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Mama weg, Baby happy

Wieder mal bestätigt es eine Studie: Wenn Frauen schon wenige Monate nach der Geburt wieder arbeiten, schadet das dem Kind nicht.

Von Ralph Pöhner

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Zumindest im ersten Jahr sollte die Mutter zuhause bleiben, nicht? Die Furcht, dass eine zu frühe Rückkehr an den Arbeitsplatz bleibende Schäden beim Kind hinterlässt – oder zumindes ein paar Neurosen –, ist weiter verbreitet. Und das schlechte Gewissen der Mütter im Job sowieso.

Genährt wurden die Sorgen in letzter Zeit durch einige Sozialstudien. Zu Jahresbeginn stellte eine britische Untersuchung fest, dass die Kinder von Müttern, die in den ersten drei Monaten nach der Geburt wieder arbeiteten, langsamer lernen. Die Unicef verkündete 2008, dass Mütter, die im ersten Jahr nach der Geburt wieder arbeiten, «mit den Chancen ihrer Kinder spielen».

Schlechter beim Schulstoff, aber sensibler

Nun kommt eine Studie der Columbia University in New York zu anderen Ergebnissen. Beobachtet wurden dabei über 1000 Kinder bis zum Alter von 7 Jahren. Man untersuchte beispielsweise das Vokabular der Kinder, ihre Lernfähigkeiten oder ihre Belastbarkeit. 

Und das wichtigste Fazit war: Auch wenn die Mutter bald nach der Geburt wieder zur Arbeit zurückkehrt, schneiden die Kinder nicht schlechter ab. Zwar schnitten die Kinder im ersten Schuljahr bei den kognitiven Tests etwas schlechter ab. Doch das wurde überspielt durch andere Faktoren, etwa die qualititativ bessere Betreuung, welche diese Kinder bekamen, oder eine erhöhte Sensibilität.

Angaben: Jeanne Brooks-Gunn, Wen-Jui Han, Jane Waldfogel: «First-Year Maternal Employment and Child Development in the First 7 Years», Monographs of the Society for Research in Child Development — http://www3.interscience.wiley.com/journal/118539445/home

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