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«Königinmutter»

Madonna und ihr neues Album «MDNA», heute in den Feuilletons: Da geht es um Musik und Fitness und tatsächlich ums Erwachsensein im Pop.

Von Clack-Team

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Im Vorfeld war schon viel von Würde die Rede. Ausgerechnet. Als wäre das ein Pflichtfach in der Rolle Material Girl. Aber gut, Madonna, das haben wir nun wirklich nicht übersehen können, ist 53, da drängt sich die Frage offenbar wie von selbst auf.

Dass bei anderen Stars und Popgrössen über 25, sagen wir bei Mick Jagger und Brad Pitt, niemand danach fragt, ist entweder irgendwie selbstverständlich, aber vielleicht trotzdem etwas einseitig (wieder einmal Anlass für unser Lieblingsbeispiel: Es ist ja auch nicht jedem Rockstar unter den Männern gegeben, so cool zu in die Jahre zu kommen wie David Bowie). Im Februar schon schrieb Sibylle Berg im «Spiegel» gegen Madonna zugedachten Titel an wie Rock-Oma und gegen Sätze wie: Sieht doch für ihr Alter ganz gut aus.

Aber heute beschäftigt Madonnas neues Album «MDNA» die Feuilletons. Die Sache mit dem Alter und dem Fitness treibt noch immer viele um. Nicht gerade Würde, aber etwas in die Richtung vermisst der «Spiegel»: «Ja, wird diese Frau denn nie erwachsen? Fühlt sie sich wirklich immer noch wie mit 16? Und damit wie ihre Tochter? Kann mal jemand einen Therapeuten für Lourdes buchen? Oder ist das längst passiert?!». «53 sind okay» im Unterhaltungsbetrieb, meint der «Tages-Anzeiger», «53 zu sein und am liebsten in kanppe Cheerleader-Uniformen aufzutreten, ist allerdings latent albern.»

Die «Zeit» will zu einem «naheliegenden, im Sinne des Pop konsequent gedachten Experiment greifen: zur Form der guten alten Plattenkritik». Von der «Könginmutter des Pop» ist hier die Rede, vom ewigen «Girl» in den Songs, von «unangenehm muskulösem» Sound (Fitness!). Aber der Kritiker schlägt als «Zwischengedanke» auch vor: «Im Mittelmass liegt eine eigene Königlichkeit, eine Würde des Alters, das die Königin Madonna mit dem Album MDNA antritt: Respekt. Ihr wird das nicht gefallen, aber uns taugt das.» Das könnte tatsächlich gut so sein, vielleicht sogar als Rollenmodell, nicht nur im Pop.

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