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Pilotin oder Prinzessin?

Clack lanciert eine neue Kolumne: Meret Steiger ist unsere Teilzeitprinzessin, die Sie jede Woche mit einer Kolumne inspirieren wird. Lesen Sie jetzt: Weshalb sich die Teilzeitprinzessin eine Karriere als Männerbeauftragte vorstellen kann.

Von Meret Steiger

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Seit ich denken kann, wechseln meine Berufswünsche ungefähr im Halbjahrestakt.

In der Unterstufe wollte ich mit meiner Freundin eine Tierarztpraxis aufmachen – wohl hauptsächlich, weil ich ein «Tierärztin Barbie»-Computerspiel hatte. Danach stand Rennfahrerin ganz oben auf meiner Berufswahl-Hitparade, was wohl sehr direkt mit meiner Leidenschaft für schnelle Achterbahnen zusammenhing. In der Mittelstufe habe ich angefangen zu zeichnen und wollte dann Modedesignerin werden – was allerdings an meiner völligen Talentfreiheit in Sachen Nähen gescheitert ist.

Kurz darauf wollte ich Architektin werden wie der Papa. Der hat mich dann aber darüber aufgeklärt, dass es nicht reicht, sich in schicke, schwarze Klamotten zu hüllen, sondern dass man auch noch was von Geometrie und Mathe verstehen muss. Und das ist nicht gerade mein Fall. In der Sek wollte ich Coiffeuse werden, was mir aber aufgrund «zu guter Qualifikationen» von allen Seiten ausgeredet wurde.

Schlussendlich machte ich das, was alle tun, die sich für nichts entscheiden können: das KV. Irgendwann während meiner Lehre keimte dann aber ein neuer Berufswunsch auf: «Mama, ich will Journalistin werden. Wie du. Imfall.» Darauf sie: «Kind, willst du nicht was Richtiges lernen?» Anyway. Vielleicht bin ich jetzt ja auf dem Weg dazu?

Was ich sagen will: Für mich gab es nie eine Trennung zwischen «männlichen» und «weiblichen» Berufen. Nie habe ich auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass ich aufgrund meines Geschlechts für einen Beruf nicht qualifiziert sein könnte – warum auch? Wie alle Kinder von emanzipierten Müttern (und Vätern) wurde mir von klein auf vermittelt, dass Berufe kein Geschlecht haben und ich, sofern es meine Fähigkeiten erlauben, lernen kann, was immer ich will. Und das galt für mich genau so wie für meine Freundinnen und Freunde, mit denen ich – geschlechterunabhängig – Barbie gespielt und Hütten gebaut habe.

Kurz: Für mich war immer klar, dass ich Ober-Helikopterpilotin bei der Armee oder Prinzessin werden kann. Oder im Zweifelsfall grad beides. Yeah! Ich würde mit rosa Rüschchenkleid und Krönchen im Tarnfarbenheli einfach umwerfend aussehen. Obwohl, für Rüschchenkleider bin ich eigentlich zu alt und was habe ich als Pazifistin in einem Armeeheli zu suchen? Aber es gibt ja noch genug andere spannende Jobs.

Zürich beispielsweise sucht gerade einen neuen Männerbeauftragen. Hey, das wäre doch was für mich! Mit Männern kann ich gut. Und im Sinne der Gleichstellung wäre es nur vernünftig, wenn dieser Job von einer Frau übernommen würde. Darum lieber Kanton Zürich: Hiermit bewerbe ich mich als Männerbeauftragte. Meine Qualifikation? Gleichstellung ist für mich in jedem Lebensbereich etwas völlig Selbstverständliches.

Meret Steiger, 21, Autorin, ist sowohl Mädchen als auch gestandene Frau und arbeitet zur Zeit bei Fernsehsender Tele Züri als Inputerin. Wenn sie nicht gerade in der Badewanne sitzt, ihre Schuhe zählt oder George Clooney anhimmelt, richtet sie ihren scharfen Blick und ihren Sinn für Humor auf die kleinen Alltäglichkeiten, mit denen sie sich herumschlagen muss.

Teilzeitprinzessin


Kommentare

  • Sandra Berner

    Spannend, mal die Optik kennenzulernen einer jungen Frau… Bin gespannt auf das nächste Thema!

  • Ria Eugster

    Da bin ich auch gespannt. Vielleicht sind uns die Jungen in diesem Punkt schon etwas weiter? Und müssen nicht mehr um Errungenschaften kämpfen, die wir schon haben?

  • Rico Killer

    Gut, dann möchte ich gerne Amme werden….

  • Fränzi Blumer

    Womöglich wird ihnen da Ihr Nachname zum Handycap, Herr Killer. Nicht das Geschlecht. Aber den Namen können Sie ja bei einigem guten Willen noch ändern – im Gegensatz zum Geschlecht.

  • Meret Steiger

    Es gibt Still-BHs für Männer. Vielleicht lässt sich da ja was machen smile

  • Rico Killer

    Wirklich? Das könnte die Lösung sein! Ich fordere dann aber gleich noch eine Quote für männliche Ammen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass ich als Mann in diesem Metier die gleichen Chancen wie Frauen bekomme….. Gell, Réda.

  • Berufsberater

    Willst Du nicht besser was richtiges lernen? Noch ists nicht zu spät

  • Sabrina

    guter Anfang, gute Ansätze, bin gespannt auf nächsten Freitag…

  • Réda Philippe El Arbi

    Kein Problem, Rico. Wir kaufen dir zwei Schoppen und bringen, schnippschnapp, mit einer grossen Schere oder zwei Hämmern, deinen Hormonhaushalt ins Gleichgewicht für diesen Job. Dann brauchst du auch keine Quote. Dann hast du ja die gleichen Vraussetzungen und der freie Markt kann entscheiden. smile

  • adrian

    Absolut standard sorry… so denkt jede gefestigte junge Frau die was erreichen will im leben. boring!

  • Meleana

    Und warum stehen dann die typischen Frauenberufe wie Coiffeuse, Kleinkindererzieherin, Arztgehilfin oder Pharmaassistentin immer noch ganz oben auf der Berufswahlrangliste von jungen Frauen? Das alles sind Berufe, die in der Regel wohl nicht gerade als Sprungbrett für eine steile Karriere gelten.

  • mira

    Yep, so bin ich auch aufgewachsen. Obwohl 15 Jahre älter smile Aber Männerbeauftragter…. naja da kann ich mir Spannenderes vorstellen… (ich würde auch keine Frauenbeauftragte sein wollen)

  • adrian

    darum schreibe ich ja, dass jede gefestigte Frau, die etwas erreichen will, so denkt!

  • adrian

    darum schreibe ich ja, dass jede gefestigte Frau, die etwas erreichen will, so denkt!

  • Max

    Was für ein Gebrabbel auf unausgereiftem Oberstufenschülerinnen-Niveau…….

  • Sohn des Mars

    Dein Kommentar zeugt jetzt auch nicht wirklich von geistiger Reife oder einem besonderen intellektuellen Anspruch…

  • Monica

    Langweilig. In ein paar Jahren vielleicht nochmals versuchen, denn mit 21 eine gestandene Frau sein? I don’t think so.

  • Danger

    Die echten Herausforderungen bei der Gleichstellung kommen mit dem Eltern werden! Nicht mit 21!

  • Sarah

    bitte zurück ins rüschchenkleid. nicht gestanden, doch humorbefreit.

  • Giampiero

    Weiter so. aber auch neue Einsichten publizieren.

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