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Lohndifferenz sinkt

Der weltweite Lohnunterschied zwischen Männer und Frauen sinkt. Das hat nicht nur gute Gründe, wie der aktuelle «Global Wage Report» zeigt.

Von Clack-Team

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Das Thema war auch 2012 ein Dauerbrenner: Der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen. Die Weltwoche widmete dem Thema eine Titelgeschichte, zahlreiche Studien wurden verfasst und im angelsächsischen Raum auch eine Trendwende ausgemacht. Dort verdienen junge Frauen aufgrund ihrer besseren Ausbildung mittlerweile mehr als ihre Kollegen – allerdings nur bis zur Familienphase.

Krise und Gerechtigkeit
Zum Abschluss des Jahres liegt nun die aktuelle Version des «Global Wage Report» vor, der die Löhne weltweit anschaut und das auch in Bezug auf die Lohnunterscheide zwischen Mann und Frau. Die wichtigste Aussage: Der Lohnunterschied nimmt ab. Der Wehrmutstropfen: Das hat weniger mit Lohngerechtigkeit als mit der Krise zu tun. «In einigen Fällen liegt das daran, dass sich die Situation der Männer auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert hat, während die Situation der Frauen sich verbesserte oder gleichgeblieben ist », kommentiert Kristen Sobeck einer der Co-Autorinnen der Studie die Resultate.

Wenige erwerbstätige Frauen – gute Löhne
Das trifft etwa auf Estland zu, wo Männer von der Krise stärker betroffen sind. Anders die Situation im mittleren Osten. Da arbeiten wenig Frauen, diejenigen die eine Anstellung haben, verdienen dafür gut. Das galt vor dem Krieg auch für Syrien, wo ein Grossteil der Frauen im öffentlichen Sektor beschäftigt war, der höhere Gehälter zahlte als der private Sektor.

Unterschied Voll- und Teilzeit
Rund um den Globus gibt es erhebliche Unterschiede. Eine wichtige Rolle spielt bei der Betrachtung von Männer- und Frauenlöhnen auch, ob Voll- oder Teilzeitstellen verglichen werden. In Sachen Teilzeit hat Norwegen in der Gleichstellung die Nase vorn: Die Löhne sind ausgeglichen. Bei Vollzeit verschiebt sich das Einkommen aber auch im Norden klar zu Gunsten der Männer. Ob es dafür gute Gründe gibt, bleibt unklar. 

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Kommentare

  • The Damned

    In den USA und Grossbritanien verdienen Frauen im stat. Durchschn. mittlerweile mehr. Doch das findet nur selten Erwaehnung. Und wenn man sich so vorstellt, wie Voll- und Teilzeitstellen miteinander vermischt werden, mittels sog. Vollzeitaequivalenten naemlich, dann schwant einem da aus statistischer Sicht vor allem eines: Nichts ist so, wie es scheint.

  • Jue.So Jürgen Sojka

    aus Stuttgart 22.03. 2013

    Sehr geehrtes Clack-Team,

    zur Gleichberechtigung gäbe es vieles zu bemerken:

    – in Deutschland gibt es seit 1919 in der Weimarer
    Verfassung die Gleichberechtigung nieder geschrieben,
    in gleich 2 Artikeln, unteilbare Rechte
    WVArt. 109 … Männer und Frauen haben grundsätzlich
    dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
    WVArt. 119 … Diese beruht auf der Gleichberechtigung
    der beiden Geschlechter.
    +
    Beide gelten nach wie vor, im Grundgesetz der BRD fort!!
    Allerdings nützt dieses niemandem, solange die Deutschen
    Frauen diese nicht vom _P a p i e r_ in die Wirklichkeit
    holen, und leben wollen – einfordern!!

    Freundlichst
    Jue.So Jürgen Sojka
    aus Stuttgart

     

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