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Stress macht glücklich

Arbeit - nicht Entspannung - ist der bessere Weg zum Glück. Eine schöne These vor der Sommerpause.

Von Nina Toepfer

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Noch eine kleiner Fallrückzieher vor der Sommerpause: «Sie denken, dass Sie Ferien brauchen? Denken Sie noch einmal», heisst es erst einmal. Was folgt, lässt sich in etwa so zusammenfassen: Unter Stress bleiben wir fit und beweglich. Arbeit und Action halten uns jünger, klüger und glücklicher als bewusstes Abschalten. Mögen wir in schönen Yogastunden das Gegenteil lernen – wie etwa Jenna Goudreau auf «ForbesWoman» schreibt – und innerlich immer mal den Ausstieg aus dem allem hier planen, so lernen wir nun, dass wir damit falsch liegen.

Ein Buch gibt zu reden: Todd Buchholz, ehemaliger Wirtschaftsberater im Weissen Haus, Hedge-Fund-Manager, Harvard-Dozent, wollte ein Buch über Karrieremenschen schreiben, die ihre Seele verkauft hätten für Erfolg – und stiess auf den gegenteiligen Befund: Erfüllung finden wir dann, wenn wir Stress und Konkurrenz positiv sehen. Wir seien geschaffen für Arbeit, so seine These, wir alle seien Kontrollfreaks und müssten das auch sein. Der Weg zum Erfolg ist der bessere Weg zum Glück, Geld und Status sind die Dopamin-Auslöser, auf die es ankommt, schliesslich spielen schon Kinder lieber um Punkte.

«Rush: Why You Need and Love the Rat Race» heisst Todd Buchholz’ Titel von diesem Mai, der auf die Bestenlisten klettert und wohl einigen Stoff für Kontroversen bietet. 

Brauchen Sie Ferien? Sind Sie sicher? 

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Glück News


Kommentare

  • Ria Eugster

    Als Glücksexpertin kann ich bestätigen: Anstrengung gehört dazu, aber nicht nur. Es geht nämlich um den Wechsel von Anstrengung und Entspannung – und schlussendlich noch mehr um Wirksamkeit und unser Denken darüber. Und das lässt sich glücklicherweise sogar lernen.

  • Gojangela

    Ich kann Ria nur zustimmen. Doch die Grenze zwischen dem glücklich machenden Eustress zu dem krankmachenden Dystresse ist oft verwischt und nur schlecht spürbar. Meine These ist immer, wenn du Ferien brauchst, stimmt was mit deinem Alltag nicht. Solange ich meinen Alltag in “Kontrollierte Aktion” und “Absolute Ruhe” einteile, gerate ich nicht in eine “unkontrollierte Interaktion” (Horber 2008). – ich brauche Ferien-….

  • Camila

    ich stimme in wetien teilen wieder mit dir fcberein, aber finde das label vom kontrollverlust einfach unpassend. hier u.a. ein paar argumente und anmerkungen: Information ist ein irreversibles Ereignis.  wenn information ein ereignis ist, dann mfcsste man doch information konsequenterweise mit vergangenheit gleichsetzen? interessanter gedanke. zumal ja auch prognosen anhand daten aus der vergangenheit entworfen werden. Tatse4chlich begann dieses Jahr mit unvorhersehbaren und krassen Ereignissen, vor allem den Revolutionen in Nordafrika, die ich aus Dreistigkeit aber auch aus so einer Ahnung heraus als “Weltkontrollverlust” labelte.  hier einen kontrollverlust zu sehen, find ich krass. ein demokratisierungsprozess in dem ein volk versucht die kontrolle fcber ihr eigenes land zu erobern als kontrollverlust zu betiteln, ist ffcr mich eine zu fokussierte perspektive auf einzelne institutionen/ autorite4ten. klar kann man auch die franzf6sische revolution als kontrollverlust sehen, und zwar der von luis XVI, aber ffcr alle anderen ist die revolution doch ein kontrollgewinn. Die Menschen wollen mehr Transparenz und mehr Mitbestimmung, als durch die repre4sentative Demokratie vorgesehen ist.  ich interpretier das ganz klar wieder als versuch der bfcrger mehr kontrolle fcber ihr eigenes leben zu ergattern. ich halte es deswegen ffcr etwas einfach, den ganzen wandel unter dem label kontrollverlust zu verkaufen.lobo ist in dem sinne also pre4ziser wenn er sagt:  Die noch herrschende Politik des 20. Jahrhunderts kann und will nicht akzeptieren, dass mit der digitalen Vernetzung automatisch ein erheblicher Kontrollverlust ffcr sie einhergeht.  er zeigt ganz klar ffcr wen’s einen kontrollverlust zu beffcrchten gibt. aber dass, daraus auch ein kontrollgewinn resultieren kf6nnte wird verschwiegen. Die neue sich im Internet abbildende Entropie le4sst sich nicht mehr reduzieren und wird sich gegen jeden Versuch der Reduktion zur Wehr setzen. Die Komplexite4t wird weiterhin exponentiell steigen und die Gesellschaft und die Kultur herausfordern.  warum? was sind die grfcnde ffcr den wandel? wieso sollte die gesellschaft mehr oder weniger absichtlich auf eine von dir beschriebene welt zusteuern? Der Kontrollverlust ist – zu Ende gedacht – ein Angriff auf das Prinzips der “Ordnung” an sich.  das leuchtet mir nicht ein? was meinst du mit ordnung? vielleicht sowas wie die derzeitige hierarchie?

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