Clack

Schau mir auf den Finger, Kleiner

Scheiden tut weh, Trost spendet ein Trennungsring. Würden Sie ein solches Schmuckstück tragen?

Von Annett Altvater

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Traditionell stecken sich Ehepartner Ringe als Zeichen der Liebe, Treue und Verbundenheit auf den Ringfinger der linken Hand – je nach Land kanns auch die rechte sein. Für diesen symbolträchtigen Schmuck wird nur zu gern ein kleines Vermögen auf den Tisch geblättert. Es ist ja schliesslich für immer.

Für jede zweite Ehe stimmt das sogar. Aber was machen all jene, die sich scheiden lassen? Einschmelzen und etwas Neues daraus anfertigen lassen? Den Ehering, der einem einst so viel bedeutet hat, in der Schmuckschatulle beziehungsweise im Ringsarg (Kostenpunkt: rund 30 Dollar) verschwinden lassen?

Zum Beispiel. Und anschliessend Geld für ein neues Symbol ausgeben, das eines gebrochenen Herzens und Lebenslaufs, ein Symbol der gescheiterten Beziehung und des Neuanfangs. Dazu jedenfalls wollen die Hersteller so genannter Scheidungsringe verleiten, die darauf hoffen, dass sich Geschiedene ohne den Ring am Finger nackt fühlen.

Da gibts das plumpe Modell, Motto gebrochenes Herz, gähn, für 3200 Dollar von Spritzer und Furman. Ehrlich gesagt: Lieber unglücklich verheiratet als keinen Geschmack.

Gisèle Ganne stattet Geschiedene mit einem Schlagring aus. Sie scheint sehr schlechte Erfahrungen mit verlassenen Männern gemacht zu haben. Ein gewisser Witz und vor allem viel an Reliquien erinnerndes Bling ist dem Geschmeide, das dann doch 2580 Franken kostet, nicht abzusprechen.

Da eine Trennung ins Geld gehen kann, haben wir noch eine günstige Alternative aufgetan: Bei Dawanda gibts den Trennungsring im Kronkorkenlook für fünf Euro. Man sollte sich gut mit dem Ex verstehen, um bei einem Bier auf die friedliche Trennung anzustossen und Ringe auszutauschen.

Wofür würden Sie sich entscheiden?

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Scheidung Schmuck