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Doch noch Milde für Pussy Riot?

Zwei Tage nach der Urteilsverkündung sagen russische Prozessbeobachter eine Verminderung der Strafen voraus.

Von Marie Dové

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Die Kritik am Urteil gegen die russischen Pussy-Riot-Musikerinnen reisst auch einen Tag nach Ende des umstrittenen Prozesses in Moskau nicht ab. So sagte etwa Bundeskanzlerin Merkel, das Urteil von zwei Jahren Straflager stehe nicht im Einklang mit den europäischen Werten von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, zu denen sich Russland unter anderem als Mitglied des Europarates bekannt habe.

Unverständnis auch in Russland

Auch viele Russinnen und Russen sind mit der eigenen Justiz nicht einig. 77 Prozent der Befragten zeigten sich «nicht einverstanden» mit der Strafe, wie aus einer Telefonumfrage für den Radiosender «Moskauer Echo» vom Samstag hervorging.

Der Druck auf die russische Justiz könnte Wirkung zeigen – dies halten einige Beobachter durchaus für möglich. So wurde in russischen Medien am Samstag die Erwartung artikuliert, dass die Strafe in einem Berufungsverfahren reduziert werden dürfte. Das Gericht werde die Strafe vermutlich in ein Jahr verwandeln und «diese Idiotinnen freilassen, damit sie ihre Kinder und Angehörigen wiedersehen können», hiess es zum Beispiel in der Zeitung «Komsomolskaja Prawda». Der Funktionär Denis Dwornikow von der zivilen Kammer, die russische Behörden berät, sagte in den Medien ebenfalls eine Abmilderung der Strafen im Berufungsprozess voraus. Vermutlich würden die Verurteilten schon einen Monat nach dem Verfahren in die Freiheit entlassen, sagte Dwornikow der Nachrichtenagentur Interfax.

 Quelle: sueddeutsche.de

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