während es bei den anderen Uni-Abgängerinnen immerhin 57 Prozent sind. Bei verheirateten Müttern mit MBA war der Unterschied gar noch grösser.

Wieso geben diese Akademikerinnen so schnell auf? Hersch: «Ganz einfach. Weil sie es können.» Ihre Familien sind wohlhabend und sie heiraten oft in ebenfalls reiche Familien ein. Sie können es sich schlicht leisten, aus der Arbeitswelt auszusteigen, während andere weder auf ein dickes Bankkonto, noch auf einen reichen Ehemann zurückgreifen können.

Das beeinflusst den amerikanischen Arbeitsmarkt massiv, wie auch das «Wall Street Journal» zusammenfasst: «Elite Unternehmen stellen Elite-Universitäts-Abgänger ein, aber Frauen bleiben ihnen offenbar nicht lange genug erhalten. Das limitiert die Talente-Pipeline für Führungspositionen stark.»

Über die Gründe, wieso so viele Frauen überhaupt ihren Job aufgeben, gibt die Studie keine Auskunft. Ob es die Doppelbelastung oder familiäre Erwartungen sind, oder ob die Mutterschaft enfach dazwischenkommt, wird Teil einer weiterführenden Untersuchung sein. Wenn man den Kommentatoren– sowohl in den USA als auch anderswo – glauben will, ist es offensichtlich: «Women can’t have it all.» Denn die reichen Männer, meist selber Absolventen von Elite-Unis, sind offenbar auch heute noch nicht gewillt, ihre Karriere zugunsten der Familie zurückzustellen. Also gehen die Frauen an den Herd. Auch wenn sie eine Haushaltshilfe und einen Koch haben.

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Kommentare

  • Ylene

    Interessant, für die Autorin ist ‘aussteigen’, ‘Job aufgeben’ und Teilzeit arbeiten scheinbar alles das gleiche. Ich habe noch den gleichen Job wie vorher, einfach 60% (Projektleitung in einer Bank und ich habe also einen Uniabschluss). Ansonsten kann ich mich Tomas nur anschliessen. Mir gefällt mein Leben massiv besser, seit ich Teilzeit arbeite und ja, ich kanns mir locker leisten (Merci Schatz :-*)

  • Tomas

    Wenn Männer solche Wahlmöglichkeit hätten – ein Kind zu gebären und ein Leben zu führen, in dem man von jemandem anderen umsorgt wäre, ohne arbeiten zu müssen, würden womöglich ähnliche Zahlen resultieren.
    Die ach so schockierte Frau Wissenschaftlerin geht einfach von der falschen Prämisse aus, dass jeder Mensch nichts lieber tut als im Berufsleben zu versauern, obwohl er das gar nicht nötig hätte.

  • Jorge

    Also ich wäre ja so gerne Hausmann… aber nein… Frauen wollen in diesem Bereich einfach keine Gleichberechtigung – aber mich dafür als Sex- und Lustobjekt missbrauchen, für das bin ich wieder gut genug!

    Ihr Heuchlerinnen!

  • Jorge

    #Aufschrei

    weil Männer viel weniger reduziert arbeiten können/resp. es von Ihnen erwartet wird, 100% zu arbeiten.

    Wo sind all die Emanzen wenn man sie braucht? Denen würd ich jetzt gerne die Meinung sagen!

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