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Frauen wollen mehr

Wenn Firmen das Potenzial ihrer Mitarbeiterinnen wirklich nutzen wollen, dann müssen sie sich neuen Werten zuwenden. Ein Gastbeitrag der Womenomics-Expertin Sita Mazumder.

Von Clack-Team

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Prof. Dr. oec. publ. Sita Mazumder, Jahrgang 1970, ist hauptamtliche Dozentin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern, Wirtschaft (HSLU). Sie gehört zudem verschiedenen Verwaltungsräten an, hat mit Purple eine eigene Beratungsfirma und arbeitete auch als Kolumnistin für das Schweizer Fernsehen. Hier sehen Sie ein Interview mit Sita Mazumder.

Derzeit begeben wir uns mit Julia Roberts alias Liz Gilbert im Kino auf eine Weltreise rund um den Globus und gleichsam auf eine Reise zu ihr selbst. Für einen Moment entschweifen wir dem Alltag, folgen ihr durch farbenfrohe Kulissen, beneiden sie um den Mut, für ein Jahr alles hinter sich zu lassen, um sich und die Welt zu entdecken, und freuen uns, dass sie findet, wonach sie sucht. Wir essen genussvoll mit ihr in Italien, wir verstehen ihre Herausforderung mit dem ultra-frühmorgendlichen Gebet in Indien und teilen ihre Zuneigung für den zahnlosen Heiler Katut auf Bali.

Und dann kommt der Abspann.

Wir gehen zurück in die Realität und die heisst nebst eat – pray – love auch work. Dass Arbeit, und damit verbunden beruflicher Erfolg, von Frauen und Männern anders interpretiert und auch mit anderen Werten assoziiert wird, kommt in zahlreichen Studien und Umfragen immer wieder zum Ausdruck.

Die Arbeit als Puzzleteil

Für die Mehrheit der Frauen ist Arbeit ein Puzzleteil von mehreren in ihrem Leben und muss zusammen mit allen anderen ein grosses, harmonisches Ganzes geben. Die Arbeit an sich muss ihren Wertvorstellungen genügen – vom angebotenen Produkt bis hin zur Unternehmenskultur. Ist das nicht der Fall, verlassen Frauen die Organisation und das unwiderruflich. Man könnte also sagen, dass Frauen dieses eat – pray – love bereits im Arbeitsalltag suchen und wenn sie es nicht finden, sich aufmachen, woanders zu suchen.

Das klingt nun wahnsinnig esoterisch und schon fast nach Rauchstäbchen. Nun, die Rauchstäbchen können wir weglassen, aber der Fakt, dass Frauen am Arbeitsplatz und bei der Arbeit nach anderen Werten suchen und radikal ein Ende ziehen, wenn sie diese nicht finden, ist einer der zentralen Treiber, weshalb die Untervertretung von Frauen in den höheren Hierarchiestufen in der Schweizer Wirtschaft so hartnäckig verweilt. Diejenigen Unternehmen, die es verstehen, diese Erkenntnis positiv umzusetzen, werden sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil schaffen, denn sie werden auf dem Arbeitsmarkt attraktiv sein und entsprechend gut rekrutieren können.

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