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Femme totale

So sexy, so trendy und so erfolgreich war eine Mama noch nie: Julia Restoin Roitfeld ist die Frau, die offenbar alles kann.

Von Marie Dové

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Bräuchte es tatsächlich noch einen Beweis, dass Mütter heutzutage alles erreichen können, so würde diesen Julia Restoin Roitfeld definitiv liefern. Roitfeld? Ja, der Name kommt einem bekannt vor. Julia ist die Tochter von Ex-«Vogue»-Chefin und lebender Branchenlegende Carine Roitfeld, sie ist seit einem Jahr selber Mama einer Tochter und wurde gerade vom «Guardian» als «hottest French It girl 2013» ausgerufen. Und zwar nicht nur, weil Mutter Julia mit 32 Jahren tatsächlich viel mehr Sex-Appeal verströmt als manche viel jüngere Vertreterinnen der It-Girl-Klasse.

So knackig war Mutterschaft noch nie

An der Frau ist mehr dran. (Lesen Sie auch: «Frauen, die nie billig aussehen») Die internationale Lifestyle-Presse zeigt sich fasziniert, mit welcher Leichtigkeit und Eleganz offenbar hier eine Frau Mutterschaft und beruflichen Erfolg verbindet. In den letzten Wochen zog Jungmutter Restoin Roitfeld mit Verpflichtungen für Givenchy und den Juwelen-Brand Eddie Borgo zwei prestigeträchtige Modelverträge an Land. Und diesen März lancierte sie eine kommerzielle Website, die sich an stilbewusste Mütter richtet. Die Internetseite heisst etwas umständlich «Romy & the Bunnies», offeriert eine Zusammenstellung von Beauty- und Fashion-Must-haves und dazu Interviews mit berühmten Müttern wie Helena Christensen. (Lesen Sie auch: «Die Schwangerschafts-Show»)

So stylish wie auf «Romy & the Bunnies» war Mutterschaft noch nie, und so schreibt denn auch die Frauenzeitschrift «Marie Claire»: Restoin Roitfeld definiere das Genre der sogenannten Mutti-Sites neu.

Hinter dem Projekt stehe, es kann nicht überraschen, die ganz persönliche Erfahrung, die eigene Mutterschaft. In einem Interview mit der Onlineausgabe der britischen «Vogue» sagt Stil-Vorbild Restoin Roitfeld: «Ich will nicht meinen Style wechseln, aufgeben müssen, nur weil ich Mutter geworden bin. Ich will mich weiterhin sehr sexy kleiden, in einem jugendlichen Stil. Es ist sonderbar, wie irritiert Menschen sein können, wenn sie eine Schwangere in High Heels und einem knappen Röckchen sehen. Durch die Schwangerschaft darf doch eine Frau sich nicht weniger weiblich fühlen. Das wäre absurd.»

Das Wesen der Schönheit

Restoin Roitfeld («Ich will Frauen zeigen, dass Stil und Mutterschaft kein Widerspruch sind») leitet die Site redaktionell, unterstützt durch ein Team von Schreibern, Fotografen und Grafikern. Auf Ihrer Site finden sich nicht nur Dessous-Tipps für Schwangere, sondern auch Styling-Vorschläge für Babys. Auch Restoin Roitfelds eigene Tochter ist zu sehen; es scheint bei den weiblichen Roitfelds kein Entrinnen zu geben vor dem Modeln und Posieren.

Julia Restoin Roitfeld, die derzeit in der Modeszene als sexy Supermama gefeiert wird, kennt die Branche aus eigener Kindheitserfahrung. Mit vier war sie bereits an Fashionshows, auf dem Schoss ihrer Mama. Mit 10 Jahren modelte sie für Mario Testino, und mit zwanzig war sie hauptberufliches Fotomodell in Paris. Für den Designer Tom Ford, einen Freund der Familie, verkörpert Julia «genau das, was Schönheit ihrem Wesen nach ist».

Restoin Roitfeld lebt mit ihrer Tochter und ihrem Mann, dem Kroaten und Model Robert Kronjic, in New York. Sie betont aber immer wieder, wie wichtig es ihr sei, am eigenen, am französischen Lebensstil festzuhalten. «Wir Französinnen verbringen nicht so exzessiv viel Zeit im Badezimmer wie die Amerikanerinnen. Wir gehen mit einem minimalen Make-up aus dem Haus. Und es käme uns nie in den Sinn, bei jeder Gelegenheit ins Fitnesscenter zu rennen.» (Lesen Sie auch: «Der französische Mythos»)

Selbstbestimmt betäubt

Ihre eigenen Ansichten setzte sie auch im Kreisssaal bei der Geburt ihrer Tochter Romy durch: Entgegen dem Willen ihres Arztes liess sie sich eine örtliche Betäubung gegen die Schmerzen geben und konnte so ganz entspannt Mama werden. Später bezeichnete sie das Drängen der Mediziner auf eine natürliche Geburt ohne Narkosemittel als «Gehirnwäsche».

Restoin Roitfeld, die sich in der Babybetreuung von einer Nanny unterstützen lässt, verkündet auf ihrer Website die Maxime ihres Glamour-Feminismus: «Du kannst als Frau alles haben: einen Job, ein Baby, Stil und einen tollen Body.»

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Kommentare

  • marie

    ich gönne das mme roitfeld von herzen, dass sie als frau alles sein kann. aber muss das immer gleich so dogmatisch daherkommen? die realität vieler sieht in gottes namen einfach anders aus und nicht alle sind mit ihren “genen” und beziehungen gesegnet.

  • Barbara

    Ja, Marie hat Recht. Es macht auch keinen Sinn, sich solche Damen zum Vorbild zu nehmen. Das fängt schon damit an, dass sich nicht alle ein Nanny leisten können.

  • Norbert

    Super, diese Frau. Muss man doch einfach sagen. Ungekünstelt, normal.

  • mira

    Herr schenk Hirn

  • marie

    unter soviel Body building hab ich im beitrag so wie sie das brain building vermisst 😀

  • mira

    Irgendwann will man auch nicht mehr super sexy aussehen, sondern eher seriös (zb weil man arbeitet und von den Kollegen ernst genommen werden möchte). Gerade als Mutter kann man sich im realen Leben mit sexy Outfits sehr schnell lächerlich machen…

  • mira

    Die Dame würde ihren Job verlieren, würde sie sich trotz Mutterschaft nicht so trimmen. Von daher ist es ja irgendwie nachvollziehbar, wenn auch bedauernswert… Aber wer Model wird ist selber schuld….  Es gilt halt schon bei der Berufswahl: Herr schenk Hirn, lol

  • Florian

    Wahnsinn diese Frau, zeigt sie doch, dass wirkliche schlanke Attraktivität, Job und Kind auch im Alter perfekt zu verbinden sind.

  • Simone

    Oje! Der sichereste Hinweis darauf, dass jemand eben gerade nicht viel Stil besitzt, ist a) wenn man darauf hinweist, dass man ebendiesen besitzt und b) dann auch noch anderen zugesteht, dass dies ganz easy zu erreichen sei…

    Sorry, aber noch nie hat mMn der Spruch “mit vollen Windeln (äh pardon…. Hosen) ist gut zu stinken”

  • Simone

    gepasst

  • Thomas Bilberger

    “Roitfeld was chosen by family friend Tom Ford as the face of his fragrance, Black Orchid, in 2006”

    Geschichten von Menschen aus den Top 1% sind nicht wirklich repräsentativ… nachvollziehbar, aber für den Rest der Menschheit nicht realisierbar.

  • adrian

    genau so ist es thomas. sie kann dies auch nur unter einen hut bringen, weil sie stinkreich ist.

  • Johannes

    Man sieht also, wenn Frau sich diszipliniert muss sie nicht innerhalb kurzer Zeit eine Hausfrauenaura und deren -ausmasse annehmen, sondern kann trotz Hochleistung sehr attraktiv bleiben.

  • The Damned

    Ach ja, das urkapitalistische Versprechen, everybody könne steinreich, schön und berühmt werden wirkt in Zeiten prekärer Arbeitsverhältnisse, stagnierender oder sinkender Löhne und globaler Konkurrenz auf allen Ebenen nur noch wie ein Abziehbildli längst vergangener Zeiten…

  • Kimberly

    die spinnen, die französinnen.

  • Kat

    Socialists are frigging old fashioned cunts.

  • Kat

    Klar, die WC-Schüssel putzen ist ja eine RIESEN Arbeit und die Waschküche ist dank den so typischen WASCHKUECHENORDNUNGEN ein wahnsinniger Stress, gleich wie alles andere in jenem MINDFUCKED Land. Wer ist so bescheuert, dass sie sich darüber aufregt wie angezogen jemand in den Denner geht, you effing mindfucked idiot.

  • Kat

    Klar kann ich als Frau alles haben – mit dem entsprechenden Kontostand. Die Dame hat eine Nanny, ziemlich sicher auch eine Putzfrau und ev. sogar eine Haushälterin. Wer die WC-Schüssel selber schrubben muss und danach in die Waschküche hetzt, um Waschmaschine und Tumbler zu füllen/leere, Socken zu sortieren und T-Shirts zu falten, hat danach vielleicht nur noch begrenzt Lust, den nächsten Trip zum Denner in High Heels hinter sich zu bringen.

  • marie
  • mira

    Das Beispiel ist einfach schlecht gewählt: Models haben meist einen dürren Körper und einen intellektuell nicht wirklich fordernden Beruf. Für eine normale Frau mit gesunden Ambitionen (bezüglich ihrem Beruf und ihrem Körper) ist es ungünstig, sowas als Vorbild verkaufen zu wollen.
    Ich kenne einige Frauen, die Mamas sind, gut aussehen und eine super Figur haben (=sportlich und schlank). Diese vorzustellen wäre interessant, aber wahrscheinlich auch heikel, weil da echter Neid entstehen könnte…

  • marie

    bingo mira! grin

  • mira

    @marie
    Sind Sie immer noch im mamablog aktiv? Ich kann dort nicht mehr posten… möglicherweise weil ich aus dem Ausland bin?

  • marie

    ich bin dort sporadisch spam, und manchmal geht es.
    ich werde mal dort mal posten, dass man sie entsperrt, mal sehen ob das was bringt.

  • mira

    ja, das wäre cool smile ich war auch nur noch sporadisch dort, aber manchmal würde ich gerne etwas posten.

  • mira

    das war eigentlich eine antwort an marie weiter unten…

  • Sarah

    Dass sich die Gesellschaft nach unten orientiert und unattraktive Vorbilder gesellschaftlicher Leistungsarmut sucht ist keine Lösung, für nichts.

  • marie

    tolle leistung, kleidergrösse doppelnull und immer das neuste am hintern wink aber jedem das seine sarah und bleiben sie schön elitär dabei; eine weitere tolle leistung, die die menschheit einfach nicht braucht.

  • Sarah

    Nicht elitär, nur reizvoll, was mit Dickheit, Trägheit und Negativität nicht zu erreichen ist, darum weiter positive Bsp. für alle!

  • marie

    …dafür in jungen jahren vermehrt osteoporose, sonstige mangelerscheinungen, oft vermehrte körperbehaarung, verlangsamter stoffwechsel, sehr oft bleibt die menstruationsblutung aus in der folge verringerte fruchtbarkeit, verschlechterte wundheilung, erhöhte krankheitsanfälligkeit etc pp…
    aber dafür kriegt man jeden doppelnullkörper in potthässliche cavalli- oder versacefummel. und applaus für diese leistung. na wenn diese elite nichts anderes tun kann, dann soll sie es, nur das missionieren sollte unterlassen werden, da nicht wirklich anstrebenswert. die meisten bewältigen einen anderen alltag – mit weitaus grösserer leistung.

  • Beat

    Marie Sie sind ja das personifizierte Negativum, schrecklich. Die vielen mir bekannten schlanken Frauen sind alle weitgehend glücklich, anders die dicken. Berichten Sie etwa von Ihren persönlichen Krankheitsbildern?

  • marie

    hm… beat wenn mittlerweile kleidergrösse 36/38 schon al dick(lich) bezeichnet wird… personifiziertes negativum? ne, ne alles andere. nur u.a. auch um die gesundheit der sog. “schlanken” besorgt, ganz zu schweigen von denen, die eine mme roitfeldkarriere anstreben, ohne ausbildung. nach der scheidung landen sie dann irgendwie eben “unten” und evtl. auf der fürsorge – zumindest ist dieses phänomen nicht wirklich selten. that’s it.

  • Eli

    Da brauchen Sie keine Angst haben, die Schlanken sind erfahrungsgemäss gesünder als die Dicken und weit körper- und gesundheitsbewusster. Abe der Frust der Dicken hier im Forum ist in gewissem Masse unterhaltsam. grin

  • Samuel

    Ich mag diese extrem heissen sportlichen Übermütter a la Julia sehr, wirklich animalisch reizvoll.

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