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Geld tötet Mitgefühl

Geld macht uns gefühlskalt, beweist eine neue Studie. Zeigen Frauen vielleicht bloss mehr Empathie, weil sie weniger verdienen?

Von Clack-Team

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Als der Börsenmakler Bernard Lawrence Madoff, der grösste Betrüger aller Zeiten, aufflog, hat er 4800 Kunden um ihre Altersvorsorge geprellt und kommentierte seine Schandtat im Gefängnis mit den Worten: «Fuck my victims». Wie wird man so? zwei Psychologen der University of California haben jetzt zumindest eine Teilantwort auf diese Frage vorgelegt. Sie konnten zeigen, dass finanzielle Anreize die Fähigkeit beeinträchtigen, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.

Christine Ma-Kellams und Jim Blascovich baten Studenten, vor einer Kamera positive und negative Erlebnisse zu erzählen. Diese setzten sie Probanden vor, die erraten sollten, was die Erzähler dabei fühlten. Wer das am besten schaffte, sollte einen Preis in der Höhe von 40 Dollar erhalten. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe mussten dieselbe Aufgabe lösen, jedoch ohne dass dem Gewinner eine finanzielle Belohnung winkte. Das überraschende Ergebnis: Ging es um den Preis, konnten die Teilnehmer das Gefühlsleben der Erzähler signifikant schlechter einschätzen. Und zwar Männer wie Frauen.  Finanzielle Anreize trüben also den Blick für die Emotionen anderer, schlossen die Forscher daraus. Dass die Konkurrenzsituation an dieser Gefühlsblindheit schuld war konnten sie ausschliessen, denn wenn die Probanden für besonders gute Einschätzungen Punkte bekamen, blieb ihr Einfühlungsvermögen unbeeinträchtigt.

Müssen wir nun daraus schliessen, dass besonders empathische Menschen am Hungertuch nagen? Nicht doch- sagen die Autoren. Empathie ist nicht eine feste Grösse. Aber vielleicht dürfen wir zumindest fragen, ob die vielbeschworene weibliche Empathiefähigkeit nicht eine Folge der monetären Benachteiligung ist.

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Kommentare

  • Sara

    Ich finde die Idee interessant und slltee mir folgende Fragen:Gibt es irgendwo das Quelldokument also die Beschwerde im Volltext?Gibt es bereits au er dem Fall Rust Entscheidungen des Presserats zu 1.1. bzw. dem alten 8 in denen ein Versto bejaht wurde?Bei enger Interpretation k nnte man 1.1. auch als Verbot der Geheimhaltung von Informantenkontakten und als Gebot der vollst ndigen Ver ffentlichung von Quelldokumenten verstehen, beides geschieht aber in der Praxis nicht, spricht dass nicht gegen die hier wohl angestrebte enge Auslegung?W rde sich denn etwas ndern, wenn die 5 nicht alle Dokumente bekommen h tten sondern a) der Informant b) Wikileaks die Dokumente von vornherein in Salamitaktik nur Einzeldokumente an die Medien seiner Wahl   ggfls. auch unter Bedingungen und nderungen seiner Wahl   herausgegeben h tte?W re bei OpenLeaks eine andere Beurteilung angebracht?Letztlich denke ich, dass Exklusivvertr ge hier wohl, wenn das Ganze berhaupt Sinn machen soll hier nur die finanzielle Komponente   f r die es bei Wikileaks bisher meines Wissens keine Anhaltspunkte gibt   begrenzen will.Und berhaupt zeigt all dies und auch die Kritik hier doch nur eines: Es ist eine Umkehr von einem Nichtnachfrage zu einem Nachfragemarkt im Gange! Bisher wollte kaum jemand den teuren investigativen Journalismus betreiben und jetzt sind so einige klassische Journalisten pikiert weil ihnen Wikileaks die Show stiehlt und zeigt das jetzt auf einmal andere Gesetze gelten. Quellen   zumindest bestimmte   sind sexy und wenn jetzt immer mehr Leaks-Portale und hnliches (Taz, Der Westen) auftauchen werden es die Whistleblower werden, die umworben werden.Dies sollte statt mit Beschwerden aber mit guter und sicherer Technik, Schutz-, Hilfe- und Einflussm glichkeiten f r Whistleblower und vor allem mit guter Aufbereitung der Geschichten, hoher Aufmerksamkeitswirkung und letztlich Nachweis von Ver nderungsmacht (ggfls. auch durch Spezialisierung oder Regionalisierung) geschehen. Es bleibt spannend!

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