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Sex & Musik

Die Teilzeitprinzessin schreibt ihre erste Sex-Kolumne und erklärt den Unterschied zwischen Taktgebern, Schnulzen und expliziten Songs zum Liebe machen.

Von Meret Steiger

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Dies ist meine erste Sexkolumne – und nein, keine Angst, ich mache nicht auf Charlotte Roche, ich will ja niemanden wegekeln. Da ich nun aber Eure ungeteilte Aufmerksamkeit habe, zum eigentlichen Thema:

Youtube bietet Playlisten für alle Lebenslagen. Zum Einschlafen, zum Feiern, zum Joggen, zum Kochen und natürlich auch zum Sex. Beim Videoportal finden sich erschlagende 18‘000 Treffer für Musik, die für die schönste Nebensache geeignet sein soll. Und weil die Geschmäcker so verschieden sind, gibt‘s von Heavymetal über Hip Hop bis hin zu yogamässigem Meditations-Tantra-Schubidu alles!

Nach intensiven Recherchen in meinem Freundeskreis (mit viel Gekicher und manchmal etwas Promille, nur bitzli, ich schwör!), bin ich zu folgendem Schluss gekommen: Grob lassen sich die Musikvorlieben in drei Kategorien einteilen: die Schnulzen, die Expliziten und die Taktgeber.

 Die Schnulzen sind Songs wie «Nice and Slow» von Usher, «All I Need» von AIR oder Lieder von Oberschmusesänger Eros Ramazotti. Klassiker in dieser Sparte ist der gehaucht-gestöhnte Uralt-Hit «Je t’aime… moi non plus».  Solche Songs mögen hauptsächlich Frauen – und  Männer, die auf Romantiker machen, um die Frau damit rumzukriegen. Gerne gibt man hier noch eins drauf und zündet ein Kerzli an.

Die Expliziten sind Songs, bei denen es ganz klar um Sex geht. «Max don’t have Sex with your Ex» und alles andere der grauenhaften 90er-Band E-Rotic. Ich persönliche käme bei Songtiteln wie «Fred Come to Bed» und «Big Max» nicht unbedingt in erotische Stimmung, ich würde mich vermutlich eher lachend am Boden wälzen. Aber anyway. Offenbar gibt es doch Leute, die das mögen. Wurde mir so gesagt! Auch beliebt: «Sex is on Fire» von Kings of Leon und die nicht-jugendfreie Version von «Tonight I’m loving you» vom Schnulzen-Iglesias. 

Die Taktgeber sind, wie der Name schon sagt, eher Mittel zum Zweck. NzNzNz-Musik. Wird vor allem dann verwendet, wenn ein mehrstündiger Ausgang mit Alkohol hinter einem liegt – man könnte ja sonst aus dem Takt kommen. Wär eher peinlich. Oder gar wegdösen. Oberpeinlich! Je  nach Temperament und Droge findet man hier alles von Reggae bis Hardstyle.

In einem Punkt sind sich aber alle Befragten einig: Ein absolutes No-Go sind Schlager (Zitat Freundin: «Bloss nicht! We nn der Typ betrunken ist, dann johlt womöglich noch mit. Nee.»). Radio würde ich auch nicht empfehlen. Stellt euch vor, ihr seid fröhlich dabei – und dann quasselt einer vom Traffic über stockenden Verkehr, na herzlichen Dank. Oder ein Interview mit Ruth Genner über die Parkplatzpolitik der Stadt Zürich…

Eine Kategorie ausser Konkurrenz sind die Selfmader: Sie sind der Meinung, dass ihre eigene Geräuschkulisse wesentlich antörnender ist als jeder Song. Manchmal ist aber auch gerade diese Geräuschkulisse ein Grund für Musik: Viele der Befragten wohnen noch bei ihren Eltern. Und die müssen ja nicht unbedingt mithören, es reicht ja auch, wenn sie jedesmal, wenn laute Musik läuft, wissen, was Sache ist.

Meret Steiger, 21, Autorin, ist sowohl Mädchen als auch gestandene Frau und arbeitet zur Zeit bei Fernsehsender Tele Züri als Inputerin. Wenn sie nicht gerade in der Badewanne sitzt, ihre Schuhe zählt oder George Clooney anhimmelt, richtet sie ihren scharfen Blick und ihren Sinn für Humor auf die kleinen Alltäglichkeiten, mit denen sie sich herumschlagen muss. 

Teilzeitprinzessin


Kommentare

  • mira

    *lach. Irgendwann kommt noch die Kategorie “so leise wie möglich, dass die Kids nicht aufwachen” dazu.  Aber das ist dann eine andere Generation. Und ab einem gewissen Alter ist wahrscheinlich auch der Schlager nicht mehr ganz so abwegig….

  • Sternenkind

    Was mich in Stimmung bringt ist das gegenüber, ihre Augen, ihre Gesten, der Ton ihrer Sprache, die Frau hinter jenen wunderschönen Augen. Damit wünsche ich intim zu werden, wenn ich in Stimmung komme.

    Die Musik ist Accessoire. je nach dem wer das gegenüber ist, kann es krachen oder manchmal Schnulzen oder meine Melodien sein.

    es geht um das Wesen derer, die ich umarmen möchte. nicht mehr und nicht weniger.

  • Clyde

    Liebe Mimi
    Es gibt Leute die hatten ihr “erstes Mal” vor ihrem 20. Geburtstag

  • Lemmy

    Bin eigentlich noch nie auf die Idee gekommen, da noch Musik einzustellen.

    Aber nun, wenn ichs mir überleg, gibts eigentlich nur einen Song, der passt. “Orgasmatron” von Motörhead. Passt auch von der Länge her gäbig.

  • mimi

    mit 21 und der zugehörigen truppe scho über erfahrungswerte zu berichten, finde ich ein bisschen vermessen.

  • tobi

    pah!
    1.gute musik ist besser als sex. wenn wirklich gute musik läuft, kann ich mich nicht mehr auf die frau einlassen

    2. wenn der sex gut ist, kann vonmiraus im hintergrund die schlümpfe laufen. ausblenden!

    3. die meisten haben doch einfach lieblingsbands, zu denen sie hoppeln wollen. auch wenn sie die musik während des sex nicht hören oder es nicht passt – hauptsache den freunden erzählen können: “zu coldplay isches imfall uu geil”

    4. meret. bisdochruhig.

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, kommt auf den Lebenswandel an. Ich hab mit 21 schon mehr Situationen überlebt, als manche Menschen in ihrem ganzen Leben. Ausserdem werden Junge Leute inzwischen schon mit 14/15 sexuell aktiv. Was dann einem Erfahrungsschatz von 6 Jahren gleichkommt. Ich denke das reicht, um davon zu berichten.

  • Meret

    Du gehst davon aus, dass meine “Truppe” in meinem Alter ist. Sind sie aber nicht, jedenfalls nicht alle. Es hat auch bereits Mütter darunter smile Ausserdem haben wir mit 21 doch auch schon seit einigen Jahren Sex…

  • Meret

    tobi.
    1. Spricht ja niemand von “guter” Musik. Es geht um musikalische Unterstützung.
    2. Da wär ich mir nicht so sicher. Zum “Schlumpfen-Cowboy Joe” Sex zu haben stelle ich mir sehr, sehr unerotisch vor.
    3. Dieser Aspekt kommt in meiner Kolumne nicht vor – weil niemand sowas gesagt hat.
    4. so nett. Ich mag konstruktive Kritik <3

  • clyde

    Mein Lieblingssong: “To drunk to fuck” von den Dead Kennedys, das geht richtig ab wink

  • Meret

    …wenn dir 5 Minuten 23 reichen wink

  • mimi

    das der teilzeit-quotenmann die teilzeit-prinzessin unterstützt, erstaunt mich nicht – ich schwör ;o) hab ja grundsätzlich auch nichts dagegen. doch, liebe meret, finde erst deinen eigenen stil und dann lass dich hypen ;o)

  • Cindy Rost

    Es wird ja nicht auf den Akt selbst eingegangen, da spielt doch die Erfahrung keine Rolle. Frau Steiger ist ein attraktive Frau, da wird sie ja wohl, auch mit 21 schon mehr erlebt haben als nur das erste Mal. Aber wie gesagt es spielt keine Rolle ob 4 Jahre Sexerfahrung oder 20, der Artikel dreht sich alleine um die Beschallung des Geschlechtsverkehr.

  • Jack Kerouac

    Ich versuche mich jetzt auf die Musik zu konzentrieren wink
    “Light my fire” (the Doors) oder “Child in time” (Deep Purple) mit ihrem
    filigran-anschwellenden Sound und Stimmen haben etwas orgastisches.
    Zum Tanzen verführt in meiner Jugend haben mich Serge Gainsbourg und Jane Birkin;
    nicht nur mit “Je t’aime – moi non plus” …

  • Tomas

    Musik? Wozu? smile

  • goofy

    dann würd ich das weihnachtsoratorium reinhauen … länge gäbig!

  • flo

    Mag sein, dass Gainsbourgs Klassiker «Je t’aime… moi non plus» fuer gewisse Leute passend scheint, doch hoffe ich, diese haben seinen gleichnamigen Film nie gesehen – oder laengst vergessen. Alles andere wirkt eher wie Jellineks ‘Lust’. Und in die Kategorie der Schnulzen zu enden, hat Gainsbourg auch nicht verdient, wenn schon in eine Schublade stecken, dann lieber zu den expliziten.

  • lecker

    Wo bleibt barry white?

  • Bardo Jaeger

    das beste ist ein chinesischer gong, mit dem ich life begleiten kann…

  • Oliver Wyser

    Ich verstehe nicht, weshalb hier nur von einzelnen Musikstücken die Rede ist! Ein Musikstück dauert in der Regel ca. 4 – 5 Minuten. Und dann?
    Wer Leidenschaft zelebrieren will, dem empfehle ich als absoluter Geheimtip in Sachen Sex & Musik: Werke von Gioachino Rossini (zB. Tancredi) , J.S. Bach (zB. Concerto for Violin & Strings) oder Berlioz (Faust’s Verdammnis).

  • Beeri

    Kann ich nur unterschreiben! Wer glaubt, gut inszenierter Sex mit sorgfältig ausgesuchter Musik sei künstlich/nicht spontan genug, der soll es mal ausprobieren… das macht zwischendurch wirklich riesig Spass, und mit klassischer Musik wird’s zum berauschenden Erlebnis par excellence. P.S.: Ich empfehle darauf zu achten, dass auf dem verwendeten Klassik-Sampler Mendelssohn-Bartholdy’s Hochzeitsmarsch FEHLT! grin

  • Yang

    vor allem d6sterreicher und Schweizer momentan piieotrerfn, die mit der aktuellen Topo d6sterreich (hier geht es zu unserem Testbericht) und Topo Schweiz die wohl modernsten Garmin-Outdoorkarten Europas am Gere4t betreiben und auch im

  • PLUTO

    Wenn es heisst “… ist sowohl Mädchen als auch gestandene Frau”, dann ist doch eigentlich damit “ein Fräulein” gemeint, nicht? Denn dieser Ausdruck beschreibt genau diese Lebensphase einer Frau, wo sie beides irgendwie schon ist und irgendwie eben doch nicht.

  • adrian

    sie tun mir leid

  • Jue.So Jürgen Sojka

    Jue.So Jürgen Sojka 17.03. 2013 Stuttgart

    Sehr geehrte Meret Steiger,

    der “SdZ” (Schreiber dieser Zeilen) will Sie auf
    Gegebenheiten aufmerksam machen, die Ihnen offensichtlich
    nicht bekannt sind:
    – sich findende (Paare, nicht geschlechtsbezogen) wählen,
    __in beständiger Wiederholung der Generationen, ihre
    __gemeinsame Musik / Musiktitel aus, die für dieses Paar
    __eine, nur ihnen bekannte, Bedeutung hat – ein kurzes
    __sich anblicken, wenn dieser Titel gespielt wird, und
    __all das, was mit diesem Titel verbunden wird, die
    __Gefühle, erleben diese Beiden in diesem Augenblick.
    + (manchmal möchte man “Mäuschen gewesen sein”, ob
    + der “vielsagenden” Blicke die sie sich zuwerfen.
    Selbst immer wieder dieses erlebt, auch dann, wenn das
    geliebte Wesen nicht anwesend war, die Gefühle sich
    entwickeln zu spüren! – gedanklich in Verbindung zu
    treten. Allerdings erst wenn aus dem verliebt sein, der
    körperlichen (biologischen) Verbindung, sich die
    geistige hinzugesellt hat, die Liebe – nicht mehr
    besitzen wollen; wissend besitzen geht nicht –
    schenken, sich schenken in Gegenseitigkeit, und es
    tritt alles in den Hintergrund, auch Musik, die zuvor
    noch wahrgenommen wurde, ist außerhalb der zärtlichen
    Umarmung, des _e i n s_ sein.

    Lieben heißt, sein eigenes Leben leben,
    zusammen mit einem Anderen.
    J. Eichelhaeher (?-?) deutscher Aphoristiker,
    Frei-Denker, Humorist und Humanist

    Freundlichst
    Jue.So Jürgen Sojka

  • Fritzli

    Was labersch du?

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