Clack

Herren-Allianz für Familienartikel

Obwohl ihre Partei den Familienartikel ablehnt, machen sich nun FDP-Politiker für die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit stark. Ziemlich spät allerdings.

Von Clack-Team

Twittern

Die Meinungen zum Familienartikel sind gemacht, so scheint es. War das Pro-Komitee bislang fest in Frauenhand, meldet sich nun, kurz vor der Abstimmung am nächsten Sonntag, eine Männerallianz zu Wort. Insbesondere Politiker aus der FDP setzen sich für die Annahme des Artikels ein. Neben Nationalräten aus der Westschweiz wie Olivier Français (VD), Fathi Derder (VD), Hugues Hiltpold (GE) oder Laurent Favre (NE) sprechen sich mit Ruedi Noser (ZH) und dem Solothurner Regierungsrat und Präsidenten der Finanzdirektoren, Christian Wanner, auch zwei Schwergewichte aus der Deutschschweiz für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Arbeit aus.

Weiter in der Allianz vertreten sind der Kinderarzt Remo Largo, Arbeitsrechtsprofessor Thomas Geiser von der Universität St. Gallen und Markus Theunert von Männer.ch. FDP-Mann Noser sagt in der «SonntagsZeitung»: «Wenn der Artikel abgelehnt wird, könnte das für gewisse Gemeinden und Kantone als Signal angesehen werden, ihr Angebot nicht weiter auszubauen.»

«Man bietet den Müttern zu wenig Möglichkeiten»

Das könne für Familien, die ohnehin über keine starke Lobby verfügten, verheerende Folgen haben. Zudem müsste jeder Haushalt mit Kindern die Wahlfreiheit erhalten, selber zu entscheiden, wer wie viel arbeiten gehe. «Wenn man ausgebildete Frauen wegen ungenügender Vereinbarkeit aus dem Arbeitsmarkt drängt, entsteht in der Schweiz ein Schaden», sagt Noser. Für ihn ist der Umstand interessant, dass dieselben politischen Kräfte, die sich gegen Ausländer in der Schweiz aussprächen, gegen den Artikel seien. «Dies ist ambivalent, denn bietet man den Müttern zu wenig Möglichkeiten, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren, müssen die fehlenden Arbeitskräfte automatisch aus dem Ausland geholt werden.»

Warum dieser Zuspruch so spät erfolgt, hängt mit dem geringen finanziellen Budget des Pro-Komitees zusammen. Beim letzten Abstimmungsbarometer der SRG hatte der Familienartikel stark an Zustimmung verloren. Mit nur 55 Prozent Zustimmungsrate wird das Erreichen einer Mehrheit bei Volk und Ständen erfahrungsgemäss schwierig.

(Visited 76 times, 1 visits today)
Familienartikel News Vereinbarkeit