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Mr. Mom im echten Leben

In immer mehr Partnerschaften verdient sie mehr als er. Neue Studien zeigen, mit welchen Folgen.

Von Nina Toepfer

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Die neue Rollenverteilung gewinnt immer mehr Boden, aber nicht immer nur zum Glück der Paare. Immer mehr Frauen verdienen mehr als ihre Männer – in den USA in einem Fünftel aller Ehen -, doch manche Paare haben damit emotional zu kämpfen.

«The Power Mom Backlash» auf Thedailybeast.com berichtet nicht nur über die ideale Ehe von Brendan und Jennifer – sie verdient als Anwältin mehr denn er als Lehrer; sie putzt, er kocht und näht, beide betreuen ihren dreijährigen Sohn. Auch Spezialisten kommen zu Wort, etwa der Direktor des National Marriage Project, der feststellt, es habe sich in der Ehe und bei Gender-Rollen wohl vieles verändert, aber doch bleibe – sowohl bei Frauen wie bei Männern – das Gefühl bestehen, der Mann habe der Hauptversorger zu sein.

Der Artikel referiert ausserdem Studien darüber, wie Männer sich nicht nur weniger glücklich in ihrer Ehe nennen, wenn sie weniger arbeiten als ihre Frauen. Männer, die «emotional abhängig» seien von ihren Frauen, würden sie auch eher betrügen. Zahlen der Standford University, die bald publiziert werden, belegen ausserdem, dass arbeitslose Männer und mögliche Scheidungen in einem Zusammenhang stehen.

Eine Soziologin an der Rutgers University will sogar herausgefunden haben, dass gut verdienende Männer in ihren Fünfzigern, deren Frauen mehr verdienen als sie, mehr gesundheitliche Probleme haben. Warum? «Der Druck, der Hauptverdiener sein zu müssen, aber dem Ideal nicht zu entsprechen.»

Auch Frauen, so «The Power Mom Backlash» weiter, haben mit der neuen Identität zu kämpfen. Auch sie hängen an den Stereotypen der männlichen Rolle, besätigt eine Psychologin. Ausserdem sähen selbst stark berufsorientierte Frauen «Opting out», also berufliches Aussteigen als ein «Geburtsrecht an oder etwas, das ihnen zusteht».

Wir wissen: Noch immer gehört die neue Rollenverteilung zur unkonventionellen Partnerschaft, aber sie ist im Kommen. Nur: die traditionellen Rollenbilder sind es auch – wieder. Vielleicht lässt sich auch das Glück von Brendan und Jennifer einmal in Zahlen fassen? All das mit dem Ziel, dass dereinst die wirklich freie Rollenwahl gilt?

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