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Warum noch heiraten, wenn man schon Kinder hat?

Noch nie kamen in der Schweiz so viele Babys in «wilder Ehe» zur Welt – zugenommen haben auch die Vaterschaftstests.

Von Clack-Team

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Verliebt, verlobt, verheiratet – das war einmal. Immer mehr Kinder kommen in der Schweiz unehelich zur Welt. Von insgesamt 82 164 Babys hatten vergangenes Jahr 14 268 eine ledige Mutter. Die Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich an, während sich der Anteil der verheirateten Mütter eingependelt hat.

Wird ein Kind in ein Konkubinat geboren, muss der Vater vor oder nach der Geburt seine Vaterschaft auf dem Zivilstandsamt anerkennen. 16 234 Männer haben das 2012 gemacht – doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren.

«Früher war es ein gesellschaftlicher Nachteil, unverheiratet ein Kind zu gebären. Nicht selten wurden Mütter sozial geächtet», sagt Alexandra Rumo-Jungo in der «Schweiz am Sonntag», Familienrechtsexpertin an der Universität Freiburg. Diese Zeiten scheinen vorbei. «Es gibt zunehmend Paare, die sich bewusst entscheiden, nicht zu heiraten und trotzdem eine Familie zu gründen.»

Besonders in den grossen Städten Zürich, Genf und Basel zeichnet sich dieser Trend ab. Anders sieht es in den ländlichen Kantonen aus. «Offenbar überwiegt hier noch ein eher konservatives Familienbild mit Ehe und klassischer Arbeitsteilung. Dagegen halten junge, progressive, gut ausgebildete und daher auch finanziell eigenständige Menschen, die häufig in den Städten wohnen, das klassische Ehemodell für ihre Situation nicht für passend und notwendig.»

Kinder ja, Ehe nein. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Zeitpunkt der Vaterschaftsanerkennungen wider. Seit 2006 unternehmen die Väter diesen Schritt bereits während der Schwangerschaft. 9370 machten es vergangenes Jahr so. 6864 anerkannten ihr Kind nach der Geburt. «Das hängt wohl auch damit zusammen, dass bei einer Anerkennung vor der Geburt die Räder der Vormundschaftsbehörde nicht schon zu laufen beginnen», sagt Rumo-Jungo.

Bekommt eine ledige Frau ein Baby, gelangt automatisch eine Meldung an die Kindesschutzbehörde – ehemals Vormundschaftsbehörde. Und bekennt sich innerhalb von einem bis drei Monaten kein Mann als Vater, erhält das Kind einen Beistand. Dieser soll helfen, die Fragen der Vaterschaft und auch des Unterhalts zu klären – wenn nötig mit einem Prozess.

In 1068 Fällen wurde die Kindesschutzbehörde aktiv. «Bei einigen Fällen geht es darum, dass sich Väter weigern, zum Kind zu stehen und Unterhalt zu zahlen. Es kommt aber auch vor, dass ein Vater das Kind anerkennen möchte, aber beispielsweise als Asylbewerber die nötigen Dokumente nicht vorweisen kann», sagt Diana Wider zu «Schweiz am Sonntag», Generalsekretärin der Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz (Kokes).

Wie Recherchen zeigen, findet künftig die automatische Benachrichtigung bei einem unehelichen Kind an die Kindesschutzbehörde nicht mehr statt. Im Rahmen der Revision des Sorgerechts wurde der Artikel 309 «Feststellung der Vaterschaft» aus dem ZGB gestrichen. «Man sah in der Beistandschaft eine Diskriminierung für unverheiratete Mütter. Die Änderung benachteiligt nun unter Umständen die Kinder, denn es wird nicht automatisch versucht, den Vater ausfindig zu machen. Dabei hätte «jedes Kind ein Recht darauf», ist Wider überzeugt.

Bestreitet ein Mann die Vaterschaft, ist ein DNA-Test unausweichlich. In der Schweiz bieten elf vom Bund anerkannte Laboratorien Vaterschaftsabklärungen an. 1331 offizielle Tests wurden dort 2012 durchgeführt, rund 200 mehr als vor fünf Jahren. Bei rund 10 Prozent der Untersuchungen kommt ein «falscher Vater» zum Vorschein. Das stellt Christoph Noppen, Leiter Genetik und Molekularbiologie vom anerkannten Labor Viollier in Basel, fest. Über 100 Genprofile analysiert das Labor jährlich.

Noppen muss immer wieder Interessierte abweisen. «In drei Viertel der Fälle kommt ein Test nicht zustande. Viele Männer wollen ihre angeblich untreue Frau testen, doch heimliche Vaterschaftstests sind verboten», sagt Noppen. Und Rumo-Jungo stellt fest: «Männer wollen vermehrt die Frage geklärt haben, ob das Kind, das sie grossziehen, auch wirklich ihr Kind ist.» Es wird geschätzt, dass in der Schweiz etwa 5 Prozent Kuckuckskinder leben.

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Kommentare

  • Marzillibiber

    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich (Art 8 Bundesverfassung). Realität ist ganz anders. Heirat als gesellschafliches Institut abschaffen! Ist wie Religion eine Privatsache und hat mit den Interessen des Kindes und der Eltern nichts zu tun.

  • marie

    hat man eigentlich keine anderen themen mehr, also solche, die potential haben, zu einem genderbashing zu verkommen? alice reloaded?
    ich finde, dass der kern der sache damit nämlich nicht getroffen wird. es geht nämlich um werte, die offenbar fehlen oder missinterpretiert werden und bei der erziehung ebenso weitergegeben wird. eine ehe ist m.e. nicht nötig, das kann anders mittels einem verbindlichem vertrag gelöst werden. das zwischenmenschliche jedoch, kann nur mittels wertevorstellungen individuell untereinander geklärt werden und kann nicht mittels recht angegangen werden.

  • Roshan

    “Will ein Vater aber beweisen, dass er nicht der Vater ist, dann ist das illegal” – Ich denke illegal; wäre, vom vermuteten Vater (also jemand anderem als dem Partner) heimlich eine DNA Probe zu nehmen (e.g. mit einem seiner Haare).

    Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ein Vater, der vermutet, nicht biologischer Vater des Kindes zu sein, nicht eine DNA Probe seiner selbst untersuchen lassen kann. Diese Untersuchung würde ihn ja sehr sicher als biologischen Vater ausschliessen.

    Wenn dies tatsächlich in der Schweiz nicht erlaubt ist, dann verstehe ich die Gesetze dort auch nicht.

    Zu den Statistiken über Verheirateten Status gehe ich mit Ihnen einig. Ausser den Zivilstandsregistern besteht keine Rohdatenbasis. Angesichts der tiefen Heiratsquote wohl keine aussagekräftige Daten Basis. Zudem mache ich jede Wette, dass Heiraten, die in einem anderen Kanton geschieden werden, nicht einmal so in die Statistik einfliessen, dass direkt von Heirat auf Auflösung geschlossen werden kann.

  • Roshan

    Der verbindliche Vertrag, Marie, ist aber ohne das Rechtsinstrumentes des Trusts meiner Meinung nach NICHT lösbar.

    Zudem hat ein Kind Rechte, die unabhängig davon bestehen, was ein Paar unter sich ausmacht und da wiederum ist es das Familienrecht, das greifen muss. Und dieses muss säkular sein und Wertevorstellungen der Eltern übergeordnet.

  • neni

    wenn all diese LIFE-DRAMAS nicht wären, gebe es keinen grund zu leben………….(die tiefere bedeutung des satzes beachten)….

  • The Damned

    Wenn ein Vater die Vaterschaft nicht anerkennen will, ist ein DNA-Test unabdingbar. Will ein Vater aber beweisen, dass er nicht der Vater ist, dann ist das illegal: Da fehlen mir als Mann wieder einmal die Worte! In was für einer Welt leben wir eigentlich?! Was der Verheiratetenstatus über was aussagt: Niemand kennt die absolute Zahl Verheirateter und Geschiedener gemessen an der Gesamtbevölkerung in der Schweiz. Man kennt nur die Zahl der jährlich geschlossenen Ehen und Scheidungen. So ist es sehr schwer, allgemein gültige Aussagen über Beziehungsverhältnisse zu machen. Einzig bekannt ist, dass sehr viele Frauen, aber immer weniger Männer von einer Hochzeit in Weiss träumen. Und was die Zahl der Kinder mit einer ledigen Mutter angeht: Die sagt ebenfalls wenig aus. Ich kenne nach wie vor noch viele Fälle, in denen erst nach der Geburt geheiratet wird.

  • The Damned

    Die Ehe ist eine Art Pensionsvertrag für Frauen, stimmt. Für Männer ergeben sich im Scheidungsfalle nur noch Nachteile. Da ist es eigentlich nur logisch, dass künftig vor allem Männer der romantischen Liebe entsagen werden, erst recht dann, wenn es ‘ernst’ wird und die Frauen eine Familie gründen wollen. Das bedeutet nicht, dass Männer Gefühle zukünftig nur noch als Fehlinvestition betrachten. Aber sobald es um Familienfragen geht, wird es voraussichtlich merklich kühler werden zwischen den Geschlechtern. Schliesslich kann eine Heirat einen Mann finanziell, gesundheitlich, gesellschaftlich und beruflich ruinieren.

  • humali

    Meiner Meinung nach sollte man hier wesentlich unterscheiden. Der unabdingbare DNA-Test kommt zum Zuge, wenn jemand die Vaterschaft nicht anerkennen möchte. Sollte er der genetische Vater sein, so ist es auch zum Wohl des Kindes, dass er sich seiner Pflicht stellt. Schliesslich ging dem Ganzen auch ein Koitus vorraus, der sicher nicht erzwungen war. Und ich habe mir sagen lassen, es gäbe immer noch sowas wie Kondome.
    Hat jemand allerdings die Vaterschaft anerkannt und bekommt im Laufe der Jahre plötzlich Zweifel, so finde ich es legitim, dass nicht einfach mal schnell klammheimlich ein DNA-Test durchgeführt werden kann. Hauptsächlich zum Wohle des Kindes. Schliesslich kennt dieses seit Geburt den plötzlich anzweifelnden Mann nur als Vater. Für das Kind würde eine Welt zusammenbrechen. Sowas sollte immer gut überlegt und in Abstimmung beider Elternteile geschehen.

  • The Damned

    Es gibt kein Land, in dem man aufgrund der offiziellen Statistiken ersehen kann, wieviele Prozent der Gesamtbevölkerung verheiratet- oder wieder verheiratet oder, noch viel wichtiger: geschieden sind. Deshalb sind Aussagen zum Paarungs- und Beziehungsverhalten unserer Spezies auch immer so nebulös. Journalisten und Soziologen versuchen natürlich gerne, aus dieser Unkenntnis (politisches) Kapital zu schlagen.

  • Adrian

    In der Tat ist es nach meinem Wissensstand in der Schweiz so, dass Mann ohne das Einverständnis der Mutter keinen Vaterschaftstest machen darf, ausser der DNA-Test wird von einer Behörde oder einem Gericht angeordnet. Ich finde diese Regelung nicht optimal, aber nachvollziehbar. Wenn ein Mann hinter dem Rücken seiner Partnerin ins Labor geht, so ist dies ein ganz klares Misstrauensvotum, auch wenn die Frau das vielleicht nie erfahren wird, finde ich es komisch. Hier ist meiner Meinung nach Vertrauen besser als Kontrolle. Aber es gibt natürlich auch Fälle, in denen es absolut legitim ist, die Vaterschaft zu überprüfen. Einer sehr nahestehenden Person wurde tatsächlich ein Kind untergejubelt und nach der Trennung gab die Frau dies bekannt und der DNA-Test brachte Gewissheit.

    Zur Ehe als solches: Ich glaube nicht, dass eine Ehe heutzutage noch mit grossen Wertvorstellungen verbunden ist, mal abgesehen davon, dass man sich “ewig” bindet. Das Ehegelübde ist eher was für RomantikerInnen und für die wenigen, die dies aus relilgiösen Gründen machen. Obwohl ich keiner Kirche angehöre, möchte ich mal heiraten, für mich hat es einen symbolischen Charakter und ist einfach schön.

  • Jorge

    Warum noch heiraten UND Kinder haben?

  • marie
  • Tomas

    Naja, ich schrieb es bereits der Prinzessin, dass es für eine Ehe keinen zwingenden Grund gibt – ausser dass man zwei Familiennamen zusammenführen will.

    Und da das Familienrecht in der Schweiz so faschistisch daherkommt, wird nach Wegen gesucht um die Auswirkungen zu umgehen. Kenne selber solche Fälle, und wenn meine Kids mal soweit sind, werden sie entsprechenden juristischen Survival- Kit von mir überreicht bekommen. Heiraten ist etwas für Frauen, die sich so ein sorgloses und weitgehend arbeitsfreies Leben organisieren können, oder für masochistisch veranlagte Daueroptimisten.

  • Jorge

    Natürlich, werte Daniela; Nachdem ich ihren Beitrag des Anstosses gelesen habe, nahm es mich natürlich wunder, was Sie sonst noch dazu geschrieben haben – eigentlich das Selbe wie im Beitrag, der mir erneut die Zornesröte ins Gesicht schreibt, genau wie ihre Antwort auf die meine – wir wären ein tolles Ehepaar – Aufschrei!

    Ich bin ein Mann mit Kind – und doch ohne Kind – ich weiss, wovon ich rede.

    Sie sind höchstens eine Frau mit Kind – sie können MEIN Problem nicht nachvollziehen.
    (um IHR Problem geht es hier nämlich nicht – Überraschung!)

    Dann hier noch die Leidenden (ja, man leidet, wenn man sein Kind nur einmal im Monat zu Gesicht bekommt – Überraschung!) anzuprangern ist dann noch der Gipfel der Frechheit – ausgerechnet aus DER Genderecke, die sich für Herr Professorin einsetzt, aber beleidigt ist, weil Frauen nur schwer im Stehen pinkeln können.

    Haben Sie nicht? Aber andere Frauen, also somit auch Sie! Das ist Unfair? Oh, Überraschung!

  • daniela p.

    ah vorhin gings noch darum, ob frauen sich durchfüttern lassen, jetzt um das kind. also zuerst zu ersterem (thema war nicht meine wahl): alle frauen die ich kenne, sind mindestens 50% erwerbstätig. ich kenne keinen mann, der nur 50% erwerbstätig sein wollte, um den haushalt noch zu schmeissen und die kinder zu betreuen. solls geben, aber so selten dass man es kaum zählen kann. nach einer trennung können die frauen, die vorher erwerbstätig waren, nicht wählen, ob sie sich nachher durchfüttern lassen möchten vom ex mann oder nicht, das ist einfach gelogen. ich hatte diese wahl nie, und das ist auch richtig so, und alle anderen frauen, die erwerbstätig waren vor der trennung (das sind immerhin 75% aller mütter), geht es wie mir,
    ja, dass ein vater leidet, wenn er sein kind nur noch zu besuch zu sehen bekommt, das verstehe ich sehr gut. zu meinem erstaunen jammern aber mehr männer wegen finanzen als dass sie ihre kinder zu wenig haben. oder sie jammern, aber sie werden nicht konkret mit taten. also mein ex könnte die kinder gern öfter zu sich nehmen. ich könnte mehr arbeiten. allen ginge es besser, nicht zuletzt den kindern. mein ex ist nicht relevant, aber einfach dass klar ist, bei mir ist man an der falschen adresse um sich zu beschweren wegen finanzen oder besuchsrecht, aber definitiv.
    die frau mit kind und job und ohne ehefrauenalimente

  • daniela p.

    damned. ja, männer mit gefühlen. gerne. aber ich muss jetzt nicht deswegen applaudieren, wenn männer mit an den haaren herbeigezogenen argumenten die gelogen sind über frauen runterziehen, oder? es gibt zum glück noch männer, die nicht über frauen runterziehen, als macho oder jammerlappen, und trotzdem gefühle zeigen. was ist das für eine scheissargumentation heute hier? ihr habt doch sonst mehr drauf!

  • The Damned

    Kommen wir zu den Fakten, daniela: Alleinerziehende Väter gehen nicht nur vier mal mehr einer Vollzeiterwerbstätigkeit nach, als alleinerziehende Mütter, sie sind auch vier mal weniger überhaupt nicht erwerbstätig als ihre weiblichen Pendants. Einzig bei der Teilzeitbeschäftigung findet langsam eine Annäherung bei beiden Geschlechtern statt. Trotzdem sind auch hier immer noch gut vier mal soviele Männer ‘nur’ Teilzeit beschäftigt, als Frauen, die alleine Kinder gross ziehen:

    http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/thematische_karten/gleichstellungsatlas/vereinbarkeit_von_familie_und_erwerbsarbeit/erwerbsgrad_allein_erziehender.html

    Quizfrage: Wovon leben die alleinerziehenden Frauen, die nicht erwerbstätig sind? Das sind immerhin gut 20 Prozent aller allein erziehenden Frauen. Wie bekannt ist, werden Unterhaltsansprüche anhand der in der Ehe bestehenden Erwerbsverhältnisse- und Einkommen berechnet. “In Paarhaushalten tragen im Durchschnitt die Partnerinnen gut ein Viertel zum Haushaltseinkommen bei (…) In einem Fünftel der Haushalte mit Kindern verfügt die Partnerin über kein eigenes Einkommen. In weiteren 46% macht ihr Einkommen höchstens ein Viertel des Haushaltseinkommens aus. Lediglich in 7 von 100 Familienhaushalten mit Kindern steuert die Partnerin mindestens die Hälfte zum Haushaltseinkommen bei.” Näheres finden Sie hier:

    http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/05/blank/key/Vereinbarkeit/beitrag.html

    Ich finde es ausgesprochen schön, dass Ihre Kolleginnen allesamt wenigstens 50 Prozent erwerbstätig sind, obwohl sie ihre Kinder nach der Scheidung alleine gross ziehen. Aber aufgrund der obigen Zahlen lässt sich wenigstens einigermassen abschätzen, mit welchen finanziellen Verpflichtungen geschiedene Väter leben müssen. Das in den meisten Fällen das gemeinsame Sorgerecht ausgesprochen wird, klingt nur auf den ersten Blick gerecht. Das Sorgerecht ist aber nicht das Obhutsrecht. Ersteres räumt beiden geschiedenen Ehepartnern lediglich dieselben Entscheidungsbefugnisse ein, mehr nicht. Das Kind selber verbleibt in weit über der Hälfte aller Fälle bei der Mutter, die Väter haben hier eindeutig das Nachsehen. Nun könnte man noch argumentieren, dass diese Väter ja eine Hausfrau gewollt habem- und nun rückwirkend die Rechnung präsentiert bekommen. Nur hat diese Überlegung einen klitzekleinen Haken: Viele Frauen entscheiden sich aus freien Stücken für das Hausfrauendasein, unabhängig vom Mann. Ich könnte Ihnen da ganz schöne Studien präsentieren, die an Eindeutigkeit nicht zu überbieten sind: Diese Grauen wollen nicht nur Hausfrau sein, sie erwarten auch vom Mann, dass er sie ernährt- und das im 21. Jahrhundert! Dass der Mann und Vater dafür im Scheidungsfalle- mehr als 60 Prozent aller Scheidungen werden mittlerweile von Frauen eingereicht- die Quittung präsentiert bekommt, ist alles andere, als gerecht: Also beklagen sie sich- und zwar absolut zu Recht, wie ich finde!

  • daniela p.

    da könnte ich jetzt ganz viel schreiben. kurz auf einen punkt, ausgehend von deinen zahlen: 6 von 10 trennungen werden von frauen initiiert. 2 von 10 frauen sind nicht erwerbstätig. da können fast nur 2 frauen von 10 ausbeuterinnen sein, und dabei sind x faktoren nicht berücksichtigt.  richtig?
    2 von 10 frauen sind aber auch in ungetrennten partnerschaften nicht erwerbstätig offenbar. die selbe quote, wie bei den alleinerziehenden. das war also vermutlich in gemeinsamer absprache, weil man es sich leisten konnte

  • daniela p.

    so ein blödsinn. ich kenne viele geschiedene menschen, aber keine frau, die nicht für ihren lebensunterhalt selber aufkommt. trotzdem jammern alle geschiedenen männer die ich kenne, die ex frauen würden sie ruinieren. vielleicht war diese auffassung von verantworlichkeit mit ein grund für die trennung. die geschiedenen frauen arbeiteten auch während der ehe, käme ihnen gar nicht anders in den sinn…

  • Tomas

    daniela, schön dass sie solche Frauen kennen. Um das geht es aber eigentlich nicht. Es geht darum dass das Familienrecht sozusagen der Frau überlässt, ob sie tatsächlich für sich selbst sorgt, oder ob sie an dem Ex parasitieren will. Der Mann wird nicht gefragt, dem wird nur das Ergebnis mitgeteilt.
    Aber das ist nur ein Punkt von vielen, die meisten haben keine Ahnung zu was unser “Rechtssystem” fähig ist.

  • daniela p.

    ja, offenbar leben wir auf komplett verschiedenen planeten. das familienrecht hat niemandem vorgeschrieben, ob er erwerbsarbeiten oder kinderbetreuen soll. dass männer immer noch zu fast 100% erwerbstätig sein möchten ist nicht dem rechtssystem anzukreiden.

  • daniela p.

    frauen, die in einer bestehenden partnerschaft erwerbsarbeiteten, können nicht nach einer trennung aufhören zu arbeiten, und erwerbsarbeitende frauen bekommen keine ehefrauenalimente. väter zahlen für ihre kinder, nicht für ihre ex frauen. die kosten werden aufgeteilt.

  • daniela p.

    diese ewige leier über frauen, die es sich auf die kosten der männer gemütlich machen ist ein schlag ins gesicht der meisten frauen, die sehr selbstverantwortlich handeln. es ist eine verdammte lüge.  selbst männer nervt diese jammerleier der “ausgebeuteten”. und wenn frauen es schaffen, das alles zu bewältigen, werden sie eben als supermütter beschimpft wink

  • Jorge

    @daniela: Lesen Sie bitte die Antworten, die an Sie gerichtet sind. Tomas schreibt leider nur allzu richtig, dass Frauen die Wahl haben, ob der Mann zahlt oder sie für sich selber aufkommen wollen.

    Und ihr Einwurf, dass Männer zu fast 100% erwerbstätig sein möchten, ist das Einfältigste, was ich heute gelesen habe – und ich lese den Tagi!

    Wenn Sie natürlich die Gesellschaft mit ihren Yuppifreunden vergleichen, ok… dann mag das womöglich hinkommen. Aber der grosse Rest der Männer dieses Landes gehen bei einer Scheidung absolut mit kürzerem Stöckchen in die Trennungsschlacht – VOR ALLEM wenn Kinder betroffen sind!

    Hoffe jetzt einfach, dies auf ihre Naivität schieben zu können… die andere Option wäre Dummheit, oder noch schlimmer, Ignoranz.

  • daniela p.

    jorge, ich kann nur wiederholen, dass dieses dauerjammerlappige getue lächerlich ist. männer werden nicht ausgebeutet. es gibt keine “kürzeren stöckchen”. ich habe die antworten an mich gelesen, hast du auch diejenigen von mir gelesen?

  • Tomas

    daniela: als Mann habe ich keine Wahl: während die Frau, in dem Augenblick in dem sie die Trennung ausspricht, ihr Leben vollkommen frei neu organisieren darf. Wenn ihr danach ist, wird sie nach Frauenalimenten verlangen, und keine Macht der Welt kann sie zwingen stattdessen lieber selber zu arbeiten, sogar wenn sie einen viel lukrativeren Lohn hat und die Kinder sowieso ausserhalb betreut sind. Es liegt nur an ihrem Willen und allenfalls vorhandenem Sinn für Fairness. Dem Mann wird die Pflicht zu zahlen nach seiner hypothetischer Finanzkraft bei 100% Anstellung ausgemessen. Er hat keine Chance zu sagen, dass er lieber zum Beispiel nur 80% arbeitet um mehr Zeit für die Kinder zu haben. Und nochmals, das ist nur ein Punkt von vielen, es gibt noch krassere Dinge. Anstatt Blödsinn über “jammern” zu verzapfen sollten sie sich lieber informieren, sie würden staunen was alles heutzutage in der so fortschrittlichen Schweiz noch als Gerichtspraxis funktioniert.

  • The Damned

    Also die Tour mit dem Jammerlappen kennen wir langsam. Und als nächstes beschweren sich dann genau die gleichen Frauen über Männer, die keine Gefühle zeigen- und nicht weinen können. Offenbar ist der Macho doch noch sehr gefragt. Ein Mann, der Probleme hat, ist kein Mann: Steh gefälligst deinen Mann, so klingt das in meinen Ohren. Das Scheidungsgesetz ist männerfeindlich, daran ändern auch Apelle an den starken Mann nichts!

  • The Damned

    According zum Artikel, den ich unten verlinkt habe: “Einmal zu heiraten erachten 60 Prozent der jungen Frauen, aber nur 34 Prozent der jungen Männer für sehr oder eher wichtig.” Gut doppelt soviele Männer als Frauen haben also etwas begriffen. Was genau, werden wir noch sehen. Es wird spürbar kühler werden in Zukunft, wie schon gesagt. Gut, jetzt könnten wir uns noch über die romantische Liebe unterhalten, die eigentlich eine Erfindung aus dem späten, 18. Jahrhundert ist. Die Leiden des jungen Werther und so. Oder dessen Neufassung, Plenzdorf feats Goethe: Die neuen Leiden des jungen W…

  • daniela p.

    oh wenn man romantisch lieben möchte, muss man ja deswegen nicht gleich heiraten.
    ich bin allerinernährerin.

  • The Damned

    Und was den vielbeschworenen Rollenwandel anbelangt- da hat sich bislang nur wenig getan. Was natürlich auch einen Einfluss auf die Scheidungsurteile hat:

    http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/9982/die-legende-vom-rollenwandel-2/

  • The Damned

    Alleinernähererinnen sind zumeist auch alleinerziehend, das eine ergibt das andere. Warum sind Sie das? Weil sie ihren Mann vor die Türe gestellt haben? Weil er nicht mehr gut genug war? Weil er eigentlich gar kein Kind wollte? Und deswegen ab ist? Oder weil er einfach ein Sauhund war, der sich einen Dreck um Kind und Frau gekümmert hat und überall anzutreffen war- ausser zuhause? Sie sehen, ich habe viele Fragen. Und nicht nur angenehme. Aber so bin ich halt: Straight to the point!

  • daniela p.

    damned: wer sich freiwillig das traditionelle familienmodell aufbürdet trägt eben die entsprechenden konsequenzen. wird ja keiner dazu gezwungen in der bestehenden partnerschaft

  • The Damned

    Sie sprechen also von der Mehrheit der Bevölkerung, daniela. Das ‘Ernährermodell plus’ fällt auch darunter (er Vollzeit, sie Teilzeit). Die würden gscheiter nie Kinder auf die Welt stellen. Zumindest der Hälfte aller Paare ist dringend davon abzuraten. Jurisprudenz und Zeitgeist sei dank! Vor uns liegt noch ein langer Weg. Oder nur noch ein ganz Kurzer, je nach dem. Was raten Sie Frauen, die schon vor Familie und Kindern nur Teilzeit gearbeitet haben? Was kostet eigentlich so eine gleichberechtigte Familie? Und wer kann sich dieses Familienmodell überhaupt leisten? Welches Geschlecht wählt welchen Beruf aus? Mit welchen Berufen lässt sich eine Familie (im Notfall auch alleine) ernähren? Wer ist eher imstande, eine Familie zu ernähren: Die Theaterpädagogin oder der Elektroingenieur? Die Verkäuferin oder der Polizist? Fragen über Fragen, ich weiss… Warum gibt es eigentlich noch keine Alleinernährerinnen? Und würden mehr Betreuungsangebote die Gesellschaft verändern? Warum will z. B. in Österreich jede zweite, junge Frau wieder Hausfrau sein..? Und warum soll der Mann für diesen Wunsch blechen, wenn’s zur Scheidung kommt? Sind die Männer die Rückversicherer der Frauen, wenn diese die falschen Entscheidungen in ihrem Leben gefällt haben?

    http://derstandard.at/1304552595944/Jugendstudie-Jede-zweite-junge-Frau-waere-gerne-Hausfrau-wenn-der-Mann-genug-verdient

  • daniela p.

    wenn alleinerzieherinnen sozusagen automatisch auch alleinernährerinnen sind, dann verstehe ich erst recht das geheul nicht, von wegen ausbeuterische frauen, die sich zurücklehnen und durchfüttern liessen. ok, dann haben wir das thema wenigstens endlich abgehakt.
    ich bin alleinernährerin weil ich es kann. und ich bin alleinerziehend weil ich muss. und der vater meiner kinder ist beides nicht, weil er beides nicht kann. aber diese fragend sind extrem herablassend und anmassend. es gibt auch harte schicksalsschläge, die dazu führen dass man alleinerziehend dasteht

  • daniela p.

    ich bitte das, als virtuelles dir auf die schuhe kotzen zu lesen, danke

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