Clack

«Der schöne Leib fleht»

Was treibt Männer in Stripclubs? Nicht GLP-Präsident Martin Bäumle gibt uns Antwort auf diese Frage, aber immerhin ein neuer Blog von bekennenden Nackttanz-Verehrern.

Von Sladjana Drobnjak

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«Sie wiegt sich unter den Schleiern, die sie zugleich verhüllen und enthüllen… Ihre Brüste heben sich schmachtend, die Augen glänzen feucht… Der schöne Leib fleht, windet sich und gibt sich hin. Es ist gleichsam die Auflösung des Begehrens im Begehren.»

Das schrieb der französische Journalist Marcel Lami über die legendenumwobene Nackttänzerin Mata Hari vor mehr als 100 Jahren. Eine Frau sah solch eine Darbietung schon damals etwas nüchterner: «Was sie machte, war überhaupt kein Tanzen. Aber sie verstand es, sich auszuziehen», war der trockene Kommentar von Colette, Schriftstellerin und Zeitgenossin der wegen Spionageverdacht ermordeten Mata Hari.

Männer haben im Stripteasetanz offenbar schon immer etwas anderes gesehen als Frauen.

Nette Männer, nette Frauen

Doch neuerdings kann man auf einer Site der «Forbes»-Bloggerin und Journalistin Susannah Breslin nachlesen, was genau Männer in Stripp-Clubs treibt – eine Frage, die hierzulande mit der Aufregung um die Ehefrau von Martin Bäumle, Präsident der Schweizer Grünliberalen, eine gewisse Aktualität gewonnen hat; er lernte sie, wir konnten es im «Sonntagsblick» erfahren, im Zürcher Tabledance-Club «Viper» kennen, wo sie als Tänzerin auftrat.

Überraschendes ist auf Breslins Blog zu lesen – offenbar sind es ganz nette Kerle, die diese Etablissements besuchen. «Die Typen dort scheinen höflicher, nachdenklicher und weniger Machos zu sein, als die Männer in anderen Bars und Treffpunkten», so schreibt zumindest ein Unbekannter. Die Tänzerinnen würden von den Klienten besser behandelt als die Serviererinnen in gewöhnlichen Bars. Und die Frauen selbst? Diejenigen Tänzerinnen, die am meisten Geld abräumten, seien nicht unbedingt die Schönsten. Nein, Sympathie und Persönlichkeit seien, so ist auf der Site «Letters from Men who go to Strip Clubs» nachzulesen, das Entscheidende. Die wahren Werte also.

Dies mag sich womöglich auch Bäumle gedacht haben, als er im «Viper» seiner Yuliya die Telefonnummer zusteckte. Und weshalb auch nicht? Die beiden haben einiges gemeinsam: Bäumle hat an der ETH studiert und die Ukrainerin Yuliya ist Absolventin einer technischen Hochschule. Aber, interessiert das jemanden?

Link: «Letters from Men who go to Strip Clubs»

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