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Die Teamplayerin

Job-Coach Christina Kuenzle gibt 5 Tipps, wie Sie sich bei den Kolleginnen besonders beliebt machen.

Von Christina Kuenzle

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Nichts geht über Vorurteile. Sie helfen uns, Dinge schnell zu erkennen und einzuordnen. Unbekümmert schreiben wir Frauen und Männern Eigenschaften und Fähigkeiten zu – je eindeutiger, desto besser. Denn so werden die Rollen verteilt. Vergessen Sie die Tatsache, dass sich die Kurven der Normalverteilung bei Männern und Frauen jeweils nur leicht unterscheiden, das würde unsere selbst gestaltete Ordnung nur unnötig erschweren.

Wir Frauen orientieren uns nun mal eher an Beziehungen und Männer eher an Job und Auto. Diesen Faktor wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen, seit wir wissen, dass die emotionale Intelligenz 85 Prozent des Erfolgs ausmacht. Mit hoher emotionaler Intelligenz identifizieren wir Frauen uns ebenso gerne wie mit Beziehungsfähigkeit und Teamgeist. Daraus folgt: Frauen sind die besseren Teamplayer. Oder etwa nicht?

Probieren Sie es gleich selbst aus

1. Ein Team ist eine Gruppe von Menschen, die zusammen mehr erreichen können, als jeder für sich allein. Das Team bringt also einen Mehrwert. Stellen Sie deshalb sicher, dass alle Teammitglieder jederzeit genau wissen, welchen Mehrwert Sie bringen. Machen Sie auch sichtbar, dass Ihr Mehrwert den Minderwert der anderen Mitglieder, insbesondere der Männer, um ein mehrfaches übersteigt.

2. Wissen austauschen und adäquat kommunizieren sind wichtig für ein Team. Also: möglichst viel tratschen. Egal ob dies mit der Aufgabe des Teams zu tun hat oder nicht, denn die Kommunikation, nicht der Inhalt fördert den Austausch. Die meisten interessiert vor allem die schlechte Nachricht. Daraus folgt, dass letztere im Zweifelsfall oder bei Zeitmangel vorrangig kommuniziert wird. Werden Sie nicht zu klar und konkret: Andeutungen fördern die Fantasie. Frauen haben Männern noch etwas voraus: Sie sprechen etwa drei mal so viel.

3. Das Team ist nur so stark wie das schwächste Teammitglied, hat aber das Potenzial des stärksten. Schauen Sie also zu, dass sich das schwächste Teammitglied nicht einsam fühlt und sich das Team gesamthaft nicht überfordert. Schliesslich führen erfüllte Aufgaben nicht zu Lob und Anerkennung, sondern nur zu höheren Erwartungen. Das ging auch der Müllerstochter im Rumpelstilzchen so. Überlassen Sie die Zielerreichung Anderen. Sie müssen sich nicht immer vordrängen, denn Sie kümmern sich ja schon um die Harmonie im Team.

4. Der Zusammenhalt wird gestärkt indem das Team nachhaltige Erfolge erzielt, diese feiert und alle daran beteiligt. Es ist wichtig, konkrete und realistische Meilensteine zu setzen, die zu Teilerfolgen führen. Am besten fangen Sie mit dem Feiern an, denn es ist nicht sicher, ob Sie erfolgreich sein werden. Wenn Feiern den Teamzusammenhalt fördert, dann investieren Sie hier grosszügig. Die Männer schliessen sich gerne an und können durchaus mithalten.

5. Konflikte sind normal, sollten jedoch konstruktiv und schnell bewältigt werden. Machen Sie sich also keine Gedanken, wenn Sie mal eine Kollegin schräg angefahren haben. Das kann passieren. Andere sollten nicht so empfindlich sein. Werden Sie hingegen verärgert, so lassen Sie das ganze Team daran teilhaben. Und vergessen Sie es nicht so schnell. Je sensibler Sie sind desto mehr Rücksicht sollen die Andern nehmen. So schaffen Sie sich ein Umfeld, dass Ihnen gerecht wird. Hier zeigt sich die Überlegenheit der Frauen: Männer greifen viel zu oft zur Pseudo-Lösung «Schwamm drüber».

Übrigens: Fairness ist, wenn es Ihnen gut geht und wenn Sie kriegen, was Sie wollen. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Executive und Business Coach Christina Kuenzle ist Gründerin der Choice Ltd., Zürich, Präsidentin des Zürcher Collegium Novum und Mitglied des INSEAD Global Leadership Centre, Fontainebleau. Die Betriebswirtschafterin hat ein MBA, ein M.S. in Veränderungspsychologie und ein Diplom als Neurofeedbacktherapeutin. Sie ist Gastdozentin an der Universität Zürich sowie Coach und Mentorin am INSEAD und an der Universität St. Gallen. http://www.choice-ltd.com

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