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Tanz der Botenstoffe

Der neueste Dating-Trend – oder sollten wir sagen: Dating-Gag? – aus den USA ist nun auch im deutschsprachigen Raum angekommen: die Schweiss-Schnüffel-Partys.

Von Marie Dové

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In Berlin fand dieser Tage, so berichtet die in der Regel durchaus seriöse «Frankfurter Allgemeine Zeitung», die erste Pheromon-Party statt. Pheromon-Party? Das geht so: Die Party-Teilnehmer schlafen drei Nächte lang im gleichen T-Shirt. Dieses wird dann in ein Säckchen gepackt und zum Single-Treff mitgebracht. Partnersuchende schnüffeln sich durch die Runde und notieren, welcher Körperduft sie am meisten angesprochen hat. Im Anschluss an die Schnupperrunde wird verraten, welches Shirt zu welchem Träger gehört.

Die Suche nach biologischer Kompatibilität

Die Theorie hinter dem Party-Spass: Es dreht sich um Pheromone, also die Botenstoffe, die Lebewesen absondern, um das jeweils andere Geschlecht anzulocken. Die Natur hat es so eingerichtet, dass man nur die Partner gut riechen kann, die auch biologisch zu einem passen. Das ist geschickt, denn biologische Kompatibilität verspricht eine stabile Beziehung und gesunde Nachkommen.

Kann man so seinen Traumpartner finden? Die Reporterin der «Frankfurter Allgemeine Zeitung», die an der Party teilgenommen hat, schreibt: «In der Parfümerie bin ich schon nach vier Düften überfordert, und deshalb wühle ich mich um halb zehn noch immer durch die T-Shirt-Beutel. Zu wenig unterscheidbar erscheinen mir die Gerüche. Nummer zwei riecht nach quietschig-süssem Kaugummi und Waschmittel, Nummer vier und elf nach nichts. Beissend-stechender Geruch in Nummer 23.»

Na, ja. Schnell scheint zumindest klar zu sein, wen man nicht riechen kann.

 

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Kommentare

  • marie

    hm… mein parfum verursacht bei einer meiner arbeitskolleginnen kopfschmerzen. ob das daran liegt, weil wir uns nicht wirklich mögen? wink auf alle fälle kommt sie selten zu mir ins büro, was m.e. nicht weiter schlimm ist. funktioniert also grin

  • Tomas

    Für mich ein faszinierendes Thema. Es würde mich interessieren , ob es wirklich zu Übereinstimmungen kommt.

  • marie

    ich wette mit ihnen, dass es kaum zu übereinstimmungen kommt. und ich weiss: ich würde gewinnen.
    begründung: durch die benennung “pheromon-party” alleine wären die teilnehmer beeinflusst. und durch dieses bewusstsein würden sie ihr handeln beeinflussen – auch eine eigenart des menschen, die gerne vergessen wird.

  • Tomas

    Ich kann ihnen nicht folgen. Der Name der Party hat wohl kaum ein Einfluss darauf, welches Körperduft ich angenehm und welches unangenehm finde. Ich beschnuppere Frauen überall wo ich ihnen begegne und was mir dabei fehlt ist genau das: der Feedback. Die Information, ob die wenigen deren Körperduft ich himmlisch finde es allenfalls bei mir ähnlich empfinden oder ob es auch eine einseitige Vorliebe sein kann.

  • marie

    tja, dazu braucht es eine gewisse reife und eine gewisse lebenserfahrung tomas… eine gewisse genuss- und lustfähigkeit, die 25jährige sehr oft, nicht aufweisen – wie auch, 25jährige sind mit anderem beschäftigt und das ist deren absolutes recht und privleg.
    man(n) kann nicht alles haben. pech für sie wink

  • Myri

    Ich hab das ganze mal vor 3 Jahren im Rahmen eines Gymi-Projektes ausprobiert (http://www.internettv.ch/regionen/furstenland/singles-erschnuppern-ihren-traumpartner) war ganz witzig aber m.W. hat sich daraus bei den Teilnehmern nix ergeben…mein erschnupperter Partner (zweite oder dritte Wahl, denn offenbar waren einige bei allen Damen begehrt wink) war Bäcker, hatte einen komischen Humor und war relativ aufdringlich wir könnten wohl noch so perfekte Kinder haben, aber dafür braucht es wohl doch zuerst eine Partnerschaft auf demselben Level wink

  • marie

    danke myri! sie bestätgen mir, wovon ich überzeugt bin, dass diese theorie in kombination mit anderen faktoren, die pheromone am ende eine nebensächliche rolle spielen.
    (ich kann leider im moment das video nicht schauen, werde es aber heute abend zu hause tun. witzige idee für eine maturaarbeit – ist sicherlich auf sehr positives echo gestossen grin )

  • Tomas

    Myri: Interessant. Nun, dass auch andere Faktoren eine Rolle spielen ist sicher zu keinem Zeitpunkt bezweifelt worden. Schliesslich kann man mit jemandem, den man ansonsten nicht ausstehen kann, einen überirdischen Sex haben und umgekehrt. Deshalb eine etwas indiskrete Frage: haben sie allenfalls ihren Test auf mehr als ein Tête-à-tête ausgedehnt?

    Habe ich sie richtig verstanden, dass mehrere Frauen den gleichen (oder die gleichen) Partner bevorzugten? Wie war die reziproke Wahrnehmung seinerseits? Hat er auch all die gleichen Damen die ihn bevorzugten so hoch eingestuft, oder war da eine Streuung?

  • marie

    liebe myri! ich hab mir das gestern angeschaut und fand’s klasse. grin

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