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Grosser Busen oder kleines Kleidchen?

Die Teilzeitprinzessin verweigert sich dem Magerwahn. Früher waren es immer Frauen, die sie wegen der Figur mobbten. Die Männer fanden sie immer genau richtig.

Von Meret Steiger

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Bei meinem sechsmonatigen Aufenthalt in München habe ich über zehn Kilogramm zugenommen. Wie viele genau, weiss ich nicht, ich stand auch seit Wochen nicht mehr auf einer Wage. Ich will mir ja nicht den Tag verderben. Gut, ich habe das Glück, dass sich zehn Kilo auf 1.74m ganz gut verteilen und so nicht sofort auffallen, aber egal, wie ich es drehe und wende: Ich habe zugenommen – und das nicht zu knapp. Die Zahlen auf der Waage sind ja nur das eine und interessieren eigentlich auch nur zweitrangig. Das Problem ist, dass mir mein in München erstandenes Lieblingskleid nicht mehr passt. Oder meine (einzige) Skinny Jeans! Dafür fülle ich (endlich!) auch meine zu grossen BHs komplett aus. Zum ersten Mal überhaupt! Ich habe Busen! Whoop Whoop! Und ehrlich gesagt, finde ich auch, dass ein bisschen Fett meinem Gesicht ganz gut steht – ich sehe irgendwie gesünder aus.

Aber bei aller Liebe zu meinem endlich vorhandenen Busen und dem gutgepolsterten Füdli: Ich will mich nicht komplett neu einkleiden müssen, also muss das Gewicht wieder runter. Auch wenn ich mich selbst nicht als «zu dick» empfinde. Anders war das während meiner Schulzeit, als ich zusammen mit lauter winzigen Finöggeli in einer Klasse war. Ich hatte immer das Gefühl, ich sei zu fett und zu plump und überhaupt. Aufgehört hat das erst in der Lehre, mit der Küchenbesatzung meines Arbeitsorts. Die Köche waren fast ausschliesslich Männer, die jedesmal Luftsprünge gemacht haben, wenn ich mich als Lehrtochter in ihr Revier verirrt hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht hübsch sein könnte. Und nicht zu dick, sondern ganz normal.

Auch die Autorin Clara Ott hat vor einiger Zeit zugegeben, dass sie ihr gutes Körpergefühl auch von Männern abhängig macht und hat dafür von allen Seiten herbe Kritik einstecken müssen. Und ich verstehe beim besten Willen nicht, was daran das Problem sein soll. Natürlich sollten wir die Liebe zu unserem eigenen Körper nicht von anderen Menschen abhängig machen. Aber wenn einem jemand hilft, einmal damit anzufangen, sich selbst zu mögen, dann ist das ein Schritt in die richtige Richtung, oder?

Bestimmt kennt ihr diese Theorie von einer Welt ohne Männer: Lauter dicke, glückliche Frauen! Ich glaube, das ist Blödsinn sondergleichen. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie von einem Mann gehört, dass ich zu dick sei. Im Gegenteil. Es sind die Männer, die mir immer wieder klargemacht haben, dass ich mich weder für ein breites Füdli, noch für einen kleinen Busen oder sonst irgendwas schämen muss. Die Männer haben mir gezeigt, dass sie mich toll finden, auch wenn ich mal zugelegt habe. Und das immer und immer wieder.

Die Giftpfeile verschossen und auf mir herumgehackt haben immer nur Mädchen und Frauen. Wegen meines Gewichtes gemobbt wurde ich immer nur von den weiblichen Schuelgspänli. Ich erinnere mich an ein Klassenlager mit 12 oder 13, während dem ich mich in den Bündner Buben Gian verliebt habe. Er fand mich wohl auch ganz gut, wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Bis meine angeblichen «Freundinnen» in seinem Namen eine Postkarte unterschrieben haben, auf der «Bergluft macht schlank» und der Vermerk «Gang doch chli me go wandere» stand. Ich war am Boden zerstört und es hat Wochen gedauert, bis ich kapiert habe, dass die Karte nicht von Gian war.

Ich wollte niemals dünn sein, um den Männern zu gefallen. Ich wollte dünn sein, um neben all diesen mageren Bohnenstangen nicht wie Pummeluff auszusehen. Aber wisst ihr was? Ich habe es aufgegeben. Dünnsein ist mir der ganze Aufwand und Verzicht schlicht nicht wert. Ich esse wahnsinnig gerne und werde nie wieder hungern. Oder, wie es Kate Moss niemals sagen würde: «Everything tastes better than skinny feels.»

Meret Steiger, 22, Autorin, ist sowohl Mädchen als auch neugieriger Mensch und sucht zur Zeit nach ihrer wahren Berufung. Wenn sie nicht gerade in der Badewanne sitzt, ihre Schuhe zählt oder George Clooney anhimmelt, richtet sie ihren scharfen Blick und ihren Sinn für Humor auf die kleinen Alltäglichkeiten, mit denen sie sich herumschlagen muss.

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Teilzeitprinzessin


Kommentare

  • Ylene

    Schade, dabei hätten hier doch alle die gleichen Absichten. 🙁 Bei Kommentaren formuliert man halt mal salopp oder überspitzt. Apropos Grösse, ich trage alles von einer 32 (La Redoute) bis zu 44 (genau, Tally Weijl grin ). Wenn ich die Kleider an habe, sieht keiner mehr die Nummer, welche man ja eh nicht ernst nehmen kann. Zudem bin ich 1.79 m, bei mir sind die ‘normalen’ Längen eh immer Mini oder Bauchfrei. Und wenn jemand sich in ein zu kleines oder sonstwie unpassendes Kleidungsstück reinquetscht, sieht ist das immer irgendwie fett aus – auch bei Victoria Beckham.

  • Marcel

    Ach je … Nun gut, du bist ja erst 22. Aber eine weise Einsicht für dieses Alter. Dass ihr ja vor allem bei den anderen Frauen Neid hervorrufen wollt, hat die Kafi ja sehr schön beschrieben: http://www.fragfraufreitag.ch/meine-freundin-sieht-sehr-gut-aus-und-wenn-wir-im-ausgang-sind-wird-sie-immer-angeglotzt-von-maennern-und-von-frauen-auch-und-was-sie-daran-stoert-ist-das-frauen-sie-immer-anzicken-mir-ist-es-auch-s/

    An uns Männer wird ja überhaupt nicht gedacht. Nämlich dass wir gerne was zum Anfassen haben. Schliesslich sollen die Brüste ja die Fortsetzung der Pobacken sein, weil wir uns ja irgendwann entschieden haben, aufrecht zu gehen … Aber hey, dass darf Mann heute ja gar nicht mehr sagen, sonst wird er ja gleich als … Darum wünsche ich dir jetzt ganz politisch korrekt: «Viel Spass beim Essen.» wink

  • Carolina

    Ich glaube, das war Satire! In einer matriarchalischen Gesellschaft wären das ewige Vergleicheziehen und der Neid tendenziell noch schlimmer! Und was Männer wollen, ist doch wohl ebenso unterschiedlich wie bei allem: die einen wollen etwas zum Anfassen, die anderen haben es gern knabenhaft, so what?
    Wenn mir eine Frau sagt, sie fühlt sich wohl in ihrem Körper (zugegeben: das passiert selten!), ist das für mich ok, egal ob ich sie für dick oder dünn halte. Ist sie aber die ganze Zeit am Hadern, hat sie nur doch dieses Thema, läuten halt alle Alarmglocken.

  • Fabian

    Meine lieben Damen von Clacks. Schlanksein UND einen grossen Busen haben, das ist die Herausforderung* und gefällt uns Männern grin

    *Allerdings, zu Zeiten boomender Schönheitschirurgie kein unlösbares Problem mehr. In einem vergangenen Blog hat sich Clacks noch über die Südkoreanerinnen echauffiert, die vermeintlich am meisten OPs pro Bevölkerung vornehmen lassen.
    http://dev-clackch.pantheon.io/ressort/artikel/Leben/4516/body_and_seoul
    Wenn die Daten der SchweizerInnen aber auch mit angeschaut werden, ist die Schweiz Spitzenreiter im schöner machen. In dem Sinn: Nicht zaudern und munter drauflosgeschnippselt.
    http://blog.tagesanzeiger.ch/datenblog/index.php/253/schoehnheitsoperationen-boomen

  • marie

    da scheint sich was zu bewegen und das ist gut so – artenvielfalt scheint irgendwie angekommen zu sein; zugegeben nocht nicht bei allen, aber es geht schon mal in eine entspanntere richtung.
    ich habe meine jugend im junky-look wahn verbracht. …da galt man mit kleidergrösse 38 als walross. nicht nur frauen mobbten damals, männer noch mehr. ich höffe, das hört mal gänzlich auf.
    meret, du siehst toll aus. und 1.74 ist eine für mich (knapp 1.60er) unvorstellbare, aber wunderschöne grösse – an und für sich anstrebenswert, aber leider kann frau da nicht sonderlich viel dazu beitragen. frau kommt aber auch mit knapp 1.60 gut durchs leben; aber ja, die zunahme verteilt sich nicht so gut wie bei grossen frauen wink …macht nix, ich esse auch verdammt gerne!
    mit anderen worten: bleib bei deiner einstellung!

  • Helmut Hemä Hauk

    Meret, ich denke nicht dass DU zugenommen hast. Ich tippe eher das deine Waschmaschinen kaputt ist oder genauer der Thermostat. Dieser reguliert die Temperatur falsch und wäscht jetzt deinen Wäsche mit einer viel zu hohen Temperatur. Das hat zur Folge, dass all deine Wäsche beim Waschen eingehen und bei DIR das Gefühl aufkommt: DU hättest zugenommen.
    Mein Tipp: lass deine Waschmaschine reparieren.
    grin

  • Lizzy

    Ein ewig leides Thema; aber schön hast du’s auf den Punkt gebracht. Es sind nicht die Männer die uns dünner wollen, sondern die Frauen mit ihrem ewigen Getuschel, den fast versteckten Blicken und dem Fingerzeig. Allerdings hab ich das Gefühl, dass du da doch noch eine verzerrt Warnehmung hast. Ich weiss ja nicht wie viel du wiegst bei deiner Grösse. Aber dick ist man erst dann, wenn die 44 nicht mehr passt. Bis dahin bist du vielleicht ein bisschen mobbelig wink

  • marie

    kleidergrösse ab 46 bei 1.74 dick? wohl kaum.
    es sind doch genau solche äusserungen wie von ihnen lizzy von frauen, welche meret u.a. auch anprangert. sorry, aber so ist es.

  • Lizzy

    Liebe Marie, ich war jahrelang übergewichtig sogar schon adipös. Also ich weiss so ungefähr von was ich rede. Ich bin 1.73 und als ich Grösse 46 hatte, war ich definitiv immer noch übergewichtig und im roten BMI-Bereich. Aber ja, vielleicht ist es gerade dieser eine cm wo’s ausmacht? Nun ja ich gehe mal davon aus, es war nicht in ihrem Sinne mir zu unterstellen dass ich schlanke Frauen als dick bezeichnen.

  • Katrin

    Liebe Meret, du siehst absolut grossartig aus. Wenn eine junge Frau wie du als nicht dünn oder hübsch genug gilt bei Mädchen und Frauen, dann stimmt etwas ganz und gar nicht. Als Inspiration für viel Stil und Selbstvertrauen auch im XXL-Format empfehle ich die Bloggerin Big Hips Red Lips (http://www.bighipsredlips.com/). Das relativiert wohl so manches, was schlanke Frauen bei sich als “Problemzone” sehen und zeigt, dass Schönheit nichts mit der Konfektionsgrösse zu tun hat.

  • marie

    ich ebenso lizzy! aber selbst ich habe mich nie als dick bezeichnet. und vergessen sie den bmi! historisch wurde er von einer versicherung einfach mal so definiert. er hätte auch höher ausfallen können. …medizinische studien übrigens belegen, dass menschen bei einem bmi von 28 weitaus gesünder sind. dies nur so als input.
    schlank? dick? wer bestimmt das? es wäre wünschenswert von solchen dafinitionen wegzukommen und endlich artenvielfalt zuzulassen. von der natur akzeptieren wir das auch und ist mittlerweile absolut etabliert und erstrebenswert. aber mit menschen gehen wir biestig um diesbezüglich. aber es ist schon grosszügiger geworden in dieser hinsicht, wie erwähnt, erachte ich das als eine entspanntere richtung. aber es gibt immer noch viel zu tun.

  • Meleana

    Kleidergrössen ist ein gutes Stichwort. Es sind nämlich nicht nur die Blicke anderer Frauen, die dafür sorgen, dass man bzw. frau sich fett fühlt. Auch der Kleiderkauf ist schlicht deprimierend. Grösse 40 ist manchmal so munzig, dass ich auch als Normalgewichtige nicht reinpasse. Und auch XL sitzt je nach Marke/Anbieter ziemlich knackig und zu kurz sowieso. Was wollen die Hersteller mir sagen? “Für unsere obercoolen Klamotten bist du zu hüftig, jawoll!!!” Alternativen gibt es kaum, denn die “Grossen Grössen”  sind zu weit, und Schwangerschaftskleidung mag ich auch keine tragen. Ich frage mich manchmal, woher denn all die vielen Frauen, die grössen- und figurmässig in etwa sind wie ich, ihre Kleider herzaubern.

  • marie

    meleana ich kenne ihren geschmack und weiss ihre grösse nicht, aber bei hessnaur (okke, teuer…) sind die kleidergrössen für “nordische” frauen konzipiert.
    das mit der kleidergrösse ist so eine sache, die KANN nicht genormt werden. der “südländische” typ ist nun mal kleiner als der “nordische” usw… aber meiden sollten sie grundsätzlich tally weijl… wink und ich zara, hab nämlich dafür einen zu grossen busen und esprit sitzt bei mir grundsätzlich nie.
    …es gilt es einfach heraus zu finden; ansonsten nähkurs. macht spass smile

  • Lizzy

    So ist jeder Mensch verschieden. Ich bin runter von meinem Übergewicht, bin rank und schlank und sportlich dazu. Und das Leben ist definitiv einfacher und schöner in diesem Zustand. Aber offensichtlich immer noch zu dick für Tally Weijl wink

  • Tomas

    Naja, unabhängig wie viel das Gewicht absolut beträgt, 10kg Fettgewebe in sechs Monaten würde ich – falls es nicht Folge einer Schwangerschaft ist – nicht als etwas ansehen, was mich jetzt glücklich machen soll – vor allem falls sich das als Trend fortsetzen sollte.

    Ideal finde ich es, wenn man sich körperlich gut fühlt – also beweglich bleibt, sich bücken kann ohne dabei Luft anhalten zu müssen, eine Treppe nehmen kann ohne aus der Puste nach dem ersten Absatz zu sein – und diesen Zustand mit normalem Regime ohne extra Diäten oder Fitnessexzesse dauerhaft halten kann. Wo dieser Körperzustand wer für sich definiert ist Privatentscheid. Die Tatsache jedoch ist, dass wenn sie sich mal einen 10kg schweren Rucksack umschnallen und damit ein Tag lang herumlaufen, wird da einiges plötzlich spürbar. Das sind keine leeren Worte, 10 kg mehr zu tragen ist nicht wenig, probieren sie das mal aus, das sind zwei randvolle Einkaufstüten..

    Und das mit den Männern: das Gewicht spielt da tatsächlich eine eher sekundäre Rolle, das stimmt. Es geht mehr um Formen, also letztendlich um die Verteilung des Gewichtes. Bei gleichem Gewicht kann ein Bein schön geformt sein oder wie ein profilloser Pfahl wirken. Der einzige Weg, bei ungünstigen Genen die Form zu beeinflussen, führt dann aber leider tatsächlich nur über das abnehmen, denn bei dünnen Beinen fällt es weniger auf resp. korrigiert sich die Profillierung etwas. Noch viel entscheidender ist aber die Taille: es gibt mehrere Studien die sich zum Ziel gesetzt haben so etwas wie kulturunabhängige Schönheitsformel zu ermitteln. Am Ende landeten alle beim Verhältnis zwischen der Taille und dem Hüftumfang. Sprich, solange sich die Taille als schmal gegenüber den Hüften abzeichnet, werden die Männer mehrheitlich begeistert sein, unabhängig ob jetzt die Frau mager oder eher füllig ist grin

    Und was die Brüste betrifft, das wäre ein Thema für sich. Aber auch da gilt: nicht die absolute Grösse, sondern die Form ist ausschlaggebend. Das ist zuerst einmal eine super Nachricht, weil die kann jede Frau mit der Wahl des richtigen BH beeinflussen. Nur, leider gibt es die in diesem Sinne richtigen BHs praktisch nicht mehr. Die Geschäfte bieten seit Jahren nur die halbrunden, gepanzerten Kokosnussschalen an, die ungefähr die langweiligste und für uns Männer unattraktivste Form im Universum darstellen.

  • mira

    Hat das Münchner Bier geschmeckt? smile Wenn es nur daran liegt, dann wirst Du die 10kg auch wieder los…

    Aber mal ehrlich: wenn Du die Frau auf dem Bild bist, dann würde ich mir absolut keine Gedanken machen. Du bist hübsch und schlank, was willst Du mehr?

    Apropos Männer: Mein Mann fand mich während der Schwangerschaft besonders attraktiv, weil ich da etwas mehr Rundungen bekam, und er etwas “anfassen” konnte *lach. Ich selbst fand da immer etwas befremdlich, aber jedem das seine…

  • Baba

    Das Patriarchat zwingt die Frauen dazu, immer so aussehen zu müssen wie die Models in den Zeitschriften. In einer matriarchalischen Gesellschaft hätten Frauen ein total entspanntes Verhältnis zu ihren Körpern.

  • Carolina

    ‘Dick ist man erst, wenn die 44 nicht mehr passt’ – das ist doch genau so ein typischer Frauensatz, Lizzy. Das mag ja bei Ihnen zutreffen, aber ist doch kein absoluter Wert?! Wenn Sie wirklich mal adipös waren, müssten Sie doch eigentlich wissen, was man mit solchen Stellungnahmen anrichten kann. Und Sie beweisen im gleichen Atemzug genau das, was Meret gesagt hat: dass wir Frauen uns die schlimmsten Feinde sind. Ihre Geschichte ist Ihre persönliche, basta.

  • Lizzy

    @Carolina: natürlich ist das ein typischer Frauensatz und der passt haargenau auf mich zu. Nein, das trifft nicht auf alle Frauen zu, genau so wenig wie wenn ich sage; Ballerinas sind hässlich. Damit sag ich ja auch nicht, dass diese jede Frau hässlich findet. Ein Frauending scheint es auch zu sein, andere anzugreifen. Wie dem auch sei, es läuft wieder auf eine Endlosschlaufe hinaus …

  • Ylene

    War das Satire? Das glauben Sie ja wohl selber nicht. Leider decken sich meine Erfahrungen mit denen von Meret und auch heute werde ich von anderen Frauen angezickt, weil ich halt auch nach 2 Schwangerschaften noch den gleichen Körper habe wie vorher (habe anscheinend gute Gene, esse zu gerne und bin zu faul für Diäten und Sport). Männer haben nie auch nur das geringste gesagt, die bewundern einfach, was man hat.

  • Gabri

    Jaja, das umwerfende Gesamtbild – vorausgesetzt, es ist nicht zu dünn, oder? Mir persönlich ist es unerklärlich, wie man in so kurzer Zeit so zunehmen kann. Ich arbeite schon seit Jahren an etwa vier Kilo und bringe es nicht fertig. Wenn ich dann lese (was ich natürlich schon weiss), dass Männer gerne etwas zum Anfassen haben, sehe ich für meine Zukunft bezüglich Partnerschaft komplett schwarz. Mein nicht vorhandenes Selbstvertrauen hat damit einen weiteren Niederschlag erhalten. grin
    So, und jetzt gehe ich spörteln.

  • fabian

    jaja, aber definiere du weiter oben, was ein ‘richtiger mann’ ist: “Der richtige Mann schaut nicht auf die kleinen Makel…”
    grin

  • Reto B.

    Erstens mal würde ich ihnen, wenn sie’s auf Partnersuche abgesehen haben, empfehlen, nicht meine Masstäbe anzuwenden, da ich ja schon vergeben bin, sondern jemanden zu suchen, der sie so akzeptiert, wie sie sind. Es geht doch drum, dass man sich gut und gesund fühlt – und nicht um eine Hosengrösse oder eine Nummer auf der Waage. Das können Anhaltspunkte sein, aber davon würde ich jetzt nicht mein Leben abhängig machen.

  • Reto B.

    Ich meinte das so im Stil von “Mr. Right”… also ich picke mir bei meiner Frau nicht die Dinge raus, die nicht gut sind und mäkele an denen ewig rum. Das Gesamtpaket stimmt, und wenn ich Details bemerke, dann so gut wie immer die positiven.

  • Reto B.

    Liebe Meret, du erinnerst mich an meine Frau, als ich sie kennengelernt habe. Ich würde dir empfehlen, nicht Kleider in der gewünschten Kleidergrösse zu kaufen, wenn du “die paar Kilo wieder runter hast”, sondern in der Grösse, die du de fakto hast. Bei den meisten Frauen (sorry, duck) also etwa eine Grösse über dem, was sie denken, dass sie es hätten. Denn ganz ehrlich – es wird nicht einfacher werden, die 20er Figur zu halten und es sieht spätestens ab dreissig auch nicht mehr gut aus. Ich mag Frauen, die gut im Futter sind (nicht gleich Fett, aber Grösse 38-42), die auch weibliche Rundungen haben und nicht wie eine ledergegerbte 12jährige aussehen. Es sieht auch gesünder aus, und sie sind auch gesünder (krankheitsresistenter), nebst ausgeglichener und glücklicher.

    Ich brauchte etwa 5 Jahre um meine Frau soweit zu haben, dass sie zwar weiterhin darauf schaut, dass das Gewicht nicht gegen oben ausm Ruder läuft, aber sich mal endlich von der Grösse 36 verabschiedet, die sie seit 20 nie mehr gehabt hat. Dass es okay ist, dass sie auch mit 38-40 verdammt gut aussieht, was man von den Bildern oben übrigens auch sagen kann.

    Der richtige Mann schaut nicht auf die kleinen Makel, die ihr vorm Spiegel an euch immer findet, sondern auf das umwerfende Gesamtbild, und wenn er auf Details schaut, dann im Regelfall nicht auf die, die nicht gut aussehen wink

  • Reto B.

    Hoi zäme – Ich bin ein Mann. Wenn ich Kleider einkaufe, dann sind die Grössen eine Angabe, damit ich mich zurecht finde und die richtigen Dinge in die Umkleide nehmen kann. Weshalb zum Geier ich mir was drauf einbilden sollte, oder deprimiert sein sollte, weil da eine grössere oder kleinere Nummer aufm Kleid steht leuchtet mir nicht ein. Ist wie bei Schuhen. Die einen brauchen 36 die anderen 45… Ob ich okay bin entscheide ich vom Gefühl, respektive in Unterwäsche vorm Spiegel. Mit 20 hab ich grundsätzlich nix gekauft, was nicht mindestens 2 X vor dem L hatte… mann waren wir Gangsta.

  • Reto B.

    Uns Männern? Sprich du nur für dich.

  • daniela p.

    jetzt habe ich mich so gefreut, dass man endlich das wort hungerhaken nicht fällt in einem text zum thema, dass eine frau mit ihren möglicherweise zuvielen kilos hadert, und den kommentaren dazu, und dann muss doch voll wieder jemand über dünne runterziehen…
    also zusammengefasst: man soll frauen zuspruch geben wenn sie mehr kilos angefressen haben als ihnen selber lieb ist, und sich dabei mies fühlen wenn man eben die zuvielen kilos nicht angefressen hat, obwohl das ja eigentlich das ist, was die frau, die zuspruch bekommt, angepeilt aber verfehlt hat. und man sagt nicht einfach nett, och wegen den paar kilos zu wenig, sieht ämel super aus, besser als zuviel speck am knochen oder sowas. nein, man muss frauen, die eigentlich dem entsprechen, was die anderen anpeilen, so richtig eins auf den deckel geben. ein bisschen schizo ist das ja schon, aber weil es ja die meisten so gern machen, ist es gesellschaftlich angesehen und wird als volkssport betrieben

  • Reto B.

    Ich wollte in keiner Weise über Dünne, Dicke, Normalos, Viereckige, Grosse oder Kleine herziehen. Ich wollte eigentlich sagen, dass man meist von seinem Lebenswandel und den Veranlagungen her zu einem Gewicht tendiert (zum teil auch noch altersabhängig) und sich nicht permanent unter Druck setzen soll, weil man sich ein Ideal setzt, dass man dann de facto nie erreicht. Und da ist es mir dann eigentlich egal, obs 4 Kilo mehr oder 4 Kilo weniger sind, die man einfach nicht erreicht. Oder eine geradere Nase oder einen grösseren Busen. Wenn man so was sagt, dann wird einem dafür dann gleich vorgeworfen man diskriminiere die Gegenseite oder plädiere dafür, sich gehen zu lassen. Jaja klar – man kann auch jedes Wort auf die Goldwaage legen oder im Mund umdrehen.

    Ich hab von meiner Erfahrung mit meiner Frau gesprochen, an die ich bei dem Text erinnert wurde, welche sich ewig lange wünschte, wieder in die Hose ihrer Teeniejahre zu passen, obwohl ich (und auch einige in meinem Umfeld) sie umwerfend finden. Plus von Diskussionen, die ich mit ihr mitbekommen habe, wo andere Frauen ihr zusprachen und ebenfalls von irgendeinem Kleidungsstück reden, in das sie wieder reinwollen, es aber seit Jahren nicht schaffen. Und keine von denen ist in meinen Augen dick. Dann habe ich gesagt, dass ich persönlich auf Rundungen stehe, ja kreuzigt mich dafür – echt ich hab keine geheiratet, der ich jetzt sage, wie sie sein soll, sondern eine die mir gefällt, wie sie ist. Okay, dann hab ich bisschen übertrieben, mir kam grad ein Bild von Tara Reid hoch, die ich früher so toll gefunden hab… oder von Madonna. Das sind imho die Auswüchse davon, das ist der Moment, wo aus “auf sich schauen” etwas krankhaftes wird, das ich dann auch überhaupt nicht mehr schön finde.

    Aber machen sie nur weiter, tuscheln sie drüber wer wo ein halbes Kilo mehr draufhat, oder weniger, am besten sagen sie’s ihnen bei jeder Gelegenheit. Es soll sich schämen wer nach zwanzig bis 100 nicht fähig ist sein Gewicht zu halten – denn ganz ehrlich, es scheint die einzige oder wichtigste Messlatte für Frauen zu sein, wie sie aussehen. Bitte wie? Ich übertreibe, so hätten sie das nicht gemeint? Tja ich auch nicht. Ich geniesse es dann, wenn ich meine Frau wieder aufbauen darf, wenn unsere gemeinsamen Abendessen im gehobenen Restaurant im Arsch sind, weil Kollegin XY ihr noch vor der Tür über den Weg gelaufen ist und gefunden hat “Hast du zugenommen? Musst du schauen, dass es nicht ausm Ruder läuft.”

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