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Meine Chefin ist meine Freundin

Mögen Sie Ihre Vorgesetzte? Wunderbar. Wenn Chefinnen gleich auch gute Freundinnen werden, lauern jedoch einige Fallen. Wie vertragen sich Freundinnen in einem hierarchischen Gefälle?

Von Clack-Team

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Über Liebesaffären im Büro wissen wir einiges. Sie passieren oft und unterstehen sowohl strengsten Regeln der Diskretion wie der strikten Disziplin innerhalb der amourösen Beziehung. Was aber, wenn Ihre Vorgesetzte Ihre gute Freundin werden könnte? Oder schon Ihre beste Freundin ist?

Beste Freundin, was für ein Versprechen! Zuverlässiger als der Liebespartner, verständnisvoller, unkomplizierter. Eine Frau fürs Leben, die gefühlsmässige Lebensretterin in allen Lagen, hat meist Stunden, um über alles zu reden. Oder schnell Sorgen abzuhören, und schon sind sie weg. So oft sich eine innige Freundschaft wie ein emotionales Schlaraffenland anfühlt, in der alles leicht und von selber und auch noch vergnüglich zugeht, so schnell kann man übersehen, dass sich auch in diesem Glück Rivalitäten verstecken. Es gibt ja lange Freundinnen-Geschichten, die an Kleinigkeiten zerbrochen sind.

Und also, verträgt sich das mit dem Beruf? Wenn die Gleichheit, die den Boden für eine Freundschaft bereitet, sich in ungleiche heirarchische Stellungen verkehrt?

Die Fallen sind etwas versteckt, aber nicht spärlich ausgelegt. Hier ein paar Risiken, denen eine Freundschaft mit der Chefin ausgesetzt ist und die deshalb zu bedenken sind (Quelle: «Forbes Woman»):

  • Vor allem, wenn Sie in einem Feld tätig sind, wo Sie mehr Männer als Frauen umgeben, droht die Gefahr, dass die anderen Sie als Begünstigte sehen. Vor allem, wenn Ihnen ein Fehler unterläuft oder mehr noch: Wenn Sie befördert werden.
  • Kleine und grosse Geheimnisse zwischen Freundinnen sind bei der Chefin nicht gut aufgehoben. Umgekehrt übrigens auch nicht. Geheimniss können gegen Sie respektive Ihre Chefin verwendet werden.
  • Feedbacks, Jahresgespräche, Kritik: All das wird komplizierter, wenn eine Freundschaft mit im Spiel ist. Kritik ist leichter zu ertragen, wenn sie ein emotional distanzierter Vorgesetzter formuliert. Das gilt möglicherweise noch verstärkt in der umgekehrten Rollenverteilung: Wie weisen Sie Ihre Mitarbeiterin, die auch Ihre Freundin ist, auf Punkte hin, bei denen Sie Steigerungspotential sehen? Erfahrungsgemäss geraten Gespräche, bei denen man besonders darauf achtet, keine Gefühle zu verletzen, auch besonders angestrengt und deshalb oft auch besonders verletzend.

Soft Skills und emotionale Kompetenz werden ja oft als weibliche Stärken beschrieben. Das Bier nach dem Büro klingt nur noch dem Namen nach wie aus einer Männerwelt. Schön, wenn das Leben in die Arbeit spielt. Aber es gibt Gründe zur Vorschicht. Der wichtigste Punkt bei einer Freundschaft mit einer Vorgesetzten leuchtet am schnellsten ein: Geschäft und Privatleben müssen getrennt bleiben.

Es ist der Stoff, der staffelweise Serien wie «Grey’s Anatomy» zwar nebenbei, aber doch beliefert. Schliesslich stehen zuweilen zwei wesentliche Dinge auf dem Spiel, bei denen schwer zu entscheiden ist, welches wichtiger ist: Ihre Karriere und Ihre gute oder sogar Ihre beste Freundin.

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