Clack

Die Waffen der Würstchen

Der Quotenmann hat die Nase voll von Männern mit Waffen. Nach jedem Amoklauf heulen erwachsene Männer vor lauter Angst, man könne ihnen die Waffen wegnehmen. In einer Wutschrift rechnet er mit diesen Idioten ab. Achtung: Explizite Sprache.

Von Réda Philippe El Arbi

Twittern

Ich hab genug. Genug von diesen Arschlöchern, die dem eigenen Bedürfnis nach einer Knarre im Haus unschuldige Menschen opfern. Schusswaffenmorde in den USA, Schusswaffenmorde in der Westschweiz. Und was man, gleich nach der Betroffenheit, am Lautesten hört, sind Männer, die aus Angst um ihre Waffe in den Medien weinen. Sie jammern von Freiheit und Wehrhaftigkeit.

Angst ist wohl die klarste Motivation der Waffennarren. Angst, sich ohne Waffe nicht wehren zu können. Und ein unheimlich antiquiertes Männerbild mit einem an einen Tötungsgegenstand gebundenem Selbstwertgefühl. Wenige Frauen sind wirkliche Schusswaffenfans, deshalb lass ich die hier mal aussen vor.

«Mit Messern kann man auch töten», hör ich da aus der Ecke der Knarrennarren. Ja, liebe Waffenfetischisten, dann kauft euch doch ein Messer, baut euer angeschlagenes Ego an diesem phallischen Gegenstand auf und gebt eure Schusswaffen ab.

Ich verstehe nicht, wieso ein Mann in der Schweiz eine Waffe braucht. Ich höre die Argumente der Waffengeilen, aber sie sind nicht wahr. Wir erschiessen keine Einbrecher mit den Millionen Waffen in unseren Haushalten. Das ist empirisch bewiesen. Waffenbesitz bietet in etwa gleich viel Schutz, wie lautes Pfeifen im dunklen Wald. In den letzten dreissig Jahren wurde wahrscheinlich nicht ein einziges Mal eine Straftat durch eine private Schusswaffe verhindert. Dafür wurden jede Menge Straftaten mit Schusswaffen verübt. Und wir haben keine faschistische Regierung, die es nötig macht, uns mit der Waffe in der Hand zu wehren. Das Militär sind wir. Also, wen fürchten diese zynischen Idioten?

«Nicht die Waffe tötet, der Mensch tötet», ist eine weitere Phrase in der Diskussion. Ja, das stimmt, nicht die Waffe tötet, sondern arme kleine Würstchen, die ohne eine Waffe im Haus keine Männer sind. Leute, deren Fantasie sich damit beschäftigt, was für geile Helden sie wären, wenn dann mal «so einer» kommt, und sie ihm «Bumm» eine vor den Latz knallen. Jaha. Dem würdet ihrs zeigen. Nur kommt keiner. Aber andere Frustrationen kommen, und dann «Batz» legt man halt die Familie, oder die Nachbarn, oder kleine Schulkinder um. 

Nochmals, mit Nachdruck: Männer, die eine Waffe besitzen wollen, sind voller kindlicher Angst und pflegen Gewaltfantasien. Gerade die Männer, die lautstark auf eine Waffe in Griffweite bestehen, lassen mich frösteln. Männer, die sich nicht zutrauen, Situationen ohne Waffengewalt zu lösen, sind wohl die ersten, die in Konflikten nach der Waffe greifen. Männer, die sich ihrer Möglichkeiten und ihrer Männlichkeit nicht sicher sind und sich – wie kleine Kinder an der Hand der Mutter – an Schiessprügeln festhalten, sind nicht die Männer, denen ich in schwierigen Situationen mein Leben oder meine Sicherheit anvertrauen würde.

Ja, liebe Waffenfans, so sehen wir euch. Ihr seid nicht so? Dann gebt eure Waffe ab, vielleicht glauben wir euch dann.

Ich hab genug. Ich werde Männer, die darauf bestehen, eine Waffe im eigenen Haushalt zu haben, aus meinen Freundeskreis verbannen. Wenn sie es schaffen, mit ihrer feigen Angst andere anzustecken und so eine schärfere Waffengesetzgebung zu verhindern, hilft vielleicht die soziale Ächtung. 

Liebe Damen, ich fordere Sie zu einem Sexstreik auf. Verweigern Sie Sex in Haushalten, in denen eine Waffe rumsteht. Nur hab ich leider die Vermutung, dass Männer, die so explizit auf eine Waffe in der Nähe bestehen, ohne Kanone nichts Phallisches mehr irgendwohin richten können.

Réda  Philippe El Arbi ist Mitinhaber der Kommunikationsagentur SeinSchein, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch,  Haustiersitter und war kurze Zeit Herausgeber des Zürcher  Satiremagazins «Hauptstadt». Er schreibt, weil er nicht anders kann.

 

(Visited 197 times, 1 visits today)
Quotenmann


Kommentare

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, einige Amokschützen hatten Psychopharmaka. Aber durchwegs ALLE Amokschützen hatten SCHUSSWAFFEN. Hm. denkdenkdenk.

    Und was den Schwarzmarkt angeht: Woher denken Sie, kommen die Schwarzmarktwaffen? Aus Überraschungseiern? Jede illegale Waffe hat einen legalen Ursprungsort. Die Waffen werden dann aus Dummheit oder Verzweiflung oder GEldmangel weiterverkauft. Was ohne vernünftige Registrierung super einfach geht. Ich hab selbst schon mal eine gekauft.

    ZUm Rest nehm ich keine Stellung.

  • Réda Philippe El Arbi

    Das Problem sind nicht Leute wie Sie, die verantwortungsbewusst mit Waffen umgehen. Das Problem ist, dass ein Recht auf Privaten Waffenbesitz von allen in Anspruch genommen werden kann. Wenn Sie eine Waffe im Haus haben dürfen, dann darf auch ihr Nachbar eine haben. Wer kontrolliert den täglichen Gemütszustand Ihres Nachbarn? Wer schaut, dass er seine Waffe nicht weitergibt?

  • marie

    nun, ohne seitenhiebe geht es bei ihnen scheinbar nicht. schade!
    …aber ja, ich frage mich auch andauernd wo eigentlch der feind ist, bei der waffen- und armeediskussion. kann mir das jeman(n)d sagen?

  • Réda Philippe El Arbi

    Das ist kein Seitenhieb. Das ist eine gut gezielte Faust. Und die Armee ist mir Wurst. Es gehts um die Toten im letzten Jahr, die weder DER FEIND, noch DIE KRIMINELLEN waren, sondern ganz normale Menschen, die zu Nahe an einen Schusswaffenbesitzer kamen.

  • marie

    mit seitenhieb meinte ich den seitenhieb gegen frauen, réda wink
    und ich sehe durchaus einen zusammenhang zur armee mit männer, die ihre männlichkeit aufgrund ihrer wehrhaftigkeit mit waffe legitimisieren. deshalb wiederhole ich meine frage gerne: wo ist der feind? der nachbar? die exfrau? der schulrektor? die primarschüler? die chinesen? der psychiater? der scheidungsanwalt der ex? die mutter? der vater? der bank-ceo? usw…

  • Tomas

    Hmm, haben sie ihre illegale Waffe damals auch als irgendein Ersatz für was auch immer gekauft? Sie haben damit auf Menschen geschossen?
    Ich finde die Argumente in ihrem Artikel trotzdem, etwas hysterisch. Ich finde auch, dass eine Eignungsprüfung und ein zentraler Register vernünftig wären, nur wenn Unglücke wie in Wallis – oder wie ihre Geschichte beinahe eines geworden ist – passieren, würden sie es nicht verhindern helfen. Wenn jemand heute unbedingt eine Waffe haben will, hat er sie bereits – legal, illegal, alles egal. Anscheinend wurde in der Schweiz fast hundert Tausend Personen der Waffenschein verweigert – wie auch dem Schützen in Wallis. Wenn jemand nur werbal mit dem Einsatz seiner Waffe droht, ist er sie sofort los. Das grösste Problem ist, dass die seriösen Schützen oder Sammler laut Statistik eigentlich vor allem sich selbst gefährden, anderen Gefährlich sind hauptsächlich die, die sich sowieso an keine Gesetze halten.
    Ich bin in einem totalitären Staat aufgewachsen, bewerte deshalb das Recht, sich bewaffnen zu dürfen wohl etwas anders als sie.
    Und nein, ich selber habe keine Waffe, finde es aber gut, dass ich das Recht dazu hätte.

  • Réda Philippe El Arbi

    Das war kein Seitenhieb. Wir Männer können andere Männer nur sozial ächten, Frauen haben da noch das eine oder andere Druckmittel in petto 😀

  • marie

    na ja réda. es gibt durchaus frauen, die nichts dagegen haben, dass ihre männer waffen zu hause haben. kenne sogar welche, die selber schiessen und eine knarre zu hause haben.
    solange “sich wehren” im zusammenhang mit waffen steht, dann stellt sich mir die frage nach dem feind. und ob man die paranoia nicht irgendwie professionell behandeln lassen sollte. (was denken sie welchen anfeindungen die waffengegner ausgesetzt sind?bin übrigens waffen- und armeegegnerin, seit je her. schon als kind. mir reichten die berichte meiner eltern und grosseltern, da sie alle den zweiten und meine grosseltern auch noch den ersten wk erlebt haben – inkl kz meines opas.)

  • The Damned

    Als Waffenloser Nicht-Waffenfetischist, aber Mann vom Fach, halte ich wenig von Waffenverboten: Der Schwarzhandel wird’s richten. Genauso wie er es mit allen anderen Verboten praechtig richtet, fuer die im Strafgesetzbuch ein Artikelchen existiert. Wanna get some coke, man? Or a stolen car?Or a gun..? All die feierabendpsychologischen Unterstellungen, die an Maenner mit Waffen gerichtet sind, habe ich grosszuegig ueberlesen… und ich kenne eine ganze Menge Sammler!

  • Réda Philippe El Arbi

    Ey, ich hab mit illegalen Waffen auf Menschen geschossen, damals in den 90ern. Das war ne Ordonazpistole der Schweizer Armee. Auf dem Schwarzmarkt gekauft. Woher, denkst du, kommen die illegalen Waffen? Werden von verzauberten Zwergen in Geheimkellern zusammengebaut. Jede illegale Waffe hat eine legale Vergangenheit. Legale Waffen in Kombination mit Verzweiflung werden entweder illegale Waffen oder Beweisstücke.

  • Réda Philippe El Arbi

    Der Feind ist immer individuell. Für den typen in der Westschweiz waren die drei Frauen der Feind. Wer immer das Gefühl hat, nur mit einer Waffe sicher zu sein, ist ein Feigling. Egal ob Mann oder Frau. Und zudem verantwortungslos. Weil viele Waffen, die für Gewaltttaten benutzt werden, nicht aus persönlichem Besitz, doch aber aus dem persönlichen Umfeld kommen.

  • The Damned

    Nee, Mann, ey: Die illegalen Waffen kommen auch aus dem Ausland, wusstest Du das nicht? Und die kümmert die schweizerische Gesetzgebung einen Dreck, Mann, ey! Die komm’ einfach so über die Grenze, ey, ohne Scheiss, Mann! Wie all die Illegalen, die tagtäglich über die Grenzen kommen. Nach Schätzungen der UNO versuchen jährlich geschätze 1,5 Millionen Menschen über die EU-Aussengrenze nach Europa zu kommen. Glaubst Du, was schon mit Menschen schon nicht möglich ist, lässt sich dann umso besser mit Knarren organisiern’, ey..!? Zur Zeit bin ich gerade in einem Land, in dem haufenweise illegale Waffen aller Kaliber getragen, gehandelt und eingesetzt werden, von offizieller als auch inoffizieller Seite: Soll ich Dir ne RPG 08- ne Panzerfaust, Mann- als Souvenir mitbringen? Wer garantiert Dir, dass die SIG, mit der Du damals offenbar auf Menschen geschossen hast, nicht auch schon in der Schweiz ist..?

  • Réda Philippe El Arbi

    … mein Schutzengel hat dafür gesorgt, dass ich niemanden verletzt hab. Das lag aber nicht an der Waffe oder an mir.

  • alam

    Hut ab! Der Ansatz ist wirklich gut. Nicht verbieten, aber ächten. Sie können so treffend texten, nur wer bringt jetzt den Text an die Würstchen? Lesen die Clack?

  • Réda Philippe El Arbi

    Nur so:  Die meisten Schusswaffen-Gewalttaten in der Schweiz werden auch mit Schweizer Waffen verübt. An oberster Stelle Selbstmorde und häusliche Gewalt.

  • The Damned

    Hm, bei den meisten Gewaltverbrechen, bei denen eine Schusswaffe eingesetzt worden ist, handelt es sich um eine schweizer Waffe? Im ganzen Justiz- und Polizeibereich, sowohl auf kantonaler- als auch auf Bundesebene, gibt es keine einzige Datenbank, bzw. Statistik, in der die Herkunft der Waffen, die bei Verbrechen aller Arten eingesetzt worden sind, explizit erfasst werden. Nicht einmal Ordonanzwaffen werden bei entsprechenden Fällen gesondert katalogisiert. Kannst Du mir da vieleicht weiter helfen? Ich bin tatsächlich vom Fach und würde gerne mehr erfahren, danke!

    P.S. Mehr zu Gewaltverbrechen i. d. Schweiz findest Du übrigens hier, auch wenn’s die WeWo ist:

    http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2007-49/artikel-2007-49-messerland-schwe.html

  • marie

    ich bin ganz klar gegen waffen und diese gehören nicht in einen privathaushalt! aber mit einem waffenverbot alleine ist es nicht gemacht réda (ich bin dafür, unbedingt).
    das mit dem individuellen feind stimmt schon, aber es gibt doch gemeinsamkeiten. weshalb fühlen sich gewisse von den feinden dermassen bedroht, dass waffen einsetzen (legale oder illegale) und dandere nicht? das sollte thema werden und: ja, für mich, gleichzeitig privatwaffen verbieten und die ordo-waffe obligatorisch ins zeughaus!

  • Sportschütze

    Guter, direkter und ehrlicher Artikel! Bravo! Zeitweilig kann ich Ihre Ansichten vollends teilen. Als ausgebildeter Schützenmeister (nein, das ist kein Rang, sondern eine Funktion wie z.B. Betreuung der Schützen beim Obligatorischen) gehört der Schiesssport zur Tradition meiner Familie. So hatte ich meinem Grossvater versprochen, seine Passion weiter zu führen. Mein Sportgerät beware ich 2-fach unter Verschluss in einem Waffenschrank auf. Und der Schlüssel ist ebenfalls nicht im Schloss. Neben Segeln ist dies mein Sport, den ich gerne ausübe. Bin ich Ihrer Meinung nach nun auch ein archaisch zurückgebliebener Höhlenmensch mit einem kleinen *piiip* (na, Sie wissen schon)?? Ich freue mich auf eine ehrliche Antwort.wink

  • Christoph Hummel

    Leider ist der Text vollgespickt mit kindischen Beleidigungen und Unterstellungen, was das Niveau auf das einer Studentenzeitung reduziert… Keinerlei Fakten nur dummes Geschwätz… Wenn jemand zur Waffe greift wenn er mit seiner Frau streitet sollte wohl eher der Konsum von Neuroleptika etc… überdenkt werden! Sämtliche Amokschützen in Amerika seit Columbine standen unter solchen wesensverändernden Medikamenten. Ich denke hier liegt der Hund begraben… Ein Waffenverbot wäre zudem eine willkommene Quelle für den Schwarzmarkt… Er schreibt, weil er muss – nur nicht besonders gut…

  • Tomas

    marie: RAF und die Roten Brigaden wollten aber das Gegenteil von dem, worüber ich geschrieben habe. Sie haben einen Steinzeit- Stalinismus mit Gewalt umsetzen wollen, dessen Ergebnis eine Negation der Rechte des Einzelnen wäre. Das “Recht auf Bewaffnung” bezog sich nicht auf Bürger, sondern als kollektives Mittel zum vernichten des bestehenden, demokratischen Systems und dessen Ersatz durch Diktatur.
    Ordo Waffe gehört heutzutage selbstverständlich ins Zeughaus, das hat mit dem Recht sich privat bewaffnen zu dürfen nichts zu tun.

  • marie

    das ist ja das problem – jeder sieht seine rechte bedroht, egal wie liberal, libertär oder eben revolutionär kollektivistisch er diese rechte sieht/erlebt. und mir ist es lieber zu wissen, dass privater waffenbesitz verboten ist und die ordo-waffe im zeughaus liegt. denn: können sie mir garantieren, dass meinE bewaffneteR nachbarIn es genauso sieht wie sie und sich der macht der waffe bewusst ist wie sie? ich glaube eben nicht.
    (sie wissen schnon, dass die ordo-waffe aber mehrheitlich immer noch zu hause lagert – LEIDER! und ich fühle mich übrigens sicher und nicht von waffen bedroht wink, ich fürchte eher die besitzer und ihre gesinnung und deren “paranoia”, die meine rassistische nachbarin übrigens wirklich hat, aber keine waffe, nehme es zumindest an.)

  • Réda Philippe El Arbi

    Ja klar, damals hab ich meine illegale Waffe als Ersatz für Selbstbewusstsein gekauft. Jeder fühlt sich mit einer Waffe stärker als er wirklich ist. Ist ähnlich wie mit Drogen, nur wesentlich gefährlicher für die Umwelt. Und es geht darum, dass mehr Waffen in einer Gesellschaft zwingend mehr Straftaten mit Waffen nach sich ziehen.

  • Réda Philippe El Arbi

    Und Sie wollen für all die Leute, die Waffen besitzen, die Hand ins Feuer legen, dass die keine Nervenzusammenbrüche, keine psychotischen Schübe niemals ein Burnout oder eine Depression bekommen, in deren Folge sie die Waffe vielleicht ihrem eigentlichen Zweck zuführen und Menschen töten. Dafür würden Sie die Verantwortung tragen wollen? Mit ihrer Aussage zum Recht auf Waffenbesitz nehmen SIe bereits die Verntwortung auf sich.

  • The Damned

    Unfair, Kommentare zu blocken (your input might be spam etc.). Ich hätte eine Antwort.

  • marie

    nun réda, ausschlaggebend ist dieser satz von tomas “dass ich das Recht dazu hätte.”. nach wie vor, mir stellt sich einmal mehr wofür dieses recht und warum?

  • Tomas

    marie: Das Recht auf den eigenen Körper und seine Unversehrtheit ist das grundlegendste Menschenrecht überhaupt. Wenn ich Menschen per se vorschreibe, dass sie kein Recht haben es auch mit Waffengewalt zu verteidigen, degradiere ich sie zu einer einfach zu handhabenden Manövriermasse – so wie es alle totalitären Regime gerne haben. In einer funktionierenden Demokratie mag dieses Bedürfnis obsolet und symbolisch erscheinen, für mich ist es aber essenziell, dass der Staat den Bürgern – wie auch immer reglementiert – diesen Vertrauensbeweis entgegen bringt.

  • Tomas

    Reda: die Gleichung “mehr Waffen gleich mehr Straftaten” klappt nicht so linear, wie sie tönt. Die Länderstatistiken belegen dies eindrücklich. Ich vermute, dass eine Waffe setzt entweder jemand ein, der eine Straftat vorsetzlich begehen will, oder aber wer nicht viel zu verlieren hat. In der Schweiz haben Menschen meistens mehr zu verlieren als in anderen Ländern, deshalb passiert verhältnissmässig wenig.
    Im übrigen unterstütze ich die Initiative von Jo Lang, obwohl ich mit diesem Mensch ansonsten gar nichts gemeinsam habe. Das Problem ist nur, dass Verbote oder Reglementierungen schränken schliesslich nur die ein, die sich daran halten. Alle anderen kaufen sich was sie wollen einfach ohne Reglement, gell Reda.

  • Réda Philippe El Arbi

    Man kann nicht zwischen Ländern vergleichen, die verschiedene Waffenkulturen und Waffengesetzgebungen haben. Mir persönlich reichen die Toten, die wir in der Schweiz haben.

    Und nochmals zu den illegalen Waffen, die sich die Leute “beschaffen”: ALle illegalen Waffen haben einen legalen Hintergrund. Und übrigens werden Gewaltdelikte mit Schusswaffen im Haushalt meist mit legalen Waffen verübt. Im Affekt. Weil die Knarre eben da war.

  • The Damned

    Ein zentrales Waffenregister, meinetwegen, um die Gemüter politisch zu beruhigen: In einer Demokratie sind Beruhigungstabletten manchmal nötig. Aber eine restriktivere Handhabung der Waffengesetzgebung ist nötig, das muss auch ich zugeben.mImmerhin gibt der Autor nach seinem undifferenzierten Rundumschlag zu, dass nicht alle Waffenbesitzer das Problem sind, wenn auch leider erst in einem Kommentar. Wer beim Erwerb einer Schusswaffe eine Eignungsprüfung abgelegt hat, wird in einem zentralen Waffenregister eingetragen. Und wie bei der Pilotenlizenz (oder dem Taucherbrevet, alle Stufen) muss der Besitzer einer Schusswaffe regelmässig (z. B. alle Jahre) Schiessstunden o. ä. absolvieren, um seine Schusswaffentauglichkeit unter Beweis zu stellen. Nimmt er an den verpflichtenden Schiessstunden (o. ä.) nicht Teil, so verfällt das Recht auf Waffenbesitz automatisch und die Waffe muss umgehend (der Polizei) abgegeben werden. Von einem generellen Waffenbesitzverbot halte ich gar nichts.

  • Tomas

    Reda: man kann sehr wohl vergleichen smile Aber unabhängig davon: ihre Aussage “vom legalen Ursprung der illegalen Waffen” ist zwar korrekt, aber etwa so nützlich wie “alles Brunnenwasser war mal Regen”. Was wollen sie damit sagen? Das man ultimativ die Welt dazu auffordern sollte, dass sie jetzt aber bitte endlich damit aufhört Waffen zu produzieren?
    In der Schweiz sterben jährlich ca. 215 Menschen durch Schusswaffe, davon sind 200 Suizide. In Tschechoslowakei war es den Bürgern unter drakonischen Gefängnisstrafen (“Vorbereitung eines Staatsstreichs”) untersagt, Schusswaffen zu besitzen. Verbrechen mit Schusswaffen geschahen trotzdem, obwohl eine ganze Familie auszulöschen pflegte man damals hauptsächlich mit einer Axt. Und nun, was sagt uns das? Besser so?
    Vielleicht würden weniger Familientragödien passieren, wenn man ein faireres Scheidungsrecht hätte.

  • Tomas

    Aber sonst gebe ich ihnen Recht: wo keine Waffe ist, kann sie auch nicht Schaden anrichten. Nur, das Dilemma ist kaum lösbar – das wollte ich eigentlich sagen.

  • marie

    ich muss da réda mal ein wenig verteidigen tomas. ich gehöre auch zu denen, die den privatbesitz von waffen drastisch eingeschränkt (sogar verboten) haben möchten und die ordo-waffe gehört für mich ins zeughaus.
    die zentrale frage ist doch: weshalb fühlen sich gewisse dermassen bedroht, dass waffen einsetzen (legale oder illegale) und dandere nicht?
    (btw: mit ihrer ausführung in sachen das recht auf waffe, haben die roten brigaden und m.e. die raf auch argumentiert.)

  • The Damned

    Das Leben ist und bleibt ein Risiko, daran vermag auch der Staat nichts zu ändern. So hart es klingt, aber nur Utopisten träumen von einer Gewalt freien Welt, in der sich alle Menschen nur noch lieb haben und sich sozusagen in einem Zustand permanenter Umarmung befinden. Für eine solche Regelung wie die von mir Skizzierte liesse sich genau so viel Verantwortung übernehmen, wie für alle anderen Delikte und Verbrechen, die im StGb vermerkt sind. Zudem möchte ich einmal mehr die in diesem Zusammenhang nicht ganz unwichtige Frage stellen, was man mit gesetzlichen Verboten überhaupt bewirken kann und will: Eine kurze Lektüre der gängigen Strafzwecktheorien auf Wikipedia hilft da schon etwas weiter.

  • Tomas

    probieren sie den Kommentar in mehrere weniger lange Abschnitte zu teilen, wobei dadurch umgekehrte Reihenfolge entsteht.

  • Reto B.

    Ich seh das ähnlich. Ja, ich nehme in Kauf, dass durch Waffen einige sterben können. Ich nehme all die Toten in Kauf, die dadurch entstehen, dass wir nicht alles überregulieren, verbieten und beschränken und den totalen Überwachungsstaat aufbauen. Wenn es dir dann besser geht, dann darfst du mich dafür verantwortlich machen. Ich bin dafür, eine gewisse Regulierung (nicht alle erlauben, Register, Waffenscheine, etc.) zu haben, momentane Auflagen reichen allerdings in meinen Augen. Dass sich mit diesen Auflagen immer noch Leute mit ihrer erschiessen oder auf andere losgehen können, ist mir bewusst. Und wieso ich das in Kauf nehme: persönliche Freiheit. Auch wenn andere nicht verstehen wollen, wieso man überhaupt Waffen besitzen will. Die einzige Waffe, welche ich je hatte (Pistole aus dem Militär) habe ich übrigens letztes Jahr abgegeben, obwohl mich einige Kollegen überreden wollten sie zu kaufen und ich dies auch gekonnt hätte. Ich persönlich will keine Waffe in meinem Haus. Ich will sie aber auch nicht generell verbieten.

  • Der Jorge

    Interessanter Ansatz: Mach ich auch ne Kolumne und schreibe drüber, wie geil es ist, Schwächere zu verprügeln oder Hunde mit giftigen Leckerli zu meucheln.

    Dann kann ich mir einen Beitragskrieg mit Reda liefern und das Niveauwettrüsten kann beginnen!

    Boulevard! Boulevard! *skandier*

  • Adrian

    Ich finde solchen “Anpranger-Journalismus” ziemlich schwach. Das ist doch Blick-Niveau. Ich weiss dass Sie dies meist so machen Reda, aber es geht doch auch anders. Kommt mir so vor als ob es Ihnen nur darum geht möglichst viele Leute vor den Kopf zu stossen dass sich diese wehren und Kommentare abgeben. Dadurch erscheint Ihre Kolumne jeweils auch weit oben auf der Clack-Startseite. Selbst-Profilierung nenne ich das.

  • Roland Näf

    Ja, Herr El Arbi, Waffen sind zu verbannen und wir müssen alles daran setzen dies mit demokratischen Mitteln durchzusetzen. Aber auch ohne Beleidigungen haben wir genügend Argumente für einen waffenfreien Alltag. Männer mit ungenügendem Selbstwertgefühl sind nicht von ihrer Haltung abzubringen, wenn wir sie lächerlich machen .

  • El Kohlrabi

    Denk dran liebes Reda, “gut gezielte Fäuste” könnten evtl. erwidert werden!

  • Réda Philippe El Arbi

    Satyrchen, du kriegst bereits Täubeli-Anfälle, latenten Rassismus und noch viele andere kindische Anwandlungen. Aber wir hatten diese Diskussion ja schon auf Facebook, wo ich Leute wie dich geblockt hab.
    Lieber Gruss
    Reda

  • Réda Philippe El Arbi

    @Roland: ich wollte einfach meiner Wut in emotionaler Sprache ausdruck verleihen.

    @Satyr: Wovor hast du Angst, ohne deine Waffen?

  • Réda Philippe El Arbi

    Nein, ich war nach den ganzen Toten in den letzten Wochen einfach sch*/*%*-wütend. Un dem hab ich so Ausdruck verliehen, wie ich meinen Freunden gegenüber auch getan hätte.

    Ich hab einen eigenen Kanal auf der grössten Schweizer Newsplattform, das reicht mir völlig, um mein Ego zu befriedigen. Hier mache ich nur die Herzensangelegenheiten smile

  • adrian

    Ich versteh ja dass Sie die jüngste Vergangenheit erzürnt hat und Ihr Bericht hier darum eine rüde Ausdrucksweise enthält. Aber das ist doch total kurzsichtig, solange es Waffen gibt werden auch immer Leute damit erschossen werden, ganz egal wie streng das Waffengesetz wird. Es sind mehr illegale Waffen auf diesem Planeten im Umlauf als legale. Es gibt meiner Meinung nach keinen sinnvollen Lösungsansatz ausser die Vernichtung aller Waffen, was ja sowieso nie geschehen wird. Sick sad world

  • adrian

    HAHAHAHAHA sie sind ja traumhaft böse! smile

  • Réda Philippe El Arbi

    Du bist noch immer am Weinen? Sorry, ich hab ein Leben, ich kann nicht mit jedem Waffenfetischisten darüber diskutieren, wieso er sich nur mit Waffe im Haus ohne Angst bewegen kann.

    Und ich hab damals meine Waffe, eine Militärwaffe aus legaler Herkunft auf dem Schwazrmarkt gejauft. Das spricht eher gegen Waffen im haus, meinst du nicht?

    Und was die Argumente angeht: Du hängst mit deinen Gefühlen an der Waffe, nicht mit deinem Kopf. Dass Du hier noch immer rumflennst, beweist das ziemlich deutlich, gell. Offenbar hab ich was getroffen, sonst würdest du den Artikel wohl schon lange ignorieren, so wie ich dich diese Woche ignoriert habe.

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, die Sprache entsammt der Wut. Und jede illegale Waffe hat einen legalen ursprung.

  • Réda Philippe El Arbi

    Du bist immer noch am Rumflennen?

  • Noer

    sagt:Ich w re gerade auch fast drauf regefeiallnn. Als ich mir dann die Teilnehmerliste mal anschauen wollte, wurde ich auf delicio.us weitergeleitet, wo sch n s uberlich alle nofollow-links aufgelistet sind. Ein bi chen dankbarkeit k nnte man eigentlich von jedem erwarten. Aber naja, es herrscht Link-Krieg

  • Thoufeeq

    tms sagt:eine sehr ausf hrliche, kriistche und konstruktive rezension.schade, dass das buch nicht ganz konsequent umgesetzt wurde. da h tte sicher mehr gehen k nnen. w rde mir selber gerne auch ein bild davon machen. insbesondere der letzte teil des buches stimmt mich nun neugierig.

  • Margrit

    Ich hab mich kaputtgelacht – über die richtig krass erbosten Kommentare! Reda, du hast SOWAS von recht was das Thema angeht….und weisst perfekt explizite Sprache mit ein klein bisschen bitterböser Satire zu würzen!

  • Frank

    Ich habe auch eine Waffe, aber nach allem, was geschehen ist, weiss ich auch nicht, ob ich mein Recht, eine Waffe zu besitzen, noch durchzusetzen helfen möchte…
    Dass Menschen töten und nicht Waffen, das sagte früher mal auch die Autoindustrie (Fahrer töten, nicht die Autos!). Aber seither sind trotzdem Sicherheitsgurten, Knautschzonen, Airbags, und, und, und… eingeführt worden, und die Anzahl der Verkehrstoten ist doch tatsächlich gesunken! Vielleicht wäre das auch bei Waffen möglich, ohne sie vollends verbieten zu müssen. Zuerst einmal sollten sie alle minutiös registriert sein (Autos haben ja auch Nummerschilder), jede Kugel sollte chemisch “markiert” sein, so dass man immer den Schützen ausfindig machen könnte, die Magazine sollten auf maximal sechs Kugeln beschränkt sein (was Amoklaufen schon schwieriger machen würde).
    Ok, ok, ganz verbieten wäre wohl noch sicherer! Aber irgendwo könnte man ja schon mal einen Anfang machen…

  • Schwarz Peter

    Nun, es gibt sehr viele verschiedene Meinungen, zum Thema!
    Vorweg, ich hab a so ein “altes” Sturmgewehr 57” bei mir u Hause. Na, da kann man sich sicher darüber empören! Mir persönlich bringt das Teil gar nichts (hab mal daran gedacht, daraus eine “Skulptur” zu bauen)!
    Was ich an der ganzen Diskussion nicht verstehe ist folgendes! Wenn jemand ausrastet und töten will, dann benötigt er keine Schusswaffe,  da gibt es im Affekt auch Messer, Blumenvasen, Bügeleisen, Drogen, Pilze, Autos, …. ! Sorry, das Problem sind in der Beziehung nicht Schusswaffen, sondern gesellschaftliche Probleme! Selbst wenn alle Schusswaffen in der Schweiz verboten würden, was würde sich ändern, ohne eine Veränderung der Kultur, welche immer mehr geprägt ist, in unserer Gesellschaft das maximale zu erreichen? Ich bin davon überzeugt, dass viele Menschen in der Schweiz, auch in Krisensituationen, nicht zur “Schusswaffe” oder andere Mittel greifen würden! Diejenigen, welche gefährdet sind, sollte man rechtzeitig erkennen und sie bei der Bewältigung ihrer Probleme entsprechend unterstützen (da ist der “Staat”, die “Familie” und der Freundeskreis gefragt!!!) !
    Jeder Tote, der durch eine Gewalttat sein Leben lassen muss, ist ein Toter zu viel! Meiner Meinung nach, sollte die Justiz in der Schweiz sich bewegen! Urteile, welche man aus Pressemitteilungen erfährt, sind oft sehr fragwürdig! Auch dies ist ein gesellschaftliches Problem.
    Ich persönlich habe keine “Ideal-Lösung” als Vorschlag! Es währe aber doch Sinnvoll, das Thema nicht populistisch auszuschlachten, sondern ernsthaft nach Lösungen zu suchen, welche der heutigen Zeit und deren Umfeld entsprechen!
    MfG Pe

  • Schwarz Peter

    @Réda Philippe El Arbi
    ich lese so ab und zu mal wieder Ihre “Kommentare”.
    Grundsätzlich bin ich nicht immer anderer Meinung, aber in Bezug auf dieses Thema, denk ich, haben Sie wieder einmal ein wenig über die “Stränge” geschlagen! Ich möchte folgendes dazu sagen: nicht jeder Waffenbesitzer in der Schweiz, ist ein potentieller Täter! Es gibt Jäger, Sport – Schützen und schlicht “Sammler”, welche professionell und ohne schlechte Absicht, eine oder mehre Waffen besitzen!
    Die Aussagen Ihrerseits, dass eine Waffe in direktem Zusammenhang mit einem unterentwickelten Selbstbewusstsein zusammenhängt, ist für mich so nicht nachvollziehbar.  Gehen Sie mal davon aus, dass verschiedenste Menschen, absolut professionell mit den Waffen umgehen (z.B. Sportschützen, Jäger, …)! Da währen den noch so Leute wie ich, welche ein STGW als Blumenvase umfunktionieren könnten wink , aber das ist nicht unbedingt notwendig! Ich glaub doch, dass wir in der Schweiz zentralere Probleme zu bewältigen haben und uns nicht darauf einschiessen sollten, dass eine Waffe ein Phallus Symbol darstellt (sorry, ist lächerlich)!
    Ich bin natürlich gern bereit, Ihnen direkt eine Diskussionsgrundlage zu geben!
    MfG Pe

  • Tomas

Lesen Sie auch: