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Moslems und das westliche Vorurteil

Rhea stammt aus einer gemischten Familie – Vater Christ, Mutter Muslima – und ist bekümmert über all die Vorurteile, die in den Köpfen eigentlich gut gebildeter Bekannten herumschwirren.

Von Rhea Schlager

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Als einer dieser Menschen ohne Religionsbekenntnis haben mich Religion und die dazugehörigen Fragen und Antworten nie wirklich interessiert. Auch meine Eltern, mein Vater als aus der Kirche ausgetretener Christ und meine Mutter als Muslima, haben mich nie in meinem Denken beeinflusst und gaben mir die Möglichkeit meine eigenen Entscheidungen zu treffen, wenn es um dieses Thema ging. Und doch habe ich, durch Familie, Freunde und Schule, etwas Ahnung, wenn es um die verschiedensten Religionen geht. Umso mehr erschrecken mich Menschen, die behaupten, eine bestimmte religiöse Gruppe sei das Übel unserer Zeit. Gerade sind ja die Moslems im Fokus.

Auf die Idee für diesen Artikel bin ich gekommen, nachdem ich mir einen zirka zehnminütigen Ausschnitt der US-Talkshow «Real Time with Bill Maher» angesehen habe. Zu sehen sind neben dem Moderator unter anderem der Autor Sam Harris und der Schauspieler Ben Affleck, deren Meinungen nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Harris auf seiner beharrt, alle Muslime seien grundsätzlich radikal, das läge an der Religion, verzweifelt Affleck daran, dem Gast und auch dem Moderator klar zu machen, dass ihre Ansichten von Muslimen undifferenziert und einfältig sind.

Abgesehen von diesem Ausschnitt habe ich mir schon oft solche Aussagen anhören müssen und bin wirklich enttäuscht über die mangelnde Bildung dieser Menschen. Denn jeder, der sowas behauptet, hat meiner Ansicht nach kein bisschen Allgemeinbildung, sondern versteckt sich hinter praktischesn Vorurteilen, um sich nicht selbst Informationen zu holen. Ebenso ist es mit manchen Zeitungen und TV-Sendungen, die mithilfe von Sensation, Einfachheit und Identifikation Unwahrheiten behaupten, um die sogenannten «Nachrichtenfaktoren», die Quote ringen, abzudecken. Abgesehen davon kann sowieso kein Bericht objektiv sein. Denn egal ob Kameramann, Fotograf oder Journalist, jeder Vertreter der Medien spiegelt seine Meinung (nicht selten, ohne es zu wollen) in seiner Arbeit wider. Schon das allein muss für den Rezipienten ein Ansporn sein, nicht alles zu glauben, was in den Medien gesagt und geschrieben wird.

Wenn ich also an das Bild der Muslime denke, kommen mir gastfreundliche Menschen in den Sinn, die vielleicht fünf Mal am Tag beten, oder auch nicht. Ich denke an Menschen, die gerne mal Schweinefleisch essen und den Gedanken an Schweine, die Krankheiten verbreiten, hinter sich gelassen haben. Vor allem aber denke ich daran, dass es zwischen Muslimen und Christen oder auch Buddhisten keinen Unterschied gibt. Es ist egal, welche Religion jemand hat, es sind alle Menschen mit gewissen Bedürfnissen, mit Vorlieben und mit Schwächen.

Warum gibt es also Behauptungen, Muslime seien grundsätzlich aggressiv in ihrer Religionsausübung? Wenn in den Medien von Terroristen die Rede ist, dann sind meistens Muslime gemeint, die eine radikale Idee durchsetzen wollen. Auf das Ergebnis bin ich bei meiner wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema gekommen. Das Wort «Terrorist» wird zum Synonym für langbärtige Männer mit Turban, die sich Bomben um die Taille schnallen. Dieses Wort wird also sofort mit dem Bild eines Muslims in Verbindung gebracht – und somit den Hass gegen diese Menschen schürt.

Nun ist es aber die IS, die in jedem Nachrichtenbericht erwähnt wird und die Angst und Schrecken verbreitet. Wenn auch alle Anhänger dieser Organisation Muslime sind, ist der Umkehrschuss dämlich: «Es gibt Terroristen, die Muslime sind. Muslime sind Terroristen». Irgendwie schaffen es also die radikalen Anhänger der IS (vor allem jungen) Menschen ihre Ideale einzutrichtern um ihre Anhängerschaft zu vergrössern. Dabei ist der Grundgedanke der IS nicht die Verbreitung der Religion, sondern die der radikalen Ideale, die sie vertreten. Kein anderer normaler Muslim würde solche Ansichten und Meinungen teilen. Was ist aber jetzt mit all den anderen bösen Menschen, die ihre Religion nutzen, um an das zu kommen, was sie wollen? Dabei denke ich an die christlichen Priester, die kleine Jungen vergewaltigen, hinterrücks aber die zehn Gebote der Bibel predigen, während andere Gläubige so ein Verhalten einfach nur widerwärtig finden.

Ich will einfach nur zeigen, dass man mit gewissen Aussagen vorsichtig sein sollte. Ideologien einer radikalen Gruppe sind nciht mit dem Glauben einer ganzen Religion gleichzustellen. Für mich gibt es keine bösen Muslime, Christen oder sonst was. Für mich sind nur Menschen böse, die auch Böses tun – unabhängig von ihrer Religion.

Rhea Schlager ist Mittzwanziger-Studentin, Hobbybloggerin bei «r[h]ealized» und freie Journalistin. Wenn sie nicht gerade in die Tiefen mancher Liebesromane eintaucht oder von Schokolade träumt, hält sie euch mit unverblümten Artikeln auf dem Laufenden.

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Rhea Schlager

Rhea Schlager ist Mittzwanziger-Studentin, Hobbybloggerin bei «r[h]ealized» und freie Journalistin. Wenn sie nicht gerade in die Tiefen mancher Liebesromane eintaucht oder von Schokolade träumt, hält sie euch mit unverblümten Artikeln auf dem Laufenden.


Kommentare

  • Tomas

    “Warum gibt es also Behauptungen, Muslime seien grundsätzlich aggressiv in ihrer Religionsausübung?”

    Weil es praktisch zu 99,9% nur Muslime sind, die heutzutage Terrorakte im Namen der Religion ausüben. Weil nur Muslime den Anspruch erheben, die ganze Welt müsste ihrer Religion beitreten. Und weil nur Muslime damit ein Problem haben, dass andersgläubige oder Atheisten nicht unbedingt so leben möchten, wie die Muslime es für richtig halten.

    Islam scheint die einzige Religion zu sein, die zwar immer nach Toleranz sich gegenüber ruft, selber aber zu keiner bereit ist. Und zu guter Letzt: Islam ist gegenwärtig die einzige Religion, die sich gegen Säkularismus widersetzt und im Gegenteil in Staaten in denen sie Mehrheit hat eine politische Verbindung zum Staatswesen als erwünscht anstrebt.

    Problem von Islam ist dabei, dass es für ihn per Definition nicht möglich ist, eine Reformation durchzuführen. Koran, auf das sich die Islamisten bei ihren Gewalttaten berufen, ist als heilige Schrift unfehlbar und unveränderbar. Es fehlt eine Autorität (eq. des Papstums) die für alle verbindlich all die nach Gewalt rufenden Suren ausser Kraft setzen würde – so kann sich immer wer auch immer auf sie berufen und entsprechend “im Einklang mit dem Gott” die schlimmsten Taten verüben. Die Gewalt gegen Andersdenkende und Andersgläubige gehört zu der DNA des Islam, leider.

    Ich empfehle dazu zwei sehr gute Artikel. Das erste beschäftigt sich mit der These allgemein, ob Gewalt zwingend mit einer Religion einhergehen muss. Es stammt aus der aktuellen Weltwoche, wo unter anderem ein Artikel zu lesen ist, das den Standpunkt der Feministinnen zum Islam behandelt – und das mich dazu veranlasst hat, zum ersten mal im Leben Frau Schwarzer zuzustimmen.

    http://www.file-upload.net/download-9725942/Religioese_gewalt.pdf.html

    Das andere Artikel versuchte Vergleiche zwischen Islam und Christentum zu ziehen (das ja auch eine gewalttätige Vergangenheit aufweisen kann) und liefert einige Ansatzpunkte zu ihrer irrtümlichen Behauptung, die Weltreligionen wären “gleich”.

    http://www.file-upload.net/download-9725914/jm.pdf.html

  • Tomas

    Carolina, ich habe den besagten Blogmag gelesen und ihn als genauso inhaltsleer empfunden, wie das Meiste was Frau B. so schreibt, von einigen Ausnahmen her abgesehen. Es kommt mitunter auch in den Kommentaren zum Ausdruck.

  • Carolina

    Tomas, mit Verlaub: Sie können das nur als ‘inhaltsleer’ empfunden haben, denn niemand kann sich natürlich mit Ihrer überragenden Intelligenz messen – schon klar.
    Ich bleibe dabei, Frau B hat einen wirklich guten Artikel geschrieben, der zum Nachdenken darüber anregt, wie wir weiterkommen – das ist viel mehr als Ihr Traktat oben, das keinerlei Lösungsansätze aufzeigt.

  • Carolina

    mira, ich gebe Ihnen zu einem grossen Teil Recht. Ich bin die Tochter einer Jüdin und eines katholischen Vaters. Auf mich hat das kaum noch zugetroffen, aber meine Eltern hatten, obwohl beide nicht religiös, noch die grössten Probleme. Aber auch die waren harmlos verglichen mit denen, die Familienmitglieder in Israel heute haben, die mit Muslimen befreundet sind bzw sogar mit ihnen leben wollen. Es ist seit Jahren ein nichtendenwollendes Gezetere, wobei das Hauptproblem fast immer bei den Muslimen liegt. Deren Verachtung allem Jüdischen gegenüber (und wohlbemerkt, wir reden hier nicht von orthodoxen Juden, sondern völlig liberalen, oft nicht praktizierenden) macht uns oft fassungslos.
    Ist mir klar, dass man das nicht 1:1 auf unsere Gesellschaft übertragen kann, aber ich sehe, (vor allem was den Respekt vor anderen Religionen bzw Glaubensrichtungen angeht) auch eine Tendenz zur einseitigen Offenheit von seiten der Christen bzw westlichen Glaubensrichtungen in Richtung Islam, während umgekehrt oft manches im Argen liegt.

  • Tomas

    Carolina, genau das “wie wir weiterkommen” konnte nicht nur ich finden. Der Herr Mansur, so angenehm und intelligent er auch sein mag, kam nichts anderes in den Sinn als Begründung für die Gewaltentgleisungen seiner Religionsangehörigen, als das “der Westen schuld ist”. Mit Verlaub, aber genau mit dieser Einstellung kommen die Muslime nicht weiter.
    Warum genau halten sie den Blog für empfehlenswert?

  • Katharina

    Für den dringend notwendigen Dialog zwischen den westlichen und den vielen muslimischen Völkern wäre es hilfreich, den Titel nicht mit ‘Moslems und das westliche Vorurteil’ zu formulieren. Es gibt viele und mit breitem Konsens der Bevölkerung abgestützte westliche Bemühungen des Dialogs. Auf der ‘anderen’ Seite wenige solcher Bemühungen und diese sind nicht mit breitem Konsens der Bevölkerung abgestützt. Oft sogar werden solche Bemühungen geächtet oder schlimmer. ‚Das westliche Vorurteil‘ untermauert nur ein Vorurteil in vielen, auch im Westen. Nämlich, dass alles und jedes Problem in der Region vom Westen verursacht sei und dass auf der ‚anderen‘ Seite überhaupt keine Vorurteile bestünden.

    Weiter ist es nicht so, dass es hier bloss um einen Graben zwischen Westen und ‘der muslimischen Welt’ geht, sondern weitaus erbittertere Kämpfe zwischen ethnischen und konfessionellen Gruppierungen innerhalb dem, was wir als muslimische Welt betiteln – der Grund, dass bisher keine friedliche Lösung im mittleren Osten entstanden ist .

    Selbst angesichts der Schrecken einer IS, deren treibende Kraft nicht einmal eine extreme Auslegung einer Religion ist, empfange ich aus muslimischen Kreisen mehrheitlich Schweigen. Ist dieses nun Resignation oder Zeichen dafür, mit den Inferioren, also ‚uns‘ wegen Inferiorität nicht einmal jetzt einen Dialog über die Kultur anzufangen?

    Nebenbei finde ich die Ursachensuche in der Religion müssig. Die meisten dieser Überlieferungen strotzen von ‚Massnahmen der Gewalt‘ gegen ungläubige. Zu jeder dahingehend zitierten Sure gibt es ein Gegenstück in der Bibel, der Tora, den Veden usw. Und in jedem Kulturkreis können wir Menschen finden, die dies in Akten des Wahnsinns real umzusetzen versuchen. Warum heutzutage mehr und mehr diesem Wahnsinn verfallen, ist ein anderes Thema. Eine Beschleunigung des Wechsels zwischen hellen und dunkeln Zeiten vielleicht.

  • Yvonne

    Etwas sehr naiv dieser Blog. Plakativ gesagt sind natürlich nur die allerallerwenigsten Muslime Terroristen, aber die meisten Terroristen sind nun mal Muslime und die am meisten verfolgte Religion weltweit ist nun mal das Christentum – und dies in vielen muslimischen Ländern (aber auch bspw. Nordkorea oder China). Ob Ihnen das gefällt oder nicht. Der orientalische Raum hat Europa sehr viel gegeben bspw. im Bereich der Medizin, Astronomie und Mathematik. Anno dazumal. Im Gegensatz zum Westen gabs aber dann nie wirklich ein Zeitalter der Aufklärung, Humanismus, Gleichberechtigungsbewegung und Säkularisierung. Der Koran ist sicher nicht gewalttätiger als die Bibel (bspw. 5. Mose 22,23-24 od. Psalm 139,19: Todesstrafe für vergewaltigte Mädchen oder Gottlose), leider wurde die Religion an sich aber nie wie im Westen in die Schranken verwiesen. Ich bin sorglose Ex-Christin, als Ex-Muslima müsste ich um mein Leben fürchten.

  • Max Kravallo

    Danke, super Artikel !

  • Carolina

    Ich empfehle den gestrigen Blogmag von Frau Binswanger zu diesem Thema. Sie beschreibt, wie Vorurteile sich auflösen können durch Kommunikation und Aufeinanderzugehen und wie dann eine sich auflösende bislang defensive Haltung dazu führen kann, dass man selbstkritischer und hinterfragender wird. Es gibt IMMER mindestens zwei Seiten. Entscheidend ist aber immer, wo wir unsere Prioritäten setzen: diese gilt es dann, jenseits von Religion, auszuhandeln und gegebenenfalls einzufordern.

  • mira

    Ich stimme zu 75% dem Blog zu, die restlichen 25% würde ich mir sehnlichst wünschen. Ich habe selber eine Zeit lang in einem muslimischen Land gelebt (Deine Mutter wäre dort gerichtlich verurteilt worden, da eine Muslima keinen Christen heiraten darf), des Weiteren hatte/habe ich muslimische Freunde. Ich habe viele nette, tolle Leute getroffen. Aber, ich bin auch zur Überzeugung gekommen, dass diese Religion der Tolanranz enge Grenzen setzt.
    Ich finde auch nicht, dass Christen, Buddhisten und Muslime gleich sind. Im Gegenteil, die unterschiedliche Sozialisierung, Sprache, Wertesysteme erschaffen auch unterschiedliche Menschen. Das heisst nicht, dass sie “böse” sind. Aber es kann durchaus heissen, dass jemand so “anders” ist, dass er nicht in unsere Gesellschaft passt.

  • Katharina

    Tomas: ‘Im Unterschied zu Bibel, die von den Evangelisten verfasst wurde und später noch mehmals durch Kirchenvertreter redigiert wurde, ist Koran direkt’ usw.

    Sie haben nichts begriffen und verweilen im illusionären Paradigma von neutestamentlichem Christentum versus Islam. Das Neue Testament ist aber eine Fortführung des Alten Testamentes. Theologisch betrachtet hat der imaginäre Protagonist dessen auch gesagt, dass er die alten Gesetze der Tora nicht über den Haufen schmeisse, sondern den pharisäischen Handel mit spirituellen ‚Gütern‘ (siehe ironischerweise auch der Kampf der Reformierten gegen den Ablasshandel) eliminieren wolle. Soviel, wenn wir die theologische Schiene fahren wollen. Politisch gesehen ist die Allegorie des Rebbe Jesus von Nazareth die eines Rebellen gegen verkrustete Oligarchien. Natürlich kann das ganze auch pathologisch gesehen werden. Eine Person, die ähnlich der IS, sadomasochistischen Wahnvorstellungen verfallen war, sich als Kind einer Gottheit inszenieren wollte und beim sehr langsamen Tod am Kreuz realisierte, dass da eigentlich niemand das andere Ende des Gebetstelephones beantwortet.

    Gehen wir zum AT und weiter auf dessen Quellen in der Tora und weiter in die ägyptischen Wurzeln zurück, so ist vieles Häresie. Das betrifft auch das Monopol der katholischen Kirche auf Interpretation. Da wurden in der Inquisition oft unliebsame Leute wegen Häresie denunziert, weil sie komische Dinge wie Pharmazeutik betrieben, die rein aus Erfahrung heilten. Sie verbrannten allesamt lebend. da ist die IS ja geradezu ein Fortschritt mit dem schnellen Tod durch Gansabhauet. speaking of. aus budhistischer Sicht sind die von der IS geköpften ja solche, die ner Gans den Kopf abhauten, so in Sursee oder so. karma remember? Leider hat die kakologische Kirche immer noch zuviel zu sagen. So werden in der ach so säkularen und aufgeklärten Schweiz von Leuten, die nichts mit dem Wahnsinn zu tun haben, Steuern eingetrieben. Staates Auctoritas. E.g. von Firmen.

    Sie machen die üblichen falschen simplen Analogien.

    Ach ja, übrigens: Als Sephardim kenne ich meine Wurzeln recht gut. Das war so, dass wir in Spanien und Marokko unter den Mauren gut lebten, ohne Diskriminierung und ebenbürtig mit allen anderen. Dann kamen die Katholen und betrieben ‚reconquista‘. Diejenigen von uns, die überlebten, wanderten in das Gebiet des östlichen Mittelmeeres und den südöstlichen Balkan, also wo meine Mutter herkommt.

    Naja.

    Letztlich ist ja nur die Tora die ‚wahre Rolle Gottes Schriften‘. Kleines Detail dazu. Es waren DREI Steintafeln. Moses konnte aber nur zwei vom Berg runtertragen. Die dritte zerbrach auf dem Weg runter zu seiner Gemeinde. Das ist der Grund für die Entstehung von Schriftgelehrten, Juristen usw. die werweisen nun seit zig-tausend Jahren, was denn nun auf der dritten Tafel stand.

    Oder verkürzt: Religion hast nichts mit IS und anderen Meshuggenen zu tun. Es geht um Irre, die als Bauern im Schachspiel des grösseren Wahnsinn der globalen Machtpolitik angeheuert sind. Dabei ist Europa als Queen konstant im Schussfeld, weil die Kings Europas sich in gut britannischer Manier in splendid delusion üben. Geht ja gut, wenn die texanischen Cowboys mit ihrem schweren Geschütz das gröbste vorerst südlich der türkischen Grenze halten. So long.

  • mira

    “Too many uploads”. Kannst Du das nochmals online stellen?

  • Carolina

    Guter Beitrag, finde ich. Es ist genau dieser Religionszwang, der vielen im Westen so unheimlich ist. Man könnte auch sagen, man kann die Liberalität einer Religionsgemeinschaft (falls es das gibt!) daran messen, wie leicht es ist, sie zu verlassen.

    Und Katharina hat noch auf etwas Wichtiges hingewiesen: aus meinem täglichen Leben weiss ich, was Sie sagten, dass natürlich die allerwenigsten Muslime Terroristen sind, ich weiss, dass sie genau wie wir ihre Familien in Sicherheit wissen wollen. Aber aus politischer Sicht fällt es mir sehr schwer zu akzeptieren, dass aus den arabischen bzw muslimischen Ländern und Gemeinschaften kaum etwas gegen IS unternommen zu werden scheint, dass die einzigen, die auf die Strasse gehen, die hiesigen Kurden sind, deren Familien in unmittelbarer Gefahr sind.
    Nach meinem (westlichen) Verständnis gehört es dazu, einer Gesellschaft, die mich aufgenommen hat, die mir Gastrecht (und oft mehr!) gewährt, in der ich demokratische Rechte habe, die meinen Glaubensgenossen in meiner Heimat verwehrt werden, Loyalität zu schulden – und dazu gehört eben auch, diese demokratischen Rechte dafür zu benutzen, den Mund aufzumachen, zu protestieren, sich dagegen zu wehren, dass hiesige, sich zu Vertretern der Gemeinschaft aufschwingende Verbände, Gewaltbereitschaft, Terrorismus und gröbste Ungleichbehandlungen gutheissen.
    Das hat Herr Mansur (im gestrigen Tagi-Interview) vielleicht mit einer Tendenz zu Opferhaltung gemeint.

  • Tomas
  • Carolina

    Dann lesen Sie nochmals! Frau B hat ausdrücklich thematisiert, dass ein echter Dialog mit Herrn M erst zustande kam, als sie bereit war, von ihren eigenen vorgefassten Meinungen abzurücken – genau dann konnte auch Herr Mansur sagen, dass eben nicht nur der Westen schuld ist, sondern dass viele Muslime gewisse Haltungen haben (z.B. Opfergetue), die einem Aufeinanderzugehen im Wege stehen.

  • Tomas

    “Die meisten dieser Überlieferungen strotzen von ‚Massnahmen der Gewalt‘ gegen ungläubige. Zu jeder dahingehend zitierten Sure gibt es ein Gegenstück in der Bibel, der Tora, den Veden usw”

    Im Unterschied zu Bibel, die von den Evangelisten verfasst wurde und später noch mehmals durch Kirchenvertreter redigiert wurde, ist Koran direkt vom Gott diktiert und deshalb als unfehlbar und unveränderbar angesehen. Es darf von niemandem weder etwas hinzugefügt oder entfernt werden, es würde einer Gotteslästerung gleichen. Es gibt keine Autorität auf Erden die nachhaltig eine zeitgemässe Anpassung des Textes nach dem sich jeder Muslim in allen Belangen richten sollte bewirken könnte, bereits Versuche um “Auslegung” werden als Heresie mit zum Teil lebensgefährdenden Folgen taxiert. So kann jeder jederzeit als schlechter Muslim beschuldigt werden, wer gegen einen Teil des Koran protestiert oder es nicht einhalten will. Deshalb erleben wir zwar Massenproteste wenn es um “Beleidigungen des Islam” geht, aber keine Seele regt sich auf wenn die schlimmsten Verbrechen im Namen der eigenen Religion verübt werden.

    Das ist zwar nicht die einzige Erklärung für die Entstehung des Problems, aber eine gewichtige dafür, warum es nie gelingen wird das Problem zu lösen.

  • Rhea

    Liebe Yvonne, das kann ich nicht unkommentiert lassen. Wieso meinen Sie, dass die meisten Terroristen Muslime sind? Woher haben Sie Ihre Quellen, dass Sie so eine Behauptung aufstellen? Ich hab es schon oben in meinen Bericht geschrieben, dass ich dazu eine wissenschaftliche Forschungsarbeit verfasst habe. In der Vergangenheit waren “Terroristen” z.B. die linksterroristische Organisation Narodnaja Wolja die die Zarenherrschaft beenden wollte. Es gibt politischen Terrorismus, religiösen Terrorismus und inszenierten Terrorismus. Da ist die Behauptung “die meisten Terroristen sind nun mal Muslime” nicht nur unwahr sondern auch vollkommen falsch. Ob Ihnen das gefällt oder nicht. Und ich kann Ihnen versichern, dass Sie als Ex-Muslima nicht um Ihr Leben fürchten müssten – das ist ebenfalls eine Behauptung mit Vorurteilen. Ich denke wenn Sie an Muslime denken, haben Sie nur das Bild von radikalen Personen im Kopf.

  • Tomas

    Danke für ihre Meinung, Katharina. Mein Input bezog sich aber lediglich auf die Tatsache, dass die Bibel eigentlich seit eh und je redigiert und ausgelegt wird – die kanonisierung alleine dauerte mehrere Jahrhunderte –  während dies bei Koran per Definition nicht möglich ist.
    Natürlich sind jegliche Fundamentalisten letzten Endes Meshugge, die die Religion als Ausrede für andere Beweggründe – bewusste oder auch unbewusste – missbrauchen. Die spezielle Ausgangslage bei Koran verhindert aber weitgehend, dass sie auch als solche von der Allgemeinheit erkannt und genannt werden – im Gegenteil, sie schaffen es erfolgreich alle andere Muslime als ungenügend einzuschüchtern.

    Das haben aber alle Ideologien gemeinsam, in der Regel postulieren sie etwas “unzweifelhaft gutes” um es dann als unumstössliches Vehikel für “Kollateralschäden” zu gebrauchen – egal ob es sich um Kommunismus, Sozialismus, Feminismus, Faschismus oder Ökofaschismus handelt. Auch da steht meistens ein nicht hinterfragbares Dogma im Vordergrund, das quasi “alles rechtfertigt”.

  • Tomas

    Rhea, bei allem Respekt, auf welchem Planeten leben sie denn so? Lesen sie manchmal auch eine Zeitung, oder gamen sie nur die ganze Zeit? Es soll jetzt nicht despektierlich tönen, aber sie werden kaum einen Tag finden, an dem jemand nicht im Namen von Islam umgebracht wurde, meistens gleich hundertfach. Ich würde nichts riskieren, wenn ich ihnen fünf Franken für jeden Tag anbieten würde, an dem keine Meldung über islamistische Terroranschläge erscheint. Die Säuberungen von ganzen Landstrichen von Christen hat nicht erst der IS angefangen, das passiert schon seit Jahrzehnten. Und wenn sie daran zweifeln, dass es lebensgefährliche Folgen für einen Muslim haben kann, sich der Religion zu entsagen, dann googeln sie doch mal. Sorry, aber bevor sie ein Artikel zu einem Thema schreiben, sollten sie vielleicht versuchen etwas darüber zu erfahren.

    Dass es auch anders motiviertes Terror gab und gibt mag sicher niemand widersprechen, leider (oder besser gesagt zum Glück) ist er global im Vergleich zu dem islamistischem praktisch inexistent.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Apostasie_im_Islam

  • Rhea

    Tomas, bei allem Respekt, glauben Sie alles, was man Ihnen erzählt? Ich kann Ihnen versichern, dass ich als Journalistin und Publizistik-Studentin kaum etwas anderes mache, als mich durch Informationen zu stöbern. Und das nur um Ihre Frage zu beantworten. Aber anscheinend sind Sie wirklich so naiv und glauben alles, was in den Zeitungen steht. Denn anscheinend sind Sie der Meinung, dass alle Menschen, die in Zeitungen als Terroristen betitelt werden auch wirklich Terroristen sind. Sie werden kaum so eine Nachricht selbst Mithilfe von Nachforschungen überprüfen, oder? Ich für meinen Teil habe das schon gemacht und, ob Sie es glauben oder nicht, in den Medien wird zu 98% IMMER das Wort Terrorist verwendet, wenn es um Muslime geht. Egal ob es wirklich terroristische Taten gab oder nicht. Genau deshalb haben Sie und andere solche Vorurteile.

  • Tomas

    Jesses, Rhea, machen sie es nicht noch schlimmer.
    Es geht nicht um Bezeichnungen, sondern um Tatsachen. Mir ist egal wie sie jemanden nennen wollen, der andere umbringt und es mit seiner Religion begründet, aber genau das passiert tagtäglich, verübt von Muslimen, praktisch rund um den Erdball. Keine Ahnung welche Medien sie konsumieren, aber falls sie tatsächlich Journalismus als Beruf in Erwägung ziehen, sollten sie relativ rasch den Unterschied zwischen einer Tatsache und einem “Kommentar” der es in einen Kontext zu bringen versucht lernen.

    Es fällt mir schwer zu glauben, dass es jemanden geben kann der sowas in Frage stellen würde, das würde dem Begriff “Verdrängung” eine komplett neue Qualität geben. Und nein, ich werde jetzt nicht anfangen für sie meine Behauptung mit Links zu belegen, genauso wie ich es ihnen überlasse was sie schlussendlich denken.  Es ist ihr Problem.

  • Tomas

    Ja, Carolina. Das ist ja wunderbar. Dennoch, was will uns Frau B. Damit sagen? Dass nicht alle Muslime Verbrecher, Dummköpfe oder beides sind? Das wissen wir, mit Verlaub, schon seit immer. Es geht nicht darum, wie wir mit denen umgehen, die unsere Werte respektieren, sondern wie man mit solchen umgeht die es nicht tun. Und da hat weder Frau B noch Herr Mansur etwas brauchbares dazu gesagt, ausser Smalltalk. Eben, inhaltloses Palaver, nichts weiter – wie meistens wenn B. Etwas schreibt.

  • Ylene

    Rhea, dann nennen Sie mir doch bitte mal ein paar andersgläubige Terrororganisationen, bei denen der Glaube im Vordergrund steht und die auch nur annähernd so viele Leute (Muslime und Andersgläubige) töten. Werden Sie nicht, weil Ihnen nichts einfällt. Ausser Lord’s Resistance Army (christlich) und die Hindu-Separatistentruppe (gegen Muslime) in Indien fällt mir auch nichts ein. Sonst ISIS, Boko haram, die Typen auf den Philipinnen, Al Kaida… Und ich habe auch Uniabschluss, ich weiss zumindest noch, wie wir die Arbeiten verfasst haben.

  • Ylene

    Huch sorry, Rhea, mein Fehler! Sie haben ja schon 1 nichtmuslimische Terrororganisation genannt – und zwar ‘Organisation Narodnaja Wolja die die Zarenherrschaft beenden wollte’. Lasse ich mal als aktuelles Beispiel durchgehen, Putin gilt ja auch als Zar…  wink Da haben Sie gleich noch RAF sowie Brigate Rosse (atheistisch) und IRA (katholisch) vergessen, die wären zumindest ein Müh aktueller.

  • Sportpapi

    @tomas: Sie werden doch nicht ernsthaft all diese Freiheitskämpfer als Terroristen bezeichnen…

  • Tomas

    http://www.20min.ch/ausland/news/story/Terroristen-toeten-18-000-Menschen—-pro-Jahr-13197848

    Im Artikel werden ausschliesslich im Namen von Islam mordende Organisationen erwähnt.

  • Flip

    Was Sie sagen macht die Sache noch viel schlimmer. Wenn es nicht an der Religion, sondern “nur” an den Menschen liegt, frage ich mich warum es in den entsprechenden Regionen dieser Welt, so unfassbar viele böse Menschen gibt? Nennen Sie mir ein/en muslimisch gerägten Staat/Land auf dieser Erde, in dem Anderdenkende oder Andergläubige und Ungläubige nicht PER GESETZ benachteiligt sind. Die Leute saugen sich Ihre Lebenseinstellung und Ihre Gesetze nicht aus den Fingern sondern haben sie aus dem Koran. Wenn Sie da keinen Zusammenhang erkennen können …

  • Tomas

    Na, Rhea, haben sie eigentlich schon je im Leben den Koran gelesen? Oder verlassen sie sich nur darauf was man so darüber erzählt?

    http://i.nyx.cz/files/00/00/12/90/1290771_8d7134bc57e2cb254731.pdf?name=WW_Koran.pdf

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