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Männer, packt die Badehöschen ein!

Die kleinen Kurzen am Po der Herren sind die Sieger dieser Sommersaison. Aber was halten die Damen davon?

Von Marie Dové

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Die Badehose, man muss es sagen, ist für die meisten Männer modisches Niemandsland.

Klar, Hemden, Hosen, Anzüge, Slips, das alles hält heute selbst der Durchschnittstyp in Schuss – aber das Problem Badehose versuchen die meisten Kerle immer noch damit zu lösen, dass sie bloss eine besitzen.

Während also die Frau sich Frühjahr um Frühjahr tapfer dem Kauf eines neuen, angesagten  Bikini stellt (Lesen Sie auch: «Der Bikini-Krampf»), holt der Mann am liebsten jeden Sommer dieses eine alte Stück aus der untersten Schublade des Kleiderschranks hervor. Die Jahre kommen und gehen. Seine Badehose bleibt.

Slim-Slips statt Schlabber-Shorts

Die Modemacher haben sich also ziemlich viel vorgenommen, wenn sie dem starken Geschlecht einen neuen Badehosen-Trend verkaufen wollen. Und der heisst 2013: Weniger ist mehr, auf die Kürze kommt es an. Slim-Slips statt Schlabber-Shorts. Alle wichtigen Designer setzen auf figurbetonte Schnitte: Hinten rutscht der Saum hinauf zu den Po-Backen, vorne umfasst knapper Stoff die hehre Männlichkeit.

Wer soll das tragen? Wer kann das tragen? «Vor allem junge Männer mögen die kurze Badehose. Sie wollen sportlich und modisch aussehen und ihren Körper in Szene setzen», sagte unlängst der deutsche Mode-Experte Gerd Müller-Thomkins gegenüber der Deutschen Depeschen Agentur. Der Bade-Slip, auch Speedo genannt, «biete die maximale Bewegungsfreiheit».

Blendend schön in Speedos

Ganze Männer in knappen Höschen? Unlängst schossen Paparazzi am Strand von Rio Bilder von Modedesigner Marc Jacobs und seinem Freund Harry Louis. Zu reden gab in den Style-Blogs des Webs nicht etwa, dass das Paar ungehemmt rumknutschte, sondern wie blendend die beiden Männer in ihren Speedos aussehen. Ein Bild mit Vorbild-Charakter in diesem Sommer.

Kurz und bündige Männer-Bademode gibt es seit den späten 50er-Jahren. In den 70ern wurde dann das Modell mit angeschnittenen Beinen populär. Dann kamen die Jahrzehnte der Surfer-Shorts. Indes: Quasi als Vorbote des Speedo-Comebacks darf Bonddarsteller Daniel Craig gelten, der in «Casino Royale» (2006) in knappen Retroshorts aus türkisblauem Meer steigt; im vergangenen Oktober wurde die Original-Hose aus dem Film für umgerechnet rund 60’000 Franken versteigert – vermutlich ist das die teuerste Badehose der Welt. Übrigens: Speedos sind bis heute in den USA verpönt, denn sie bedecken zwar das männliche Genital, verhüllen es aber nicht. (Lesen Sie auch: «Dieser Wunsch nach einem grossen Penis»)

Aber was wünschen sich die Fauen? Der Männer-Zeitschrift «GQ» ist zu verdanken, dass wir wissen, welche Bademode das weibliche Geschlecht an Männern mag. So hat eine Umfrage des Titels ergeben: dass 42 Prozent der befragten Frauen meinen, Männer sollen ein kurzes Model tragen; dass 32 Prozent sich den Mann in Speedos wünschen; und dass nur gerade jede zehnte Frau findet, ein erwachsener Mann solle Surfer-Shorts tragen.

Viel unverkäufliches Fleisch?

Die Frauen also sind mit dem Kurz-Trend einverstanden. Und sei es auch nur, das darf vermutet werden, weil sie sich denken: Wenn wir uns jeden Saison in einen neuen Bikini hungern, dann sollen sich auch die Männer ihre Figur nicht in Shorts verstecken dürfen. (Lesen Sie auch: «Bauch, Pein und Po»)

Doch ob das die Männer beeindruckt? Die Herren der Schöpfung zeigen, will man Umfragen glauben, nicht grosse Lust, sich die Shorts ausziehen zu lassen. Fast 60 Prozent der unter 40-Jährigen bevorzugen knielange Bade- oder Surfer-Shorts; gerademal 16 Prozent wollen in eine kurze, knappe, mithin Trend gemässe Badehose steigen. Einigermassen populär ist der Badeslip nur bei den über 50-jährigen Männer: 19 Prozent dieser Altersgruppe bevorzugen diesen Style – aber das wird die Frauen nicht wirklich glücklich machen.

Trends kommen, Trends gehen. Von geradezu ewiger Gültigkeit ist allerdings die Bademode-Maxime des Schweizer Lifestyle-Bloggers Philipp Tingler: «Man soll das Fleisch nicht ins Fenster hängen, wenn es nicht zu verkaufen ist.» Und dieser Rat möge beide Geschlechter durch diesen Sommer begleiten.

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Kommentare

  • Tomas

    Sie haben Recht damit, dass ein Mann sich nicht um so etwas albernes wie Bademode kümmert, ausser wenn es sich um die Bikinis der Damen handelt. Sie müssen sich aber keine Sorgen machen, wie die Speedos nun ankommen, ich habe meine nie aufgehört zu tragen – denn die konnte man die ganzen Jahrzehnte in denen sie angeblich nicht in der Mode waren trotzdem kaufen. Surfershorts ziehe ich nur zum surfen an, was den sonst. Und ja, was die Frauen davon halten habe ich mich nie gefragt, ich hatte nie das Gefühl es würde je eine interessieren.

  • neni

    frauen wie männer sollten ihr körperbewusstsein lieben und schätzen…..ein gut trainierter körper mit der dazu passenden badehose, bikini ist doch ein augenschmaus und immer eine freud wert…………

  • Marie Dové

    Also, wenn Sie mich persönlich fragen: Männer in Badeshorts kann man nicht ernstnehmen.

  • Nico

    Richtig. Und falls sich doch mal eine dafür interessieren sollte beweist das höchstens, wie komplett uninteressant sie selbst ist, also wozu der Stress?

  • marie

    hm… eine Zeitlang galten “Borat-Badewesten” für Männer als “kuhl”… fand das ehrlich gesagt nur “gerecht”, da es nichts gnadenloseres gibt, als Bademode. wink

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