Clack

«Liebe deine Nächsten, verdammt!»

Die Teilzeitprinzessin regt sich über Homophobe auf. Und sie erklärt uns engagiert, warum man vögeln und heiraten soll, wen man liebt.

Von Meret Steiger

Twittern

Ich habe ich mich eigentlich nie gross mit dem Thema Homosexualität beschäftigt. Warum auch? Es interessiert mich schlicht nicht, was für eine sexuelle Orientierung die Menschen, die ich kennenlerne, haben. Es ist mir einfach egal, mit wem sie vögeln, weil das keinen Einfluss auf meinen Umgang mit ihnen hat. Als ob es für mich einen Unterschied macht, ob mein Kumpel jetzt Weiber oder Jungs abschleppt. Ich hatte damals auf Partys auch schon Mädchen geküsst und fand das ganz nett.

Im dritten Lehrjahr waren dann aber für eine Vertiefungsarbeit Recherchen angesagt, und zwar zum Thema «Regenbogenfamilien». Ich durfte mich dann zwei Monate lang mit der Problematik «Leihmütter – der steinige Weg schwuler Paare zum Kind» herumschlagen. Zum ersten Mal habe ich mir wirklich über Homosexualität und die damit verbundenen gesetzlichen Grenzen Gedanken gemacht. Und deshalb machen mich Proteste «für die klassische Familie», wie sie in Frankreich gerade stattfanden und öfters völlig ausarten, unglaublich wütend. Was bilden sich diese Familienfritzen denn eigentlich ein? Es gibt verdammt nochmal kein einziges Argument, dass gegen die Heirat von Homosexuellen spricht. KEIN EINZIGES! Abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass die eigene Liebesbeziehung überhaupt niemanden etwas angeht, finde ich es auch einfach grausam, sich zwischen zwei Liebende zu stellen.

Mein Lieblingsargument dieses homophoben Packs ist übrigens «Schwule sind evolutionsfeindlich!» Excuse me?! Wie lächerlich ist das denn? Euch ist aber schon bewusst, dass wir unter massiver Überbevölkerung leiden und wir im Prinzip jedes Kind, das nicht geboren wird, feiern müssten? Euch ist schon klar, dass wir trotz rund 10 Prozent geouteten Homosexuellen und ein bisschen Dunkelziffer auf diesem Planeten nicht aussterben werden?

Wie können diese Menschen darauf pochen, dass die Ehe etwas «Heiliges» zwischen Mann und Frau ist, wenn es Menschen wie Britney Spears gibt, deren heiliges Eheversprechen erschlagende 72 Stunden hielt? Wie rechtfertigen die Fundamentalisten, dass Neil Patrick Harris seinen Partner nach 8 Jahren Beziehung noch immer nicht heiraten darf, während Kim Kardashian eine ganze Ehe als PR-Gag aufziehen kann? Was bilden sich diese Typen eigentlich ein, über die Liebe anderer zu urteilen? Dass ein Grossteil dieser Irren auch noch Christen sind, macht alles noch schlimmer. Ihr sollt doch euren Nächsten lieben, verdammt. Und wenn Gott nicht gewollt hätte, dass es Schwule gibt, dann gäbe es auch keine.

Klar. ich bin eh keine Verfechterin der Ehe und eigentlich finde ich, wenn man sich liebt, dann kann man ja auch einfach zusammen sein. Man kann sich ja trotzdem Ringe kaufen und ein Fest feiern, wenn man das nötig findet. Aber ich bin für Gleichstellung, und wenn seinen Zivilstand als Verheirateter von amtlicher Seite bestätigt haben will oder man gar Wert legt auf Gottes Segen, dann soll man den auch bekommen – egal ob homo oder hetero.

Dann ist da aber noch die Sache mit der Adoption, die macht mich gleich noch trauriger. Klar, das Argument, dass ein Kind zwei Bezugspersonen unterschiedlichen Geschlechts haben sollte, unterstütze ich. Gemessen an all den alleinerziehenden und ihren ganz gut gelungenen Kindern, kann das aber nicht ausschlaggebend sein. Wisst ihr, was für die Entwicklung eines Kindes ausschlaggebend ist? Liebe. Zuwendung. Förderung. Vertrauen und Heimat. Ob dies von Mama und Papa oder von Mama und Mama oder von Papa und Papa kommt, ist vollkommen unwesentlich. Wichtig ist nur, dass das Kind sich in seiner Familie wohl fühlt. Das Gegenargument, das in Diskussionen zu diesem Thema oft angeführt wird, ist übrigens «Diese Kinder werden gemobbt und Kinder sind grausam.» Nun, ja. Kinder sind grausam. Allerdings würden sie Mama und Mama nicht als «falsch» empfinden, wenn ihnen nicht mal irgendjemand gesagt hätte, es sei so. Es sind engstirnige Eltern, die ihren Kindern erklären, Homosexualität sei etwas Böses, Schlechtes, Unnatürliches. Und diese Kinder, die es nicht besser wissen, schwätzen die Meinung ihrer Eltern noch ungefiltert nach.

Man muss dem Kind ja nicht erklären, dass das der ultimative Lebenswandel ist und eigentlich die neue Familie. Schliesslich ist die Mehrheit der Menschen auf der Welt heterosexuell und damit ist die Beziehung zwischen Mann und Frau immer noch die Normalität. Aber es sollte allen – und besonders Kindern – klar sein, dass man sein Leben mit Menschen verbringen darf, die man liebt. Und ich bin der festen Überzeugung, dass wir Menschen und ihre Persönlichkeiten lieben – und nicht ihr Geschlecht.

Meret Steiger, 22, Autorin, ist sowohl Mädchen als auch neugieriger Mensch und arbeitet zur Zeit bei Fernsehsender Tele Züri als Inputerin. Wenn sie nicht gerade in der Badewanne sitzt, ihre Schuhe zählt oder George Clooney anhimmelt, richtet sie ihren scharfen Blick und ihren Sinn für Humor auf die kleinen Alltäglichkeiten, mit denen sie sich herumschlagen muss.

(Visited 117 times, 1 visits today)
Teilzeitprinzessin


Kommentare

  • Mary

    Super Artikel. Danke.

  • Jane

    Hey Meret, wirklich ein toller Artikel!!
    Soviel ich weiss hielt jedoch Britney’s Ehe nur 72 Stunden, dann waren sie wieder nüchtern wink

  • Meret

    Danke! Jesses jetzt sehe ichs auch. Freudsche Tippfehler. Danke fürs erwähnen smile

  • Réda Philippe El Arbi

    Wurde umgehend korrigiert.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Satys: Wieso? Auch wenns nur Diskriminierung, Intoleranz oder ganz einfache Dummheit ist, hat die Kritik an der sexuellen Ausrichtung von anderen Menschen seine Wurzeln doch in Angst. Angst, dass andere Lebensweisen die eigene weniger Wert erscheinen lassen oder einfach Angst vor dem eigenen Anteil an Homosexualität.

    Es ist genau das gleiche, wie wenn man gemischtrassige Ehen oder Beziehungen nicht gut findet und anderen Menschen vorschreiben will, wie sie zu leben haben.

    Was das Gesetz angeht: Wollen Sie wirklich verschiedene Gesetze für verschiedene sexuelle Ausrichtungen? Vielleicht auch für verschiedene Rassen? Oder verschiedene Einkommenstufen?

    Diskriminierung kommt immer mit anscheinend “stichhaltigen” Argumenten daher. Ist und bleibt aber Faschismus.

  • Tomas

    Nun ja, Meret, ich wünsche dir dass der Zustand für dich noch lange anhält, dank dem ich für dich als Diskussionspartner für Ehefragen ausscheide smile Man heiratet tatsächlich vorzugsweise jemanden, von dem man glaubt geliebt zu werden, das macht die Sache erst überhaupt möglich, obwohl Ehe an sich mit der Liebe definitiv nichts zu tun hat. Wenn es nur auf der Liebe aufbauen würde, hätten wir eine Scheidungsquote von 100% und nicht nur 60% smile
    Ohne die rosarote Brille würde ein dermassen einseitig ausgestaltetes Rechtsvertrag wie Eheschliessung kein normal denkender Mann je unterschreiben. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, wie es nun mit den Schwulen eigentlich jetzt geregelt wird – der Selbstbedienungsladen der für die Frauen das schweizer Familienrecht ist funktioniert nur wenn eine (und nur eine) Frau im Spiel ist. Vielleicht werden wir via Homoehe noch lernen, dass es auch gleichberechtigt in der Heteroehe gehen könnte – ich nehme nicht an, dass bei der Unterschrift beim Standesamt der Beamte die zwei Herren oder Damen fragen wird, wer jetzt die Rolle des Dummkopfes und wer die der Frau zu übernehmen gedenkt. Wie dem auch sei: das Problem orte ich persönlich weniger bei den Rechten, die durch den Akt erworben und abgegeben werden, als bei dem Terminus. Solange man von einer “eingetragener Partnerschaft” redete, war es allen mehr oder weniger egal. Der Begriff Ehe ist einfach zu eindeutig besetzt, und ich verstehe eigentlich nicht wirklich, warum die Schwulen so dumm sein müssen sich partout um den Begriff zu scheren. Ich würde an ihrer Stelle ein Paket von diversen Rechten schnüren, die eine solche Partnerschaft begleiten, und den verstaubten Begriff Ehe – ein Inbegrif von Ungleichbehandlung – uns Heteros dankend überlassen. Wenn man etwas völlig neues erschafft, kann man eben vieles besser machen, man ist nicht mehr durch Dickicht von Gewohnheitsrecht und Tradition behaftet.

    Reda, ich bin eigentlich richtig stolz auf mich, wie wenig arrogant ich mittlerweile bin, ich gebe mir die grösste Mühe. Sie sollten mich vor zwanzig Jahren kennen wink

  • Tomas

    Jahaaa, jeder verdient ein Recht auf eine Kampfscheidung, jawoll!

  • Tomas

    Hmm Prinzessin. Es ist eigentlich süss, wie unkoherent und emotional sie argumentieren. Ich schätze, ich war auch mal so, nur scheint es mir eine Unendlichkeit weit weg zu sein. Das soll jetzt bitte sehr nicht überheblich tönen, sondern so etwas wie ein Körnchen Verständnis für sie zum Ausdruck bringen.

    Es geht aber leider bei dem Problem gar nicht darum, ob man “homophob” sei – sie sind da leider einem intellektuelen Kurzschluss aufgesessen. Die Gegner der Homoehe finden vielleicht die Schwulen und Lesben nicht gerade toll, aber im grossen und ganzen nehmen sie sie genauso zur Kenntnis wie sie: sie sind ihnen egal. Es geht auch nicht darum, dass sie jemandem in seinem Glück stehen wollen. Wie ich schon bereits an einem anderen Ort schrieb, sie können mit der Person, von der sie glauben das sie sie lieben heutzutage alles anstellen was sie wollen, mit ihr das Leben verbringen, Kinder zeugen soweit das geht, ohne dass jemand dagegen etwas hat – solange sie nicht das Pech haben, in einem muslimisch geprägten Land zu leben, aber das ist eine andere Geschichte.

    Das wofür die Leute so zahlreich protestieren ist ihr Verständnis dessen, was Ehe ist. Und machen sie sich nicht bitte lächerlich in dem sie da noch Frau Spears oder Kardashian als Argument heranziehen: die verstehen unter Ehe etwas ziemlich anderes, wie sie selber scharfsinnig gemerkt haben, und wenn es ihren Karrieren helfen würde, würden sie auch einen Schimpansen heiraten. Es hat auch nichts mit der Überbevölkerung der Welt zu tun. Es geht nur um nichts mehr und nichts weniger als das, was diese Leute für Grundwerte des menschlichen Daseins halten. Nehmen sie einfach zur Kenntnis, dass es Menschen gibt, die unter dem Begriff Ehe das verstehen, was es seit Jahrtausenden ist: eine Verbindung zwischen nur einem Mann und Frau, nicht blutsverwandt und möglichst volljährig, zum zwecke einer Familiengründung. Das hat mit Homophobie nicht das geringste zu tun und es dafür zu halten ist genauso lächerlich, wie wenn ich jeden Mittwoch verlangen würde, in meinem Fitness in die dann stattfindende Frauensauna eingelassen zu werden mit der Begründung dass es mein Recht ist als Mann auch am Mittwoch sie zu benutzen, und wer das nicht anerkennt, ist männerfeindlich. Verstehen sie den Unterschied? Ich hoffe es für sie grin Denn im umgekehrten Fall sind sie womöglich die nächste Aspirantin des Berufes die dann bei einem Minarettverbot über “rassistischen Entscheid” schreibt, obwohl Religion und Rasse überhaupt nichts gemeinsam haben.  Die zwei Bäuerinnen im Bowil haben auch vermutlich nichts gegen Fahrende an sich, sondern gegen alle, die auf ihre Weide scheissen und sie als Futterquelle für ihre Tiere unbrauchbar machen.

    http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/Kot-im-Feld—-Boswil-jagt-Fahrende-davon-14396713

    Wenn es jetzt dort nicht eine Sippe von Fahrenden wäre, sondern eine alljährlich stattfindende Schwulenparty, wären die zwei Frauen dann vielleicht homophob, Prinzessin?

    Ich selber habe relativ viele Schwule als Bekannte oder sogar Freunde, das hat es mit meinem Beruf so an sich, und es ist mir ähnlich wie Ihnen völlig egal, wer mit wem vögelt, lebt oder sonstwas treibt. Es ist mir im Grunde genommen auch egal, was für wen der Begriff Ehe bedeutet. Ich bin aber intelligent genug um mir vorstellen zu können, dass es jemand anders sehen kann und dass er bereit ist, sogar dafür zu demonstrieren. Nicht GEGEN Schwule, sondern FÜR seine Vision der Welt, für etwas was er für Grundwerte des Lebens hält. In seinen Augen schädigen die Kardashian und Spears die Institution der Ehe genauso wie die Möglichkeit dass zwei Männer heiraten oder dass eine Frau ihre achtzehn Katzen heiratet – beides hat mit dem, was eine Ehe bedeutet nichts zu tun. Oder wollen sie jemandem das Recht auf seine Wertehierarchien verweigern, nur weil sie sich gerade von den ihren unterscheiden? Alle haben das Recht auf ihre eigene Meinung, solange es die von Meret ist? wink

  • Réda Philippe El Arbi

    @Satyr: Das stimmt, solange man den Kritisierten nicht das gleiche Recht vor dem Gesetz verwehren will. Stell Dir mal ne Demo gegen gemischtrassige Ehen vor. Oder Leute, die allen Ernstes behaupten, Kinder sollten nur von Frauen adoptiert werden dürfen. Oder nur von Weissen. Oder Ehen zwischen Blonden und Dunkelhaarigen seien verwerflich.

    Auf diesem Niveau findet die Kritik an Schwulenehen statt. Und wenn die das Recht haben, zu kritisieren (was ich gut finde), dann haben wir das Recht, sie engstirnige Homophobe mit diskriminierendem Gedankengut zu nennen (was ich noch besser finde). Meinungsfreiheit und Gleicheit vor dem Gesetz sind Grundpfeiler jeder Demokratie. Wer das Eine Abschaffen will, bekommt das Andere zu spüren.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Thomas: Du magst lachen, aber genau so ist es. Jeder hat das Recht auf Scheidung. Nur islamistische Diktaturen ziehen Steinigung vor. Wohl, weils billiger ist. Und würden wir den christlichen Fundis nichts entgegensetzen, wären wir auch wieder auf dem Weg ins Mittelalter.

  • Meret

    Deine Meinung in Ehren Thomas. Aber wenn es dich nicht interessiert, ob zwei Männer heiraten, dann lass sie doch einfach. Muss man dafür demonstrieren, dass sie es nicht können? Ich denke nicht. Ich sage ja nirgends, dass alle Christen oder an und für sich, alle gegner der Ehe zwischen Homosexuellen homophob sind. Aber ein erschreckend grosser Teil davon. Das erkennt man nicht daran, dass sie gegen diese Ehe sind, sondern man erkennt es an der dämlichen Begründung – wenn sie das nämlich so sagen würden wie du, dann wärs ja auch ok. Deine Meinung. Zwar kein grund, ihnen das heiraten zu verbieten, aber eine begründete, mehr oder minder sinnvolle Meinung.

    Da du aber auch nicht aus Liebe heiratest, sondern bloss um jemand anderem deinen Namen aufzudrücken diskutiere ich mit dir nur ungern über Sinn und Unsinn einer Ehe wink

  • rabenmutter

    ” Ich bin aber intelligent genug um mir vorstellen zu können, dass es jemand anders sehen kann und dass er bereit ist, sogar dafür zu demonstrieren. Nicht GEGEN Schwule, sondern FÜR seine Vision der Welt, für etwas was er für Grundwerte des Lebens hält. ”

    Bin ich jetzt weniger intelligent, wenn ich partout nicht einsehen will, wieso man GEGEN etwas demonstrieren soll, das einen im Leben NIE selber betreffen wird? Und dabei auch noch seine Kinder mitschleppt, die, wie Meret schon sagt, sowieso nachplappern werden, was ihre Eltern skandieren? Soll nicht in GOTTES NAMEN jeder tun, lassen und vögeln, wen oder was er will, sofern der andere damit einverstanden ist? Und eben auch heiraten? Ich lese deinen Kommentar Thomas und verstehe die Sichtweise dennoch nicht.

    Die Welt verändert sich, wieso sollte eine Institution wie die Ehe es nicht tun? So, wie andere Institutionen eben auch?

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, dann schmeissen wir doch gleich demokratische Grundsätze wie “Gleiches Recht für Alle, egal welcher Hautfarbe, welchen sozialen Standes oder welcher sexueller Orientierung” über Bord. Die Ehe und die Adoption sind nun mal keine religiöse oder moralische, sondern RECHTLICHE Angelegenheiten. Und da gelten RECHTSGRUNDSÄTZE. Nicht Ansichten. Oder Religion.

    Die Rechtsgleichheit vor dem Gesetz ist einer der fundamentalen Werte unsere Gesellschaft. Wir behandeln alle Rassen, alle Einkommenstufen und alle religiösen Überzeugungen rechtsgleich. Nur Schwule und Lesben nicht. Das hat nichts mit Toleranz zu tun, da gehts um Demokratie.

    P.S.: @thomas: Dein Comment zu Merets Kolumne mag ja deine Meinung ausdrücken, der Ton jedoch strotzt vor herablassender Arroganz. Natürlich kann man so nicht wahrnehmen, was der Text moralisch und persönlich aussagt.

  • mira

    Ehe hat primär nichts mit Liebe zu tun, sondern hat einen finanziellen und rechtlichen Hintergrund. Nur für die Liebe braucht man nicht zu heiraten, da genügt es, zusammen zu leben. Eine Ehe wird genau dann relevant, wenn es um langfristig finanzielle und rechtliche Überlegungen geht. Vor diesem nüchternen Hintergrund gesehen, ist es eigentlich nur logisch, wenn auch homosexuelle Paare heiraten können und bis zu diesem Punkt befürworte ich es auch zu 100%.
    Bauchweh kriege ich erst dann, wenn es um Kinder geht. Es ist mir bewusst, dass auch homosexuelle Paare gute Eltern sein können und finde es wichtig, dass deren “Kinder” die gleichen Rechte haben, wie “normale” Kinder. Trotzdem sehe ich diesen Zustand nicht als ideal an, schon gar nicht, wenn dazu künstliche Befruchtung benutzt wurde. Und schwups, sind wir wieder bei der Ehe oben, weil diese auch Rechtsfragen mit Kindern regelt. Ein Dilemna…

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, ich sehe Scheidungkinder, saufende Eltern und kaputte Heterobeziehungen mit Kindern auch nicht als ideal an. Da ziehe ich eine funktionierende Homo-Elternschaft allemal vor. Wieder: Rechtsgelichheit.

  • Katharina

    Den aktuellen Zustand in der Schweiz, wo zwar Mami1 und Mami2 mit den Kindern zusammenleben, aber Mami2 keinerlei rechtliche Beziehung zu den Kindern haben kann, finde ich mehr als suboptimal. Denn WENN Mami1 etwas passiert (was sich natürlich keiner wünscht, aber leider trotzdem manchmal passiert), verlieren die Kinder gleich beide Eltern.

    Die Ehe dient nicht der Liebe, sondern der gegenseitigen rechtlichen Absicherung. Und weshalb man so einen “Absicherungsvertrag” nicht mit der Person seiner Wahl eingehen dürfen soll, will mir nicht in den Kopf.

  • Ylene

    Tomas, Klappe halten und setzen! Sie werfen Meret Emotionalität vor und schwurbeln da gleichzeitig von jahrtausendalter Tradition von Ehe, als hätte die sich da nie was geändert. Als wäre eine Ehe heute weltweit das gleiche, geschweige denn in Zeiten der Römern, Kelten und Dschingis Khan. Ehe war schon immer eine rechtliche Angelegenheit (gucken Sie sich mal römisches Recht an) zur Besitzstandswahrung und unser Rechtsverständnis ändert sich nun mal und ist auch nicht überall das gleiche. Nach Ihrer Logik dürften also unfruchtbare Heteros auch nicht heiraten, weil die sich ja nicht fortpflanzen können? Und ich habe keine ‘Christen’ gesehen, die gegen Britney Spears Kürzestehe demonstriert haben, das machen die nur bei Schwulen und Lesben.

  • Ylene

    Soweit mir ist, bringen die meisten Frauen in einer lesbischen Beziehung die von früheren Heterobeziehungen oder meinetwegen ONS mit. Oder sie machen eine Einzeladoption. Dann sollten laut Ihnen künstliche Befruchtungen allgemein untersagt werden? Das Problem bleibt ja das selbe, egal ob Hetero- (wenn der Mann unfruchtbar ist) oder Lesbenbeziehung.

  • marie

    Auszug aus:
    Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
    Art. 8
    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der
    Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der Lebensform,
    der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder wegen
    einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.
    1. Der erste Absatz ist wortwörtlich zu nehmen (Homosexuelle sind Menschen, wenn man anfängt daran herumzudiskutieren, dann sollte man mit sich über die Bücher gehen, was Mensch ist; oder aber sich der Vorwurf des Homophobikers gefallen lassen).
    2. Diskriminierungsverbote (Art. 8 Abs. 2 BV): die Sexuelle Orientierung wurde mit dem “Kompromissausdruck: der Lebensform” abgedeckt. Hier scheinen einige Anlass genug zu sehen, gegen den Art. 8 Abs. 1 BV zu verstossen, was nicht passieren würde, wenn Abs. 1 BV wortwörtlich genommen werden würde.

    …mit anderen Worten: gleiches Recht für alle!

  • Réda Philippe El Arbi

    Ja, machen wir. Sobald Sie den Workshop “Medien für Dummies” absolviert haben, in dem Sie lernen, eine Kolumne von einem Artikel zu unterscheiden.

    Und uns tuts leid, wenn Ihre zarte Seele an den Kraftausdrücken Schaden genommen hat. In Zukunft kennzeichnen wir solche Beiträge mit “nicht für Kinder unter 16 Jahren geeignet”.

    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

    Der Chefredaktor

  • Tim

    Ein weiterer Artikel mit Stammtischniveau. Bitte schicken Sie Ihre Kollegin in einen Weiterbildungskurs, vielleicht besteht ja Hoffnung, dass sie einst einen Artikel ohne Fluchwörter und Vulgärsprache hinbekommt.

  • Katharina

    Solange unterschiedliche Rechtsnormen für heterosexuelle Ehen und homosexuelle Ehen gelten, kann sehr wohl von Diskriminierung geredet werden, Marcel. Solange es Leute gibt, die wegen der Einführung der homosexuellen Ehe radikal auf die Barrikaden steigen, wie in Frankreich, und herausposaunen, das sei der Beginn des Weltuntergangs, solange sie so viel Hass streuen, dass wir in alltäglichen Situationen mit Gewalt gegen uns rechnen müssen und immer noch täglich um unsere Sicherheit besorgt sein müssen, weil schon wieder eines von uns niedergeschlagen wurde, kann sehr wohl von Diskriminierung, Hass und Phobie geredet werden.

    Solange wir immer noch ständig gefragt werden, warum wir so seien wie wir sind und warum wir so ‚geworden‘ seien, kann sehr wohl von heteronormativem Privileg (ähnlich white privilege und male privilege) geredet werden.

    Das hat überhaupt nichts mit Marxismus zu tun, sondern schlicht und einfach nur damit, dass die bestehenden Gesetze unsere Grundrechte einschränken. Und dazu gehört nun einmal, eine Partnerschaft in Ehe eingehen zu können, wenn für uns unsere Beziehung diese Ebene erreicht hat und wir diese in den Rechten und Pflichten einer Ehe weiterführen wollen. 

    Sicher ist es problematisch, dass einige Kreise der LGBT Aktivisten eine starke Affinität zu linken Parteiprogrammen haben und es ist meine Meinung, dass dies auch lange unseren Anliegen schadete.

    Ich denke aber, dass der Prozess um Proposition 8 die Sicht der weiteren Öffentlichkeit wesentlich mitprägte, weil wir (also die Leute um AFER) ausschliesslich vom rechtsstaatlichen Standpunkt aus argumentierten. Auch wenn die juristische Situation nicht 1:1 auf Europa übertragbar ist, denke ich doch, dass die breitere Öffentlichkeit dies doch erkannte und inzwischen ein Konsens über Partei- und Landesgrenzen hinweg für Marriage Equality besteht.

    Ich finde in dem Zusammenhang das sog. Coming out sehr wesentlich. Dies, weil dadurch immer klarer wird, dass wir genauso vielschichtig und unterschiedlich sind wie heteros und dass viele stereotypen über uns eben so lächerlich sind wie stereotypen halt sind.  Dies korrigiert etwas den Eindruck, den anlaesse wie Gay Parade etc dem Publikum vermitteln. Wir sind nicht alle Party crazy zugedroente. Meist sind wir hundskommune Paare wie sie auf diesem Planeten zu Millionen bestehen. weiter nichts. In dem Sinn muss ich Dir aber zugestehen, dass der gegenwärtige Lesbo-Chic in den Boulevard Medien uns eher schadet. mein Eindruck ist sogar, dass es bei juengeren frauen, etwa im alter von Meredith, zum guten Ton zu gehören scheint, ein bisschen auf girl on girl zu machen, weil es ‚cool‘ sei, dies entgegen ihren Neigungen und Vorlieben. langfristig kann das sogar einen umgekehrten Reflex auslösen, nämlich eine Art Abscheu gegen lesbische Liebe, die aufgrund von Gruppendruck aufoktruiert wurde.

  • Katharina

    Tim, welches Stammtischerl hätten Sie gerne? Wenn es mit einem weissen Tischtücherl bedeckt ist, dann haben Sie sicher den Weiterbildungskurs bestanden.

    Ich finde, Meredith Texte haben eine sehr positive Entwicklung durchgemacht und sind dichter und prägnanter geworden.  Sie hat, wenn ich richtig gezählt habe, im ganzen Text zweimal das Wort verdammt benutzt und einmal den Anglizismus excuse me. der sich dahinter bestehende Unmut hat sie sehr gemässigt ausgedrückt. bei meinem Unmut wäre mein Text nur so übersäht mit f-words und so weiter und el jefe el arby müsste es dann entfernen.  Sie hat sich also sehr zurückhaltend geäussert. tia.

    Aber Sie sind eingeladen, meine Zählung zu überprüfen und das eine oder andere Wort noch zu finden, wenn das Ihnen Spass macht. Und das Excuse me können sie von mir aus als transatlantische Kulturbeschmutzung betiteln.  Who cares

  • Meret

    Mich nervt das manchmal auch, das habe ich ja in anderen Kolumnen auch schon zum Thema gemacht. Aber hier geht es um etwas anderes. Hier geht es darum, dass es ausser religiösen Argumenten keine (rationalen) gegen die Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen gibt. Trotzdem wird Ihnen die Heirat in dieser expliziten Form rechtlich untersagt. Mir als Atheistin (Agnostikerin, streng genommen) stösst das sauer auf und lässt mich daran Zweifeln, dass die Trennung von Staat und Kirche funktioniert. Es geht hier nicht um Quengeln, es geht um Rechtsgleichheit. Und wie schon in einem anderen Kommentar geschrieben: Homophobe erkennt man eigentlich nicht daran, dass Sie sich gegen Schwule äussern, sondern an der Art, wie sie es tun und an den fadenscheinigen Argumenten, mit denen sie es begründen wollen.

  • The Damned

    Meine Haltung zu Homo-Ehen und Regenbogenfamilien findet man hier in einem meiner uralten Blogbeiträge, meret:

    http://www.freitag.de/autoren/thx1138/homo-ehe-mit-oder-ohne-kinder

    An meiner Haltung hat sich nichts geändert bis heute. Erstaunt war ich damals, dass v. a. Feministinnen ganz erhebliche Probleme mit dem Adoptionsrecht hatten (Magda, facebook). 

    Was die cis-males als Feindbild queerfeministischer Kreise anbelangt, Katharina: Mittlerweile bin ich soweit, dass ich grundsätzlich eine dezidiert distanzierte Haltung gegenüber lesbischen Frauen eingenommen habe. Auch wenn ich weiss, dass nicht alle Lesben ein Männerproblem haben. Aber irgendwann einmal hat Mann diese politischen Faxen dermassen dicke, dass man einen Schlussstrich zieht.

  • The Damned

    Mich nervt diese Gleichberechtigungs- und Diskriminierungsschiene langsam ganz gewaltig: Egal, wer auch immer gerade dahinter stecken mag, ob Veganer, Homosexuelle oder Rothaarige, alle fühlen sich offenbar immer irgendwo benachteiligt und *kreisch* diskriminiert! Das ist vor allem einem völlig hysterisierten und nicht selten auch marxistischen Begriff von Gleichheit geschuldet, wie er heute en vogue ist. Und ich glaube zu wissen, dass es vielen Otto- und Emma-NormalverbraucherInnen ähnlich ergeht: Man / frau wird angesichts all dieser Gleichberechtigungs- und Diskriminierungsschreie langsam taub und immun- und steht ihnen zunehmend abweisend gegenüber, weil sie in der Summe ein Gefühl herauf beschwören, das uns alle glauben machen soll, wir würden in einer himmelschreiend ungerechten Welt voller Unterdrückung leben. Nicht selten auch zu Unrecht, wie das Beispiel der Homoehen beweist: Würde man sich auf die nüchternen Fakten berufen, anstatt ständig mit diesen abgelutschten Vokabeln herum zu fuchteln, würde man beim Volk sicher auf viel mehr Verständnis und Wohlwollen stossen, konkret: Warum sollen eingetragene, homosexuelle Partnerschaften / Ehen mehr Steuern zahlen, als Heterosexuelle? Warum dürfen nur heterosexuell Paare Kinder adoptieren und Homosexuelle nicht?

    Im Übrigen finde ich es auch unglücklich, dass man heute kaum mehr Kritik an homosexuellen Menschen äussern darf, ohne dabei der Homophonie bezichtigt zu werden. Das sage ich als weisser, heterosexueller cis-Mann, der wegen dieser Merkmale v. a. in radikalen, queerfeministischen Kreisen zu einem richtigen Feindbild geworden ist. Charles Bukowski, Gott hab’ ihn selig, hat das einmal brilliant auf den Punkt gebracht:

    “You could write anything you wanted to about the white American male and nobody ever protested. Not even the white American male. But if you wrote anything disagreeable about any other race or class or gender the critics and the public became furious and your hate mail stacked up, although book sales didn’t seem to drop off. When they hated you, they had to read you. They were aching to see what you would say next about their world. While the white American male didn’t give a damn what you said about him because he ruled the world—at the moment, anyhow.”

  • Michèle

    Wow! Danke

  • mira

    @Réda Philippe El Arbi
    Saufende Eltern und kaputte Beziehungen sind immer schlecht für ein Kind, unabhängig ob die Eltern homo oder hetero sind. Das ist kein wirkliches Argument Réda…
    @Ylene
    Ja, ich sehe künstliche Befruchtungen generell kritisch, auch hier unabhängig von hetero oder homo.
    @Katharina
    Ein Kind kann nur eine Mama haben. Aber natürlich kann auch die Partnerin der Mama dem Kind Liebe, Geborgenheit und finanzielle Sicherheit bieten. Aber eine Mama ist sie deswegen trotzdem nicht.

  • Tomas

    Reda: Ich schreibe es bereits an einer anderer Stelle: gegen gleiche Rechte würden nicht eine Million Franzosen protestieren gehen. Das machen sie deshalb, wenn sie das “Ehe” nennen.

    Und warum die Homos es auf Teufel komm raus “Ehe” nennen wollen bleibt mir schleierhaft. In meinen Augen tun sie sich nur der Heterowelt anbiedern, abgesehen davon, dass egal wie das schliesslich im Gesetzbuch stehen wird, Ehe wird es nie sein. Es wird einfach ein Vertrag zwischen zwei Männern oder zwei Frauen, dass ihnen hoffentlich die gleichen Rechte und Pflichten wie einem verheirateten Paar zubilligt. Natürlich können sie es nennen wie sie wollen grin

  • Tomas

    tja, Katharina, der Fall mit Mami1 und Mami2 ist eigentlich bestenfalls ein Fall mit einer Mami und einer fremden Person, die mit dem Kind nichts gemeinsam hat. Sie hat es vielleicht auch ganz doll lieb, aber Mami ist sie keinesfalls. In eine familiäre Beziehung zu dem Kind kann sie nur auf juristischen Weg kommen, eine Mami wird sie aber auch dann nicht. Nun, lustigerweise passiert dasselbe wenn ein Mann und eine Frau biologische Eltern eines Kindes sind, aber nicht heiraten. Dann muss der Vater das Kind auch adoptieren, damit es die gleichen Rechte erhält. Mindestens hat es dann aber richtige Eltern.

  • Tomas

    Ich kann das meiste was sie schreiben nachvollziehen, damned. Bin schon eifrig am überlegen, wo ich diskriminiert bin. Vielleicht könnte ich mein Recht auf Menstruation geltend machen? Dass ist nämlich voll die diskriminierend, dass ich kein PMS haben darf. Ausserdem hat mir einmal im Kindergarten ein Junge mein rotes Tretauto weggenommen.
    In einem hat der Bukowski aber unrecht: man kann etwas hassen auch ohne es je gelesen zu haben, wie das Phänomen der Weltwoche zeigt. Aber die Geschichte hat uns bereits unzählige male bewiesen, dass das was man nicht versteht hasst sich am einfachsten.

  • Réda Philippe El Arbi

    Hm, wäre Paris nicht, und noch immer verprügelte Männer, die es wagten sich in der Öffentlichkeit zu küssen, könnte ich das einfach so als einen etwas ignoranten Kommentar durchgehen lassen. Leider aber haben weder Sie, Damned, noch Sie Thomas, auch nur die geringste Ahnung, was es heisst, diskriminiert zu werden, denn sonst würden sie nicht in schulterklopfender Ignoranz dummschwätzerisch darüber herziehen.

  • Réda Philippe El Arbi

    Nein, es waren eben NICHT die gleichen Rechte. DIe bekamen sie erst mit dem Gesetz, dass jetzt veranschiedet wurde. Und da man nicht zwei verschiedene Ausdrücke für dieselbe rechtliche Sache benutzen kann, ist es auch eine Ehe. Und das ist gut so.

  • Jorge

    Kurze Zwischenfrage:

    Die Homophoben mögen keine Homos, so weit so gut. Deswegen werden sie hier auch, wohl zu Recht, angeprangert.

    Doch: Sind wir besser, weil wir Homophobe nicht mögen? Macht uns das nicht zu Homophobenphoben?

    Mir ist natürlich klar, dass es die Homophoben einen Sch**** angeht, wer mit wem und so blabla… aber dann geht es doch uns (wir sind ja schliesslich die Guten wink ) nichts an, ob Homophobe Homos mögen.

    Sonst wären wir ja gleichermassen nicht die Guten, wie es die Bösen sind.

  • Meret

    Mir ist wurscht ob die Homophoben Homos mögen oder nicht. Mir geht es aber gegen den Strich, wenn das im Gesetz verankert ist.

  • Jorge

    Ah, dann bin ich beruhigt.

    Wäre es Ihnen dann aber lieber, man könnte darüber abstimmen, ob eine Heirat, resp. Adoption erlaubt wäre?

    Mir ist schon klar, dass Sie darauf hinauswollen, dass jeder seine Vorlieben ausleben kann – dennoch denke ich, dass einige Leute Vorlieben haben, die selbst Sie nicht gut finden würden.

    Dann kommt nämlich unweigerlich die Frage auf, WER entscheidet, wo die Grenze liegt.

    PS: In der Schweiz werden seit jeher Gesetze nach persönlicher Präferenz (der demokratischen Mehrheit) gemacht… nur damit das auch mal erwähnt wurde.

  • Jorge

    und@mademoisellemarie:

    Das hab ich schon verstanden, aber sollte man nicht unterscheiden zwischen den Vorteilen einer Ehe (von Gesetzes wegen) und der “traditionellen” Bedeutung einer Ehe?

    Ersteres sollte ganz klar allen zu Gute kommen, welche die Recht UND Pflichten einhalten. Wenn es aber nur darum geht, in einer Kirche heiraten zu können, verstehe ich die Aufregung nicht – dann würde man nämlich in einer Tradition heiraten wollen, die einen selber gar nicht will… das wäre ja wie, wenn ich mich in einem Land einbürgern lassen will, wo mich erstens die gesamte Bevölkerung nicht leiden kann und/oder ich das Land selber unheimlich doof finde.

  • Meret

    Ob ich anderer Leute Vorlieben gut oder schlecht finde tut nichts zur Sache. Jedenfalls nicht, solange diese Vorlieben nicht strafrechtlich relevant sind smile

    Und ja, mir wärs noch recht wir könnten darüber abstimmen. Dieses Gesetz stammt nämlich nicht aus einer Mehrheitsabstimmung sondern einfach aus grauer Vorzeit. Aus einer Zeit, in der Homosexualität auch noch als Krankheit galt und die Bibel als verlässliche Quelle für Richtig und Falsch. Das sollten wir dringend überdenken und ich wäre wirklich sehr dafür, darüber abzustimmen smile

    Und zur Kirche: Da stimme ich absolut zu. Ich sehe ja eh nicht ein, warum man heiraten will, geschweige den mit Gottes segen. Wirklich nicht. Aber es geht um Gesetze und – wieder – um Rechtsgleichheit. Die eingetragene Partnerschaft ist keine Ehe, u.a. aus dem Grund, den Marie angeführt hat. Ausserdem: Nenne mir einen Grund – ausser religiöser Tradition – warum die Verbindung zwischen zwei Gleichgeschlechtlichen nicht auch “Ehe” heissen soll. Und einen einzigen Grund, warum die anders behandelt werden sollen als Heteros.

  • marie

    ehrwürdiger jorge. wenn sie mit ihrer liebe des lebens sich trauen, sich zu trauen, müssen sie vor das standesamt. dort wird getraut, wer sich traut. dann ist es rechtsgültig. die trauung in der kirche alleine, macht juristisch keine ehe aus. bei gleichgeschlechtlichen paaren können sie nur vor das standesamt und, eben, die parterschaft registrieren lassen, was eben juristisch gesehen, nicht die gleichen rechte beinhaltet, wie die standesamtliche trauung.
    die kirche ist dann, das andere thema.
    ich halte ja auch nichts von der ehe – aber wieso soll ich es deshalb anderen, die es sich wünschen, vorenthalten? sei es den heteros, sei es den homos.

  • The Damned

    Wissen Sie, Reda, auf debil wirkende Vokabeln wie dummschwätzerisch reagiere ich aus Prinzip nicht mehr. Weil Argumentieren ad hominem immer dann gezückt wird, wenn keine stichhaltigen Argumente vorliegen. Zudem haben Sie meinen verlinkten Blogbeitrag nicht gelesen, der die hier geäusserte Meinung von Meret ebenfalls vertritt- lange bevor in Paris entschieden worden ist, Homoehen und die Adoption von Kindern derselben seien rechtens. Gut, andererseit: Das müssen Sie auch nicht: Sie sind ja der Gute, wir die Bösen. Political correctness sucks. Vor allem dann, wenn Sie von intellektuell eher kleinkalibrigen (-karrierten?) Menschen gefordert wird.

  • Jorge

    Bin verwirrt; Es geht gegen ihren Strich, dass es verankert ist, dass Homos heiraten dürfen?

  • marie

    homos dürfen nicht heiraten – sie können ihre partnerschaft nur registrieren lassen und damit gelten nicht die gleichen rechte wie für ehepaare.
    (bsp.: eine frau bringt eigene kinder in die registrierte partnerschaft. die partnerin darf aber ihre kinder nicht adoptieren. im falle eines heteropaares darf der mann die kinder, welche “mitgebracht” werden, adoptieren. so in etwa.)

  • Meret

    Nein Jorge, Sie können eben NICHT heiraten. Sie können sich “eintragen” lassen. Und die Sache mit der Adoption ist da auch noch.

    Wenn jemand ein persönliches Problem mit Homosexuellen hat ist das sein Bier und läuft unter Meinungsfreiheit. Es ist aber nicht in Ordnung, aufgrund persönlicher Präferenzen Gesetze zu erlassen und/oder andere Menschen in Ihrer Freiheit einzuschränken.

  • Jorge

    @die Ladies:

    Dann sollten wir aufhören, das Ganze “die Homoehe” zu nennen und einfach “die rechtliche Gleichstellung” verlangen – ich wette, da wären gleich einige weniger dermassen aufgebracht, wenn das Thema aufkommt.

    Wenn es nur um die Deutungshoheit des Wortes Ehe geht – nun ja, das hat nunmal die Kirche “erfunden”. Es handelt sich doch hier nur um ein aus Buchstaben zusammengesetztes Wort, Herrgott! Wenn eine Frau ihr Geschlechtsteil jetzt halt mal “Schnäbbi” nennen möchte, ist mir doch das egal – für mich bleibt es weiterhin ein “Pfläumchen” (Name d. Red. bekannt)

    Wer das Ganze deshalb am Begriff selbst festmacht, ist für mich drum einfach ein kindischer Zwängeli (nicht Zwingli!) – was auf beide Uferseiten zutrifft, wohlgemerkt! Zudem: Dann soll man es aber auch nicht mehr standesamtliche “Trauung” nennen, sondern “Verbindung zweier Haushalte” oder sowas – Problem gelöst.

  • Diana

    Mist, ich habe mich so auf diesen Beitrag gefreut und ihn dann vergessen – na dann wenigstens im Nachhinein: Danke für Deine klaren Worte grin

  • rudolf weiler

    het dich de herr furrer prägt?

  • Meret

    Ich weiss nicht mal, von welchem Furrer du sprichst.

Lesen Sie auch: