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Schweizer Pop: Zahme Männer

Sexy Songtexte können Jugendliche sexuell aggressiv machen. Welche Schweizer Musik gehört auf den Index?

Von Annett Altvater

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Popmusik kann dazu führen, dass junge Männer sexuell aggressiver werden und Frauen als Objekte behandeln. Währenddessen wird jungen Frauen durch Musik und Musikvideos eingetrichtert, dass ihr Zweck darin besteht, anderen sexuelle Befriedigung zu verschaffen. Zu diesen klaren Worten kommt eine Studie der Brigham Young University in Provo, Utah.

Dass Musik überhaupt einen solchen Einfluss entwickeln kann, ist mehreren Faktoren geschuldet: Zum einen stieg der Musikkonsum der 8- bis 18-Jährigen in den vergangenen Jahren um rund 45 Prozent, zum anderen sind sexuelle Anspielungen in Songtexten inzwischen eher die Ausnahme als die Regel – vor allem Männer und dunkelhäutige Mundartisten denken nicht nur viel an Sex, sondern besingen ihn häufig.

Droht nun also die sexuelle Verrohung unserer Kinder? Mitnichten, schliesslich haben wir Schweizer Musik. Hier sind ein paar Zeilen aus einigen spontan ausgewählten Songs:

«It’s a shame that I’m not the one for you
To join the shit you’re going thru
It’s a shame that I am not the one to be
Your win
Your choice
Your base your voice.»

The Bianca Story: Forced Quit

Da ist jemand traurig über die Trennung, von sexueller Aggression keine Spur. Gleiches Thema, weicher Kerl:

«Oh Babe. Où que tu sois, je pense à nous. Pour nous je sérais allé jusq’au bout.
T’éetais pas juste ma femme, t’étais mon tout

Stress: Chrysanthemes pour Madame Bear

Irgendwie wird langsam ein Muster erkennbar:

«Säg nid für immär u säg nid niä
Ich gibä alles für dich uf
Di Blick het igschlagä i mis Härz
Hesch mich zum brännä bracht

Mash: Ewigi Liebi

Statt mit den Frauen zu schlafen, sehen die Musiker ihnen beim Schlafen zu:

«Ich seh’ dir zu, wie du schläfst
Hab’ keine Angst, ich bin die Sicherheit
Silbernd scheint das Licht hinein
und durchbricht die Dunkelheit
Ich glaub ganz fest daran,
dass uns niemals etwas trennen kann

Baschi: Unsterblich

Lassen Sie Ihre Kinder also ruhig Schweizer Pop hören, scheint ja gefahrlos zu sein. Wo aber sind die Schweizer Machos? Ah, voilà, doch noch einen gefunden:

«I muess karriere mache, i muess i d’chefetage
Und i lige nume’n ane wen i mit de Chefe schlafe

Die Zeilen stammen allerdings nicht von einem Mann, sondern gehören zu «Annabelle» von Steff la Cheffe. Vorsicht also – falls Ihre Töchter zu viel Steff la Cheffe konsumieren, könnten sie in Vorgesetzten Sexobjekte sehen.

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Musik Pop-Jubiläum Sexismus