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Schatz, den Ausgang regeln wir beim Anwalt!

Die Ehe stirbt aus, es lebe der Vertrag: Junge Paare überlassen nichts dem Zufall. Schon gar nicht ihre Beziehung. Der neuste Liebestrend aus Amerika

Von Clack-Team

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Verliebt, verlobt, verheiratet. Das war mal. Heute heisst es: verliebt, Vertrag, fb-upload. Kein geringerer als Mark Zuckerberg hat vorgemacht, wie die Liebe in Zeiten von Facebook aussieht. Lange bevor der milliardenschwere Computernerd die Medizinerin Priscilla Chan vor den Altar führte, hat er einen Beziehungsvertrag unterschrieben. So zumindest geht das Gerücht. Seine Geliebte nämlich hat nichts dem Zufall überlassen und vor dem Umzug nach Palo Alto, in seine Nähe, per Vertrag die Zeit festschreiben lassen, die er im Minimum in die Beziehung zu investieren hatte: 100 Minuten pro Woche – mindestens ein Date also, das nicht in seiner Wohnung oder in den Büros von Facebook stattfindet.

Das ist natürlich keineswegs der neue amerikanische Beziehungsstandard, doch Zuckerberg ist offenbar einem Trend aufgesprungen, den amerikanische Anwälte seit längerem feststellen: Immer mehr Paare wählen den Beziehungsvertrag statt der Ehe. Laut New York Times werde damit die Sorge um das Beziehungskapital  und nicht mehr bloss die Geldfrage geregelt.

Wer kocht, wer putzt? Wer braucht vieviel Zeit alleine? Verbringt man die Ferien gemeinsam? Besteht ein Kinderwunsch? Und wann und wie soll der umgesetzt werden? Laut Paartherapeuten sind solche Verträge eine Art Business-Plan für erfolgreiche Romantik. Sie zeigen nicht nur auf, wo das Paar unterschiedliche Vorstellungen hat, sondern versuchen dafür auch eine Lösung zu finden. Vor Gericht allerdings sind sie anders als Eheverträge nicht einklagbar.

Wie so oft in Sachen Lifestyle standen auch für diesen Trend  Schwule und Lesben Pate: Als in vielen amerikanischen Staaten die gay-marriage, also die Eheschliessung homosexueller Paare, noch verboten war, behalfen Verliebte sich mit solchen Verträgen, wenn sie zusammenzogen. Oder sie setzten ein Dokument einfach nur auf, um der Ernsthaftigkeit ihrer Beziehung Nachdruck zu verleihen.

Nach dem Besuch beim Anwalt darf man dann ruhigen Gewissens den Beziehungsstatus auf Facebook ändern.

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