Clack

In 12 Tagen um die Welt: London

Lucienne hat bei ihrem Rennen um die Welt London erreicht. Sie lässt sich von einem «Boy» die Magie zeigen und löst Ihre Leseraufgabe. Natürlich ist sie vom Hotel-Luxus gebührend beeindruckt.

Von Clack-Team

Twittern

«Lady, I will show you some magic!» – eigentlich sollte man Männern die einem mit diesen Worten ins Badezimmer einladen, nicht folgen. Aber angesichts der vielen futuristisch blau leuchtenden Knöpfchen in meinem Londoner Hotelzimmer beschloss ich, wagemutig zu sein. Es hat sich gelohnt! Der asiatische Hotelboy zeigte mir mit aufrichtiger Begeisterung, wie ich das Licht des Schminkspiegels dimmen, die Glasscheibe zwischen Dusche und Bett abdunkeln und den TV über dem Klo einschalten lässt – «damit Sie sicher nichts verpassen.» Dann schwang er noch seine Hüften vor dem dreiteiligen Spiegel, in dem man sich von allen Seiten begutachten kann, und demonstrierte den riesigen Plasmafernseher vor dem riesigen Bett in dem winzigen Raum. Damit ich auch wirklich nichts verpasse, gab es im Aufzug ausserdem sechs Minibildschrime auf denen gleichzeitig drei Newssendungen zu sehen waren. Ein Fahrstuhl, besser ausgerüstet als ein Schweizer Newsroom. Meine Begeisterung, die ich dem Hotelboy mittlerweile nachempfinden konnte, wurde erst gedämpft, als ich bemerkte, dass ich zur Bedienung der Dusche wohl besser ein ETH-Grundstudium absolviert hätte.

Aber gut, ich war ja nicht in London, um mich mit der Knöpfchenelektronik meines Zimmers auseinanderzusetzen. Ich hatte Aufgaben zu erfüllen. Also machte ich mich im Cab auf zum nächsten Pub. Das Schöne an dieser Stadt ist ja, dass sie eine Stunde hinter unserer Zeitrechnung liegt und uns gleichzeitig einen Monat voraus ist. Weihnachts-technisch jedenfalls. Die Schaufenster der Oxfordstreet erstrahlten bereits im prächtigsten Adventskitsch, grosse Schneeballattrappen aus Styropor baumelten über den Köpfen der Passanten, die in die Pubs eilten, in denen grosse, mit Kunstschnee belegte Weihnachtsbäume standen und Weihnachtsmannmützen griffbereit hingen.

Die Dekoration alleine machte das Guinness, das ich trinken sollte, allerdings auch nicht besser. Lieber Daniel Q., ich bin der Meinung, dass Guinness widerlich schmeckt. So stelle ich mir den Geschmack einer halbvollen und lauwarmen Bierdose vor, die den ganzen Abend als Aschenbecher benutzt wurde und zu der man aus versehen greift. Die Bardame schaute mich auch ganz verdutzt an, als ich das Bier bestellte. Ob ich mir sicher sei? Nein, war ich nicht, aber das spielte jetzt keine Rolle keine Rolle mehr. Ich habe es getrunken. Für mehr blieb in der einzigen Stadt, die selbst bei Nieselregen hübsch aussieht, leider keine Zeit. Ich bin bereits auf dem Weg nach Montreal. Ganze drei Nächte werde ich in Kanada verbringen. Eine Ewigkeit! Was soll ich dort machen? Ach, übrigens: Ich werde ja ziemlich viel Zeit im Flieger verbringen. Wovor fürchten Sie sich am meisten?

Das Round the World-Ticket mit dem Lucienne um den Globus jettet, sowie die schönen Hotels wurden freundlicherweise von Star Alliance zur Verfügung gestellt.

(Visited 25 times, 1 visits today)