Clack

«Rekrutierungswaffe» Frau

Es gibt viele gute Gründe Frauen in die Topetagen zu befördern. Eine besondere Rolle nehmen sie beim Kampf um die klugsten Köpfe und lukrative Werbekunden ein. Darin sind sie besonders erfolgreich.

Von Seraina Mohr

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Von Sheryl Sandberg war in den letzten Wochen viel die Rede. Die Nummer 2 bei Facebook, die als COO des Unternehmens agiert, machte als eine der wenigen Frauen in Davos von sich reden (lesen Sie dazu: Diese Frau ist eine Ausnahme). Clack beeindruckten ihre Worte zum «wichtigsten Karriereentscheid des Lebens», als die sie die Partnerwahl bezeichnete und seit dem angekündigten Börsengang von Facebook letzte Woche wurde auch klar, dass die Amerikanerin nicht nur zu den erfolgreichsten sondern bald auch zu den wenigen Self-Made-Millionärinnen, respektive -Milliardärinnen weltweit gehört.

Junge Frauen  wollen sein wie sie

Ihren wahren Wert, besteht aber nicht nur darin, dass sie Facebook ein funktionierendes Geschäftsmodell verpasst hat, sondern dass es ihr gelingt Frauen als Mitarbeitende und Kunden zu gewinnen. Ann Miura-Ko, die an der School of Engineering in Standford lehrt, bezeichnet sie in einem Gespräch mit der «New York Times» als  «Justin Bieber der Technologiebranche» und als «radioaktives Plutonium, wenn es um Rekrutierungswaffen bei Facebook geht». Frauen wollen so sein wie sie, sie taugt als Role Model für eine ganze Generation junger ambitionierter Frauen und sie lässt den Worten Taten folgen. Sie rekrutierte Lori Goler als Personalverantwortliche und Katie Mitic, die unter anderem für das Mobile Marketing von Facebook zuständig ist. Mit der Anzahl Frauen steigt auch die Akzeptanz, das haben schon mehrere Studien gezeigt (lesen Sie dazu auch: Die kritische Menge macht’s). Die Zeichen der Zeit hat sie längst erkannt. Denn Frauen zählen zu den eifrigsten Nutzern von Facebook, sie sind für 62 Prozent der Aktivitäten verantwortlich und haben mehr Freunde, mit denen sie sich austauschen. Mit mehr Frauen an der Spitze sichert sich Sheryl Sandberg auch den Zugang zu einem äusserst lukrativen Werbemarkt.

Sie hat den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen

Der Kampf um die klugen Köpfe ist der, der in der Technologiebranche am meisten tobt. Frauen sind da durchaus begehrt und der Silicon-Valley-Effekt, hat in den letzten Monaten mehr als eine Frau an die Spitze von Technologie-Unternehmen gebracht. Keine nutzt ihre Rolle aber so offensiv wie Sheryl Sandberg. Als einige der wenigen Frauen ganz oben scheut sie sich nicht, als Fürsprecherin von Frauen zu agieren. Sie macht ihnen aber auch zünftig Dampf und warnt sie davor, sich hinter den Männern oder der Familie zu verstecken. Sie hat eben alles  – auch den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen.

Dass sich die Unternehmen mit der Berufung von Frauen an die Spitze auch gleich in Sachen Corporate Governance und Gleichstellung profilieren können, ist ein durchaus beabsichtigter Nebeneffekt. Das hat sich letzte Woche auch an der Ernennung von Beatrice Weder die Mauro und Isabelle Romy in den Verwaltungsrat der UBS gezeigt (Clack berichtete: Die Grossfinanz wird ein bisschen diverser). Für einmal waren die Schlagzeilen zur UBS fast ausnahmslos positiv.

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Facebook Karriere Sandberg

Seraina Mohr

Seraina Mohr ist Leiterin des Competence Center Onlinekommunikation am Institut für Kommunikation an der Hochschule Luzern Wirtschaft. Sie studierte Germanistik und Geschichte an der Universität Zürich und arbeitete anschliessend mehr als 10 Jahre in verschiedenen Funktionen in der Medienbranche.


Kommentare

  • Alain de la France

    Tipp an juengere Maenner:
    Heiratet eine Karrierefrau!
    Dann koennt ihr zu Hause machen, was ihr wollt …

  • Carl

    Sheryl Sandberg ist keine Self-made Frau. Sie ist eine Angestellte eines Self-made Man.
    Ausserdem waren ihre Förderer alles Männer, was die unsäglich Mär vom männlichen Diskriminator widerlegt.

  • Reto Stadelman

    Ich möchte als Gegenthese auf folgenden Link verweisen: http://www.20min.ch/finance/news/story/Frauen-stellen-keine-schoenen-Frauen-ein-17768602

    Ausserdem möchte ich meinem Vorredner Carl für diesen Satz danken: “Sheryl Sandberg ist keine Self-made Frau. Sie ist eine Angestellte eines Self-made Man.
    Ausserdem waren ihre Förderer alles Männer, was die unsäglich Mär vom männlichen Diskriminator widerlegt.”

    Und zu guter letzt möchte ich noch meinen Unmut über die zunehmende Feindschaft zwischen den Geschlechtern der von Feministen aktiv gefördert wird zum Ausdruck bringen. Es ist leider wahr das Frauen NOCH immer benachteiligt sind. Zumindest gesellschaftlich, juristisch gottseidank ja nicht mehr. Der Grund dafür ist aber (neben einem Generationenproblem, die Patriarchen müssen, pardon, erst noch sterben bevor sie Platz machen für junge Frauen) vor allem in den noch verankerten Rollenbildern bei Mann UND Frau zu suchen. Diese werden sich nur langsam ändern. Jeglicher falsche Druck der heute von Feministinnen ausgeübt wird, vor allem auch gesetzlich etwas zu ändern um die gesellschaftliche Benachteiligung schneller aufzuheben, führt zum gegenteiligen Effekt. Die Gleichberechtigung wird durch Quoten, ungleiches Rentenalter etc. wieder in Frage gestellt. Die Frau wird wieder als schwächer wahrgenommen, als Person die nur Rechte aber keine Pflichten wahr nimmt. Das ist natürlich meistens Schwachsinn! Das (emotionale) Ergebnis davon bleibt aber und ist nicht die gewünschte Gleichberechtigung sondern neu aufkommender Sexismus. Das gilt es um jeden Preis zu verhindern. Darum: Feministinnen der Schweiz, seht und hört die Zeichen, legt den verbalen Zweihändern nieder und arbeitet sanft im Untergrund weiter. Sonst bewirkt ihr das Gegenteil und das will nun wirklich niemand…

  • Seraina Mohr

    Sie ist eine Self-made Millionärin, als Angestellte eines Self-made Man.

  • Erwen

    seb sagt:naja, bleibt die Frage, warum das bei aeerdnn Nfcssen nicht genauso ist. Warum werden die ohne Schale verkauft, obwohl doch auch dort das Sche4len dazu ffchren mfcsste, dass sie uns anscheinend besser schmecken?

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