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La France en rose

Frankreich hat rosa gewählt, die Sozialisten haben die absolute Mehrheit. Doch auch der rechtsradikale Front National sieht «La vie en rose.» Unter anderem dank einer jungen Frau namens Le Pen.

Von Clack-Team

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155 Frauen wurden letzten Sonntag ins 577-köpfige Parlament gewählt, weit weniger als die versprochenen 50 Prozent, doch mit etwas über 26 Prozent so viele wie noch nie. Unter anderem hat das Ferien-Departement der Vaucluse eine neue Abgeordnete: Marion Maréchal-Le Pen, Enkelin des ehemaligen Parteileaders Jean-Marie und Nichte von Hollandes Präsidentschaftsgegnerin Marine Le Pen. Alles Mitglieder des rechtsradikalen Front National.

Die französischen Bush’s

Die 22-jährige wird nicht nur die historisch jüngste Parlamentsabgeordnete, welche die fünfte Republik je gekannt hat, sie gehört auch der bekanntesten Politikerdynastie Frankreichs an. Auch wenn sie die einzige Le Pen im Parlament sein wird – ihre Tante hat die Wahl zur Abgeordneten gegen einen Sozialisten verloren – so liessen sich die Franzosen doch von ihrem Namen und dem damit einhergehenden politischen Erfolg beeinflussen.

Denn auch sie wetterte – wie einst ihr Grossvater und zur Zeit ihre Tante und Parteipräsidentin Marine  –  während der Kampagne und bei ihrer Dankesrede gegen Minderheiten und die «Profiteure, die sich darunter befinden». «Unsere Botschaft richtet sich an Patrioten, der Weg ist lang. Wir waren 6,4 Millionen Franzosen, die den Front National gewählt haben (bei den Präsidentschaftswahlen, Anm. d. Red.) und das ist erst der Anfang!» Der Front National fühlt sich nämlich seit Jahren unter-repräsentiert, weshalb sie der Sieg der «Petite Le Pen» umso mehr freuen sollte: Seit 23 Jahren wird die rechtsradikale Partei zum ersten Mal in der Assemblée Nationale vertreten sein. Neben Marion Maréchal-Le Pen zieht auch der in den Medien bekannte Star-Anwalt Gilbert Collard für den FN ins Parlament ein.

Black is not so beautiful

Eine weitere Première, die die genannten Abgeordneten freuen dürfte: 1,8 Prozent des Parlaments besteht aus den vom Front National gefürchteten Minderheiten von Franzosen aus afrikanischer, asiatischer oder arabischer Herkunft. Das ist zwar wenig, wenn man bedenkt, dass diese Minderheiten in der französischen Bevölkerung etwa 10 Prozent ausmachen. Im Vergleich zu den Vorjahren aber steigt der Anteil im rosa Parlament, sie sitzen nämlich alle in der «sozialisteischen Kurve» der Assemblée nationale.

Frankreich hat rosa gewählt. Wie die zwei rechtsradikalen Abgeordneten ihre Botschaft dennoch geltend machen wollen, wird sich in den nächsten fünf Jahren zeigen.

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