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Sex? Nein, danke!

In unserer hypersexualisierten Zeit können Frauen und Männer im Bett tun, was sie wollen. Verdächtig ist erst, wenn sie im Bett nur schlafen. Eine französische Bestseller-Autorin bringt die Asexuellen ins Gespräch.

Von Nathalie Sassine-Hauptmann

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«Suche Partner für platonischen Austausch. Sexuell Interessierte bitte gar nicht erst melden.» Ein Inserat, das keinen Seltenheitswert hat. Nicht einmal im sinnenfreudigen Frankreich, dessen Bewohner in Sexumfragen regelmässig zu den Europameistern gehören und es gut und gerne dreimal pro Woche tun. (Lesen Sie auch: «Der Seitensprung ist weitverbreitet») Doch, auch das ist eine Realität: Einer Umfrage des französischen Dating-Services Parship.fr zufolge könnte jeder vierte Befragte ohne Probleme auf Sex verzichten. Darunter sind erwartungsgemäss etwas mehr Frauen.

Ist in unserer hypersexualisierten Gesellschaft vielleicht Abstinenz der neue Trend? Die Verkaufszahlen von Sophie Fontanels eben auf Deutsch erschienenem Buch «Das Verlangen» könnten das suggerieren. Immerhin führte ihr Bericht über eine zehnjährige sexuelle Auszeit wochenlang die französischen Bestsellerlisten an. Das Buch muss einen Nerv getroffen haben.

Nicht nur für Kleriker

Und weckte erstaunliche Reaktionen: «Danke, Sophie!», «So wahr!» oder «Endlich!» konnte man letztes Jahr gleich nach Erscheinen der französischen Ausgabe von «L’envie» auf ihrem Blog lesen. Offenbar teilen viele Franzosen das «Schicksal» der 50-jährigen Journalistin und Bloggerin, die kein bisschen langweilig oder verbittert wirkt: Sex ist nicht das einzig Wahre, man kann auch darauf verzichten und trotzdem glücklich sein.

Abstinenz, das zumindest zeichnet sich ab, ist im neuen Jahrtausend nicht mehr Klerikern oder Einsiedlern vorbehalten. Sie ist auch nicht mehr eine Frage des Alters oder der (negativen) Erfahrung. Ob temporär, chronisch oder langfristig, die Absenz von Sex gibt es überall, wenn auch diskret gelebt. Denn noch immer gilt: Kein Sexualleben zu haben oder – noch schlimmer – gar keines zu wollen, ist das letzte Tabu unserer hypersexualisierten Zeit.

Sextoys, SM, bi-, poly- oder homoamouröse Beziehungen gehören zu modernen Gesellschaften wie Autos, Handys und Mikrowelle. Aber ein Leben ohne Sex? Unvorstellbar! So musste sich Fontanel mehr als einmal anhören, ob mit ihr alles okay sei, ob sie vielleicht lesbisch sei? (Lesen Sie auch: «Der Flex-Appeal») Oder sie musste sich sogar von einem Fernsehmoderator vorwerfen lassen, sie habe wohl kaum freiwillig auf Sex verzichtet, wahrscheinlich wollte sie einfach keiner haben. Sie hätte sogar Liebhaber «erfunden», damit ihre Freunde nichts merkten, wie sie in ihrem Buch gesteht.

Asexuelle gab es schon immer

Das Unverständnis im Umfeld ist gross, wenn jemand es wagt, sich als sexlos lebend zu outen: Im besten Fall wird einem der Prüderievorwurf gemacht, im schlimmsten Fall aber gilt vorab Frau als Heuchlerin, die den Mangel an Sexpartnern zum freiwilligen Verzicht hochstilisiert. Dabei ist Asexualität die vierte sexuelle Orientierung neben der Hetero-, der Homo- und der Bisexualität. Und ähnlich wie Schwule und Lesben müssen Asexuelle als Minderheit um Anerkennung kämpfen. So beschrieb es zumindest der Sexualforscher Volkmar Sigusch letztes Jahr in der NZZ. (Lesen Sie auch: «Sex ja, Text nein»)

Im Übrigen ist Asexualität nichts Neues. Bereits Alfred C. Kinsey stellte dieses «Phänomen» in seinem berühmten Rapport vor mehr als 50 Jahren fest. Doch diese sexuelle Orientierung wurde gerade in den folgenden freizügigen Sechzigern komplett ignoriert. Betroffene suchten die Schuld bei sich selber oder in der Beziehung. Erst nach 1990 brachte das Internet erste private Seiten zum Vorschein, auf denen Menschen sich zu No Sex bekannten. Doch Namen wie Leather Spinsters (Lederne Jungfern) oder Heaven for the Human Amoeba (Der Himmel für die menschliche Amöbe) geben Einblicke in ein soziales Denken, das Asexualität immer noch als etwas Seltsames ansah. Seither findet ein regelrechtes Coming-out statt, wenn auch nur ein sehr langsames.

So stellt das 2001 gegründete Internetforum Aven (Asexuality Visibility and Education Network) Menschen, die auf Sex verzichten, bis heute eine Plattform für Diskussionen und Austausch zur Verfügung. Aven macht auch medial auf die vierte sexuelle Orientierung aufmerksam. Genau wie Sophie Fontanel wehren sich die Initianten gegen die Abwertung des sexlosen Lebens in einer platonischen Beziehung. Und somit gegen das letzte Tabu.

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Beziehung Dating Sexualität


Kommentare

  • pierroette

    Als jemand, derdiedas das Kategorisieren von sexuellen Vorlieben als fehlgeleitet und fehlleitend empfindet, muss ich schon fast die vermutlich erst zukünftig beantwortbare Frage stellen, welches die fünfte, oder x-te und letzte sexuelle Orientierung sein wird und woher mensch das denn abschliessend wissen soll?

  • George

    Wäre einfach schön, wenn vor allem die betroffenen Frauen die Asexualität auch offen kommunizieren. Denn wenn mein Johnny mal spitz wie Fifi ist, dann sollten nicht irgendwelche Diskussionen beginnen. Danke. EIn ganz normaler Mann.

  • Gerda Schuurman

    an Sophie Wisdom; vielleicht ist somit die Überbevölkerung der Auslöser, dass es immer mehr Asexuellen gibt? Sozusagen als natürlich Geburtenbremse.  Besser als Krieg oder Krankheiten…

  • Gerda Schuurman

    an Patrick:  Es fällt mir schwer zu glauben, dass Asexualität vererbt wird……

  • Alfred Gfeller

    Das dürfte ziemlich ungesund sein wenn man Körperfunktionen nicht in Gang hält, das gibt nämlich einen Standschaden wie beim Auto wenn man einfach keinen Ölwechsel macht.

  • K.A. Barett

    So einfach ist es, Sophie. Das Leben wird von komplizierten und/oder frustrierten Menschen sinnlos kompliziert.

  • Fred Baumann

    Sie schreiben “Jeder nach seinem Gusto und Möglichkeiten!”, beschränken sich dann aber auf die Frau. Warum soll ein Mann Sex haben, wenn er keinen Spass dabei hat?
    Und noch etwas: man muss nicht zwingend “keinen Spass” dabei haben um es nicht mehr zu tun. Aber das Leben kann weit mehr bieten als ein Spass zu erfahren. So ist das zumindest in meinem Fall: Ich hatte immer Spass beim Sex und hätte ihn vermutlich heute noch. Bloss kenne ich heute andere Dinge, die mir mehr geben als ein bisschen Spass.
    Das ist bei mir weder religiös motiviert noch lebe ich aus Prinzip asketisch. Es ist eher wie mit Alkohol oder Drogen: Ich kann, ich darf aber ich muss nicht mehr und das empfinde ich als extrem befreiend!

  • Fred Baumann

    Diese “Standschäden” müssten Sie mir jetzt aber mal genauer erläutern.
    Aber wenn Sie im Sex bloss eine Notwendigkeit sehen wie beim Ölwechsel, sind Sie vermutlich immer noch auf der Suche nach dem ultimativen Erlebnis. Ich lasse den Ölwechsel längst durch meinen Garagisten ausführen wink

  • Fred Baumann

    Wer dieses Thema mit Geburtenrate oder gar Darwin in Verbindung bringt, dem möchte ich zwei Aspekte entgegenstellen:
    – Zwei, drei Kinder zeugen hat mit einem Sexualleben so gut wie gar nichts zu tun und kann auch ohne Spass oder gar mit Ekel geschehen.
    – Der Mensch durchläuft in seinem Leben verschiedene Entwicklungsphasen. Was bringt (rein evolutionstheoretisch) ein Fortpflanzungstrieb nach abgeschlossener Familienplanung? Oder warum sorgt sich umgekehrt niemand, wenn bei einem Kind der Saugreflex nachlässt wenn die Stillzeit vorüber ist?

  • Name

    Es kommt nicht darauf an, dass es was bringen müsste, aber es kommt darauf an, dass es keine Fortpflanzung verhindert.

  • Gattopardo

    Asexualität als neuer Trend, das sagt doch schon alles. Da werden sich viele interessant machen wollen , die sich dann aber doch selbstbefriedigen müssen. Das ist dann aber nicht echte Asexualität, sondern asoziale Sexualität.  Und asoziales, eigenes Verhalten passt durchaus in diese Zeit. Endlich kommts auch im Sex an. lol

  • Fred Baumann

    @Name: Was meinen Sie mit “es”?

  • Marie-Anne

    Kein Sexleben zu haben muss nicht heissen, asexuell zu sein. Es kann einfach auch daran liegen, dass keiner da ist, der frau wirklich gefällt. Lieber keinen als den Falschen. Nichts ist so traurig wie Sex mit einem Mann, der einem im Grunde egal ist, oder den frau eigentlich gar nicht begehrt. ‘Keinen Mann um jeden Preis’ hiess mal ein Buch von Shere Hite. Dieser Grundsatz gilt für mich immer noch.

  • Eliane Schneider

    sie schreiben: “Dabei ist Asexualität die vierte sexuelle Orientierung neben der Hetero-, der Homo- und der Bisexualität.” ich würde das so schreiben:  Dabei ist Asexualität die fünfte sexuelle Orientierung neben der Hetero-, der Homo- und der Bisexualität und der ‘Auto’erotik.

  • p.müller

    alles im leben ist auf den geschlechtsakt fixiert. “der schönste tag im leben der frau)”, im happy end fast jeden filmes, der preis am ritterturnier,usw.
    eigentlich müsste es das höchste aller gefühle sein;aber es gibt auch fein essen, fussmasagen, drogen und drogenexzesse, gute bücher, gute filme, ein toller schwumm im see, fitness, bodybuilding, meditation, alkohol, zigaretten usw.
    vieles im übermass ungesund……aber schön.
    also wieso nicht auf sex verzichten und sich mal was anderes gönnen?

  • Fränzi

    Darum ist mir nicht ganz klar ob sie NATHALIE SASSINE-HAUPTMANN die Autoerotik bei allen vier Orientierungen einfach dazutut, als Blindläufer, wenn sie da ist ist sie da, aber die Erinnerung darüber schliesst sie aus. Es ist nicht ganz klar ob Asexualität auch keine Autosexualität ist.

  • Dario

    Der Artikel ist ziemlich wirr geschriebeb. Selbst wenn Asexualität eine eigene Orientierung ist, hat das absolut nichts mit Leuten zu tun, die mal ein paar Jahre lang asexuell leben, weil es gerade “in” ist. Genauso wie ein hetero nicht einfach ein paar Jahre lang schwul werden kann (und umgekehrt). Ausserdem sehe ich nicht ein, weshalb man freiwiilig auf Sex verzichten soll. Immerhin ist es das Natürlichste der Welt!

  • Nameschön

    Das, was man vom evolutionstheoretischen Standpunkt aus ergründen und begründen will.

  • schönername

    Das Buch lesen wohl die Frauen, die zu blöd waren selber auf diese Selbstverständlichkeit zu kommen.

  • gattopardo

    Wieso überhaupt verzichten? Man kann sich auch alles zusammen gönnen. smile

  • K.A. Barett

    Ich sehe das auch so, Dario. Weil die Printmedien heute stark zu kämpfen haben, besteht der Drang, alles in Grund und Boden zu schreiben; auch den Sex. Damit werden wir aber zu einer Gesellschaft von Neurotikern, die nicht mehr wissen, wie ihnen geschieht. Einfach entspannt zu leben, haben viele längst verlernt. Das Natürliche, wie den Sex, einfach zu geniessen, oder ihn z.B. temporär auch sein zu lassen, ohne gleich darüber ein Buch zu schreiben, ist scheinbar nicht mehr möglich. Ein Buch zu schreiben hat auch, oder sogar ausschliesslich, kommerzielle Hintergründe. Manchmal hat man das Gefühl, die Gesellschaft hechelt mental völlig ausgepumpt Richtung kollektivem Burn Out.

  • hans

    Schade – wenn ich mir die Authorin so ansehe, kann ich nur sagen – welche Verschwendung.

  • Luisa

    Offen gesagt, praktiziere ich d.Jungfräulichkeit schon seit 2 Jahrzehnten. “Freiwillig”. Die “” , weil ich d. Murks mit d.Männern einfach nicht mehr mitmachen will. Mami spielen bei einem Grossmaul, das alles besser weiss u.kann, aber beim kleinsten Problem mir d.Lösung überlässt – nein Danke! Der Preis ist zu hoch für das bisschen Sex.
    Seitdem höre ich jeden Tag d.Vögel singen, sehe d.Blumen blühen u.laufe nie mehr “halbiert” durchs Leben.
    Mein Leben ist zu kurz, zu schön und zu interessant, um es mit Männern zu vertrödeln…

  • Luisa

    Dass aber das Gegengeschlecht einem den Sex vermiesen könnte – daran denkt ein Mann natürlich nicht, weil er mit dem Ersatzgehirn denkt…

  • Patrick

    Dass die Asexuellen nicht im Gespräch sind, scheint logisch, auf Dauer sorgt die Evolution für ihre Irrelevanz.

  • Luisa

    Diese Verschwendung ist systemimmanent, lieber Hans! Im Privaten, Politik und Wirtschaft wird auf Frauen “verzichtet”, weil die Männer die Konkurrenz fürchten u. ein paar Vorurteile revidieren müssten.
    Wenn d.Herren es endlich über sich bringen könnten, Frauen als gleichWERTIG anzusehen, wäre Vieles anders = besser, denn viel schlimmer kann’s ja nicht mehr kommen.
    Haben Sie den männlichen Aufschrei wegen der Quoten in VR gelesen?! Da brechen alle Vor-Urteile über Frauen, die ganze Verachtung u.Hass hervor.
    Was Wunder, wenn sich Frauen zurückziehen..?

  • Nathan

    Habe gar nicht gewusst, dass Asexuelle eine Ausnahme sind… in der Schweiz sind sie doch eher die Regel, oder?

  • deez nuuuts

    hört sich für mich eher nach einem frustrierten leben an wink

  • phil

    Liebe Clack-Online-Redaktion. Da versuchte ich den maennlichen Zeitgenossen hier unten adaequat zu entgegnen (Patrick, Ihr Einwand ist toll! wink ) und prompt erscheint eine lapidare Fehlermeldung: “Das abgeschickte Formular enthielt folgende Fehler: Computer says your input might be spam, so it is discarded.”
    Schono bloed. Damit isch clack.ch fuer mich bis uf wiiteres gschtorbe.

  • Hannes Müller

    Ja, die gibt’s. Und jetzt?
    Aber man sollte Asexuelle nicht verwechseln mit Frustrierten.

  • Dario

    @ Luisa: Vielleicht solltest du auch einfach eine etwas differenziertere Sicht auf die Dinge entwickeln. Lange nicht alle Männer sind Egoisten im Bett. Mir z.B. (und vielen anderen, jungen Männern) ist die Befriedigung meiner Partnerin wichtiger, als die Eigene. Und der Seitenhieb mit dem Ersatzhirn ist einfach daneben. Das ist, als ob ich behaupten würde, alle Frauen seien pauschal irrationale, hysterische Östrogenmonster. Nur dass das bei mir als höchst sexistisch taxiert würde, während solche Bemerkung von Frauen als völlig okay gelten.

  • Nicole

    Liebe Luisa

    Kann mich dem nur anschliessen.

  • Sophie Wisdom

    Die biologische Funktion der Sexualität ist Fortpflanzung. Evolutionär gesehen sind daher jene Menschen erfolgreich, welche Lust an der Sexualität empfinden.
    Weil nur diese betätigen sich sexuell und erfüllen damit die Voraussetzungen zur Fortpflanzung.
    Menschen, welche asexuell oder von der Sexualität angewidert sind, pflanzen sich tendenziell nicht fort und sterben daher mit der Zeit aus.

  • Ben

    Liebe Luisa. Hoffentlich können Sie diesen Männerhass irgendwann einmal ablegen. Das Leben ist zu kurz dafür…

  • hans

    was meine Aussage nun mit der Frauenquote zu tun hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sind Sie – liebe Luisa – hier etwa im falschen Blog? Abgesehen davon, spricht die Authorin m.E. nicht nur von Frauen, welche keinen Sex wollen, sonder bezieht hier (hoffentlich) solche Männer auch mit ein. Auch wenn Frau vielleicht denkt, das gibt es nicht!

  • Nathan

    Nathan der Waise empfiehlt Sophie Wisdom den Film “Idiocracy”. Man vergisst übrigens gerne, dass auch jene Individuen, welche sich fortpflanzen zur Sterblichkeit neigen, geschweige, dass deren Nachwuchs vielfach lustlos und zufällig gezeugt wurde, was mich zur gewagten These bringt, dass Sex und Fortpflanzung nichts miteinander zu tun haben. Ich wünsche Ihnen sehr viel evolutionären Erfolg!

  • hans

    was für ein Frust!

  • hans

    @Luisa: “Ersatzhirn”? Meinst du das im Kopf? *lol*

  • Fränzi

    Was ich mich frage, weil es in diesem Artikel nicht angesprochen wurde, ist Asexualität wirklich Asexualität oder ist Autosex darin enthalten, ist Asexualität nur auf Beziehungen gerichtet oder auch auf sich selber?

  • Ihr Name : John

    Jeder nach seinem Gusto und Möglichkeiten! Die Orgasmusfähigkeit der Frauen ist so verschieden, dass auch eine O Nummer dabei sein kann.  Wenn die Frau zu ihrer Asexualität steht und den Partner nicht täuscht sehe ich da überhaupt kein Problem.  Warum soll eine Frau Sex haben, wenn sie kein Spass dabei hat?
    John

  • Gerda Schuurman

    Wieso ist es für uns so enorm wichtig zu wissen wie man sexuell geartet ist? Noch nie wurde gefragt ob es auch Frauen und Männer gibt die keine Pulli’s mehr stricken, bzw. nie gestrickt haben und auch keine Lust dazu haben?

  • Markus Schneider

    Blabla von wegen “letztes Tabu”. Bei den Tamedia-Redaktoren wird doch jede Woche das letzte Tabu entzaubert. Zeit, sie alle endlich fristlos zu entlassen und sie von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe auszuschliessen, damit sie endlich mal was vernünftiges arbeiten gehen.

  • Markus Schneider

    A-, Bi- und Homosexualität verdienen den Namen “Sexualität” doch gar nicht, sondern sind blosse Krankheiten.

  • Markus Schneider

    Nicht vorhandene Libido ist ein Fall für Krankenhaus und Psychiater. “Asexuell” zu sein heisst doch bloss, eine körperliche oder geistige Störung schwersten Grades zu haben.

  • Markus Schneider

    Bei Deinem Alter ist die Jungfräulichkeit mit Sicherheit keine schwierig durchzuhaltende Übung.

  • Sohn des Mars

    Also das mit den “Standschäden” hätte ich jetzt schon auch gern erklärt, einfach aus Neugier… grin

  • Sohn des Mars

    Das liesse sich so aber auch nicht nur von Frauen über Männer sagen, sondern auch umgekehrt… Nichts ist so uninteressant wie Sex mit einer Frau, die das Gefühl hat, wenn sie sich auf den Rücken legt, die Beine spreizt und sich tot stellt, wäre das genug, um im Manne Begehren auszulösen und ihn zu Höchstleistungen anzuspornen.
    In diesem Sinne: “Keine Frau um jeden Preis” stimmt genauso.

  • Dario

    Ja, Fränzi, Asexualität ist wirklich Asexualität. Das bedeutet, dass man sich auch nicht selbst befriedigt. Deshalb schrieb ich in meinem Post etwas weiter unten auch, dass die Autorin des Artikels keine Ahnung von Asexualität hat. Asexualität hat nicht mit “ich habe heute keine Lust” oder “ich will fünf Jahre lang auf Sex verzichten, weil es gerade trendy ist” zu tun. Richtige Asexuelle verspüren nicht nur keine sexuelle Begierde, sich können sich auch nicht vorstellen, wie sich solche anfühlt. Wenn du eine asexuelle Person z.B. fragst “findest du XY attraktiv/heiss?” kann dir der/die keine Antwort geben, weil sie das Gefühl dazu schlichtwegs nicht kennen. Hat wirklich absolut nichts mit Abstinenz zu tun.

  • Fränzi

    Danke für die Antwort, Dario. Es ist nicht einfach sich das vorzustellen, aber interessant. Die Liebe zu einem Menschen kann dann doch entstehen auch wenn sie keine körperlichen Auswirkungen auf den Sexualbereich hat. Es ist bestimmt nicht einfach für beide, wenn die Liebe gegenseitig ist und das Gegenüber sich sehnt nach Sexualität mit der Liebsten oder dem Liebsten und man selber asexuell veranlagt ist. Die Liebe kann sehr darunter leiden, wenn man es falsch interpretiert und nichts darüber weiss.

  • iDIOT

    a) Sexualitaet ist zwar kein Tabuthema, sie ist aber absoluteste Privatsache!
    b) Es hat niemanden etwas anzugehen, wie andere mit Ihrer Sexualitaet umgehen, solange sie nicht – gesellschaftlich relevant(!!) – auffaellig/straffaellig werden
    c) Sexuelle Erziehung obliegt in erster Linie den Eltern (da kein Tabuthema mehr, soll Sexualitaet aber auch in der Schule unterrichtet werden)
    c) Sexuelle Praeventions-Hysterie hat in der Gesellschaft nichts mehr verloren
    d) Sexueller Missbrauch (aktiv und effektiv begangen) ist hart zu bestrafen

  • Fränzi

    Markus Schneider, Sie scheinen alles Sexuelle was nicht in Ihr Konzept passt als krank abzutun, es zeigt viel mehr über Sie als Sie wahrhaben wollen. Ich denke Ihre Software ist etwas beschränkt und bedarf einem Update.

  • asexueller

    wie interessant, wie hier vorurteile publiziert und dumme sprüche gemacht werden.
    pauschalisierung von asexualität und deren entstehung.  keine ahnung, aber dumme sprüche klopfen.
    es gibt verschiedene formen von asexualität. es ist keine entscheidung nun “asexuell”  zu sein. und “asexuell” zu sein, heisst nicht umbedingt nicht sexuell erregt zu werden und einen höhepunkt zu geniessen.
    also, liebe kritiker und spöter – lebt bitte weiter in eurer selbstgestrickten realität mit eurer voreingenommenen meinung!!

  • Arthur King

    Sehr, sehr Schade wenn Körper und Geist so getrennte Wege gehen. Zugegeben, es ist ein bisschen Glückssache die richtige Beziehung zu finden, aber Asexualität, platonische Liebe, das ist die Energie der Priester und der Nonnen. Es kann zwar Gutes im Sinne der allgemeinen Philanthropie hervorbringen aber für sexuell aktiv und zufrieden Lebenden kaum vorstellbar wie man das seelisch aushalten kann.  Wir dachten, diese einst in der Mode stehenden und Heiligkeit versprechende Abartigen Lebensstil schwindet langsam dahin.  Niemand soll bitte von einer über-sexualisierten Zeit reden, die sexuelle Freizügigkeit wurde hart umkämpft und wird noch immer von allen Seiten bedroht, so wie wieder dieser Beitrag versucht die Asexualität zu verharmlosen und spruchreif zu machen. Bitte nicht als Tugend hochstilisieren, denn wir würden viele das Glück der Liebe nehmen und der gelebten Sexualität, was LEBEN und dessen Ursprung ist, die höchste Qualifikation wegnehmen. Asexualität darf für mich gerne ein Tabu und Randerscheinung bleiben. Die Probleme der gelebten Asexualität haben wir mehr als genug gesehen.

  • EricRalph

    Sexualität dient primär der Fortpflanzung wie wohl jeder weiss. Ein Climax, ohne dass es zu Sexualpraktiken kommt ist durchaus möglich, z.B. indem man diese spezielle Energie transzendiert. Ekstatische Zustände können dann weitaus intensiver und tiefer sein, als alles bisher empfundene. Unsere Physis ist so aufgebaut, dass Aussscheidung und Fortpflanzung nahe beieinander liegen, sodass etwas `Magnetisches` – nicht zuviel und nicht zuwenig – unabdingbar ist, sonst existierten wir schon lange nicht mehr. Sind wir in der Lage auf die Funktionen der Hypophyse Einfluss zu nehmen, gelangen wir in derartige, oben beschriebenen Regionen. Yoga wäre e i n geeigneter Weg. Das Thema Kundalinikraft spielt dabei eine grosse Rolle.

  • Susanne Müller

    Dein Kommentar – liebe Luisa – finde ich prima! DANKE

  • Susanne Müller

    Ach – lieber Hans – sie möchte einfach auch nicht schweissgebadet damit “fertig” sein – will keine Zigarette “brauchen” müssen und die Frage sich gefallen lassen: “wie war ich??” (oberdoof!) mit einem durchtränkten Lacken – von dem Sperma des Mannes oder dem, was in der Muschi keinen Platz fand, oder wieder herausquoll – und mit – eventuell – Urin – etc.etc., die Bettwäsche muss wieder gewechselt werden – es ist einfach nur mühsam – dies ALLES??? für ein “paar Sekunden” ? von was??
    das schreibt eine fröhliche, zufriedene, glückliche Frau – auch ohne jeden Tag Sex!!! unbegreiflich für mich, dass dies in den Männerhirnen so schwer “Platz” findet??
    es gibt 1000 schönere Dinge wie Sex

  • Susanne Müller

    das schrieb ich eben auch..DANKE!

  • Tomas

    Wenn jemand ein einziges mal im Leben erfahren durfte, wie sich guter Sex anfühlt, wird man es nie freiwillig missen wollen – ausser der Körper funktioniert plötzlich nicht wie er soll.
    Das betrifft Frauen wie Männer gleichermassen.
    Und am lustigsten ist es zu erleben, wenn das einer Frau nach Jahrzehnten unbefriedigender Fummelei zum ersten Mal passiert grin

  • Melissa

    es ist doch nur sex! man kann oft welchen haben, oder seltener. man kann ihn wichtig finden, oder nicht. zweifellos haben wir diesen urinstinkt zur fortpflanzung in uns, die einen mehr, die anderen weniger. aber heute geht es für uns menschen nicht mehr nur um überleben und fortpflanzung. unser leben ist vielfältiger und anspruchsvoller, es geht nicht mehr nur um essen, schlafen und fortpflanzung. sex ist doch heute höchstens ein kleines nebengeräusch im abwechslungsreichen konsumalltag, dem man je nach ganz individuellem bedürfnis mehr oder weniger bedeutung zumessen kann. nichts weiter.

    aber heute wird man zugetextet mit studien über “normales” sexualverhalten oder neue sexpraktiken und zugemüllt mit aufreizenden bildern. schon als teenager ist man unter druck, weil man möglichst früh möglichst viele erfahrungen gemacht haben muss. sexualpraktiken sind überdies vielfältig und die motive so unterschiedlich, dass sich ein wahrer dschungel an möglichkeiten auftut. alles, was bleibt, ist totale überforderung und das andauernde gefühl, sex in allen facetten müsste unweigerlich ein fester und zentraler bestandteil des eigenen lebens sein. wenn es nicht so ist, dann lügen wir unserem umfeld sogar etwas vor, weil wir glauben, nicht der norm zu entsprechen. ich finde es wirklich schlimm, dass man leute, die keine lust auf sex haben, als “asexuell” betitelt, was krankheit und abnormität auf lebenszeit suggeriert.

    vielleicht wäre es an der zeit, die ganze sexthematik auf ehrliche weise zu enttabuisieren und das (liebes)leben als ganzes mit allen teilen (inklusive sex) zu betrachten. dann verliert körperliche liebe diese zentrale bedeutung und wird wieder zum punktuellen bedürfnis, das sich je nach mensch eben wandeln kann. und dass man dann auch ohne druck geniessen kann.

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