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Heuchelei und Prostitution

Der Quotenmann fragt sich, wieso gut verdienende Frauen in ihren gemütlichen Büros ein Verbot der Prostitution fordern. Und warum feministische Moralistinnen immer nur Mitleid, nie aber Respekt für Sexworkerinnen aufbringen.

Von Réda Philippe El Arbi

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Als ich bei unseren Freundinnen vom Mamablog den Post zum Thema «Verbot der Prostitution»  las, wusste ich erst nicht, ob ich die Autorin auslachen oder mich aufregen sollte. Die Autorin fordert aus feministischer Sicht ein Verbot der Prostitution. Und wie oft, wenn jemand über etwas schreibt, dass er nur vom Hörensagen kennt, trieft es vor hehrer Absicht und falschen Ansätzen. Die Autorin Bettina Weber schliesst, dass man von Gleichberechtigung gar nicht sprechen muss, solange in einer Gesellschaft Prostitution noch legal ist.

Naja, aus dem warmen Büro in den Herbst hinausträumen, wie die Welt sein sollte, ist sicher eine angenehmere Aufgabe, als seine Miete und das Essen für die Kinder mit Prostitution zu verdienen. Und ich verstehe, dass die Autorin mit sicherem Einkommen sich Wertvorstellungen leisten kann, die im besten Falle nicht durchdacht, im schlimmsten einfach zynisch sind. Aber in erster Linie vertritt sie nicht einen feministischen Ansatz – der würde nämlich den Frauen die Wahl für oder gegen Prostitution lassen – sondern einen moralischen Ansatz, der im Kleidchen des Feminismus dahertanzt. Sie verurteilt unter dem Deckmäntelchen der Gleichberechtigung käuflichen Sex und drängt die Sexworkerinnen in eine Opferrolle.

Natürlich gibts in der Prostitution Opfer. Aber nicht Opfer der Prostitution, sondern Opfer des Menschenhandels. Da alles, was die Autorin des Posts über Prostitution weiss, offenbar aus Zeitungsmeldungen übers Sihlquai kommt, kann sie sich Prostitution als Beruf nicht vorstellen und wertet so die Arbeit dieser Frauen ab. Es ist die typische Arroganz der Bessergestellten, die mit Mitleid und Sendungsbewusstsein ihre Moralfahne schwingen, und dabei «nur Gutes» wollen. Eigentlich nicht besser als der Freier, der insgeheim seine Prostituierte heiraten will, um sie aus dem Elend zu «befreien». Es gibt wirklich Frauen, die als Prostituierte oder als Escort arbeiten wollen.

4000 Jahre überlieferte Kulturgeschichte zeigen klar: Sex war eines der ersten Handelsgüter der Menschheit. Prostitution war immer ein Begleiter der Kultur, mal verboten, mal legal, mal von den Religionsgemeinschaften angeboten, mal geächtet. Das sollte uns zeigen, dass ein Verbot etwa gleich stark wirken würde, wie wenn man die Jahreszeiten verbieten wollte. So viel zur Blauäugigkeit.

Aber der Denkansatz des Verbotes ist in erster Linie gefährlich – und zwar für die Schwächsten in diesem Kontext: Für die Sexworkerinnen. Jahrelang haben sich Frauen dafür eingesetzt, die Prostitution aus der Illegalität zu holen und den Prostituierten wenigstens ein Mindestmass an Schutz und Gesundheitsfürsorge zugänglich zu machen. Ein Verbot der Prostitution würde die wirtschaftliche oder physische Sicherheit der Frauen, die diesen Beruf ausüben, nicht erhöhen, sondern sie zurück in den Untergrund drängen und zu Freiwild machen. Wie das einer Gesellschaft helfen sollte, Gleichberechtigung umzusetzen, ist mir schleierhaft.

Wenn man schon den Gleichstellungsansatz auf diese Thematik anwenden will, müsste er von Respekt ausgehen. Der Beruf «Sexworkerin» sollte da nicht mehr moralisch verurteilt, sondern aus der Stigmatisierung befreit werden. Auch herablassendes Mitleid wird der Arbeit und der Leistung der Prostituierten, die unserer Gesellschaft einen wichtigen Dienst erweisen, nicht gerecht. Respekt, klare Arbeitsbedingungen, Schutz und gesellschaftliche Anerkennung wären das einzig Angemessene. Es sollte in unserer aufgeklärten Gesellschaft klar sein, dass nicht der Handel mit Sex moralisch verwerflich ist, sondern Ausbeutung, Abwertung und Ausgrenzung.

Natürlich könnte man, wenn Prostitution nicht mehr als moralisch verwerflich gebrandmarkt wäre, auch besser die kranken Auswüchse des Menschenhandels, der Strassenprostitution und der Prostitution von Jugendlichen entgegenwirken. Bei einem Verbot würden aber die Schwächsten als erste Leiden. Das meinen übrigens auch Prostituierte, die ich in einem anderen Zusammenhang zu diesem Thema interviewt hatte.

Und um den Comments vorzugreifen: Ja, ich war mal bei einer Prostituierten. Weil ich mich in eine verliebt hatte. Grundsätzlich funktioniert das bei mir aber mit Prostituierten nicht so recht. Nicht aus moralischen Gründen, sondern weil mein übersteigertes Ego es nicht zulässt, dass ich für Sex bezahle. Eher hätte ich das Gefühl, ICH sollte für Sex bezahlt werden.

 

Réda Philippe El Arbi ist Mitinhaber der Kommunikationsagentur SeinSchein, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch, Haustiersitter und war kurze Zeit Herausgeber des Zürcher Satiremagazins «Hauptstadt».  Er schreibt, weil er nicht anders kann.

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Quotenmann


Kommentare

  • Carolina

    Wenn es dem Reda nicht in den Kopf passt, dass in einem freien Marktregulativ keine Nachfrage gibt, die ein solches Geschäft nachhaltig machen, dann kann das nur heissen, dass es tatsächlich noch Leute gibt, die für die Besichtigung seines Schwanzes Eintritt zahlen, und dies obwohl er sich dahingehend ja bis zum abwinken schon publiziert hatte. wie dumm nur wink

  • Réda Philippe El Arbi

    Mal ehrlich, das Mitleid das du für eine Prostituierte empfindest ist moralisch anders gefärbt, als das Mitleid, das du für einen Arbeiter in einer chinesischen Tech-Fabrik empfindest.

    Und Respekt hiesse in erster Linie, diese Menschen für voll zu nehmen. Das heisst, Ihnen und dem was sie machen einen Wert zuzugestehen.

  • Réda Philippe El Arbi

    Naja, das in Schweden funktioniert auch nicht richtig. Da suchen sich die Freier ihre Prostituierten online. Man sieht es zwar weniger, aber stattfinden tuts genauso. Nur haben diese Frauen dann gar keinen Schutz mehr.

    Klar gibts es kein Menschenrecht auf Sex. Aber den Handel mit Sex zu verbieten ist einfach blauäugig, da dieser Trieb sich immer einen Weg sucht. Sie könnten natürlich ganze Bevölkerungsschichten chemisch kastrieren, das könnte helfen.

    Aber im Ernst: Schutz gibts nur mit gesetzlicher Regelung. Solange man Prostitution an den Rand der GEsellschaft schiebt, oder sogar verbietet, leiden eigentlich nur die Prostituierten. Die Freier werden immer ihren Markt finden. Also find ich die Forderung nach einem Verbot heuchlerisch, weil sie moralisch eine Lösung impliziert, die eigentlich nur dafür sorgt, dass die Prostituierten aus der sichtbaren Wahrnehmung verschwinden.

    Dann können sich die Moralapostel auf die Schulter klopfen, während die Prostituierten wieder in mittelaterlichen Verhältnissen dahinsiechen.

    Etwas zu verbieten, nur weil es nicht in die moralischen Vorstellungen passt, und damit mehr Leid zu generieren, ist Bigotterie und Heuchelei.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Carolina: Netter Versuch smile Aber sie stechen ins Leere.
    @Anna: Erstens ist es eben noch NICHT normal, sondern immer noch moralisch geächtet. Und zweitens: Sex war lange Zeit das einzige Machtinstrument der Frauen. Je weniger zugänglich, um so wertvoller. Frauen wurden für ihre sexuelle Anziehungskraft gefürchtet, vergöttert und vor allem verurteilt. Aber eines war immer klar: Die Männer begehrten, die Frauen gewährten Sex. Die Männer versuchten immer, die Kontrolle über die weibliche Sexualität auszuüben, mit Ehegesetzen, mit Vergewaltigung, mit wirtschaftlichen Restriktionen. Aber im Bereich Sex ist es die Frau, die die Macht hat. Und der Mann, der dafür auch bezahlt.

  • karla

    @reda: Ja, das ist es, denn der chinesische Fabrikarbeiter wird abends von seiner Familie zumindest wertgeschätzt, die Prostituierte überwiegend nicht. Ich unterscheide nicht in meinem Respekt – so hoffe ich zumindest vor meinem Spiegelbild, aber mir ist vollkommen klar – alles andere ist naiv – daß eine Prostituierte vermutlich größere Probleme hat, Anerkennung für ihren Beruf zu finden. Die Tendenz wird kommen – viele halberotische Dienstleistungen finden mittlerweile Anerkennung. Aber – das wäre jetzt die steile Gegenthese: Welcher Mann geht noch zu einer Prostituierten, wenn es so anerkannt wäre wie zum Haareschneiden zu gehen? Dann ist der Ruch des Verbotenen weg, für heranwachsende echte Kerle ist es dann keine Mutprobe mehr . Dann ist das wie eine therapeutische Dienstleistung, die den Freiern vielleicht sogar die Lust raubt.  Dann muss vielleicht wieder etwas Verbotenes an diese Stelle treten? Die Frage ist doch, was kickt den Mann, dass er ins Bordell geht – für etwas, wofür er heut eigentlich nur in den seltensten Fällen noch zahlen muss. Aber lass das mal mit den Moralzuweisungen an mich. Auch, wenn ich den Sexworkerinnen – metaphorisch – Münzen in den Klingelbeutel werfen würde, bin ich da weit entfernt von überheblich. Es geht bei dieser Diskussion hoffentlich nicht darum, wer der bessere Mensch ist von uns – die Prostitutionsverbots- und die Prostitutionslegalisierungspartei.  Zwischen moralinsaurem Kastrationsfeminismus und der oben genannten – lasch umrissenen Position Deinerseits gibt es Grautöne, die hilfreicher wären. Ich sehe den Denkanstoß, aber hey, streng Dich an, denk mal weiter. Und kommt bitte nicht alle mit “das ist das älteste Gewerbe der Welt” – Geblubber. Das ist es. Aber unsere Kultur veränderte sich allein in den letzten hundert Jahren derart rasant, dass ich nicht weiss, ob man deswegen Prostitution bis zum Aussterben der Menschheit zum Weltkulturerbe erklären muss.  Sexualität änderte sich in den letzten Jahrhunderten immer wieder genauso drastisch.
    So, Genug Steilvorlagen.

  • Karla

    @reda: Was ist falsch am Mitleid für Prostituierte, wenn ich einen besseren Job habe? Mitleid in dem Sinne, dass ich mir meiner eigenen Wohlstandssituation bewusst bin? Lass mal den kleinen Prozentsatz der Prostituierten aus Freien Stücken weg, das spielt statistisch vermutlich eine eher untergeordnete Rolle. Ich habe auch Mitleid mit der Klofrau, die froh ist, wenn ihr Arbeitstag zuende ist. Ich habe auch Mitleid mit dem Parkwächter, der sich sicher nicht als Hobby im Winter den Arsch abfriert. Diese Form des Mitleids bedeutet aber nicht, dass ich keinen Respekt habe. Ebenso habe ich Mitleid mit der Prostituierten, die einen vermutlich harten Job hat – der auch nach Feierabend noch an ihr klebt, wenn sie nicht aus einem total aufgeklärten linksintellektuellen Milieu kommt, wo es ja angeblich keine Moralapostel gibt. Wenn ich also mit meinem goldenen Löffelchen im Hintern Mitleid habe, dann finde ich das nicht verwerflich. Nur, wenn ich daraus eine moralische Wertung ableite, dann ist es das – so, wie dieser Artikel es nämlich tut. Dein Besuch bei einer Prostituierten macht Dich sicher nicht zum Spezialisten, Deine Interviews nur und allerhöchstens zu einem guten Zuhörer.
    Wenn ich die die Reihe der Sexworkerinnen so abmarschiere, da, die direkt neben der Reeperbahn den deutschen Durchschnittsloser anquatschen müssen. Wenn ich die verquollenen Augen der Arbeiterinnen sehe, und die hässlichen Kerle, die sie reflexartig anquatschen, dann darf ich doch wohl Mitleid haben? DAS ist ein Scheissjob (ich weiss nicht, ob das Sortieren von Essensabfällen in einer Grossküche erbaulicher ist).  Und das waren noch die jungen Hübschen. Aber in den Strassen von Amsterdam sehen die Damen auch nicht glücklicher aus. Auch dort ist der Job gesellschaftlich nullkommanull anerkannt, und das tolle Legalisieren hat nichts gebracht, gar nichts.
    Ich bin keine feministische Moralistin, aber erzählt mir hier doch keinen Scheiss von der berühmt und vielzitierten coolen kleinen Studentin, die so ihr Studium finanziert. Prostitution verbieten oder vollkommen legalisieren – beides hat sich ja offenbar in der Realität nicht bewehrt. Was fehlt, ist der Respekt seitens der zahlenden Konsumenten, und solange der nicht flächendeckend garantiert ist, bekommen die Sexworkerinnen dieser Welt mein Mitleid, so sie es denn haben wollen. Wenn mir 90 Prozent der Sexworkerinnen (beknacktes Wort) nun sagen, dass sie Anerkennung für ihre Leistung wollen und kein Mitleid, dann werde ich mich darauf einstellen.  Kurzum: Mitleid und Respekt schliessen sich nicht aus.

  • Réda Philippe El Arbi

    Mitleid ist immer herablassend und hat nichts mit Mitgefühl zu tun. Und doch, Mitleid und Respekt schliessen sich aus. Mitleid ist immer von oben herab. Und wieviele Prostituierte kennst du, die dein Mitleid wollen? Mitleid ist keine Hilfe, Respekt hingegen schon. Mir kommt das Mitleid der meisten bessergestellten Frauen vor, wie wenn sie einem Bettlerkind eine Münze in die Hand drücken. Damit fühlen sie sich besser, aber am Elend ist nichts geändert.

  • Karla

    mal ehrlich, @Réda, wie unterscheidest Du Mitleid und Mitgefühl terminologisch, ohne Haarspaltanalyse? Oder ist das jetzt eine Schweizer Sondervariante? Mitleid ist immer von oben herab – ja klar, auch Mitgefühl, denn wenn es jemandem schlechter geht als mir, stehe ich, bildlich gesprochen, höher als er/sie. Metaphorisch: Jemand ist am Boden, ich obenauf, daher habe ich Mitleid/Mitgefühl. Und von oben herab: Nun, wir haben kein Ständesystem, aber eine Gesellschaftshierarchie, die zu leugnen zwecklos ist.  Wenn ich irgendwo weiter oben in der Wohlstandspyramide bin – ist es dann besser, gar kein Mitleid zu haben? Und das mit den Münzen und den Bettlern – auch so eine Sache. Lieber eine Münze in die Hand drücken, als vorbeigehen und denken, ich habe Mitgefühl mit dem armen Ding. Mit der Münze kann es was anfangen . Mit meinem Geschwafel nicht, und mit meinem alleinigen Respekt auch nicht.  Und zurück zum Thema: Verbote hin, Legalisierung her:  Persönlich denke ich, dass ein Verbot den Frauen das Leben schwer macht. Aber gezeigt hat sich auch, dass eine Legalisierung totale Kinderkacke ist, wenn der einzige Erfolg ist, dass die “Sexworkerinnen” Steuern zahlen müssen. Wenn der Erfolg der Legalisierung ist, dass sie Rente bekommen, und sozial abgesichert sind, gern. Wenn der Erfolg aber ist, dass die Freier lediglich nichts Verbotenes tun, es aber trotzdem moralisch verwerflich finden, dann ist es doch dämlich.
    Wenn ich etwas verlogen finde, ist diese Sache: Wir sehen ein Mißverhältnis, und fordern, die moralischen Weltgesetze aus den Angeln zu heben, um die Situation zu verbessern. Das, @Réda, klappt nicht. Wenn ich also zum Thema Prostitution etwas praktisches beitragen möchte, WAS KANN ICH TUN? Mir ein Schild umhängen, “Respekt”? Wäre ein Anfang.  Hilft aber niemandem bzw. das hilft vielleicht in 30 Jahren, wenn man es denn jetzt konsequent durchzieht. Was ich tun kann, sind, Gesetze zu fordern – die den Mißstand beheben – und die liegen irgendwo zwischen Verbot und Legalisierung. Kannst Du sie ersinnen, diese Gesetze? Mir fällt es schwer, den richtigen Ansatz zu finden. Abzuwägen, was hilfreich ist, was nicht. Die Eigendynamik des Marktes zu kennen oder auch nur vage einschätzen zu können.

    @admin: die Software ist bescheuert, das sagte ich schon vor einer Woche, ständig bleiben die Privatmailadressen der Vorkommentatoren stehen. DASDARFNICHTSEIN!

  • Oliver Flesch

    Komm schon, Karla! Du würdest doch gern mal. Nur ein Mal. Spüren, wie es sich anfühlt seinen Körper zu verkaufen. Und seine Seele. Für eine kurze Weile.
    Oder weißt Du es gar schon? Warst Du etwa die “berühmte und vielzitierte coole kleine Studentin, die so ihr Studium finanziert”? wink

  • Oliver Flesch

    Ach, und Karla, kleines Miststück, schick mir ein Foto per PM, damit ich weiß, ob es sich überhaupt lohnt mich mit Dir zu unterhalten.

  • Myriam

    “4000 Jahre überlieferte Kulturgeschichte zeigen klar: Sex war eines der ersten Handelsgüter der Menschheit. Prostitution war immer ein Begleiter der Kultur, mal verboten, mal legal, mal von den Religionsgemeinschaften angeboten, mal geächtet. Das sollte uns zeigen, dass ein Verbot etwa gleich stark wirken würde, wie wenn man die Jahreszeiten verbieten wollte. So viel zur Blauäugigkeit” mit dieser Argumentation ergibt sich wohl kaum ein absehbarer gesellschaftlicher Wandel bzw. Wandel des Frauenbildes in der Gesellschaft. Im übrigen kann man das gleiche auch von der Sklaverei sagen, nur hat man diese offiziell abgeschafft und wird sie in unserer Gesellschaft nie mehr legitim dulden.

  • karla

    ach, Kleiner, du schon wieder. Aber kannst denn Du Dir das überhaupt leisten? Du, als schreibender Sexworker in der ersten Reihe? Ich weiss doch, wie schlecht Ihr Jungs bezahlt werdet.  Ich hätte ein mieses Gewissen, Dir Geld abzuknöpfen.  Fotos von mir findest Du reichhaltig unter exgirlfriendz.com. 
    Das gute bei legaler Prostitution: wenn einer wie Du die Zeche prellt, schick ich ihm ein Inkassounternehmen auf den Hals. Und das Finanzamt hinterher, weil Du Deine sexworking-Nebeneinkünfte sicher nicht versteuerst, gell, Du Lude(r)?

  • Oliver Flesch

    Karla, Karla, Karla. Du typische Frau, Du. Strotzt vor Geschwätzigkeit und versuchst lustig zu sein. (Letzteres gelingt Dir nicht schlecht. Für eine Frau wohlgemerkt.) Grundsätzlich gilt: Ich bin nicht der Typ mit der Zahnlücke. Bei mir muss alles zack-zack gehen!
    Zu Deinem Foto: YamYam! Bin überrascht. Positiv. Sehr fickbar, das alles.
    So. Und nun versuch mal nicht härter zu sein, als Du bist, nur weil Deine „Schwestern“ hier zuhören und sei brav. Sei mein kleines Mädchen. 

  • karla

    @kleiner jetzt bin ich wirklich eingeschüchtert.  daß Du mich so durchschaut hast. Und Du verstehst was von Frauen, wirklich.

  • Oliver Flesch

    So!

    PS Bitte schreibe “daß”, wie es sich gehört, mit “SS”. Gerade HIER! Weißt ja. wink Und sieht auch viel schicker aus.

  • karla

    tut mir leid, Du bringst mich ziemlich durcheinander.

  • Oliver Flesch

  • Oliver Flesch

    Wie kommste eigentlich drauf, dass Männer es heutzutage nicht mehr nötig haben für Sex zu bezahlen, Karla? Was hat sich Deiner Meinung nach im Vergleich zu früher geändert?
    Und selbst wenn es so wäre: Nicht jeder Mann ist George Clooney und vielleicht will er mal etwas Hübscheres als Dresden ‘45 ficken.

  • karla

    Oh, ja, Danke, Du hast recht. An die nicht-George-Clooneys habe ich nicht gedacht, wenn die auch nicht mal reich oder mächtig sind, sieht es finster aus. Allerdings bin ich der Meinung, dass auch Männer wie Clooney, die ein Hausschwein halten, so bekloppt sind, dass sie unbedingt für Sex zahlen sollten.
    Ich meinte es graduell. Aber ich sehe Dein Argument. Danke für diesen natürlichen Impuls.

  • Myriam

    Ihre Aussage, die relativ simpel gestrickt ist. Ich neige jedoch mehr dem fundiert recherchierten Artikel von Brigitte Schmid im TagiMagi Nr. 37 zu glauben und würde mir niemals anmassen zu behaupten dass alle Sexworkerinnen ihren Beruf hassen (trotzdem ist die MEHRHEIT nicht freiwillig in diesem Beruf). Sklaverei ist Menschenverachtend, Prostitution finde ich frauenverachtend. Oder wie sieht ein Freier eine Prostituierte neben seiner Arbeitskollegin, Frau, Freundin, Schwester, Mutter?

  • Myriam

    sorry Birgit Schmid

  • Johannes Aschwanden

    Was ein Verbot bewirken kann sieht man am besten an der Prohibition in den USA. Anschliessend war das organisierte Verbrechen nicht mehr in den Griff zu kriegen, bis heute. Oder das Drogenverbot. Es sterben viel mehr Menschen wegen der Kriminalisierung des Drogenhandels als an Drogen (z. B. Mexiko, Kolumbien, etc.!). Verbote in solchen Bereichen sind keine Lösung.

  • Réda Philippe El Arbi

    Doch, der gesellschaftliche Wandel wird nur nicht durch Verbote erreicht, sondern durch die Veränderung der Stellung der Prostitution in einer Gesellschaft.

    Und natürlich vergleichen Sie Sklaverei mit Prostitution, weil alle Sexworkerinnen ihren Beruf hassen und durch Zwang drin sind. Aber das handelstgut, dass der Sklaverei zugrunde lag, war Arbeitskraft. Und die ist als Handelsgut nicht verschwunden, sondern wurde erst unter miesesten Arbeitbedingungen direkt vom Arbeiter verkauft und hat sich jetzt, wenigstens im Westen, als Haupthandelsgut unter besten Umständen einen Markt geschaffen.

    ALso, Verbote bringen einen Scheiss. Nur mehr Leid für die Schwächsten.

  • Réda Philippe El Arbi

    Chinesische Arbeiter gehen abends nicht heim. Die leben in den zu der Fabrik gehörenden Wohnsilos. Nur das Geld wird nachhause geschickt.

  • karla

    Réda, das ist jetzt ein sogenanntes Milchmädchenargument.  Dann wird der chinesische Fabrikarbeiter, der in Wohnsilos wohnt, an hohen Feiertagen, wenn er seine Familie sieht, wertgeschätzt. Und in Absenz.
    Wenn Du mir inhaltlich widersprechen kannst, tu es. Sonst: Lass es.

  • karla

    passiert bei den Eidgenossen sicher nicht: Die Prostitutionsgesetze drücken die Preise und schützen die Zuhälter.  Aber ist sicher nur Einbildung. Die Verbrechensstatistik im Milieu steigt seit Legalisierung. Aber die Statistik habe ich nicht selbst gefälscht, möglicherweise ist sie falsch.  @réda, die Argumente, dass Gesetze Huren schützen, kenne ich zur Genüge.  Auf keines dieser Gegen-Argumente bist Du eingangen. Ich kann’s auch nicht mehr hören.
    Durch Legalisierung haben es die Huren nicht zwangsweise leichter. Und wenn hier jemand im Thread Freud rausholt, um den Frauen die Welt zu erklären, muss ich brechen.
    Aber so echte Insider wie Dich kann ich sicher nicht bekehren. Will ich auch nicht. Da lass ich Euch hier lieber allein.

  • konstatin konsequent

    Also wenn Prostitution verboten wird, oder der Freier bestraft wird, dann sollte Zuhälterei 2en Grades auch uner Strafe gestellt werden.

    Zuhälterei zweiten Grades ist wenn ein Partner selber nicht erwerbsätig ist und hauptsächlich von dem Geld des anderen lebt. Der arbeitende sich jedoch nicht ohne damatische Kostenkonsequenzen vom Geldempfänger trennen kann.

  • quarkla

    Ausbeutung von Sexworkerinnen? Wo bitte gibt es nicht Ausbeutung in einem Beruf? Finde es ein wenig scheinheilig die Ausbeutung vorzuschieben da ich sie noch nicht gesehen habe Hilfsarbeiterjobs auf Teilzeit zu bekämpfen. Sie haben eine einseitige Wahrnehmung der Welt.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Karla: Die Statistik erfasst Verzeigungen und öffentlich gemachte Kriminalität. Es ist ein gutes Zeichen, dass mehr Verbrechen im Millieu den Weg zur Anzeige finden. Vorher haben viel mehr Frauen geschwiegen und einfach weiter gelitten. Du machst es dir einfach und denkst die Dinge nicht zu Ende.

    Sprich mit einer Prostituierten. Dann werde ich weiter auf Deine zum Teil einfach unqualifizierten und zynischen Kommentare antworten. Aber egal, du willst einfach recht behalten, ohne dich mit den Fakten und Realitäten auseinander zu setzen. Deine Interpretation der Kriminalstatistik zeigt das. Und es widerspricht jeglichem Erfahrungswert und den Fakten, die hinter den Zahlen stehen.

    Die Legalisierung drückt die Preise?  Das ist einfach nur blöd. Dazu muss ich nicht mal mehr was sagen.

  • Marius Schlöndorf

    ich glaube nicht, dass so viele Frauen Mitleid mit Prostituierten haben. Ich denke eher, dass Sie es nicht leiden können, dass Männer für Sex mit einer Frau bezahlen können.

    Ich habe auch Mitleid mit Menschen in gewissen Berufen, aber deswegen möchte ich diese Berufe nicht verbieten.
    Sex als Dienstleistung wäre absolut problemlos entrkiminalisiert anbietbar. Vielen Frauen, die damit nichts zu tun haben, geht das aber wohl zu nahe.

    Es gibt also Frauen die es nicht richtig finden, dass andere Frauen für Geld Sex haben (oder, dass Männer für Geld Sex haben können). Die Frage ist also, wieso haben diese Frauen damit ein Probelm? Ich habe da schon eine Vermutung.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Myriam: Und sie sehen im Starbucks-Verkäufer ihren Sohn, Vater, Freund, Bruder etc. Das ist Heuchelei.
    Und woher sie wissen, dass, mal abgesehen vom Strassenstrich, die MEHRHEIT der Frauen ihren Beruf hasst, nimmt mich auch Wunder. Recherche?

    Sie haben aber insgesamt noch nicht erklärt, wie ein Verbot den Prostituierten hilft, die ihren Beruf hassen. Das sind nämlich die, die ihn ausüben, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Sonst würden sie ja was anderes tun. Und denken Sie, ein Verbot würde diese Frauen oder deren Freier davon abhalten? In einer perfekten Welt würde es keine Prostitution brauchen. Wir haben aber nur die eine, in der wir leben.
    Ich hab den Artikel im Magazin auch gelesen. Und auch da empfinde ich als erstes die Heuchelei. Es geht nicht um den Schutz der Frauen, oder ums Frauenbild. Es geht um den tiefen, versteckten Ekel, den viele Frauen gegenüber Prostituierten empfinden.
    Sie finden, dass Frauen, die Sex verkaufen, sich erniedrigen, deshalb ist in ihren Augen Prostitution frauenverachtend. Das sagt aber mehr über ihre moralische Einstellung zu Sex, als über ihre Meinung zur Emanzipation.

  • karla

    aber Réda, Du bist frei von Heuchelei? Das ist doch bullshit. Wovor sich nichtsexworkende Frauen ekeln, sind nicht die Prostituierten, sondern die Freier.  Und nenne mir einen Kunden,
    der eine Sexworkerin so ernst nimmt, dass er ihr möglicherweise sogar einen Nebenjob in seiner kleinen Firma anbietet als Sekretärin. Kundenkontakt kennt se ja.
    Man, diese Diskussion ist so dämlich, wenn Du jeder Frau hier künstlich heuchelei unterstellst. Eine radikale Legalisierung bringt den Ladies auch nicht viel. Es drückt nur die Preise nach unten, Flatrate-Ficken für’s Volk ist eine der Konsequenzen.  Haben wir genug Fälle.  Eine radikale Legalisierung bringt doch auch nichts, absolut nichts, wenn die Kunden nur den Kick des Verbotenen suchen.  Das ist mir zu blumig, die Armada von freiwilligen Sexworkerinnen, die wir doch bitte nicht moralisch verurteilen sollen.

  • Peter

    Jede/r, der/die nicht als Multimillionär/in geboren wurde, verkauft seine/ihre Arbeitskraft und damit seinen/ihren Körper. Sollen nun alle miesen, harten, beschissenen Arbeitstätigkeiten verboten werden? Weshalb die Prostitution? Ob sich eine Frau freiwillig prostituiert oder nicht, spielt gar keine Rolle. Sehr viele Arbeitstätigkeiten werden nur deshalb ausgeübt, weil man nichts anderes kann oder findet und ein Einkommen erzielen muss, um zu überleben.

  • K.A. Barett

    Die Heuchelei ist im Kontext mit Sex im Allgemeinen, mit käuflichem Sex im Besonderen, ein fester Bestandteil weiblicher Argumentation. Die Prostitution ist eine Realität, im legalen und im illegalen Status. Verbote sind nicht hilfreich, sondern auch wieder bigott. Beispiel? Schweden: Das Land kennt ein Verbot der Prostitution. Freier, die erwischt werden also Repräsentanten der Nachfrage, haben nichts zu lachen. Frauen, die erwischt werden, also Vertreterinnen des Angebots, bleiben unbehelligt. Allein diese Unterscheidung ist, gesellschaftspolitisch und bürgerrechtlich gesehen, ein Skandal und eines Rechtsstaates unwürdig. Pikantes Detail: Ausgerechnet der regierende Monarch wurde des Umganges mit Prostituierten überführt. Die Welt, auch die schwedische, ist deshalb nicht in einem Inferno im Stile eines Dante Alighieri untergegangen. Was mit grosser Härte vom Staat bekämpft werden muss, ist der Frauenhandel und die Zwangsprostitution.  Das ist seine Aufgabe. Es ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers, Frauen zu bevormunden, welche die Prostitution frei gewählt haben. Es fällt ebenfalls nicht in den Aufgabenbereich des Staates, feministisches Gedankengut zum allgemeinverbindlichen Gesellschaftsfaktum zu erheben

  • K.A. Barett

    Das sehe ich auch so, Marius Schlöndorf. Wir Männer haben im Normalfall keine Probleme mit Frauen. Weder mit solchen, die ein “anständiges” Leben führen, was auch immer das heisst, noch mit solchen, die mit ihrem (meist jungen) Körper ihren Lebensunterhalt verdienen. Weshalb die “anständigen” Frauen sich darüber derart echauffieren, kann nur vermutet werden. Ich glaube aber, Marius, dass Ihre Analyse ins Schwarze trifft. Ansonsten ist das Problemthema “anständige Frau versus Prostitution”, ein Fall für den Psychoanalytiker. Sigmund Freud würde sich freuen, lebte er noch.

  • karla

    @K.A.Barret
    Wie süss, kommt da einer mit Dante. Jungs, Ihr seid ja noch schlimmere Heuchler als die Kastrationsfeministinnen. Ihr würdet doch nie wieder Sex kaufen, wenn’s so harmlos ist wie Obst auf dem Markt einkaufen. Und ja, die Schweden, die sind immer anders, und die Amis, sind nochmal anders, und natürlich alle total verklemmt.

    Dieses linksromantische Ideal der absoluten Legalisierung von Prostitution ist noch heuchlerischer als alles andere. Gell, Ihr würdet kein Problem haben, mit einer Nutte next door zu leben, is ja weit genug weg. Ihr hättet kein Problem, Eure Kinder mit deren Kindern von zig verschiedenen Vätern spielen zu lassen? Gesellschaftlicher Dünkel? Nein! A big hug und große menschliche Anteilnahme. Wäre auch nicht schlimm, wenn eine Eurer Freundinnen anschafft? Ihr seid ja tolerant, und man kann cool gemeinsam das Geld auf den Kopf hauen. WTF. Ihr seid die Irma-la-Douce und Pretty-Woman-Romantiker in einem, die die Frauen “aus dem Dreck” holen wollen, indem ihr sie alle zu coolen Sexworkerinnen erklärt.  Dieses weinerlich klingende fettgedruckte “nicht der Handel mit Sex moralisch verwerflich ist, sondern Ausbeutung, Abwertung und Ausgrenzung”. JaJa, ich hänge eine Pace-Fahne aus meinem Fenster und alle Menschen v#geln für den Weltfrieden.

  • K.A. Barett

    Wenn doch alles so einfach und klar wäre auf dieser Welt. Der Respekt vor den Frauen äussert sich nicht dadurch, dass eine moralinsaure “Couverture” über das Verhalten von Männern und Frauen gegossen und geheuchelt wird, was das Zeug hält. Respekt hat man vor einer Frau, die versucht, ihr Leben eigenverantwortlich zu leben, nach ihren eigenen Möglichkeiten unabhängig und frei von Vorurteilen Dritten gegenüber. Das gilt auch für Männer. Sören Kirkegaard, der grosse dänische Philosoph des vorletzten Jahrhunderts, sagte einmal, Zitat:“Du musst in der Hure die Nonne und in der Nonne die Hure erkennen können”. Um es ganz klar zu sagen: Ein normaler Mann, also einer, der nicht frei ist von Fehlern, der aber mit offenen Augen durchs Leben geht, wird sich auch einer Prosituierten gegenüber respektvoll verhalten! Natürlich gibt es auch schlimme Fälle. Es wäre gelogen, wenn man das bestreiten würde. Nur: Respektlosigkeit existiert auch zwischen den Frauenselbst. Dies auch dann, wenn es sich nicht um Prostituierte handelt. Es ist auch für Frauen nicht schädlich, rational zu bleiben und die Heuchelei bleiben zu lassen!

  • karla

    aha, K.A.Barett, jetzt haut er noch mit Kirkegaard und Freud auf den Putz.  Das ist so unglaublich lächerlich, das Dasein von Autostrich-Nutten mit Kirkegaard, Freud und …was war das, Dante erklären zu wollen. Wobei, wenn Sie schon mal bei einer Hure waren, sie vermutlich die teure und kultivierte Variante gewählt haben. Ich muss hier weg. Ich muss mich totlachen.

  • Mitch

    Klar ist es eine moralische Frage. Von wegen Gleichstellung, Anerkennung, Respekt …
    Oder würde irgendein Mann (abgesehen von Borat) diese Dienstleistung von seiner Schwester/Mutter/Tochter beziehen?

  • Réda Philippe El Arbi

    Karla: Ich hab jahrelang mit Nutten next Door gelebt, habe welche im Freundeskreis und hatte in der Zeit meiner Heroinabhängigkeit in den 90ern sehr persönlich Anteil am Leben der Frauen, die aus Not Anschaffen gingen.Wahrscheinlich habe ich eher einen Einblick in die Realität dieser Frauen. Und du wechselst zwischen Heuchelei und Zynismus: Offenbar ist dir der Ansatz wichtiger, dass Prostitution geächtet wird, als das Leben der Frauen, die – Verbot hin oder her – so ihr Geld verdienen.
    Und wieder: Du urteilst ohne einen blassen Schimmer zu haben. Du argumentierst mit deinen Vorurteilen, wie andere im Bezug auf Prostituierte denken. Darin spiegelt sich aber eigentlich nur deine eigene Einstellung dazu, über “die Männer” oder “die Linken” hören wir nichts, ausser deiner Verachtung.

  • Réda Philippe El Arbi

    @Karla: öffne mal deine Wahrnehmung und lies, was ich zum Thema Autostrich und Menschahndel geschrieben habe. Vielleicht. wenn du nicht mehr blind drauflos moralisierst, erkennst du die Sätze dazu im Blogpost.

  • karla

    @réda. Mach mir nicht den Moralisten. Ich bin nicht gegen Legalisierung und für Verbot. Ich bin gegen Dein anbiederndes Abwatschen der Altfeministinnen bei den “neuen” und besseren Feministinnen. Und erklärte mehrfach, dass eine Legalisierung der Prostitution Geister beschwört, die so shcnell nicht wieder loszuwerden sind.  Der Ausbeutung der Sexworkerinnen sind dann keinerlei Grenzen mehr gesetzt – aber Steuern zahlen dürfen se. Eine Lösung hast DU nicht, ausser andere der Heuchelei zu bezichtigen.

  • Réda Philippe El Arbi

    Tja, bei uns ist Prostitution legal. Und was das “Abwatschen” der Altfeministinnen angeht, das ist Schwachsinn. Es sind eher die jüngeren, egozentrischeren, die moralisch urteilen. Übrigens: Mit einem legalen Rahmen sind die Frauen geschützter. Mit einem Verbot sind der Ausbeutung keinerlei Grenzen mehr gesetzt. Aber du kannst ja alles gerne so auslegen, wie`s dir gerade in die Argumentation passt. Oder denkst du Prostituierte seien im Untergrund warm und weich umsorgt?
    Und meine Lösung ist ein gesellschaftlicher Ansatz: Lern eine Prostituierte kennen, sprich mit ihr, bilde dir dann eine Meinung und vielleicht wirst du in Zukunft nicht so verbissen bei einem Thema argumentieren, von dem du, ausser angelesenen, theoretischen Ansätzen offenbar keine Ahnung hast.

  • karla

    “Da kommt eben die Heuchelei ins Spiel. Es geht euch nicht um die Frauen, um die Schicksale oder die Ausbeutung. Es geht euch um eure mor[a]lische Überlegenheit in eurem Verständnis, was ein angemessener Wert für Sex darstellt.”

    Bullshit. Einfach nur bullshit.
    Das hast Du jetzt zig mal in dieses Forum hineingejault, jetzt ist gut.  Dieses ich-bin-so-verständnisvoll und ihr so doof ist einfach nur …vergisses.

  • Réda Philippe El Arbi

    Ach komm, es geht nicht um mein Verständnis, sonst würdest du nicht so reagieren.

    Es geht darum, dass ein Verbot Scheisse ist für die Betroffenen und ihr mit allerlei Quatsch und Rechtfertigungen dafür plädiert, genau die Schwächsten in diesem Zusammenhang wieder in den Dreck zu schicken. Und anstatt zuzugeben, dass das nicht zu Ende gedacht war, jetzt rumjammern.

    Klipp und klar: Denkst du wirklich, mit einem Verbot der Prostitution sei irgendjemandem geholfen? Und wenn ja, wie?

  • Myriam

    Danke Karla! Schade Reda, dass du so festgefahren und pauschalisierend bist, wie all die männlichen Kommentare mit Ihren Vermutungen….

  • karla

    Wie gesagt, zuhören statt rumzicken. Verbot von Zuhältern wäre eine Maßnahme.  Gesetze sind da dehnbar wie ein XXXL-Kondom und passen immer noch ins formaljuristische Rektum – auch die Schweizer. Eine Diffamierung von Freiern wie in Schweden finde ich juristisch problematisch. Eine rechtsstaatlich mögliche Variante zwischen Verbot und Legalisierung.  Das ist kompliziert und von Sozialromantikern nicht zu leisten. Soviel Schutz wie möglich, soviel Legalisierung wie nötig. Aber mit dem infantilen Herumgekrähe, bei dem sich alle gegenseitig den Moralschwarzerpeter zuschieben ist absoluter Scheiss. Ich bin dagegen, dass ein Bordellbesitzer die Modernisierung seiner Wellnesstempel von der Steuer absetzt und die Unterbringung von Zwangsprostituierten aus dem illegalen Nirwana unter Werbungskosten geltend macht, und der Zuhälter das Abfahren seiner Belegschaft als Pendlerpauschale anrechnet.
    Aber mit so einer abgefuckten Diskussion, in der mir die Leute mit Freud und Dante und Heuchlertum zu Leibe rücken, muss ich einfach nur kotzen.

  • Réda Philippe El Arbi

    Myriam, wieviele Prostituierte hast du in deinem Umfeld? Und wie stark hast du dich mit dem Thema auseinandergesetzt? Aber egal, Hauptsache, du liest etwas, das in dein Weltbild passt, völlig gleichgültig, obs was mit der Realität dieser Frauen zu tun hat.

    Um Frauen wie dich und Karla gehts in dem Post. Eine explizite Meinung ohne die geringste Ahnung vom Thema. Aber weil es sich so schön anfühlt, so feministisch wirkt und so moralisch überlegen daherkommt, sind Fakten und Realität, oder sogar die Meinung der Betroffenen, ziemlich egal.

    Ihr diskutiert aus dem Elfenbeinturm der Heuchelei. Oder wart ihr gestern mal auf der Strasse, am SIhlquai oder sonst bei den Prostituierten, denen ihr die Wèrde zurückgeben wollt, indem ihr sie in die Kriminalität schickt?

    Ehrlich, wenn ihr nicht so verflucht selbstgerecht verblendet wärt, würde man euch den Zynismus nicht vergeben. So sieht man aber, dass ihr euch der Realität dieser Frauen nicht öffnen könnt.

    Die Prostituierten und deren Schicksal sind euch scheissegal, euch gehts um ein moralisch/intellektuelles Sandkastenspiel, ihr wollt Recht haben und würdet dafür selbst die geringe Lebensqualität der Frauen, die ihr ja so vor Abwertung und Leiden schützen wollt, das Klo runterspülen.

    Mit der Prostitution ists für euch ziemlich einfach: Aus den Augen aus dem Sinn.

    Das ist bequem und sauber, gell.

  • Myriam

    Ich war nicht heroinabhängig und hatte keinen Einblick in die Realität einer sich aus Not prostituierenden Frau. Ich kann mir nur vorstellen, dass das absolut nicht lustig ist und ich glaube, dass niemand so leben möchte (und das soll Heuchelei sein? wie hilfst du denn diesen Frauen in Not? und Fakt ist, dass das Segment der Freiwillig und einheimisch Prostituierenden überall kleiner ist). Ich lese nicht nur ihre Kolumnen wink oder das TagiMagi item es gibt hunderte Bücher, Biographien, Interviews von und mit und über Prostituierte, etc. (lesen sie mal Living Dolls) Als Historikerin versuche (bin auch nur ein Mensch wie du wink) Sachen, Themen möglichst objektiv zu verstehen. Bei diesem Thema lese und höre ich immer wieder wie abwertend diese Frauen behandelt werden und dieser Job Spuren hinterlässt, die nicht unerheblich sind. Wieso also müssen sich Freier nicht hinterfragen, was sie da tun und können Ihrer Meinung nach sogar noch stolz sein, dass sie eine notbedürftige Frau unterstützen? Beim Metzger bestellen sie aber das Bio-Rind aus artgerechter Haltung, man interessiert sich also für den Lebenshintergrund des Rindes obwohl man ja nur Essen will…ist das nicht auch heuchlerisch? Du bist der Allwissende, weil du das (einen Teil des Umfelds) (mit)erlebt hast? (dürfte ich als Historikerin nur über Ausschwitz sprechen, wenn ich dabei gewesen wäre?) bist du noch heute jeden Tag auf der Strasse, sprichst mit den Frauen? den StreetworkerInnen? Wo bleibt deine Objektivität? Wieso kann man den Denkanstoss – Prostitution ist frauen(menschen)verachtend, nicht diskutieren? Fakt ist anscheinend meiden Menschenhändler Schweden, wie sieht es mit der Schweiz aus? Finden die Frauen in Not wirklich keinen anderen Job? Es ist nicht alles schwarz oder weiss! es geht mir nicht um Würde zurückbringen oder Verurteilung der Frau – es geht mir um das Bild der Frau in der Gesellschaft, welches einfach facettenreicher ist als nur Heilige oder Hure! schwarz oder weiss!

  • Myriam

    Insofern FORDERE ich auch kein Verbot sondern einen Denkanstoss in eine andere unbekannte Richtung, Ihre Richtung führt so wie ich es verstehe direkt zum Nichsttun und alles beim Alten belassen, was ja bequemer ist so wie kein Verbot fordern…. Und ich finde es nicht in Ordnung, dass Sie den Körper zu verkaufen mit Kaffee verkaufen gleichsetzen – ich sehe in den Prostituierten immer noch Menschen und nicht eine Ware!

  • karla

    Danke, Myriam, zurück. Ich fühle mich hier als Pappkamerad aufgestellt – ich bin nicht der Feind. Aber vielleicht weiss ich mehr über Sex, Macht, Ohnmacht, Perversion als der Autor des Textes? Vielleicht macht mich das berufen, über das Thema mitzuplappern.  Ich ertrage es nicht, diesen unreflektierten Blödsinn und Sozialromantik. 
    A propos Ausschwitz.
    Auch die Nazis hatten ja Hurenlager. Für Arier und für Gefangene. Vor allem letzteres ist ein extremes Tabu.  Aber das ist ein anderer Punkt.
    Es ist niedlich, hier ausgegrenzt zu werden: Nein, ich besuche keine Prostituierten als Kundin und nicht als moralisch saubere Streetworkerin.
    Grenzerfahrungen haben nicht wenige Frauen schon mal gemacht.  Freiwillige Sexworkerinnen sind auf der ganzen Welt eine Minderheit. Sich aus finanzieller Not zu verkaufen ist übrigens keine Freiwilligkeit, und es ist kein Beruf wie jeder andere. Erzähl mir keinen Scheiss, Réda.
    Wie heissts: Man muss kein Huhn sein, um ein Omelette zu machen.

  • Quentin Hesse

    Du Bauer ist auch ein Schimpfwort und ein recht strenger zeichnender Beruf auch noch.
    aber. es scheint Frauen schwer zu fallen einen Beruf zu wählen der sozial nicht auch noch anerkannt ist. Sie können im Leben nicht alles haben. Dass viele Frauen alle Ihre Energie auf “prostitution”, “quote” und “respekt” legen ist reiner Selbstzweck. Viele Frauen wachen einfach nicht auf und werden in einer Blase alt.

    Aus der Förderung wird Förderung. Am Schluss wird aber auch nicht mehr daraus entstehen. Ich bin gespannt.

  • Réda Philippe El Arbi

    Hm, vielleicht würde es diesen Frauen schon mal helfen, wenn sie nicht in die Illegalität getrieben würden. Ausserdem machst du den Denkfehler, dass der Handel mit Sex, sprich Prostitution, menschenverachtend ist, dabei sind es die unfairen Arbeitsbedingungen, die gesellschaftliche Ächtung, die menschenverachtend ist.

    Was genau ist frauen- bzw. menschenverachtend an “Sex gegen Geld”? Ist es verwerflicher, als Sex gegen Status oder Sex gegen soziale Sicherheit?

    Da kommt eben die Heuchelei ins Spiel. Es geht euch nicht um die Frauen, um die Schicksale oder die Ausbeutung. Es geht euch um eure morlische Überlegenheit in eurem Verständnis, was ein angemessener Wert für Sex darstellt.

  • lora kamm

    Prostituierte, die der Gesellschaft (!) einen wichtigen Dienst erweisen…
    (Untertitel zum Bild)
    Wo sind wir angelangt, dass Mann wieder solchen Sch… aussondern darf !
    Prostituierte leisten Dienst am Mann.  Am Mann! 
    Eine Gesellschaft besteht auch aus Frauen – auch wenn sie in der männl. SprachDominanz ausgeklammert werden.
    Prostitution wird geleistet, damit Mann jederzeit jedwelche sexuelle Bedienung geliefert erhält und sich auch als Alter nicht zu schämen braucht, sich in eine fast noch im Kindsalter stehenden Frau zu entleeren.  Falls aber mit dem “Dienst an der Gesellschaft” gemeint ist, dass ohne Prostitution alle Frauen von Männern ganz einfach überfallen und vergewaltigt würden, wäre die implizierte Aussage die, dass Männer, wenn ihnen nicht 24h Zugriff auf Frauen aller Nationen und Jahrgänge garantiert werden, sie zu nichts anderem als zu sexuelle Bestien würden. 
    Solange dieser Hinrfick (Menschenkörper als Ware für den Herrn)  vor sich hergetragen wird, wird sich in der sogenannten Gleichstellung nichts ändern.  Wozu soll Mann sich aufraffen und sich den Mühen einer Geistesarbeit unterziehen, wenn ihm geboten wird, was seine Vorstellung und Tradition befriedigt:  Frauen (junge Männer bis hin zu Kindern) zu konsumieren als sein Menschenrecht. 
    Dass sich dabei noch weitere MännerKreise am Entgelt der Frauen bereichern unterstreicht nur noch den Warencharakter der Angelegenheit und die vielfältige Ausnutzung des Gegenstandes Frau durch Männer (die sich nicht entblöden mit Argumenten wie “zum Schutze der Frau” vor dem anderen! Mann)
    Macht nicht Frauen mitverantwortlich für diese Männer-Anmassung, indem vom Dienst an der Gesellschaft gelabert wird. Nur Mann profitiert durch Prostitution und nur der Mann.
    Unter Tieren gibt es weiterentwickeltes sensitives Sexualverhalten

  • The Damned

    Ware Mensch konsumiert Ware Mensch, das wissen wir doch schon seit Marx. Ob der Konsum nun vorwiegend sexuell motiviert statt findet, oder in Form von Chinesischen Wanderarbeitern, die ihre Körper-Kraft in Kohlebergwerken feil bieten müssen, ist einerlei. Auch die von vielen FeministInen hochgehaltene Opferhierarchie ist völlig unnütz: Es sind vor allem Menschen- und nicht Frauen- oder Männerkörper, die zu Opfern der kapitalistischen Verwertungslogik werden. Und der Kapitalismus wird von Männern und Frauen gemacht.

  • The Damned

    Und noch ein Denkanstoss für alle staatsgläubigen FeministInnen: Sowohl der Konsum als auch der Handel mit Betäubungsmitteln sind z. B. verboten- genauso wie alles andere auch, das im Strafgesetz steht. Und jetzt? Geschehen einfach keine Verbrechen mehr, nicht wahr? Aber bitte, Ihr könnt auch die Prostitution verbieten: Das hilft den Sexworkerinnen sicher weiter. Oder seid Ihr etwa dafür, nur die Freierei zu verbieten? Wunderbar: Man stelle sich das einmal beim Drogenhandel vor- der Süchtige wird beim geringsten Vergehen in den Knast gesteckt, während der Dealer den Stoff weiterhin ungestraft verkaufen darf- das ist doch einfach haarsträubend! Und so ganz nebenbei: Was will der Rechtsstaat eigentlich mit Verboten bewirken, bzw. was kann mit Verboten in einer Gesellschaft überhaupt bewirkt werden? Ich rate allen Beteiligten hier, sich einmal eingehender mit den gängigen Strafzwecktheorien zu beschäftigen: Staatsgläubigkeit in Ehren- aber menschliche (nicht männliche) Abgründe lassen sich nicht einfach per Gesetz aus der Welt schaffen!

  • Oliver Flesch

    Hach, das gute alte Schauermärchen von den bösen Luden, die ihre Mädels mit einem Veilchen auf den Strich schicken. Diese Zeiten sind längst vorbei.
    Willkommen im 21. Jahrhundert, Mädels!
    PS Zwangprostitution klammere ich aus. Mit der haben Deutsche und Schweizer nichts zu tun. Da musst Ihr Euch bei Albanern und Russen etc. beschweren.
    PS I Zuhälterei ist auch in Deutschland verboten.
    PS II Das Video zeigt meinen alten, leider verstorbenen, Kumpel Stefan Hentschel. Die Doku hieß nicht umsonst “Der letzte Lude”.
    http://www.youtube.com/watch?v=-NusTE1u5xY

  • lora kamm

    @Damnet:  Ihr Relativieren ist ein Element der Herr-Schaft (wie die Prostitution selbst) und dient dazu, sich dem Thema zu entziehen und sich die Deutungshoheit zu sichern:  Das Privileg der Macht. 
    Was sonst sind die Bedingungen, wenn Mann sich dauerhaft der nackten Frage verweigern kann, was und warum Prostitution ist und welche Rolle er dabei einnimmt/ausübt?
    Untergebene/Unterlegene dagegen haben sich einer gesetzten Thematik zu unterwerfen (z.B. Chef/Angestellte) ansonsten mit Sanktionen zu rechnen wäre.
    Die Gleichsetzung von verkaufter Arbeitskraft und Prostitution kann nur vom Profiteur behauptet werden, wobei er sich in der Rolle des Kapitalisten (Ver Wert-er) befindet.  Da Mann als Geburtsrecht zu seiner simplen Existenz gleichzeitig die Garantie zur beliebigen Verfügbarkeit über den Körper Frau erhält, ist ihm Aubeute und Macht über Menschen ein Selbstverständnis.  Er lernt als Kind, dass er sich Frauen für einen lächerlichen Obulus jederzeit und überall untertan wird machen können – einfach als Vorrecht für sein übergeordnetes Dasein.
    Werden Sie ihm nicht zugestanden, nimmt er sie sich einfach. Mit Gewalt.  In Kriegen gehören bis heute die Frauen Mädchen Kinder des feindlichen Mannes zur Beute der Sieger, so wie Kultur- und andere Güter.

    Dass Sie ausgerechnet chin. Wanderarbeiter zum Vergleich heranziehen ist aufschlussreich und folgerichtig:  Tiefste Ausbeutung, Sie sagen es.  Der Unterschied findet u.a. in der Exclusivität des Ausbeuters statt. Wenige Profiteure (welche sich erst zu Profiteuren steigern müssen) stehen einer Masse von Auszubeutenden gegenüber. Wohingegen mittels Prostitution jeder hinterletzte dümmste Mann – alleine dadurch weil er Mann ist – das Privileg erhält, sich als kurzzeitiger Ausbeuter am anderen Körper betätigen
    zu dürfen.  Und dabei als Extrem-Kapitalist bis in’s Innere anderer Menschen einzudringen.  Die nächste und letzte Stufe wäre nur noch die Organentnahme.
    Nicht von ungefähr wehren sich quasi alle Männer mit grösster Vehemenz gegen die Wegnahme ihres Privilegs:  Es wäre das Ende ihres “Vorrechts” nach dem allezeit zur Verfügung stehenden Menschmaterial zur Entleerung ihrer Ausscheidungen, ihres Bedarfs nach Macht über die Frau, über Menschen generell.  Ihre geistige Kastration.

  • Marius Schlöndorf

    das Problem ist doch die Zuhälterei zu erkennen. In vielen Berufen müssen Menschen in ähnlichen, gleichen oder schlimmeren Verhältnissen arbeiten.

    Wo beginnt Zuhälterei und wo hört sie auf. Was ist Zuhälterei. Dass Menschen von arbeitenden Menschen verdienen ist wie in einem Geschäft mit Angestellten. Es ist jedem Angestellten selber überlassen auch eine Firma zu eröffnen und sich auf dem Markt zu behaupten, nur ist das extrem schwierig. Das ist auch in der Prostitution der Fall. Hier übernimmt der Zuhälter die Position eines Überwachers Kontrolleurs, aber alles ohne Vertrag und ohne jegliche Legalität. Und das muss zum Schutz der arbeitenden passieren. Gesetze zu formulieren die rein versuchen Zuhälterei zu umschreiben werden schwammig sein und schlussendlich ohne Erfolg, weil es versucht etwas zu fassen, das wandelbar ist.

    Jeder Beruf hat seine eigenen Gesetze, und so sollte auch Prostitution gesellschaftlich akzeptiert, entkrampft werden und die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden welche die Arbeitnehmer oder Selbständigen schützt.

    So haben sie einen breiten mix von weit unten, den Mindestlohnangestellten bis zu selbständigen schlecht bis gut verdienenden Alleinunternehmern. So wie das auch im legalen Geschäft passiert. Scheinselbständigkeit und solche die das ausnutzen sowie Menschenhandel müssen dann bekämpft werden, so wie das in allen Branchen auch üblich ist.

    Das Anbieten von Sex ist eine Dienstleistung und von dem Punkt aus sollte das ganze entwickelt werden.

    Siehe Essen. Da gibt es von der Würstchenbude die Ihren gemeldeten Stammplatz hat bis zur Nobelkette ganz unterschiedliche Formen wie das gesetzlich geregelt und kontrolliert wird. Ähnlich variantenreich verhält sich das mit dem Anbieten von Sex. Nur sollte das alles legal (vertragliche Struktur), Angemeldet (eintritt in den Erwerb) und kontrolliert (Hygiene, Recht) sein. Dann hat das auch eine Zukunft.

  • Katharina

    In der Schweiz ist Zuhälterei verboten. Ein Gesetz, das nicht wirklich konsequent durchgesetzt wird.

  • Anonym

    “PS Zwangprostitution klammere ich aus. Mit der haben Deutsche und Schweizer nichts zu tun. ” das ich nicht lache. typischer versteckter Rassismus, Teutonen und Helvetier sind schon, nur durch die Angehörigkeit zu ihrer Volksgruppe, viiiiel viiiiel sauberer.

  • The Damned

    Meine Herr-schaft qua Geschlecht: Machen Sie Witze,  Frau Kamm? Denken Sie ernsthaft, ich marschierte jeden Tag aufs Neue phallusgestählt zur Haustüre heraus- meine Ehefrau natürlich hinter mir lassend- um mir die Welt Untertan zu machen..?! Dass Sie mir soviel Macht zumuten, ehrt mich ja: Aber das ist jetzt wirklich zu viel des Guten. Und dass Sie der Sexualität soviel politische Bedeutung zumessen, nun ja: Alles Private ist halt auch politisch, nicht wahr? Sie erinnern mich an die Kommunisten: Die sprechen genauso wie die Kapitalisten ständig vom Geld, Geld, Geld. Männer denken ständig an Sex, Feministinnen offenbar auch, einfach auf ihre eigene Art. Da haben wir ja eine kleine Gemeinsamkeit, nicht? So, Hals und Beinbruch, meine Gute: Ich muss jetzt raus, Sie wissen schon: Um mir die Welt Untertan zu machen…

  • Tomas

    Ihr Text bringt es genau auf den Punkt, danke. Auch für mich ist die feministische Sicht zu diesem Thema unbegreiflich. Ich vermute, dass hier noch ganz andere Aspekte die Sicht mitprägen, die den Feministinnen nicht so gut in ihr erträumtes Weltbild passen.
    Ich habe nach der Lektüre auf Mamablog übrigens ähnlich reagiert, und sogar einen “carte blanche” Beitrag geschrieben.

  • marie

    bin mit ihnen einverstanden hr el arbi. aber vollständigkeitshalber sollte auch das verantwortungslose verhalten vieler freier thematisiert werden, die den sexarbeiterinnen auch nicht gerade ihre abreit erleichtern. fixe preise und diese einhalten. keine flatratepuffs, und ganz klar die freier verurteilen, die sich in der szene der zwangsprostitution bewegen. usw.
    ich lese von männern NIE kritische beiträge über freier!
    danke für eine kritische sichtweise.

  • Corinne

    Stimmt total, es gibt viele Frauen die diesen Beruf frei wählen und ihn gerne ausüben. Wie zum Beispiel Jenny die schon viele Jahre in der Langstrasse als Prostituierte abeitet: http://www.videoportal.sf.tv/video?id=c6611bd8-59eb-4fec-9e66-5cb6ea1e1d1c
    Statt einem Verbot, sollte mann lieber die Sexworker von APIS mehr unterstützen, die genau den Frauen helfen, die diesen Beruf in der Schweiz nicht freiwillig ausüben und sie auf ihre Rechte hinweisen und ihnen Hilfe anbieten:
    http://www.aids.ch/d/ahs/apis.php

  • Konstantin Quentin

    “In Kriegen gehören bis heute die Frauen Mädchen Kinder des feindlichen Mannes zur Beute der Sieger, so wie Kultur- und andere Güter.”

    Ach Sie Opfer. Wenn sie wollen können sie gerne mit den Männern an der Front tauschen.

  • Reto B.

    Also es gibt ja auch männliche Sexworker. Okay, das Argument werden sie nicht gelten lassen, da diese zumeist auch von Männern ausgebeutet werden (Ich unterstelle ihnen jetzt mal einfach, dass sie so antworten würden). Ein ganz kleiner Teil wird aber auch von Frauen frequentiert. Also liesse sich dieses Spiel auch umkehren. Offensichtlich gibt es also auf männlicher Seite mehr Nachfrage nach Sex, als auf weiblicher. Man kann dies mit Evolution, angeboren genetisch, anerzogen oder wie auch immer erklären. Dies sollen Biologen und Psychologen tun, hier wage ich mich auf die Äste. Ich meine nur zu sehen, dass dies in allen Kulturen, in allen Zeiten existiert und wohl auch existieren wird. Das ist einfach nur die normative Kraft des Faktischen. Also gehe ich einher mit obiger Darstellung, dass es nicht darum gehen kann und soll, Sexworkerinnen zu verbieten, da man sonst nur das Problem in den Untergrund schiebt. Es ginge eher darum, dass sie in einem Umfeld leben, das ihnen Sozialversicherungen, Sicherheit und Wahlfreiheit ermöglicht. Ich stelle mir Lokale vor mit staatlicher Zertifizierung, die jeder Sexworkerin und jedem Sexworker einen GAV – ausgehandelten Lohn garantiert, Sicherheit (Krankheit und sonst) und die Möglichkeit, jederzeit NEIN zu sagen (vom Vertrag zurückzutreten?). Alle anderen “Striche” kann man nach diesem Modell meinetwegen verbieten.

    Sie können versuchen Prostitution zu verbieten, sie werden scheitern. Weil ja, ich als Mann bin ein sehr triebgeteuertes Wesen, ich kann mich im Zaum halten, ich schule meinen Geist, den ich über meinen Körper stelle, aber auf ganz gut deutsch: Ich hab verdammt gerne Sex, den lasse ich mir nicht nehmen. Ich habe die Freude, dies mit meiner Partnerin ausleben zu können. Wäre dies nicht möglich, würde ich trotz aller Anstrengung keine Frau für eine Nacht, eine gewisse Zeit oder ein ganzes Leben finden, würde ich wohl zu Prostituierten gehen. Ein enthaltsames Leben ohne Sex ist für mich keine Option, es ist auf dieser Welt ganz klar das, was ich am liebsten habe und mache – dafür dürfen sie mich gerne auch verurteilen, was mir so egal ist wie die kleine oder grosse Tatarei!

  • Reto B.

    Nun, zum Thema Schwester oder Mutter als Sexworkerin möchte ich noch Bezug nehmen. Ich habe mit einer Freundin (respektive jetzt Frau eines guten Kollegen) geredet, welche mir dann erzählt hat, dass sie viele Jahre als Prostituerte gearbeitet hat. Erst mal schlucken, dann sich überlegen, mit wievielen hundert Männern sie wohl geschlafen hat, dann überlegt, dass sie dies nicht zu einem anderen Menschen macht. Ich denke nicht schlecht von ihr, sie ist genauso ehrenwert wie vorher. Sie hat diesen Job gewählt, um in der Schweiz mit ihrem Kind über die Runden zu kommen. Da ist nichts verwerfliches dran. So sehe ich es. Zu meiner Mutter würde ich ganz sicher nicht gehen, um Sex zu haben, so sie eine Prostituierte wäre. Ne Schwester hab ich nicht, aber ich sähe es gleich. Ich gehe aber auch nicht zu einem Freund, der Urologe ist. Ich habs lieber, wenn die Dame oder der Herr, welcher mir an meine Genitalien greift und ich ein rein berufliches Verhältnis haben. Meine zukünftige Schwägerin (Ärztin) frage ich manchmal um Rat, behandeln lasse ich mich von einem Arzt, der nur mein Arzt ist und nicht befreundet und verschwägert.

    Es scheint mir, dass hier einige ihre gemachte Meinung haben. Okay, ich habs begriffen. Männer, die zu Prostituierten gehen, sind das allerletzte. Prostituierte sind schlecht und verwerflich und die einzige Art, wie ihr verstehen könnt, dass Frauen sowas machen, ist, weil sie von Männern, finanziellem Druck oder sonstwas gezwungen werden. Dass eine Studentin sich überlegt, dass sie so am schnellsten und einfachsten zu viel Geld kommt und es deshalb dem Job an der Kasse vorzieht, wie erklärt ihr das? Ich habe Aussagen von Frauen, welche mit einem Mann geschlafen haben, weil er ihr einmal leid tat, weil er ihr den Abend, den Eintritt oder den Drink bezahlt hat und mein absoluter Favorit, damit er endlich die Klappe hielt. Die gleichen Frauen verurteilen Prostitution und Freier???!!?? Hab ich auch so von ihnen erfahren. Die Gleichung Sex für Gegenleistung gibt es häufiger als man denkt. In Beziehungen (Hab auch schon mal mit meiner Freundin geschlafen, weil sie Bock hatte und an dem Abend wirklich extrem toll war. Sie mit mir sicher auch.), ausserhalb Beziehungen mit Freunden und auch eben Kennengelernten. Wer es auf einer vertraglichen Basis macht ist nun aber verwerflich?

    Ich weiss, ihr werdet mir nicht glauben. Ihr werdet eure Meinung gegen alle Fakten verteidigen. Und irgendwann dann ausfällig und dann flüchten. Nehmen sie doch meinen Text und schreiben sie Punkt für Punkt sachliche Gegenargumente. Ich lasse mich ehrlich gerne belehren.

  • I.

    …Naja, aus dem warmen Büro in den Herbst hinausträumen, wie die Welt sein sollte, ist sicher eine angenehmere Aufgabe, als seine Miete und das Essen für die Kinder mit Prostitution zu verdienen…

    Tja…von dieser Warte aus könnte man aber auch sagen: sämtliche Männer,  die langzeitarbeitslos sind, müssen ab morgen auf dem Schwulenstrich anschaffen gehen.

  • Irene

    Lieber Reda
    Ich kenne auch Prostituierte. Eine ist vor mir zusammengeklappt, eine andere, die ist ne Domina und der geht es super. Die Domina würde ich allerdings nicht als Prostituierte bezeichnen. Das Wort “Prostitution” stammt aus dem Latein und bedeutet sich herabsetzen, erniedrigen. Die Domina mit der ich sprach hat keinen Körperkontakt und kann aussuchen, welchen Mann sie vermöbelt.
    Witzig ist, dass die Domina die anderen Prost. als passive und sich als aktive bezeichnet. Und nie deren Job machen würde…

    Also, dann kennen wir beide Prostituierte. Und jetzt? Ich bin für ein Verbot bzw. dafür, dass z.B. die Puffgänger fette Bussen zahlen müssen und dieses Geld in einen Fond für Prostituierte geht grin

    Vielleicht hättest Du ja Deine Körperöffnungen für Kunden öffnen müssen, um wirklich zu verstehen, was der Job bedeutet. Aber es reicht ja, dass Du Prost. kennst…das ist ja so was von ungewöhnlich, verrucht und reaaaal hey!

    In Deutschland ist seit 10 Jahren Prostitution in allen Bereich legal. Die Rate der Prostituierten hat sich verdoppelt. Die Preise sind extrem runter.  Die Arbeitsbedingungen enorm schlechter geworden. Einzig haben bisher nur die Zuhälter und die Männer profitiert, die für EUR 20 24 Stunden lang jede Nutte im Bordel ficken können (sorry die Sprache, aber ich will das n bisschen authentisch halten bzw. der Branche entsprechend).

    Das ist kein Job und wird nie einer sein! Es ist auch nicht das älteste Gewerbe der Welt. Lest mal die Definition des Wortes Gewerbe nach!

  • Irene

    Lieber Thomas
    Kennst Du den Club Boombastic im Kreis 2? Das ist ein renommiertes Puff (wenn man das so nennen kann). Dort schlafen in einem Zimmer, das man kaum als Zimmer bezeichnen kann, weil es kein Tageslicht bzw. Fenster hat, ca. 8 Frauen. Ich habe eine Abstellkammer, die ca. die Grösse dieses Zimmers hat.
    Es sind nicht nur Feministinnen für ein Verbot! Immer mehr und mehr Frauen haben die Schnauze voll von diesem elenden Mist.
    Uns hier zu verkaufen, dass es ein normaler Job, das älteste Gewerbe, etc. ist und so viele Frauen das so gerne freiwillig tun. Und würde es verboten werden, um Himmels willen…da würde grad die Erde untergehen und allen Prostituierten würde es automatisch schlechter gehen.
    In Deutschland geht es den Frauen seit 10 Jahren (vollkommene Legalisierung der Prost.) viel schlechter und die Prostitution hat sich verdoppelt.
    Und wenn Du selbst diesen Job als normal ansiehst, dann wage es bloss nicht, falls mal arbeitslos bist beim RAV anzuklopfen, sondern begib dich umgehend an die nächste Autobahnraststätte. Dort kannst Du auch anschaffen gehen. Deine Kunden werden Männer sein, aber deren Logik und Gedankengut, kannst Du scheinbar am besten verstehen, warum also nicht. Ist ja nur ein Job!

  • Irene

    Zuhälterei ist in Deutschland verboten. Ja! Aber diese Drecksäcke von Zuhältern mieten Wohnungen und lassen die Prost. dort wohnen (für extrem überrissene Mieten) und nehmen das Geld auf diesem Weg ein.
    Die Zuhälter können nur festgenommen werden, wenn die Prost. bei der Polizei Anzeige erstattet, tun das aber nicht, weil die Zuhälter die Prost. bedrohen bzw. umbringen.
    Wenn eine Prost. trotzdem Anzeige macht, muss sie ein Leben lang mit Polizeischutz rumlaufen. Denn es geht um SEHR VIEL GELD! Das wollen die Männer den Frauen genau so wenig überlassen wie der Normalo, der gegen die Frauenquote ist oder von seinem Lohn 10% abgeben würde, damit die Frauen auch endlich (in der Schweiz zumind.) nicht mehr 26% weniger Lohn im Durchschnitt haben.

  • Irene

    In meinen Augen ist ein Mann, der ins Puff gehen muss, weil nicht in der Lage ist eine Frau für sich zu gewinnen, ein echt erbärmlicher Sack, der sich aufgegeben hat!

  • Konstantin Quentin

    so so. ich habe das gefühl, dass sie sex überbewerten.
    denke steinzeitmenschen finden uns auch erbärmlich weil wir unser essen nicht selber erlegen. von dem her..

  • Konstantin Quentin

    nach Ihre Logik nach haben sie ein emotionales Problem mit dem Thema das rationelles Denken bei Ihnen komplett ausschliesst.

  • Konstantin Quentin

    Irene. haben sie mal Baubaracken gesehen wo Bauarbeiter schlafen und auf die Toilette gehen? Wie teilweise mit Menschen umgegangen wird in Teilzeitbranchen? Scheinselbständige die wie moderne Sklaven arbeiten? Sie könne sich das nicht vorstellen. Aber wenn eine Frau schlecht arbeit hat, dann ist die Menschheit, der Mann schuld. Soviel zum Thema Verantwortung übernehmen.

    Also: Missstände sind da um sie aufzudecken und die Arbeitssituation zu verbessern.
    weniger gebildete Menschen haben es schwer und das schliesst beide Geschlechter ein.
    Wer eher schlecht gebildet ist, macht die Arbeit eher mit dem Körper. Beim Mann ist es die Kraft, bei der Frau der Sex.
    Wenn sie ganz unten also graben gehen werden sie Zustände finden die teilweis absolut unter jeder Würde sind. Aber es geht darum Rahmenbedingen und oder Rahmengesetze zu schaffen die dafür sorgen, dass die weniger gebildeten oder geschützen Menschen auf dieser Welt besser durch gesellschaftliche Massnahmen geschützt werden.

    Wenn sie also hingehen und Prostitution verbieten, dann ist das nicht eine Lösung welche die Prostitution oder das Leid von Menschen wirklich löst, sondern sie kriminalisieren das Gewerbe zusätzlich. Von dem her: wenn die Situation nachhaltig verbessert werden soll, dann komplett legalisieren, inkl. Meldepflicht und Vorschriften für Standards in welchem das Gewerbe ausgeübt wird ansonsten drohen Strafen wie das in anderen Branchen der Fall ist.
    Also Rahmengesetze, welche das Prostiutionsgewerbe in einen Rahmen zwägen der besser ist als jetzt, wer ausserhalb dieses Rahmens fungiert wird verzeigt.
    Da Prostition derart in Verruf ist, drängt es das Gewerbe zusammen. Das bewirkt wieder, dass in diese Gebieten die Mieten extrem in die Höhe schiessen. Was aber schlussendlich nur den Eigentümern zu Gute kommt. Das ist eines der grossen Probleme. Es muss möglich sein, dass das Gewerbe in allen Umgebungen stattfindet, ohne dass die Vermieter einfach so die Miete soweit anheben können wie sie wollen um von den Einnahmen des Gewerbes zu profitieren.  Ein vermieter kann nicht für eine Wohnung extrem viel mehr verlangen wenn er für die anderen wohnungen viel weniger verlangt. Wenn also der Beruf entkriminalisiert ist und jeder Mensch zu Hause aus problemlos das Gewerbe betreiben kann, dann ist schon mal die Ausnützung durch die Vermieter schwieriger. Die Vermieter sind nach den illegalen Zuhältern die grossen Nutzniesser der Verdränung des Gewerbes. Und zu der Verdrängung und Verschlechterung der Situation tragen sie Irene mit bei.

    Sie wollen etwas nicht haben, sie hassen es, machen es dadurch aber nur schlechter und spielen damit den Zuhältern und Vermietern in die Hände. Den Frauen würde es besser gehen, hätten sie auch von Ihnen mehr Respekt.

  • Konstantin Quentin

    ach wissen sie Irene.
    Die Welt ist so wie es aussieht von Männern gemacht und wer arbeitet der arbeite für die Männer. Wenn also Frauen arbeiten, arbeiten Sie für Männer. Wenn Männer arbeiten, dann arbeiten sie für Männer. Dass also Frauen für Männer arbeiten gefällt Ihnen nicht. Gibt es auch Männer die vor allem für Frauen arbeiten, und sollte man dies verbieten?

    Heh hallo, ja das giebt es! Männer die für Frauen hauptsächlich arbeiten.  Für Hausfrauen. Von dem her. Sie sehen, soll ich jetzt auch anfangen Frauen zu Hassen weil sie faul zu hause hocken und den dummen Mann ausnehmen? Ach nein, das gilt ja nicht, selber schuld. Und das ist die Antwort die sie bekommen Irene, sie sind selber schuld.
    Und wenn sich also mal ein Mann in sie, wie sie sagen, “entlereen” sollte: Ich wünsche Ihnen alles Söhne.

  • Marils Hafner

    Gaanz aktuelles Beispiel von der Baubranche:
    sf.tv: “3 Monate lang arbeiteten slowenische Arbeiter auf einer Baustelle im Thurgau, ohne Lohn. «Wir müssen ohne Geld zurück in die Heimat”.

    da werden Männer ausgebeutet. Auch von Männern, oder sogar von (Quoten)frauen (wurde die Frau gezwungen)? Ist das also ok? oder muss man jetzt diese Branche verbieten und von der Würde der Männer sprechen wie sie missbraucht wurden?

  • Reto B.

    Hmm – wahrscheinlich weil wir Männer (geil, oder? wir Männer *tätsch*) uns immer gleich in eine Verteidigungshaltung bewegen (müssen?), wenns um den Puff und Sex gegen Geld geht. Bin aber gleicher Meinung. Gesamtarbeitsvertrag für Sexworker und Sexworkerinnen mit fixen Preisen, Sozialversicherung etc… Bin nicht der Experte, aber wie geht denn das bei Taxifahrern? Da darf auch nicht jeder einfach nen Preis machen.

    Als Mann habe ich generell eine ziemlich miese Meinung von Freiern. Es gibt solche, da versteh ichs. Was ich abstossend finde, sind ungepflegte, besoffene etc. bitte hier gängiges Klischee einfügen. Ich habe von denen ein ungefähr gleich tolles Bild wie vom ungepflegten Bierbauch – Stammtisch Philosophen, der SVP wählt und sich sein Heimchen im Internet aus dem Ausland bestellt. Der sich keine Mühe gibt, weil er ja gutes Geld bezahlt oder einfach nur hat. Das zeugt von mir aus von mangelndem Respekt ggü der Sexworkerin.

    Was ich eher verstehen kann sind Männer, welche keine Frau finden, sich deshalb ihre romantischen Stunden bei einer Dame ausm Rotlichtviertel holen. Sie sind in meiner Vorstellung gepflegt (heisst geduscht, nüchtern, rasieren sich) und wollen nach Möglichkeit einfach einen Abend verbringen, bei dem sie den kleinen Aspekt, dass diese Frau nur mit ihnen redet, flirtet und schläft, weil sie ihr dafür Geld geben ausblenden. Sie benehmen sich auch dementsprechend gut, sind zuvorkommend und nett.

    Die besoffenen, ungepflegten und unfreundlichen würde in meinen Augen aber jede Frau, die nicht von einem Zuhälter gezwungen wird, wegschicken bzw. ablehnen. Allerdings sagt Reda oben ja klar, dass er mit der Zwangsprostitution Mühe hat, also dem Zwang, der Unterdrückung und dem Menschenhandel, nicht mit der Prostitution an und für sich. Ich verstehe das so, wie ichs eben zu erläutern gesucht habe.

  • Reto B.

    Ich fass mal zusammen. blabla, mann schlecht, frau gut. Tut mir schrecklich leid, dass ich für alles Leid in der Welt verantwortlich bin und allen Frauen vor der Sonne und im Weg stehe und somit verhindere, dass die Welt ein besserer Ort ist.

    Nur eine kurze Frage an sie, lora kamm: Können sie sich persönlich vorstellen, mit einem Mann Sex zu haben? Können sie sich vorstellen einen zu mögen? Ich kann mir das nach ihrem Text oben nämlich nicht. Und wenn sie Sex mit einem Mann rundheraus absprechen, dann negieren sie jegliches Leben.

  • lora kamm

    @K. Quentin (vor 2 Tagen):  Als Frau muss ich im Krieg des Mannes nicht (auch noch) seinen Krieg übernehmen.  Ich liefere bereits den Sohn (Soldaten) und diene ihm als
    Argumentationsschiene für seinen Krieg, welcher ausschliesslich innerhalb männl. Strukturen zur Durchsetzung männl. Interessen organisiert wird.
    Voraussetzung für Krieg sind Konstruktionen wie Land, Volk, Ethnie und (von männl. Siegern gezogene) Grenzen.  Obwohl der tatsächliche Grund für Krieg ein anderer ist, erzeugen erst die Argumente wie Vater(!!!)Land, Familie, Volk (Heimat) den nötigen Kampfgeist für “Verteidigung”.
    Die Aufgabe der Frau dabei ist die der Produzentin von Volk/Ethnie innerhalb der vom Mann gesetzten Grenze. Erst jetzt kann er Krieg organisieren. Dabei verdeckt er seine wahren Absichten, argumentiert jedoch mit dem Schutz des Volkes, Nation, Familie… vor dem anderen Mann (ähnl. des Zuhälters,  der als “Beschützer” der Frau gegen den anderen Mann auftritt).  Afganistan z.B. wurde mit dem Schutz der Frau vor der Burka (dem anderen Mann) begründet. In Yugoslawien explodierten männl. Gewaltausbrüche zwischen Ethnien.
    Für Krieg braucht Mann als 1. ein eigenes Volk und den anderen Mann mit seinem anderen Volk (das sich beide über die Frau beschaffen)
    Ohne Frau keine Familie. Ohne Familie kein Volk/Ethnie. Ohne Volk keine Nation. Ohne Nation keine Grenze.  Ohne Familie Volk Nation + Grenze keinen Krieg.
    Mann stünde ohne diese Folie einfach im Irgendwo und täte sich schwer auf der Suche nach einem verlässlichen Dritten zur Unterstützung für seinen geplanten Krieg.
    Krieg wird weder von Frauen organisiert, noch ist er in ihrem Interesse. Sie sind das sexuelle Eigentum des Mannes, im Krieg prekärer als zu Friedenszeiten.
    Das Besitz-Verständnis des Mannes demaskiert sich in Kriegen, z.B. wenn Frau zur Beute des Siegers wird. Es ist die Sprache von Mann zu Mann, der ihnen verständliche Code:
    Vernichtung des Gegners durch Zerstörung und Schändung seines expliziten Eigentum’s: Seiner Frau/Tocher (=Garantinnen seiner eigenen Ethnie)
    Die Verwertung der Frau als Besitz im Konstrukt des Mannes ist nach der Bereitstellung der Basis für seinen Krieg nicht abgeschlossen: 
    “…organisierte Prostitution für die japanische Armee bereitzustellen.  Die japanische Führung (Männer) versprach sich durch den einfachen Zugang zu Prostituierten eine bessere (!) Moral (!) der Soldaten und damit eine effizientere (!)  Armee.  Schätzungen gehen von bis 300.000 betroffenen Mädchen/Frauen aus…China gibt jedoch allein 200.000 Opfer in ihrem Land an.  Die meisten stammten aus Korea, China, anderen besetzten Gebieten wie Indonesien, Malaysia, Philippinen, Taiwan. Teilweise… auch aus Japan. Nach 1945 wurden…viele Frauen vom japanischen Militär ermordet oder an der Heimkehr in ihre Heimatländer gehindert”. aus: Wikipedia.
    (Von ihrer aufgezwungenen Hintergrund- und Zuarbeit in Fabriken ect. während Männerkriegen, der Versorgung der Kinder und Alten und der nachträglichen Aufbauarbeit ist hier noch gar nicht die Rede).
    Die absurde Forderung an die Frau, den Mann bei der kriegerischen Durchsetzung seiner Machterneuerung/-Erweiterung zu unterstützen ist identisch der Forderung an Frauen,
    Prostitution als ihre natürliche Bestimmung zu verinnerlichen.  Zwar müssen nicht alle Frauen, aber eine imense und wechselnde Auswahl von ihnen hat Männern
    around the clock zur freien (Freier) Verfügung gestellt zu werden (geboren und aufgezogen von Frauen)
    Die einzige Unterscheidung für Frau in Friedenszeiten ist die,  dass sie für den Service bezahlt wird (jedoch nicht garantiert). Die Grundlage in beiden Bereichen aber ist dieselbe:  Frau als sexueller (und ethnischer) Besitz des Mannes und ihm deshalb zusteht – sei es im Zivilen über Bezahlung (Prostitution), als Bereitstellerin von “Volk” (Ehefrau), oder durch Vergewaltigung im Krieg (als Beute, Opfer und Symbol).
    Wobei auf diese Unterscheidung nicht wirklich Verlass ist, da Frau auch ausserhalb von Krieg unvermittelt unter Kriegsbedingung versetzt (Vergewaltigung) in Besitz genommen wird.
    Jede sogenannte “Familientragödie” beweist den männl. Besitzcharakter. Ebenso all die ungezählten ermordeten Frauen, die in “Friedenszeiten” von Männern aus “sexuellen” ! oder “Beziehungs”! – Motiven ermordet werden. Mann verletzt oder tötet in der Regel werder seinen Vorgesetzten noch Übergeordneten.  Vergleiche dazu Jahres-Statistik der verletzten, getöteten Frauen durch Männer)

  • konstatin quentin

    lora kamm: Thema Krieg. Wenn Sie sich als inaktives Mitglied einer Gesellschaft aus der Verantwortung stehlen wollen, dann sind sie auch nicht Teil der Gesellschaft.
    Und. Wer stellt also all diese Männer auf die Welt die Krieg machen? Die Frauen, von dem her, wäre es wohl gut, wenn die Frauen das unterlassen würden?

    Wissen Sie, dass wenn Sie einen Sohn haben, er für Sie auch verantwortlich ist für Krieg? Denken sie mal darüber nach.

  • Dick Druten

    Irene, Irene, das ist eine wahrhaft vereinfachende Weltsicht,
    Entschuldige, Du verstehst rein gar nichts von Männern. 

    Ich z.B. bin ein grosser, schlanker und sportlicher Mann, mit Humor und Charme, der bei vielen Frauen sehr gut ankommt, und ich liebe das Spiel mit dem Flirt, mit dem Feuer und ich könnte so manche “haben”.  Das bilde ich mir nicht ein, sondern ich weiss es. 

    Ich sags aber ganz ehrlich: ich mag Abwechslung, einfach den puren, konsequenzfreien “verfügbaren” Sex.  Ich stehe dazu: die reine Lust macht mich an. 

    Eins ist mit aber mit der Zeit klar geworden: ca. 85% der der Frauen, die ich “haben könnte” wollen fast immer mehr als Sex, nämlich eine Beziehung.  Und ich würde sie nur verletzen, wenn ich den Sex nehmen, aber die Beziehung letztendlich nicht geben würde. 

    Für diese Konstellation ist die Prostitution in einem gepflegten Saunaclub einfach die bessere Lösung, der fairere Deal für beide Seiten:  wunderschöne, erotische Frauen zwischen 20 und 30 bieten sich mir an, ich bezahle dafür, ich vögele mit einem Profi ohne Hemmungen und wenn und aber, und alle wissen, worauf sie sich einlassen.

    Keine gebrochenen Herzen, keine Beziehungskiste, keine gebrochenen Herzen oder “schlechte Gefühle” beim Abschied.

  • Thomas

    Keine Nutte geht dieser Beschäftigung nach, weil sie drei behinderte Kinder und eine kranke Mutter zuhause hat. Die finden es einfach geil, das Geld so einfach zu verdienen.

  • Anna

    Menschen leben nicht erst seit 4000 jahren auf dieser Welt!
    aber seit 4000 Jahren herrscht das Patriachat und das Postitution etwas patriachalisches ist, ist kein Gheimnis zumindest sollte es nicht sein!
    In matrilokalen Gesellschaften die frei von der Patriachalisierung sind, sind frei von Prostitution!
    Das es aber immer Männer sind die Keuschheit und Jungfräulichkeit verlangen oder verlangt haben ist einfach nur abartig und heuchlerisch.
    90% der Prostituierten in Deutschland kommen noch nicht einmal aus Deutschland (man wandert also in einem Land ein um als Prostituierte zu abeiten?) 40% der Prostitierten wurden als Kinder vergewaltigt! 70% der Prostituierten wurden schon mal vergewaltigt und über 90% der Prostituieten sagen aus das ihnen etwas traumatisches widerfahen sei!
    Männer nehem ein Vorteil aus vergewaltigte und traumatisierte Frauen das ist menschenverachtend!
    Prostitution ist strenggenmommen eine ‘‘freiwillige’’ Vergewaltigung (Männer sind also psychisch sehr gut in der lage Frauen zu vergewaltigen)!
    Die Frau will keinen Sex und der Mann weiß das sie keinen Sex will!
    Der Sex ist strenggenommen nicht einvernehmlich!
    Desweiteren kommt es nicht nur auf den Sex an! Sondern besonders welche
    Gefühle mit Sex verknüpft sind!
    Und hier kommen wir auf das Problem warum Männer gerade die Welt, die Natur und Frauen weltweit vergewaltigen!
    Sie verknüpfen mit Sex eine ausbeuterische Macht, Zerstörung, Erniedrigung und Ohnmacht der Weiblichkeit (genau das macht sie geil), Bestrafung (weil der arme Mann sexuell abhängig ist und weil doch Männer einen Anspruch auf Sex haben Frauen aber Huren sind), Sieg für den Mann Verlust für die Frau (je mehr der Sex eine Plünderung und Erniedrigung darstellt umso geiler und männlicher fühlen sich Männer)
    Die meisten der Männer die Kinder vergewaltigen sind noch nicht einmal pädophil, nicht junge und gesunde Frauen werden am meisten vergewaltigt sondern körperlich behinderte Frauen. Was hat Männer da so geil gemacht das sie sogar vergewaltigen mussten wenn nicht der Anblick (darauf reduzieren Männer es ja immer und überrationalisieren ihre Taten)
    Männer verwechseln Sex mit Krieg!!!!
    Es ist die männliche Gier immer über allen Dingen zu stehen alles zu beherrschen alles zu Plündern für den eigenen Profit und Besitz und das ist abartig!
    Ich schlage keinen Profit aus einem Menschen der schon am Boden ist (die meisten Prostituierten sind drogenabhängig)!
    Solange Männer Sex mit Krieg verwechseln werden immer die Töchter der Frauen von ihren Söhnen vergewaltigt!

  • Anna

    @Réda Philippe El Arbi
    ‘‘die Frauen gewährten Sex.’‘

    und das ist genau das Problem!
    Männer glauben Sex macht Frauen nicht Spaß. Wenn ich Sex will ist es als Frau ihre Pflicht mir Sex zu geben. (Männer senden immer das Signal gib mir Sex du Nutte, sie senden nie positive gemeinschaftliche Lust! )
    Frauen haben das Gefühl Sex gewähren zu müssen!
    Sie lernen gleichzeitig keine Hure sein zu dürfen!
    Manchmal frage ich mich wie emotional Männer zurück geblieben sind oder warum sie nicht in der Lage sind zu erkennen, dass das nicht wirklich ein Nährboden ist in den sich die weibliche Sexualität entwickeln kann (Mädchen lernen: 1.Frauen sind Nutten also sei du keine 2. Männer haben einen Anspruch auf Sex du musst ihn gewähren lassen)
    Genau das lernen Frauen über Sex mehr nicht!
    Sex ist einfach nur ein männlicher Monolog.
    Männer zelebrieren Sex als einen männlichen Monolog deswegen fällt ihnen auch Vergewaltigungen so leicht es ist ja normal das Frauen Sex gewähren müssen!
    Nie spielt die Lust der weiblichen Sexualität eine Rolle.
    Sie wird bis heute komplett missachtet die weibliche Sexualität hat nur zu dienen!
    Sex als Gewähr ist eine verdammte psychische Zerstöung!
    Sex ohne lust tut weh!
    Sex ohne Erektion (tatsache es gibt eine weibliche Erektion aber wer der weibliche Sexualität als Dienstmittel kennt, kann das nicht wissen) kann verdammte Schmerzen verursachen!
    Und man oder besser Frau muss eine ekelhafte, ausbeuterische, stechende Leere ertragen und der Mann wird von dieser Ausbeutung sogar noch richtig geil!
    Nein ist sogar der Zwang beim Gewähr am größten macht es den Mann noch geiler, gerade diese weibliche Ohnmacht!, denn Männer wachsen ja auf mit dem Glauben sie seien höher, kommen sie in die Pubertät realisieren sie dass das ein Lüge ist und schieben ihren Frust auf die Frauen ab und führen einen innerlichen Krieg gegen die weibliche Sexualität um die angeborene natürliche männliche höher Position zu behalten!
    Solange Männer Frauen zwingen Sex geben und leisten zu müssen wird Sex überwiegend auch etwas schlechtes für Frauen sein und Männer werden immer sexuell abhängig sein. (Es gibt Kulturen da ist das nicht so).
    Die weibliche Sexualität funktioniert nicht mit den Augen sondern mit Empathie. Die weibliche Sexualität wird nicht von der Außenwelt stimuliert sondern von der Atmosphäre.
    Viele Männer sind einfach nicht in der Lage der Weiblichkeit ein Nährboden zu sein und ihr Lust zubereiten zu können, sondern sie fordern sofort immer die Weiblichkeit hat mir jetzt sofort alles zu geben!!! und dann wird gesagt die weibliche Sexualität sei lustlos und habe zu dienen!
    So lässt es sich besser von Männern gebrauchen zum Glück stecken in Körper keine Seelen und Sex berührt nicht die Intimste Stelle eines Menschen!

  • Anna

    Da war die Prostitution verboten nicht das Freiertum!
    Das Freiertum gehört verboten!

  • Réda Philippe El Arbi

    Ja, und wie helfen Ihre Ausführungen jetzt den Prostituierten? Oder den Frauen im Allgemeinen? Oder dem Frieden?

    Und noch was: Sie behaupten einfach irgendwelchen Sch….: Es sind nciht die meisten Prostituierten Drogenabhängig.

    Und noch ein Hinweis, bevor wir Männer uns alle aus Scham erschiessen:

    Wir wurden von Frauen erzogen.

    Wenn Sie in der Welt leben, in der Ihre Partner, sofern sie welche haben, Sex mit Krieg verwechseln, tun Sie mir wirklich leid. Ich kenn keine Männer, die das tun. Aber SIe wählen sich Ihre Partner selbst.

    In ihrem Hass auf die Männer werden Sie verbittern, und zwar ohne einen klitzekleinen Teil zu Verbesserung eingebracht ztu haben.

    DAS ist traurig.

  • quarkla

    Anna. haben Sie es nicht gewusst? nächstes Jahre steht im Duden unter “Böse”: Mann und umgekehrt. von dem her, die Gesellschaft weiss es nun und hoffen wir, dass bald dieses übel gelöst sein wird.

    Jetzt aber mal im Ernst. Ich hoffe sie schreiben das aus einer Anstalt und nicht von zu Hause aus. Sie wirken verwirrt und sind extrem sexistisch. Man sollte sie anzeigen.

  • Sara

    Falls sie es noch nicht kennen, empfehle ich ihnen den Blog einer Frau, welche sich mit Prostitution und Feminismus auskennt und weitgehendst wohl ihrer Meinung wäre: http://courtisane.de/

  • Damaro

    “Der Beruf «Sexworkerin» sollte da nicht mehr moralisch verurteilt, sondern aus der Stigmatisierung befreit werden…dass nicht der Handel mit Sex moralisch verwerflich ist, sondern Ausbeutung, Abwertung und Ausgrenzung.” Amen!!!!

    Viele Studenten sind gezwungen, in bescheuerten Jobs für geringen Stundenlohn zu arbeiten. Je geringer der Stundenlohn, desto mehr Zeit geht für die Erwerbstätigkeit drauf und desto weniger Zeit bleibt für das Studium. Ich habe gekellnert, war Nachhilfelehrerin, Messe-Hostess, usw.

    Ich habe auch als Aktmodell gejobbt und hatte unzählige One-Night-Stands mit Typen, die mir nachher nicht immer gefielen. Seit fast 3 Jahren arbeite ich als Teilzeit-Escort. Zuerst bei einer Agentur in der Schweiz aber schon nach 6 Monaten vollkommen selbständig als Independent Luxury Escort in Deutschland und gelegentlich auch in Basel (Baselworld, Art Basel). Es gefällt mir sehr, ich habe einen Kreis von netten, gehobenen Stammkunden und mein Arbeitsaufwand als Luxus-Escort hält sich in Grenzen. Tagsüber bin ich Medizinstudentin (Zweitstudium).

    Das gravierende Risiko, das ich als studentische Prostituierte eingehe, ist das des gesellschaftlichen Ruins, der Ausgrenzung und Diskriminierung durch die Gesellschaft, an der ich teilhabe. Stigmatisierung von Prostituierten….

  • Andrea

    “4000 Jahre überlieferte Kulturgeschichte zeigen klar: Sex war eines der ersten Handelsgüter der Menschheit. Prostitution war immer ein Begleiter der Kultur, mal verboten, mal legal, mal von den Religionsgemeinschaften angeboten, mal geächtet. Das sollte uns zeigen, dass ein Verbot etwa gleich stark wirken würde, wie wenn man die Jahreszeiten verbieten wollte. So viel zur Blauäugigkeit.”
    Sie haben recht was die Prostitution betrifft: Dieses Gewerbe ist in der Tat so Alt wie die Menschheit… und auch so alt wie Krieg, Unterdrückung und Sklaverei..
    …apropos Blauäugigkeit…. Befassen sie sich doch bitte mal mit der grichischen Geschichte und lesen sie von den jungen Männern(Lustknaben) die man “kastrierte” und als Sexsklaven ausnutzte…teil des Reizes an dieser Sache war, das die Knaben keine Lust empfinden konnten.. finden sie sowas auch völlig ok und kein Verbot wert??…. Ich persönlich habe in einer Psychiatrie gearbeitet und gesehen was die Folgen der Prostitution sein können.. Ich bin mir bewusst, das man nicht alles veralgemeinern kann. Die Prostituierte, die aus freiem Willen ihren Beruf ausübt ist aber leider häufig eine Wunschvorstellung vieler Freier die mit reinem Gewissen konsumieren wollen.  Egal ob Frau oder Mann- auf längere Zeit Sex mit Personen zu haben, mit denen man es nicht wirklich möchte, macht einen Menschen schlichtweg kaputt… der einzige Bezug, den ich zum Feminismus sehe ist, dass die meisen Prostituierten halt einfach nunmal Frauen sind. Eins können sie mir glauben, ich habe auch Mitleid mit einem männlichen Drogenabhängigen der sich, um seinen Konsum zu finanzieren, anbietet… Also hören sie doch bitte auf mit dieseem “Geschlechterkampf” und verstehen sie, dass es auch Menschen gibt(Frauen&Männer) die es einfach nicht ok finden einen anderen Menschen zu kaufen. Und noch etwas zu den Schwächsten der Gesellschaft: Wie wär es den, wenn das Verbot nur die Freier/innen betreffen würde und nicht die Prostituierten??

  • Reto B.

    Also mir völlig einleuchtend klar… Männer wollengenerell mehr Sex als Frauen, Frauen können das anbieten und im Gegenzug was verlangen. Sieht man im Tierreich auch. Wie es soweit kommen konnte? Indem man den Männern klargemacht hat, dass sie sich, was sie wollen, nicht mit Gewalt holen dürfen (okay, ein paar habens nicht geschnallt). Also bekommt man Sex in gegenseitigem Einverständnis, wenn beide wollen, als “Geschenk”, oder gegen Bezahlung/Gegenleistung.

  • Maria

    Ich wurde im Alter von siebzehn Jahren – nach einer traumatischen Erfahrung die dazu führte, dass ich jegliches Wertgefühl für meinen eigenen Körper verlor – heroinabhängig und landete schliesslich für einen knappen Monat lang am Sihlquai. Ich bot ausschliesslich Oralverkehr an, für den (verhältnismässig) horrenden Preis von zweihundert Franken – wofür ich mehrere Männer fand, die dies zu zahlen bereit waren; vermutlich auch aufgrund meines jugendlichen Alters. Die Männer wussten um mein Alter und sie wussten um meine Situation, teilweise konsumierte ich die Drogen vor ihren Augen (“Nein, das macht mir gar nichts aus!”). Das Ganze tönt grauenhaft tragisch und schlimm, Realität ist: Keiner der Männer, mit welchen ich während dieser Zeit sexuellen Kontakt hatte (es waren ungefähr gegen die Zwanzig) behandelte mich schlecht, niemand tat mir Gewalt an, erniedrigte oder demütigte mich. Natürlich empfinde ich es heute – fünfzehn Jahre später – in gewisser Weise als verwerflich, dass diese Männer (fast alle von ihnen relativ gut situiert, so weit ich mich erinnere beinahe jeder von ihnen verheiratet, oder in einer festen Beziehung) auf dem Strassenstrich von Zürich ein minderjähriges, drogensüchtiges Mädchen mitnahmen. Anderseits sind sie alle sehr sorgfältig und behutsam mit mir umgegangen und wenn ich als Mann auf dem Strassenstrich die Auswahl hätte zwischen einer “abgefuckten”, verbrauchten Prostituierten die kein Deutsch spricht und einem jungen, unverbrauchten Mädchen, so würde ich vermutlich auch Zweitere wählen. Ich selber war zu dieser Zeit aus folgendem Grund froh um die Möglichkeit, meine Drogensucht auf diese Art und Weise finanzieren zu können: Die Alternativen dazu wären allesamt krimineller Natur gewesen – vor allem aber war dies die einzige Option, wo niemand anders zu Schaden kam als ich selber.  Auch wenn mir das vielleicht niemand glaubt: Ich war immer der Auffassung, dass letztendlich niemand anderes für meine Drogensucht bezahlen sollte, als ich selber. Ich sah mich durchaus als Opfer meiner Schicksalsumstände – dennoch war ich allein verantwortlich für meine Abhängigkeit. Egal was ich sonst getan hätte: Einbrüche, Leute überfallen, Drogen verkaufen… All dies wären Dinge gewesen, womit ich anderen – unbeteiligten und unschuldigen – Leuten geschadet hätte. Ich weiss, dass viele Frauen sagen: Bevor ich mich prostituieren würde, würde ich eher sterben! Auch für mich war diese Erfahrung eine, die zu verarbeiten mir nicht leicht fiel. Ich behaupte jedoch bis heute: Ich kann besser mit dieser Art von Erfahrung leben, als dass ich es mit der Tatsache könnte, Drittpersonen Schaden zugefügt zu haben… Ich weiss, dass ich in vielerlei Hinsicht unglaublich grosses Glück hatte: Ich habe diese Wochen körperlich unbeschadet überlebt, weder wurde ich vergewaltigt, misshandelt, mit einer Krankheit angesteckt oder sonstiges, was auf dem Strassenstrich so zum Normalalltag gehört. Die Realität ist: Die Freier haben meine Notsituation ausgenutzt – aber ich war dennoch froh, dass ich die Möglichkeit hatte meine Sucht auf diese Art und Weise zu finanzieren, denn andernfalls hätte ich kriminell werden müssen. Ich bin nicht für ein Verbot der Prostitution. Weder verachte ich die Männer, die zu einer Prostituierten gehen (auch wenns nach Möglichkeit vielleicht nicht gerade eine minderjährige Junkie-Nutte vom Sihlquai sein sollte), noch sehe ich alle Männer als verkommene Sexbestien und Monster ohne Ethik und Moral. Realität ist auch: Tatsächlich mag es Frauen geben, die diesen Job “freiwillig” machen – aber Freiwilligkeit sollte in diesem Kontext noch genau definiert werden… Mich hat damals auch kein Zuhälter auf den Strich geprügelt, aber unter freiwillig verstehe ich dennoch etwas vollkommen anders. Es war in diesem Augenblick einfach die einzige Alternative – und ich denke dies ist bei einem Grossteil der Prostituierten der Fall. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass den allermeisten Sexarbeiterinnen nicht mal diese “unfreiwillige Freiwilligkeit” am meisten zu schaffen macht, sondern tatsächlich die gesellschaftliche Stigmatisierung. Ich glaube nicht an Verbote. Weder beim Thema Drogen, noch beim Thema Sex. Ich bin der Meinung, dass all dies was man zu unterdrücken und verdrängen versucht, im Dunkeln nur umso stärker vor sich hin wuchert und die Auswüchse davon umso zerstörerischer sind. Ich glaube daran, dass es möglich ist, dass Prostitution auf einer fairen, geregelten Basis in einer Art und Weise existieren kann, die zumindest human ist.

  • Réda Philippe El Arbi

    Hm, ok, ich formulier den Gedanken mal zu Ende: Diese Frauen sind in einer finanziellen Notsituation und haben schlechte Arbeitsbedingungen. Ok, lasst uns Ihnen helfen, indem wir den Kunden verbieten, ihr Produkt zu kaufen und sie noch weniger Umsatz machen! Das nimmt sicher den Druck aus ihrer Existenz und hilft ihnen weiter!

    Schwachsinn.

  • pannyx

    Um Himmels Willen. Welche Drogen haben Sie denn konsumiert, Anna? Bitte besprechen Sie ihre Gedanken mit einem erfahrenen Psychiater!

  • Tomas

    Respekt, Maria.

  • Lia

    tja – dann bliebe doch ein Problem: die Frauen, die sich frei entscheiden, sich zu prostituieren, sind meist die, die es nicht nötig haben – und die sich somit die Freier aussuchen können. Sie werden sich somit gutaussehende, reiche Freier suchen, und das sicher nicht auf der Strasse. Der normale Freier, schüchtern, knapp bei Kasse, wird nur auf diejenigen zurück greifen können, die nehmen müssen, was sie bekommen können, weil ihre Familie auf ihr Einkommen angewiesen ist. Somit ist Strassenprostitution eben nach wie vor verwerflich, weil man da nur diejenigen antrifft, die sonst keine Wahl haben.

  • Lia

    Herr El Arbi, es ist also besser, jemandem, der sich verkaufen MUSS, obwohl es ihn anekelt, weiterhin Freier zuzuführen, als dafür zu sorgen, dass diese Frauen andersweitig, zB in einem Bordell, wo sie auch mal “nein” sagen können, arbeiten können? Das ist doch, Verzeihung, genau die Begründung aller Freier und Zuhälter, dass sie diesen Frauen doch eigentlich einen Gefallen tun, weil sie sich nicht eingestehen wollen, dass sie hier die Notlage der Frauen missbrauchen. Wie diese Typen da noch einen hoch bekommen, ist für mich fraglich.

  • Lia

    richtig, du hast gehobene Kunden. Müsstest du dir die Nacht auf dem Strassenstrich um die Ohren schlagen und jeden stinkenden Säufer bedienen, den du siehst, um über die Runden zu kommen, würdest du anders denken.

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