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Kompliment, Madame!

Komplimente ölen die Liebe. Darüber sind sich Mann und Frau einig. Gar nicht mehr einig sind sie sich, was denn nun ein nettes Kompliment ist. Clack gibt Nachhilfe.

Von Clack-Team

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Frauen ein Kompliment zu machen, ist gar nicht so einfach. Darin machen vorab die Männer einschlägige Erfahrungen.  Denn nicht alles, was gutgemeint ist, kommt bei uns Frauen auch als Kompliment rüber. Und ja, auch Tageszeit und momentaner Ist-Zustand spielen eine Rolle, ob ein wohlmeinendes «sieht doch gut aus» ein Lächeln provoziert oder ein zynisches «trösten kann ich mich alleine.» Zugegeben: Das schöne Geschlecht ist diesbezüglich ganz schön kompliziert: Es gibt Dinge, die hören wir zwar gern, glauben sie aber nicht. Und andere, die nehmen wir einem Mann sofort ab, wollen sie aber nicht hören. Und die Komplimente, die Frauen  gemäss Umfragen am liebsten hören, die klingen dann meist  etwas abgedroschen. Sorry, liebe Männer: Aber ein «umwerfend», wirft heute eben keine Dame mit Ansprüchen mehr aus den Socken. Ausser vielleicht auf 2500 Metern, vor der Berghütte,  wenn wir uns gerade etwas derangiert die Zähne am Brunnen putzen. Die erste und wichtigste Regel lautet deshalb: Es kommt ganz auf den Kontext an!
Was wir gern an ein paar Beispielen veranschaulichen:

  • Du riechst unglaublich gut  – ist vielleicht kein ausgesuchtes, aber ein schönes und deshalb auch eines der beliebtesten Komplimente überhaupt. Nicht angebracht ist es, wenn eine Frau frisch parfümiert aus dem Badezimmer kommt. Womöglich haben Sie ihr ja das Wässerchen auch noch geschenkt und gratulieren sich somit selbst. Nach einer stürmischen Nacht allerdings, wenn sie den  Eigengeruch ihrer Liebsten meinen, dann dürfen Sie ihr den Satz auch zweimal hintereinander ins zerzauste Haar flüstern. 
  • Du kochst lecker – besser als meine Mutter. Den ersten Teil, den hören speziell Frauen gerne, die berufstätig sind und nicht gerade als Bree-Kopien durchs Leben huschen. Diejenigen also, die sich auch mal gerne mit Convenience Produkten durch den Alltag schlängeln und nur ab und zu wirklich kochen. Der Referenzpunkt Mutter ist allerdings schwierig. Nachgerade unmöglich ist er, wenn Mutter auch nicht gerade eine Göttin am Herd war. 
  • Man merkt überhaupt nicht, dass du Mutter bist. Bezieht sich dieses Kompliment auf die Figur, ist es toll. Jede Mutter sieht gern  jugendlich frisch aus und freut sich wenn sie Augenringe und Tränensäcke erfolgreich kaschieren konnte. Fällt dieses Kompliment an einem ausschweifenden Flirt beim After-Work Apéro dann könnte das die Frau als sexuelle Anmache missverstehen. Kommt das Kompliment einem Vorgesetzten über die Lippe, dann ist es sehr schwierig. Was wollen Sie ihr damit sagen? Dass sie über ihre Worklife-Balance nachdenken sollte? Oder dass sie froh sind, wenn sie nicht mit Vereinbarkeitsproblemen und Kinderkrankheiten belästigt werden?  
  • Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Ein schönes Kompliment, ein Songtitel, der die Herzen öffnet. Wenn sie dazu gerade Tango tanzen. Aber auch dieses Kompliment kann daneben gehen. Kommt es ihnen nämlich über die Lippen, wenn sie nach Feierabend gerade bequem die Füsse hochlagern, während sie kocht, dann heisst es nichts weiter als: Endlich habe ich eine Bedienung gefunden, kann meinen Ballast abladen und habe jemanden an meiner Seite, der das Leben, die Termine und die Freizeitgestaltung im Griff hat.
  • Ich hab gern was in den Händen: Tja das ist eine Knacknuss. Auch wenn wir Frauen wissen, dass ihr Männer das total ehrlich meint. Fettpölsterchen sind in Frauenaugen immer nur eines: Fettpölsterchen, die weg müssen. Und wir werden nicht gern an die Arbeit erinnert. Es gibt allerdins eine einzige Situation, in der das Kompliment uns nicht beleidigt: Wenn wir es für das Bäuchlein kriegen, das nach der Schwangerschaft übrig geblieben ist und von dem wir wissen, dass es nicht mehr weggeht. Oder für den üppigen Hintern. Mit dem schliessen selbst anspruchsvolle Frauen irgendwann Frieden.

Lesen Sie auch: Was Männer an Frauen nervt.

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Liebe Psychologie


Kommentare

  • Widerspenstige

    Also ich geniesse ein Kompliment zu jeder Tages- und Nachtzeit und lasse es mir genüsslich auf der Zunge zergehen…Keine Ahnung, wieso so ein Aufsteller falsch verstanden oder zur Unzeit kommen könnte. Das würgt doch jegliche Spontaneität im Keim des Allerliebsten ab, wenn er zuerst den Mini-Knigge im Kopf durchblättern muss, ab ‘wann’ ‘was’ und ‘wie dosiert’zum Schatz gesagt werden darf. Mehr Lockerheit Komplimenten gegenüber und mal zu den Franzosen rüber blinzeln, wie charmant die das einfach so aus dem Ärmel purzeln lassen…oh là là wink

  • Ria Eugster

    Und wie wäre es, wenn wir ein Kompliment einfach mal annehmen und uns darüber freuen würden? Wir machen damit unserem Gegenüber auch ein Geschenk.
    Das geht dann, wenn wir mit uns selber Frieden haben. Das kann uns der Andere nicht abnehmen!

  • Simone

    Liebe Ria
    Sie haben so Recht! Manchmal meint es der Partner auch einfach nur ehrlich und lieb. Ein Kompliment richtig annehmen muss manchmal aber auch gelernt sein wink

  • Alien

    Neulich machte ich am Ende eines langen Gesprächs einer schönen Freundin ein Kompliment, wie sie es wohl noch nie gehört hatte: Ich fände Dich schön, wenn ich blind wäre.

  • Christos

    Neulich hatte ich eine tolle Begegnung mit einer unerwartet schönen Frau. Unerwartet deshalb, weil wir uns im Chat kennen lernten und das Foto nicht so gut war. Ich machte ihr viele Komplimente, die ehrlich waren, sie aber nicht beeindruckten, weil sie sowas, wie sie auf meine Frage hin sagte, des öfteren zu hören bekommt. Am Tag danach im Chat sagte ich ihr, dass ihr süsser Geruch immer noch präsent sei. “Warum süss?”, fragte sie. Ich schrieb, dass ihr Geruch vanillig sei. Das hat gesessen! Ja, das habe noch keiner zu ihr gesagt! Und was habe ich daraus gelernt? Nicht aufgeben, immer das sagen, was man(n) meint. Wenn es echt ist, kommt es immer gut an, auch wenn es banal tönt!

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