Clack

Razzia gegen Schweizer Pussy-Riot-Show

Regisseur Milo Rau inszenierte in Moskau eine Gerichtsshow um den Fall der russischen Punkband. Dann kam die Polizei.

Von Clack-Team

Twittern

1 von 2

Razzia bei Kulturspektakel in Moskau gestern Sonntag: Uniformierte des russischen Migrationsdienstes unterbrechen kurz nach Mittag ein Theaterstück um die inhaftierte Punkband Pussy Riot. Ihr Ziel: der Schweizer Regisseur Milo Rau, bekannt für politisches Theater. Er ist zu Gast im Sacharow-Zentrum mit seiner Gerichtsshow «Die Moskauer Prozesse». Es ist die bisher aufwendigste kulturelle Aufarbeitung des Skandals um Pussy Riot sowie andere Prozesse gegen Künstler, die mit russisch-orthodoxen Gläubigen und mit dem Staat über Kreuz liegen. Das vermeldete heute die Deutsche Depeschenagentur dpa.

Ensatz wegen Bagatelle

Vor der Razzia war das auf Bewährung aus der Haft entlassene Pussy-Riot-Mitglied Jekaterina Samuzewitsch zu Wort gekommen. Dabei trat die 30-Jährige für das Recht auf freie Meinungsäusserung ein.

Regisseur Rau sprach von «absurden Vorwänden». «Das zeigt, wie es ist», sagte er gegenüber dpa. Rau konnte gegenüber den Polizeibeamten die in Russland nach der Einreise vorgeschriebene Registrierung nicht vorweisen. Die Ausländerbehörde verwarnt ihn. Die  Show ging dann jedoch weiter.

(Visited 54 times, 1 visits today)
News Pussy Riot