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Kinderkriegen als Kunstperformance

Das Leben als Kunst? Marni Kotak will nicht nur in einer Galerie in Brooklyn in den Wehen liegen, sondern auch die Erziehung ihres Kindes zur Performance machen.

Von Clack-Team

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Manche Kinder sind nicht zu beneiden. Das zukünftige Baby der Künstlerin Marni Kotak ist so ein Fall. Obwohl noch nicht einmal auf der Welt, kommt die werdende Mama auf tausend Ideen, wie sie ihr Kind zum Kunstprojekt erheben kann. Denn für Marni Kotak kreiert das Leben die interessantesten Kunstwerke. Wobei man sich fragen darf, wie tief Künstler die Latte anlegen dürfen.

Kotak deklariert ihre Hochzeit nämlich genauso zu Kunst wie eine Babyparty. Der Output sind Fotos, die denen anderer Paare und werdender Mütter erstaunlich ähnlich sehen. Zuschauer durften auch schon verfolgen, wie sie ihre Entjungferung und die Beerdigung ihres Grossvaters nachstellt.

Auch ihre Geburt wird wohl nicht so wahnsinnig anders verlaufen als bei Milliarden anderer Frauen – nur, dass die keine Zuschauer dazu einladen und nicht in der Microscope Gallery in Bushwick gebären. Kotak tut genau das, denn diese Geburt ist nicht einfach eine Familienerweiterung, sondern ein Kunstwerk. In der Natur der Sache liegt es daher, viele, viele Keimschleudern zum freudigen Ereignis einzuladen, das irgendwann zwischen jetzt und dem 7. November eintreten soll.

Mit dem öffentlichen Gebärvorgang ist es übrigens nicht getan, oh nein: Ihr Projekt «Raising Baby X» dokumentiert das Aufwachsen und die Erziehung des Künstlerinnenkindes. Von der Wiege bis zum College und darüber hinaus.

Kotak ist beileibe nicht die einzige Mutter mit dem akuten Drang, ihr Kind öffentlich auszustellen. Nur haben diese Mütter meist keinen Arbeitstitel für ihr Lebensprojekt und der Ort des Zurschaustellens ist keine Galerie. Man nennt es auch Facebook.

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