Clack

Weg damit!

Jetzt misten Sie endlich Ihren Kleiderschrank aus. Jetzt! Es geht nicht um Mode. Es geht um Ihr Leben.

Von Bettina Weber

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Ser Ausverkauf ist ja eigentlich eine traurige Angelegenheit. Da wird Ware, die noch im Herbst brandneu und schick war, einfach verschleudert. Der Ausverkauf macht überdeutlich, wie rasend schnell die Mode funktioniert – und wie sehr sie es schafft, neue Bedürfnisse hervorzurufen, wo im Grunde gar keine sind. Und natürlich auch: Wie sehr wir uns davon manipulieren lassen, wenn wir uns in die Schlacht um die besten Schnäppchen stürzen im Wissen darum, dass wir schon unzählige schwarze Jeans und weisse Blusen im Schrank haben. Aber, so denken wir dann, die kann man immer brauchen. Und gespart hat man auch noch.

Loslassen, so heisst der Imperativ

Von wegen. Auch wenn man 50 Prozent weniger bezahlt hat (was ja übrigens auch heisst: die Modebranche verdient selbst dann noch, wenn das Zeug um die Hälfte reduziert wird, denken Sie mal darüber nach) – das Geld ist weg. Und der Schrank quillt über.

Deshalb: Anstatt sich ins Ausverkaufsgetümmel zu werfen – entrümpeln Sie Ihren Kleiderschrank. Trennen Sie sich von all den Dingen, die Sie ohnehin nie getragen haben, von den Jeans, die Sie damals gekauft haben, weil Sie dachten, die würde dann perfekt sitzen, wenn Sie die lästigen drei Kilo abgenommen haben. Das haben Sie allerdings nie geschafft, im Gegenteil: Sie haben zugenommen. Und die Hose liegt als stiller Vorwurf und als Hoffnung auf bessere Zeiten und mehr Disziplin bei Ihnen rum. Weg damit!

Kein Leben mehr im Konjunktiv

Genauso mit der bunten Tunika, von der Sie überzeugt waren, Sie würde Ihnen ein mondänes Flair à la Talitha Getty verleihen. Im Büro, haben Sie gemerkt, ist die Wirkung eine ganz andere. Nichts da mit Côte d’Azur, sondern einfach nur fehl am Platz. Weg damit!

Das gilt auch für all die T-Shirts, die nicht sitzen, die Blusen, die spannen, die Blazer, deren Farbe Sie verschluckt, das Designerkleid, von dem die Verkäuferin sagte, es würde Sie so wahnsinnig modern wirken lassen, Sie aber damals schon ahnten, dass es schlicht nicht zu Ihnen passt, weil Sie nie Kleider tragen. Weg damit!

Machen Sie Platz, reduzieren Sie Ihre Garderobe auf das, was Sie mögen, worin Sie sich wirklich wohlfühlen, das nicht zwickt oder kneift, das Sie gut aussehen lässt. Und wenn dann die neuen Kollektionen in den Läden eingetroffen sind, dann machen Sie mit einen wissenden Lächeln auf den Lippen einen Streifzug – und erkennen, wie befreiend es ist, nicht das Gefühl zu verspüren, man habe nichts anzuziehen. Das, was Sie nach dem Ausmisten im Schrank haben, reicht nämlich vollkommen.

Und Sie werden so entspannt sein wie nie.

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Mode Stil


Kommentare

  • Carl Jacobs

    Schöner Beitrag. Und manchmal möchte man ja das ganze Mobiliar des eigenen Lebens hintennach schmeissen. Auch die Gattin.

  • Sgt Klinger

    heut gelesen und gestern ausgeführt. Die Ausbeute war ziemlich riesig, den Artikel kann ich nur wärmstens empfehlen!

  • Elä

    Ja, nur: Was ist, wenn der Kleiderschrank immernoch überquillt?? Hilfe! grin

  • www.netzwerkfairemode.com

    @elä: es gibt tauschparties für klamotten – da kannst du was loswerden und ein paar schätzchen so ganz unter der hand ergattern! und der vorteil: es macht riesenspass und du weisst hinterher, in wessen gute hände du deine “schätze” gegeben hast. schau doch mal bei http://www.netzwerkfairemode.com vorbei, vor allem auf facebook, da posten wir regelmässig hinweise auf tauschparties!
    unter anderem findet man bei uns infos zu grünen labels, die nicht nur auf hohe qualität wert legen, sondern auf ökologische und faire produktion. die sachen trägt man dann mindestens doppelt so gern!

  • www.homeandart.ch

    Schaut mal unter http://www.homeandart.ch nach – ich entrümple und organisiere euren Kleiderschrank neu. Ein Kleiderschrank ist nie zu klein, sondern einfach nicht gut optimiert, Nicole von Home & Art – the Wardrobe Organizer.

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