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IT-Girls gefragt

Die Informatik-Branche sucht mit viel Initiative nach (weiblichem) Nachwuchs. Auch die EU will sich dem Thema annehmen und kündigt eine weitere Studie an, um mehr Frauen in den digitalen Sektor zu locken.

Von Clack-Team

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700’000 qualifizierte Leute, werden bis ins Jahr 2015 in der ICT Sektor in Europa fehlen, das hält die Europäische Kommission in einem Special Report fest. Rund 7 Millionen Leute arbeiten in Europa im digitalen Sektor, jährlich entstehen hier rund 120’000 neue Jobs. Der Frauenanteil liegt jedoch nur bei rund 30 Prozent und das wiederum gibt den Verantwortlichen in der  EU einmal mehr zu denken. Auf den Juni kündigt sie deshalb eine Studie an, in der erst einmal die Gründe dafür untersucht werden. In einem zweiten Schritt will die Kommission dann versuchen, dem Trend entgegen zu wirken und junge Leute – speziell Frauen – zu einer Karriere im ICT Bereich zu motivieren, wie sie in einer Mitteilung bekannt gibt. 

Viel Bürokratie für eine dynamische Branche
Das klingt alles etwas kompliziert und träge, speziell wenn es um den digitalen Sektor geht, der sich so dynamisch entwickelt. Und wenn man an den letzten Versuch der EU denkt, junge Frauen für eine Karriere in Mathematik und Naturwissenschaften zu bewegen, dann wird einem etwas bange. Damals hatten Frauen in hochhackigen Schuhen, kurzen Röcken und Schutzbrillen versucht, den Chemielabors einen Trendfaktor zu verleihen. Der Versuch kam so hilflos daher, dass sich die Expertengruppe distanzierte und die Kampagne eher einen Kuriositätenstatus erlangte (lesen Sie dazu Der Knall im Reagenzglas).

Auch jetzt sind die Aussagen der EU-Verantwortlichen nicht neu. Es gehe darum den Frauen eine wichtige Rolle im Informationszeitalter zu geben, es sei an der Zeit, das Nerd Image zu korrigieren, neue Rollenmodelle zu propagieren und den studierten Informatikerinnen den Verbleib im Beruf möglichst beliebt zu machen, das ist von den Spezialistinnen bei der EU zu vernehmen. 

Firmen machen vorwärts
Schon länger aktiv sind die betroffenen Firmen, denen aus vielen Gründen am weiblichen Nachwuchs liegt. Es geht für sie nicht nur um qualifizierte Arbeitskräfte sondern auch darum, den Bedürfnissen der weiblichen Kundschaft als stets relevantere und kauffreudige Zielgruppe gerade im Online-Handel gerecht zu werden.

Unternehmen wie Google, HP oder Microsoft haben deshalb einen Code of Best Practices for Women in ICT erarbeitet, der als Leitfaden für eine stärkere Partizipation von Frauen dienen soll. Der Code deckt verschiedene Bereiche ab und geht von der Schulbildung über die Rekrutierung bis hin zur Karriere-Entwicklung und der Rückkehr nach einem Mutterschaftsurlaub.

Lebende Beweise, dass es sich lohnt
Das ist kurz und kompakt zusammengefasst und wer sich daran hält ist auf jeden Fall ein attraktiver Arbeitgeber für Frauen. Doch wichtiger als Studien und Kampagnen sind die realen Beweise, dass sich eine Karriere in der IT lohnt

Die grösste Wirkung haben da die Frauen, die Führungspositionen in IT-Firmen eingenommen haben. Frauen wie Sherryl Sandberg, Meg Whitman, Marissa Mayer oder auch die Schweizer Microsoft-Chefin Petra Jenner. Sie zeigen besser als jede Kampagne: es geht und macht Spass.

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