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«Nur wenige können sich komplett hingeben»

Desirée ist Tantramasseurin. Im Gegensatz zu bestimmten «Ganzkörpermassagen» wird hier tatsächlich der ganze Körper massiert. Und die Grenzen sind klar gesteckt

Von Christian Nill

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In der Reihe «Ein Drink an der Bar mit…» treffen ein erfahrener Journalist und ein Fotograf regelmässig auf sogenannte VIPs, trinken mit ihnen etwas an einer Bar und plaudern ungezwungen über Gott, die Welt und andere persönliche Dinge. Die Gespräche – samt stimmungsvollen Fotos – sowie weitere spannende Storys werden wöchentlich auf Bar-Storys.ch veröffentlicht.


Sie möchten nicht mit Ihrem ganzen Namen genannt werden, wieso?

Bei dem, was ich mache, muss man vorsichtig sein. Mit den ganzen Internetsuchmaschinen heute…

Verraten Sie uns etwas über sich privat?

Ich komme aus Deutschland, habe ein Kind und bin von Beruf Tantramasseurin.

Sie arbeiten abwechslungsweise in Deutschland und in Zürich als Tantramasseurin. Was haben Sie ursprünglich gearbeitet?

Ich arbeitete lange im Baugeschäft meiner Eltern. Dann machte ich mich selbständig, unter anderem mit einem Geschäft für Herren-Oberbekleidung. Ich konnte mir immer aussuchen, was ich machen möchte.

Weshalb treffen wir uns hier in dieser Bar?

Wir sind in der Giesserei in Zürich-Oerlikon. Und zwar deshalb, weil es in der Nähe des Instituts ist, wo ich arbeite. Der Vorschlag kam allerdings von Ihnen.

Das heisst, Sie kannten es nicht. Wie gefällt es Ihnen?

Ganz nett. Hätte ich nicht vermutet in dieser Ecke.

Welche Getränke mögen Sie an einer Bar?

Ich bin eine Biertrinkerin, mag aber auch Wein und Cocktails.

Was für Cocktails?

Long Island Iced Tea.

(Wenn Sie wissen möchten, welchen Drink unser Barkeeper für Desirée mixen würde, dann klicken Sie hier: Bombay Crushed)

Diese Gesprächsanfrage kam via Ihre Chefin, Lea Söhner zu Ihnen. Was dachten Sie, worum es geht?

Ein Interview über unseren Beruf, das was wir machen.

Musste Frau Söhner Sie überreden?

Nein, gar nicht.

Sie sind Tantramasseurin. Was bedeutet Tantra für Sie?

Ich bin zwar Tantramasseurin, aber keine Tantrikerin. Was mich an der tantrischen Philosophie anspricht, ist der ganzheitliche Einbezug von Körper, Sexualität, Sinnlichkeit und Materie.

Ein wesentliches Merkmal des Tantrismus liegt in der Verbindung verschiedener Polaritäten: aktiv – passiv, männlich – weiblich.

Die männliche und die weibliche Energie entsprechen dem Yin und Yang. Mir ist es wichtig, bei einem Gast diese beiden Energien herauszukitzeln, auszugleichen und zu schauen, was gerade gebraucht wird. Es geht aber auch darum, sich mit allen Sehnsüchten anzunehmen und sie anzuerkennen.

Im Tantrismus steht die Gottheit Shiva für das männliche Prinzip, das eher passiv konnotiert ist, im Gegensatz zur weiblichen Gottheit Shakri, die für Aktivität steht.

Shiva und Shakri sind Gottheiten, die Energien verkörpern. Wenn ich von weiblicher Energie in der Tantramassage spreche, hat das für mich nichts mit Shiva und Shakri zu tun. Bei uns steht die weibliche Energie für das Empfangende, nach innen gerichtete, wohingegen die männliche nach aussen gerichtet und aktiv ist.

Was ist denn nun der Unterschied zwischen Ihrer Tantramassage und Tantrismus?

Die tantrische Lehre ist wesentlich komplexer als eine Tantramassage. Wir gehen eher in die Wellness-Richtung. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Ist das dann kein Etikettenschwindel?

Nein gar nicht. Es ist einfach die Bezeichnung für das was wir tun. Der Begriff Tantra ist heute natürlich zwiespältig, es gibt viele Angebote auf dem Markt.

Was finden Sie zwiespältig?

Den Begriff Tantra. Es ist ein Überwort für eine Lehre, die nur noch wenige beherrschen und weitergeben können – im ursprünglichen Sinn.

Sie arbeiten im Dakini-Institut, das Ableger in Zürich und in Stuttgart hat. Wie läuft das ab, wenn man bei Ihnen eine Tantramassage bucht?

Man ruft an.

Also Mann mit zwei N?

Und Frauen natürlich! Jemand ruft an und bucht eine Massage. Diese sind sehr unterschiedlich. Es gibt Tantra-, Tao- oder Hawaii-Massage. Man kann selber wählen, ob man lieber was Ruhiges oder was Energetischeres haben möchte.

Dann kommt man zu Ihnen ins Institut und wird zum Beispiel von Ihnen empfangen. Was dann?

Dann folgt das Vorgespräch. Wir möchten wissen, aus welchem Bedürfnis jemand zu uns in die Massage kommt. Die Menschen kommen aus unterschiedlichen Gründen zu uns.

Zum Beispiel?

Menschen mit Sehnsucht nach Berührung, Menschen, die vielleicht mit Ihrem Partner gerade nicht zusammenfinden in ihren Bedürfnissen oder einen Partner verloren haben – es sind ganz persönliche Themen. Ausserdem ist es für uns wichtig, die Erwartungen an eine Tantramassage zu kennen.

Bevor man massiert wird, muss man erst einmal sein Herz ausschütten?

Nein, natürlich nicht. Es liegt am Gast, zu erzählen, was er erzählen möchte. Dort holen wir ihn ab. Es kann auch einfach ein schlichtes «Hallo, wie gehts?» sein.

Und dann?

Dann gehts ab unter die Dusche.

Zusammen?

Natürlich nicht! Auf keinen Fall. Nein: Der Gast geht alleine duschen. Da besteht die Möglichkeit, den Alltagsstress hinter sich zu lassen und anzukommen. Dann holen wir ihn ab und führen ihn in einen warmen Raum mit Musik und Kerzenlicht. Dort legt sich die Frau oder der Mann hin.

Es folgt das Ritual der Körperverehrung. Was hat es damit auf sich?

Das ist das Tantrische, in das wir uns hineinbegeben. Das heisst, wir betreten den «dienenden Raum», in dem Moment, wo wir einen Menschen berühren und seinen Körper be-ehren.

Was hat es mit dem «dienenden Raum» auf sich?

Wir be-dienen nicht, wir dienen. Und zwar bewusst für die Dauer des Momentes. Das Ritual markiert den Beginn.

Ist das ein schwieriger Prozess für Sie?

Nein, gar nicht.

Egal wer da liegt? Egal wie hübsch oder hässlich jemand ist?

Natürlich. Um auch vom spirituellen Aspekt zu sprechen: Wir nehmen jeden Menschen so an, wie er ist. Das Schöne bei uns ist ja, dass der Mensch bei uns sein darf und nichts erfüllen muss. Das kann sehr heilsam sein. Das ist unsere Professionalität.

Was Sie noch nicht erzählt haben, ist, wie Sie sich dem Gast präsentieren.

Zu Beginn tragen wir Tantramasseurinnen ein Tuch oder einen Kimono. Zum Ankommen in den Raum der gemeinsamen Zeit gibt es eine Hand- und Fussmassage. Nach circa 30 Minuten beginnt die eigentliche Körpermassage, bei sowohl der Gast wie auch die Masseurin nackt ist.

Warum sind Sie nackt?

Es wäre doch komisch, wenn nur der eine nackt ist. Es geht um Sexualität und Sinnlichkeit. Wir geben die Erlaubnis, uns ganz wahrzunehmen und zu spüren – innerhalb der definierten Grenzen.

Wo liegen diese Grenzen?

Das kommt auf den Menschen drauf an. Hat jemand Projektionen von uns und überschreitet die Grenzen, weil es ihm nur um Äusserlichkeiten geht? Oder fasst dich jemand halt einfach mal aus Lust am Bein an?

Letzteres wäre ja eher harmlos.

Ja. Das ist auch eine normale Reaktion, auch wenn ein Mann oder eine Frau ganz bei sich ist. Das kann passieren. Das kennen wir alle aus unserer Sexualität. Aber sobald wir zur Projektionsfläche werden und jemand bewusst immer wieder unsere körperliche Grenze überschreitet, uns nur als Lustobjekt behandelt, da müssen wir einschreiten und unsere Frau stehen. Ich kann grundsätzlich sehr viel geben, auch sehr viel körperliche Nähe. Aber es hat seine Grenzen.

Auf der Homepage des Dakini-Instituts steht: «Die schönste Form der menschlichen Kommunikation ist die Berührung.» Stimmt das so auch für Sie?

Ich finde auch die verbale Kommunikation – wenn sie funktioniert – sehr schön. Berührungen sind aber auf jeden Fall eine wunderbare und sehr ehrliche Kommunikation.

Weshalb ehrlich?

Wenn jemand dir sein Herz öffnet und du dich wirklich berühren lässt, kann man nichts verfälschen. Man kann jemandem alles mögliche erzählen, Worte verfälschen viel. Berührungen nicht, denn man merkt sofort, wenn jemand nicht bei der Sache ist. Es ist eine ehrliche Sprache.

Für mich gibt es einen Widerspruch bei dem, was Sie machen. Einerseits spricht man beim Dakini «vom ganzen Menschen» und von seinem Bedürfnis, berührt zu werden und zu sein. Das Bedürfnis, ebenfalls zu berühren, wird ausgeklammert. Damit ist dann doch nicht der «ganze Mensch» angesprochen.

Das sind die tantrischen Massagen. Es geht darum, zu sein und sich selber zu spüren. Das ist etwas ganz Wunderbares. Alles andere ginge in eine andere Richtung. Wir ermöglichen Männern oder Frauen einen Raum, in dem sie sich selber fühlen können. Das ist eine völlig neue Qualität für manche Menschen: Sich selber die Erlaubnis geben, sich Zeit zu nehmen und sich zu spüren. Sich hingegeben. Das können viele Menschen nicht.

Warum nicht?

Das hängt mit der zu Beginn erwähnten «männlichen Energie» zusammen, die darauf ausgerichtet ist, etwas tun zu wollen. Bei uns gehts ums Gegenteil: Nichts tun zu wollen, einfach zu sein und zu spüren. Das ist unsere Arbeit. Alles andere könnte ich ehrlich gesagt nicht.

Was wäre alles andere?

Wenn ich mich ebenfalls berühren lassen würde von einem Gast. Das wäre für mich nicht mehr ehrlich. Ich kann zwar jeden Menschen berühren, aber ich kann nicht mit jedem Menschen sexuell zusammenkommen. Da gehört viel mehr dazu.

Haben Männer mehr Mühe mit dieser Art der passiven Hingabe?

Erstaunlicherweise wollen auch sehr viele Frauen einen anfassen während der Massage. Das ist eine Information, die wir uns angeeignet haben. Irgendwie verrückt. Es gibt wirklich wenig Menschen, die sich komplett hingeben können.

Können Sie es?

Ja. Konnte ich schon immer, weil ich sehr körperbetont bin. Das Glück habe ich.

Was nehmen die Menschen, die bei Ihnen zu Besuch waren, mit nach Hause?

Ich glaube, sie kommen in dem Moment ein Stück weit bei sich an, in ihrem Innersten. So weit es halt in diesem Moment geht.

Gibt es viele Männer, die Ihr Angebot falsch verstehen und mehr wollen?

Ganz selten. Aber es ist ja etwas ganz natürliches, dafür verurteile ich niemanden. Man begibt sich in eine mehrstündige Massage, wo man sich zu erkennen gibt. Und wo man Sinnlichkeit und sexuelle Energie erlebt. Eine wunderschöne Erfahrung.

Aber Geschlechtsverkehr findet nicht statt?

Nein, um Gottes Willen!

Von aussen gesehen besteht bei einem Institut wie dem Dakini die Gefahr, als Bordell wahrgenommen zu werden. Kennen Sie dieses Problem?

Ja natürlich, klar.

Wie gehen Sie damit um?

Wenn wir Frauen vom Institut gemeinsam unsere Themen besprechen, ist es einfach. Aber wenn sich jede Frau für sich in ihrem Alltag bewegt, kann es schwierig sein.

Wenn einen die Familienangehörigen mit heiklen Fragen löchern?

Auch die Familienangehörigen, ja. Das ist bei mir glücklicherweise nicht der Fall, da ich aus einem sehr offenen Elternhaus stamme. Aber ich kenne das Problem von meiner Tochter her. Als ich anderen Eltern einmal erzählt habe, dass ich Tantramassagen gebe, durfte sie kurz darauf nicht mehr mit den anderen Kindern spielen. Es ist auch nicht einfach, einen Mann kennenzulernen, der diese Offenheit hat und akzeptiert, was ich mache. Und dass ich es mit Liebe mache.

Bei Ihnen können auch Paare gemeinsam eine Tantramassage buchen. Wie präsent ist da das Thema Eifersucht?

Schwierig für uns wird es, wenn beispielsweise der Mann davon gehört hat und sich davon etwas Bestimmtes erträumt. Oder wenn die Frau eine Massage bucht und der Partner nichts davon weiss und damit überrascht werden soll.

Kommt es da auch zu Krisen?

Klar. Ich weiss allerdings nicht, was danach noch alles passiert. Wir sind keine Paartherapeuten. Wenn jedoch Gesprächsbedarf besteht, stehen wir natürlich zur Verfügung.

Diese Krisensituationen sind vermutlich nicht die Mehrheit, oder?

Richtig, die meisten Paare, die zu uns kommen, sind sehr offen. Wir raten allerdings dazu, die erste Massage in getrennten Räumen zu geniessen und danach noch eine gemeinsame Zeit zusammen in einem Raum zu verbringen. Das hat eine schöne Qualität.

Ein Paar kann sich auch gemeinsam von einer oder zwei Masseurinnen massieren lassen?

Ja, auf jeden Fall.

Ist die Nachfrage gross?

Zu Weihnachten sehr…

Kann so ein Besuch in einem Tantramassage-Institut eine Lösung sein, wenn die Sexualität innerhalb der Beziehung einzuschlafen droht?

Sicherlich. Vor allem, wenn man selbst ein bisschen eingeschlafen ist. Es geht ja nicht nur um die Sexualität, sondern auch ums eigene Spüren, und darum, was man noch vom Leben möchte. Aber wenn der Partner etwas nicht mehr geben kann oder möchte, dann ist es eine schöne Sache, es sich so zu holen.

Wie sieht das Altersspektrum Ihrer Gäste aus?

Ich würde sagen, das reicht von 20 bis 80. Tendenziell eher ab 30.

Wieso?

Tja, das wüsste ich auch gerne. Anscheinend wissen die jungen Leute mehr als wir.

Sie sind ja ebenfalls erst 30.

Ja, aber die heutigen 20-jährigen haben bereits wieder ein anderes Wissen.

Inwiefern?

Vielleicht haben sie wieder anders gelernt zu lieben.

Denken Sie?

Ja, um sich selbst zu öffnen und herauszufinden, was sie mit ihrer Sexualität möchten. Ausserdem sehe ich es so, dass sich die 30-jährigen mit ganz anderen Themen befassen. Ein Mensch ab 30 beginnt sich mit seinem Inneren auseinanderzusetzen. Das findet bei jüngeren Personen so noch nicht statt. Da ist man noch viel stärker auf der Suche nach dem Äusserlichen. Man ist sehr aktiv und schaut mal hier, mal dort. Ab 30 gehts dann mehr um einen selbst.

Und worum geht es Ihnen?

Wir versuchen die Menschen wegzuholen von pornografischen Bildern. Der äusserliche Einfluss der Pornografie auf die Welt ist heute sehr stark. Unser Anspruch ist es, weg von diesem Äusserlichen zu kommen und sich ganz auf seine innersten Sehnsüchte zu konzentrieren. Sich eventuell mit seinen eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen, was auch mit einer Traurigkeit verbunden sein kann.

Denken Sie, dass unsere Gesellschaft zu oberflächlich und übersexualisiert ist?

Ich würde niemals sagen, dass die ganze Gesellschaft so ist, weil ich nicht die ganze Gesellschaft kenne und somit auch nicht beurteilen kann. Aber es gibt auf jeden Fall eine Tendenz in diese Richtung, und das ist erschreckend. Es wird ja immer krasser.

Was wird immer krasser?

Ich habe zum Beispiel von einem Fall in München gehört, wo die zwölfjährigen auf dem Schulhausklo miteinander vögeln. Das geht definitiv in diese genannte Richtung. Man lässt sich einfach keine Zeit mehr und achtet nicht mehr darauf, was man wirklich möchte, man achtet nicht auf den Körper.

Ihre Tochter ist zehnjährig. Ist Aufklärung schon ein grosses Thema?

Natürlich, klar.

Macht Ihnen das Sorgen?

Nein. Es ist ja meine Tochter. Das, was ich weiss, werde ich ihr weitergeben.

Hat sie eine Vorstellung dessen, was Sie machen?

Hm. Sie hat immer die Möglichkeit, meine Bücher und Sachen anzuschauen, die bei mir rumliegen. Sie weiss, wie mein Umgang mit Menschen allgemein ist und hört auch den Gesprächen zu, die ich mit anderen Erwachsenen führe. Als wir uns eine Zeit lang in der Gemeinschaft bewegten, war das eine sehr glückliche Erfahrung für uns beide. Da ging es ein paar Monate lang sehr viel um Sinnlichkeit, darum, miteinander zu Leben und um Liebe. Das war sehr prägend für sie. Ich werde wieder mit ihr dahin fahren. Das ermöglicht einen anderen Umgang mit dem ganzen Thema.

Die Gemeinschaft, die Sie angesprochen haben, ist eine Gruppe von Menschen, die in Portugal in einer Art Kommune zusammenlebt. Dort lernten Sie die Tantramassage kennen. Wie läuft das dort ab?

Die Vorstellung eines Hippie-Lebens, wo wild durcheinandergevögelt wird, wäre komplett falsch. Nichts dergleichen. Meine Mutter lebte in dieser Gemeinschaft, und ich habe sie besucht. Es geht ums Thema, wie man friedlich miteinander umgehen kann. Wie geht man mit Verletzungen um, was ist Eifersucht, wo kommt sie her, welches sind die sexuellen Themen, die man sonst ausblendet? In dieser Gemeinschaft konnte ich mich zum ersten Mal als sinnliches Wesen bewegen.

Was meinen Sie damit?

Dass ich mich auch als sinnlich-sexuelles Wesen erleben konnte. Es geht nicht darum, als sexy Frau gesehen zu werden, sondern als das Wesen, das man wirklich ist. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Und das war in dieser Gemeinschaft möglich.

Ist es eine Sekte?

Nein.

Warum nicht?

Weil da viel zu viel eigenständig denkende Menschen sind.

Wie heisst die Gemeinschaft?

Tamera. Die Bewegung wurde von Deutschen gegründet. Aber ich habe mich nicht näher damit befasst, weil es für mich nie zur Debatte stand, dort zu leben.

Wie sehen Sie Ihre Zukunft?

Meine Zukunft? Mal schauen. Ich habe gerade keine Ahnung, aber ich fühle mich momentan wohl in meiner Haut. Irgendwann möchte ich eine alte, weise Frau sein. Mit einem Haus, in dem mich jeder besuchen und einfach nur sein kann. Das ist mein Wunsch.

Was suchen Sie?

Nichts. Ich habe beschlossen, dass ich im Moment nicht mehr auf der Suche sein möchte. Man kann sich eine Auszeit vom Suchen nehmen und einfach den Moment geniessen. Das geht.

  • Desirée, Jahrgang 1980, stammt aus Deutschland und hat eine zehnjährige Tochter. Als Tantramasseurin arbeitet sie im Dakini-Institut in Zürich sowie in Deutschland. Ihre Massagen richten sich an Menschen jeden Alters und Geschlechts.
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Christian Nill

Initiant von Bar-Storys.ch, Journalist und Inhaber der Agentur Storyline – Die Content-Redaktion. Er zeichnet für den gesamten Content auf Bar-Storys.ch verantwortlich, schreibt, redigiert und organisiert.


Kommentare

  • Fred

    Eines meiner Zitate heisst:
    Selbstverwirklichung kann ein Mensch erst entwickeln, wenn die rangniederen Bedürfnisse Essen, Trinken und Sexualität befriedigt sind. Somit soll der Mensch vor einer solchen Massage diese drei Rangniederen zufriedenstellen. Dann sollte sich sich jede Frage nach Sex erübrigen. Oder? Falsch. Eine nackte Masseurin wird uns immer auf andere Gedanken bringen. Baghwan grüsst.

  • Lukas

    ….spät,aber doch noch,habe ich dieses Gespräch hier entdeckt,und finde es sehr schön,ja es spricht mir etwas aus meiner Seele,das es gar nicht zu geben schien,bis jetzt….danke…L

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