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Seien Sie wieder einmal etwas betupft

Polka Dots: In diesem Winter kommt der Modealltag nicht ohne die eleganten, aber doch recht sittsamen Punkte aus. Richtig getragen wirken sie trotzdem nicht bieder.

Von Clack-Team

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Eigentlich sind Polka Dots ja übersetzt nichts anderes als Punkte. Und die waren schon im Fashionsommer 2011 zu sehen, aber eben nur punktuell, oftmals zu schrill oder zu girliehaft auf den roten Teppich getragen. Erst die Kollektionen von Stella McCartney, Diane von Fuerstenberg oder Marc Jacobs machen den Muster-Klassiker zum alltagstauglichen Wintertertrend. 

Die Liebe zu den Punkten nahm ihren kommerziellen Ausgang in den 1950-er Jahren – Hausfrauen wie Hollywoodstars drapierten sich vorzugsweise mit den figurumschmeichelnden Punkten. Aber welcher Provenienz das auffällige Muster tatsächlich ist, darüber gibt es wahlweise zwei Versionen: die Eine besagt, dass osteuropäische Einwanderer im 19. Jahrhundert mit der Polka auch getupfte Tanzröcke mit in die USA brachten – an der anderen Überlieferung ist Walt Disney Schuld, denn der hat angeblich bei der Erschaffung seiner Figur Minnie Mouse dieser einen Tintenklecks aufs Kleid verpasst.

Erst die 1980er Jahre vereinnahmten die vollrundigen Punkte wieder für sich und kombinierten Schnitte und Formen der 50-er und 60-er Jahre zu einem eigenen Stil. 80-ies Skandalikonen wie Madonna oder Cindy Lauper versuchten sich mit den sittsamen Punkten einen Anstrich von Unschuld zu verleihen – was aber nur Prinzessin Diana gelang und den Trend zum Hype machte.

 Auf den Bildern oben (v.l.): (1) Lady Di 1988 auf einem Polospiel – sie trug die das Punktemuster regelmässig, in unterschiedlichen Farbvarianten. (2) Polka Dots interpretiert im Jahre 2011 von Diane von Fuerstenberg: ein allzwecktauglicher Mantel, auch zu bestellen auf mytheresa.com. (3) Und Cindy Lauper wurde das erste und letzte Mal in den 1980-ern punktiert gesichtet. (4) Marc Jacobs Hobo Tasche passt zwar nicht zu jedem Outfit, soll sie aber auch nicht – gesehen bei net-a-porter.com.

Da können wir nur von Glück reden, dass Fashiondesigner wie Stella McCartney oder Marc Jacobs 2011 das Punktemuster von jeglichen Geschichten befreit haben und die Interpretation des Stoffdesignklassikers ihren Trägerinnen überlassen.

Und das ist das verantwortliche Stück Stoff, das die Polka Dots international zum Gesprächsstoff machte: Stella McCartneys Stretchkleid «Lucia» wurde parallel von Kate Winslet, Liv Tyler, Alexa Chung und Anna dello Russo – der Vogue-Chefin Japan – im Wettlauf getragen. Es ist ausverkauft und das ist gut so – es steht eben jeder.

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