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King Karl und der Kunstpelz

Kunstpelz wird zum Trendmaterial. Diesen Herbst findet man ihn nicht mehr nur bei Zara & Co., sondern auch auf den Laufstegen, die die Modewelt bedeuten.

Von Roberto Zimmermann

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Paris, Juli 2010: Karl Lagerfeld (77) lässt seine Models mit den für Chanel entworfenen Kleidern um einen riesigen Goldlöwen paradieren. Das Wildtier ist eine Referenz an Coco Chanel, die im Sternzeichen Löwe geboren worden war.

Gleichzeitig steht das pelztragende Tier unbeabsichtigt für eine erstaunliche Kehrtwende Karl Lagerfelds. Erstmals hat er für eine Haute-Couture-Schau auf die Verwendung echter Pelzteile verzichtet. «Kunstpelz hat sich so sehr geändert und ist so toll geworden, dass man kaum noch einen Unterschied sieht», begründete Lagerfeld laut dem Online-Magazin Fashion Insider seine Entscheidung. Gegenüber dem britischen «Daily Telegraph» münzte er sogleich ein Motto: «You cannot fake chic, but you can be chic in fake fur!»

Noch vor ein, zwei Jahren sah der König des Pariser Modedschungels das völlig anders: Wer gegen Pelz sei, solle gefälligst auch auf den Konsum von Fleisch und den Gebrauch von Lederwaren verzichten, befand Lagerfeld. Weiter palaverte er, es handle sich bei den getöteten Tieren um «Bestien», die auch Menschen töten würden, wenn sie das könnten. Im weiteren sollten nur Menschen Pelz tragen, die ihn sich auch leisten können.

Und nun das: «Fake fur» wird von Lagerfeld und der Haute Couture erstmals als Alternative zu echtem Pelz akzeptiert.

Diesen Herbst und kommenden Winter werden in den Schaufenstern der grossen Labels Kunstpelz-Stücke zu sehen sein, als ob’s bei H&M oder Zara wäre: an Abendgarderobe und Jacken, an Schuhen und Mützen. Er liegt mehr denn je im Trend. In der Zwischenzeit haben sich Naturschützer gemeldet, die sich über den Einsatz von Fake furereifern: Dieser werde aus Petrochemikalien hergestellt und sei deshalb alles andere als «grün». Aber diese Kritik werden Träger von Kunstpelz wohl oder übel über sich ergehen lassen.

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