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Taxifahrende Libanesen in Montréal

Auf ihrer 12-Tage-Weltreise ist Lucienne noch immer in Kanada: Sie besteigt Berge, trifft Freunde von Freunden und vergewissert sich, dass die Flugzeuge, die sie besteigt, auch oben bleiben.

Von Clack-Team

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Was man in Montréal sonst noch so machen kann:

Bergsteigen

Der Mont Royal (Ja, wir dachten auch, der Name der Stadt sei etwas fantasielos) ist der Gurten bt^zw der Uetliberg der Montrealer. Man kann mit dem Bus hochfahren (Achtung: Busse verkehren nur alle 20 Minuten) und wird dann in der Wildnis ausgesetzt. Bei den hiesigen Temperaturen nicht ungefährlich. Vermutlich sind schon einige Touristen auf dem Weg erfroren. Aber schön ist es schon, spät nachmittags dick eingepackt an dem grossen Friedhof vorbei durch die Natur zu stapfen. Auch Vieux Montréal und Hafen sind einen Spaziergang wert.

Endlos Taxi fahren

Ich bin Bernerin. In der Schweizer Hauptstadt ohne See kann man innerhalb von zehn Minuten alles, aber auch wirklich alles zu Fuss erreichen. Und in Zürich bewege ich mich meistens im Kreis. Entsprechend euphorisch werde ich bei mehrstündigen Taxifahrten durch die Montrealer Agglomeration. Das Taxigeschäft scheint in der Hand der libanesischen Diaspora zu sein. Von den zwei Taxichauffeuren mit denen ich mitgefahren bin, waren jedenfalls alle beide aus Beirut. Yallah habibi! Übrigens glaube ich ein Naturgesetzt entdeckt zu haben: Wer einen Libanesen kennt, der kennt sie alle und ist auf der ganzen Welt willkommen. Gus, ein ehemaliger Bodybuilder aus den Nähe von Beirut der auf alten Fotos aussieht wie Borat, und ich bemerkten jedenfalls rasch, dass wir die selben Leute kennen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt braucht man sich auch in der kanadischen Pampa keine Sorgen um das leibliche Wohl zu machen.

Libanesisch essen

Gus rief seinen Freund, den Restaurantbesitzer George an und liess schon mal auftischen. Im Restaurant im Montrealer Nirgendwo hätte problemlos auch die Appenzeller Innerrhodener Landsgemeinde Platz gefunden. Das Essen, sensationell. Und wenn man sich die Reste einpacken lassen würde, hätte man für die nächsten zwei Woche ausgesorgt.

Bombardier

Wer viel Zeit im Flugzeug verbringt stellt sich irgendwann existenzielle Fragen: Haben die das Ding auch gut kontrolliert, bevor wir abheben? Haben die die Schrauben richtig angebracht? Ich hab mir das mal näher angeschaut und bin in die Konstruktionshalle von Bombardier hinausgefahren. Fotos durfte ich keine machen (Industriespionage), aber Sie können sich das etwa so vorstellen wie ein Operationssaal des Zürcher Universitätsspitals. Nachdem ich gesehen habe, wie ordentlich dort alles zu und her geht bin ich absolut beruhigt. Fliegende, die das harte Los eines Sitzes in der Mitte gezogen haben können aufatmen: Bei neuen Konstruktionen werden diese breiter sein als Fenster- und Korridorplätze. Von Auge sei das zwar nicht ersichtlich, aber nach mehreren Stunden merke man den Unterschied, wurde mir versichert.

Sich im Hotelzimmer verlaufen

Mein Hotelzimmer in Montreal ist mindestens so gross wie eine Zürcher Vierzimmerwohnung. Es hat durchaus seinen Reiz parallel zum Kopfende des Bettes einzuschlafen. Aber auch Nachteile: Bis die XL-Badewanne voll ist, ist das Wasser im hinteren Teil bereits abgekühlt und die Suche nach all den Lichtschaltern birgt ein gewisses Aggressionspotential.

Hier gehts zu den Beiträgen London und Montréal I

Bezahlt hat: Star Alliance

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