Clack

«Sennentuntschi» verbieten?

Psychotherapeutin Julia Onken fürchtet, dass der Film Vergewaltigungsphantasien weckt.

Von Michael Marti

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Das Sennentuntschi, letzte Woche von Clack unter Switzerland’s Next Top Model besprochen, feierte am Zürcher Filmfestival Premiere. Nicht jeder hat das fleischgewordene Sagengeschöpf ins Herz geschlossen – zu blutig, zu brutal dafür der Film von Regisseur Michael Steiner. Als besonders kritische, besonders besorgte Stimme profilierte sich Buchautorin und Psychotherapeutin Julia Onken, sie sagte gegenüber dem «Sonntag»: «Es besteht die Gefahr, dass Vergewaltigungsszenen bei gewissen Männern dazu führt, dass sie stimuliert werden.» Onken meinte gegenüber dem Sonntagsblatt gar: «Das ist eine Katastrophe, über ein Verbot des Films sollte man nachdenken.»

«Der Film ist krass»

Tatsächlich zeigt «Sennentuntschi» mehr Sex und Gewalt, als man es von Schweizer Filmen gewohnt ist; so meinte etwa auch Premieregast und ehemaliger Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber, «der Film ist sehr krass, es ist für den Zuschauer nicht einfach, die schwere Kost zu verdauen.» Steiners Werk zeigt allerdings nicht bloss Gewalt gegen eine Frau, sondern auch das Umgekehrte: Wie Sennentuntschi auf einem Horror-Rachetrip seine Peiniger abmurkst und häutet. Doch darin sieht Julia Onken offenbar kein Problem – jedenfalls erwähnt sie in ihrer alarmistischen Film-Schelte diese Szene mit keinem Wort.

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Kommentare

  • Reto Knecht

    Der Text tönt es ja schon an – aber man hätte es auch deutlicher sagen können: Es ist im Grunde ein Skandal, welches Männerbild Frau Onken hier wieder verbreitet. Offenbar öffentlich, in der Sonntagspresse. Frau Onken ist uns ja bereits in der Burka-Diskussion unangenehm aufgefallen – und das setzt nun noch einen drauf. Es ist zu hoffen, dass auch die eine oder andere Leserin ihrer Bücher dies bemerkt – und die Konsequenzen zieht. Danke für den Beitrag!

  • Orhan

    StefanSchon richtig Nasreddin, der GBA hat eine gute Auswahl an RPGs und RPG-Ablegern. Und Potzblitz, ashedlb habe ich ihn mir auch gekauft. Freu freu! Da der GBA aber die meistverkaufte Konsole’  berhaupt ist, sollte man ja wohl ein paar mehr exklusive Titel erwarten k nnen. Umsetzungen alter Kamellen kranken ja nicht nur an berholter Grafik, sondern vor allem auch an l ngst verdr ngten Rollenspielklischees. Lunar zum Beispiel f hlt sich tats chlich zehn Jahre zu alt an.Ausserdem mag ich ja etwas eigen sein, aber ich mag nunmal vor allem klassische RPGs. Und sp testens mit dem PSP stosse ich dann nur noch auf Spiele, die ich bereits auf den entsprechenden 32-bit Konsolen gespielt habe. Der gr sste Witz ist allerdings Xenosaga 1&2 f r den DS. Ein RPG, das vor allem von seiner Grafik und den aufw ndigen Zwischensequenzen lebt in mieser Optik auf den DS umzusetzen ist ja wohl ziemlich albern.

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