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Mit angezogener Handbremse

Zwei von drei Frauen wollen aufsteigen. Ausgerechnet die eigene Firma aber sehen sie als Karriere-Bremse.

Von Clack-Team

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Mangelnder Karrierewille gilt als einer der wichtigsten Gründe, warum Frauen in Führungspositionen noch immer so krass untervertreten sind. Regelmässig haben Befragungen von Arbeitnehmern ergeben, dass Frauen trotz besseren Leistungsvoraussetzungen weniger Ambitionen in Bezug auf Führung haben als Männer. Zuletzt hat im Deutschsprachigen Raum ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums mit dem Titel «Führungsmotivation im Geschlechtervergleich» aufgezeigt, dass erstaunlich viele Frauen ihr Potential nicht ausschöpfen und gewissermassen mit angezogner Handbremse unterwegs sind. Frauen wollen nicht! So lautet dann das Fazit. Bis das Pendel wieder auf die andere Seite ausschlägt und von «Frauen können nicht» die Rede ist. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Online-Befragung unter berufstätigen Frauen aus dem Hause «gdi-consulting».

Ja, ich will

Die Beraterfirma hat Frauen in diversen Firmen Österreichs nach ihren Aufstiegswünschen befragt und dabei zeigte sich , dass gut zwei Drittel der Frauen (58 Prozent) eine höhere berufliche Position anstreben, als sie bereits haben. Das restliche Drittel war zum Zeitpunkt der Befragung nicht an einem (weiteren) beruflichen Aufstieg interessiert.

…aber ich kann nicht

Die karriere-bereiten Frauen wurden auch nach den Gründen für den nicht entsprechenden Aufstieg befragt. Dabei gaben 57 Prozent an, dass sie sich durch firmeninterne Schranken behindert sehen. Entweder mangele es an adäquaten Positionen im gleichen Unternehmen oder die Art der Einstufung lasse einen Aufstieg nicht zu, meinten die Frauen. Jede fünfte machte auch mangelndes Selbstvertrauen oder familiäre Gründe dafür verantwortlich.

Natürlich zeigt diese Studie nichts Spektakuläres. Sie zeigt bloss einmal mehr, dass in  Sachen beruflicher Selbstverwirklichung von Frauen nach wie vor eine Kluft besteht zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Und dass «nicht wollen» und «nicht können» vielleicht nicht zwei widersprüchliche Erklärungsmuster für den Mangel an Frauen in der Chefetage sind. Sondern bloss zwei Seiten derselben Medaille. Das Wollen wird nämlich durch das Können verstärkt. Oder es geht durch das «Nicht können» irgendwann verloren.

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