Clack

Feminismus mit Schlagseite

Unsere Autorin glaubt, dass der Ruf des Feminismus in Schieflage geraten ist. Sie betreibt daher diese Woche etwas PR.

Von Rosa Gross

Twittern

Letzte Woche beglückte ich sie an dieser Stelle mit meinen Gedanken zum Thema «Warum die Diskussion über die Gleichberechtigung der Frau auch im Jahr 2014 noch kein kalter Kaffee ist». Diese Woche folgt nun wie angekündigt der zweite Teil meines Feminismus-Manifestes. Das Ziel ist dabei kein geringeres, als den modernen Feminismus  von jeglichen männerfeindlichen Konnotationen zu befreien.

Erschreckend viele Menschen – sowohl Männer als auch Frauen – sind nämlich offenbar der Meinung, dass das primäre Anliegen des Feminismus eine Anti-Haltung gegen die Männer ist. Oder anders: Dass der Feminismus eine gesellschaftliche Bewegung darstellt, die sich nicht hauptsächlich für etwas einsetzt – nämlich die Gleichwertigkeit der Frau in unserer Gesellschaft – sondern gegen etwas – namentlich gegen die Männer.

Die besten Beispiele für diesen Sachverhalt finden sich übrigens in den Kommentaren zu meinem Beitrag von letzter Woche: «Wenn es ihnen wirklich um Gleichberechtigung geht, dann vermeiden sie es, im gleichen Atemzug den Begriff Feminismus zu sagen» schreibt etwa Thomas – und  Meinrad doppelt nach: «Auweia, die hundertste Auflage einer Alice Schwarzer Epigone. Frauen sind Opfer, Männer und das Patriarchat böse Täter. Lächerlicher Feminismus».

Solche Kommentare sind natürlich eine höchst unerfreuliche Sache. Sie ziehen meine Überzeugungen ins Lächerliche und geben mir das Gefühl, nicht verstanden worden zu sein. Dennoch – oder gerade deswegen – betrachte ich es aber als meine menschliche und feministische Pflicht, diese Ängste und Vorbehalte ernst zu nehmen. Denn auch wenn ich der Überzeugung bin, dass sie eben nur das sind – Vorbehalte und Ängste – sind sie das Resultat bestimmter Erfahrungen und haben damit sehr wohl ihre Existenzberechtigung.

Wenn sie also Meinrad oder Thomas heissen – oder auch ganz anders, jedoch die Vorbehalte jener Männer gegenüber dem Feminismus teilen – dann ist dieser Beitrag ihnen ganz besonders gewidmet.

Das Wichtigste vorneweg: Ich glaube nicht, dass Feminismus prinzipiell männerfeindlich ist –  zumindest nicht die heutige und hiesige Spielart des Feminismus. Ich für meinen Teil verstehe unter Feminismus a) die Aufweichung der Grenzen zwischen sogenannt «weiblichen» und «männlichen» Attributen und b) den Kampf für die Gleichwertigkeit dieser Attribute – egal von wem sie getragen werden. Oder einfacher: Männer und Frauen sind zwar unterschiedlich, aber gleich viel Wert. Vor allem aber sind sie in erster Linie Menschen und als solche individuell. Soweit die Utopie.

Nun trägt aber unsere Gesellschaft – wohl auch aus Gründen der Einfachheit – dieser Individualität nicht immer Rechnung. Menschen werden – zumindest dann, wenn sie im Kollektiv auftreten – gruppiert, katalogisiert und in bestimmte Kategorien eingeordnet. Die Kategorie «Geschlecht» ist dabei nur eine von vielen – aber eine wichtige, weil sie im Unterschied zu anderen Kategorien alle Menschen umfasst. Und da liegt das Problem: Wir Frauen fühlen uns in der Schublade mit dem Aufkleber «weiblich, emotional, harmlos, schwach, irrational und hysterisch» schlicht nicht (mehr) besonders wohl. Selbiges gilt übrigens auch für Männer und die Schublade «männlich, dominant, rational, stark und kalkuliert».

Gegen eben jene Schubladen inklusive der zugehörigen Prädikate richtet sich also der Feminismus in seiner heutigen Form. Bekämpft werden nicht Männer, sondern Schubladen, und verantwortlich für diese Schubladen sind wir alle zusammen als Gesellschaft – Frauen und Männer gleichermassen. Ich persönlich würde sogar behaupten, dass wir Frauen der Gleichberechtigung grössere Steine in den Weg legen als die Männer – mit unserem Konkurrenzdenken beispielweise, oder mit unserer Abhängigkeit von männlicher Aufmerksamkeit. Aber das ist wiederum ein anderes Thema und soll an anderer Stelle diskutiert werden.

Früher präsentierte sich die Geschlechterfrage selbstredend in einem etwas anderen Licht. Noch vor wenigen Jahren war es als Feministin durchaus nicht abwegig, den Männern die Schuld am damals noch eklatanten Mangel an Gleichberechtigung zu geben. Denn diese – also die Männer – haben sich dem Gleichberechtigungsprozess in der Schweiz tatsächlich lange Zeit aktiv in den Weg gestellt. Sie erinnern sich: Das Frauenstimmrecht wurde im 20. Jahrhundert von einem ausschliesslich männlichen Stimmvolk mehrfach abgelehnt. Versuchen sie nachzuvollziehen, wie sich unsere Mütter und Grossmütter 1959 gefühlt haben müssen, als das Resultat der Eidgenössischen Abstimmungen bekanntgegeben wurde. Die Enttäuschung, die Ernüchterung und die Wut auf – ja, die Männer. Und hier gebe ich Thomas und Meinrad und all den anderen, die dem Feminismus Männerhass unterstellen, zumindest teilweise Recht: Im Feminismus vergangener Tage gab es ganz bestimmt männerfeindliche Elemente und Strömungen. Aber ist dies – unter Berücksichtigung des obigen Beispiels – nicht zumindest ansatzweise nachvollziehbar? Wie hätten sie sich denn gefühlt, wären die Rollen der Geschlechter andersrum verteilt gewesen?

Dennoch bin ich der Überzeugung, dass der Feminismus nicht mal in seinen Anfangszeiten prinzipiell männerfeindlich war. Meine Mutter beispielweise war eine Feministin der ersten (oder zweiten) Stunde, hat in den späten 1960er Jahren Büstenhalter verbrannt, demonstriert und Betty Friedan gelesen. Dennoch führte sie nebenbei Beziehungen mit Männern, die sie liebte und gebar einem von ihnen in den frühen 80er Jahren sogar zwei Kinder. Von grundsätzlichem Männerhass kann also keine Rede sein. 

Einigen wir uns also auf Folgendes: Ja, im Feminismus des 20. Jahrhunderts existierten männerfeindliche Ansätze. Die Entscheidung, ob diese begründet oder unbegründet waren, möchte ich jedem selber überlassen. Ich persönlich halte sie zwar für verständlich, jedoch sehr kurzsichtig und von Hass geprägt. Und dass Hass selten ein guter Motivator ist, brauche ich ihnen ja nicht zu erzählen. Allerdings teilten damals längst nicht alle Frauen diesen Hass. Ich wage es sogar zu behaupten, dass die Männerhasserinnen unter den frühen Feministinnen nicht mehr als eine kleine militante Splittergruppe darstellten, die mit ihren Parolen und ihrem Fundamentalismus eine ganze Bewegung in Verruf brachten. Unterstützt wurden sie dabei ironischerweise von antifeministischen Elementen – beispielsweise von der neuen christlichen Rechten in den USA. Ergo sind der fundamentalistische Feminismus und der Antifeminismus gemeinsam verantwortlich für den schlechten Ruf des moderaten, zeitgenössischen Feminismus. 

Werfen wir zur Untermauerung dieser These kurz ein Blick auf andere sozialpolitische Bewegungen dieser Zeit: Die RAF brachte mit ihren Terrorakten zum Beispiel zeitweise die ganze (gemässigte) Linke in der BRD in Verruf. Und einige fundamentalistische Splittergruppen der Bürgerrechtsbewegung in den USA (wie zum Beispiel die Black Liberation Army) befeuerten die «Angst vor dem schwarzen Mann» seitens der weissen Bevölkerung in höchst destruktiver Art und Weise. Diese Ressentiments konnten – im Unterschied zu denjenigen gegenüber dem Feminismus – in den letzten Jahrzenten jedoch abgebaut werden. Heute stehen Afroamerikaner selten unter dem Generalverdacht des Rassismus gegenüber Weissen und kaum einer vermutet noch Terroristen im linken Flügel des Parlaments.

Und genau hier hat der Feminismus meiner Meinung nach versagt: Wir haben offenbar viel zu wenig dafür getan, uns vom Image der teppichklopferschwingenden Mänaden zu befreien, die wir niemals waren.

Ich wiederhole mich, aber ich sage es gerne noch einmal: Die meisten unter uns sind gemässigte Menschen, die sehr wohl zwischen den gesellschaftlichen Strukturen, gegen die wir aufbegehren, und Einzelpersonen unterscheiden können.

Ich für meinen Teil fühlte mich durch die Männer in meinem Leben stets nur bereichert. Selbst die schlechten Erfahrungen, die ich mit meinen Männern machte (und die gewiss auch für die betreffenden Männer nicht besonders erfreulich waren) möchte ich nicht missen.

Zuletzt möchte ich mich einem Aspekt der Thematik widmen, den ich bis jetzt unterschlagen habe: Dem Wort «Feminismus». Mir ist sehr wohl bewusst, dass es genau dieses Wort ist, an dem sich viele Männer und Frauen stossen. Und ich gebe zu: Es ist kein besonders glücklich gewähltes Wort. Es stellt die weibliche Seite der Geschlechterfrage in den Mittelpunkt der Betrachtung und schliesst die Männer per Definition aus. Und dies ist der Sache nicht besonders dienlich, nicht wahr? Nur – was ist ihrer Meinung nach zu tun?  Sollen wir ein neues Wort erfinden und einen Propagandafeldzug starten, um dieses neue Wort global zu etablieren?  Das wäre durchaus ein gangbarer Weg, der von Firmen mit Imageproblemen übrigens häufig gewählt wird. Allerdings verfügt der Feminismus meines Wissens nach nicht über eine finanzstarke Lobby, die einen solchen Marketingstreich monetär stemmen könnte.

Die Lösung des Problems ist meiner Meinung nach viel einfacher: Warum behalten wir nicht das Wort und arbeiten gemeinsam an der Adaption der Bedeutung an ein neues Zeitalter? Anstatt darüber zu streiten, ob gewisse Feministinnen in grauer Vorzeit mal Männer gehasst haben, sollten wir uns besser daran machen, den Sinn des Wortes Feminismus neu zu definieren. Genauso, wie wir alle zusammen gesellschaftliche Strukturen definieren, definieren wir nämlich auch die Bedeutung von Sprache. Wir alle geben Worten gemeinsam ihren Sinn.

Und zuletzt darf nicht vergessen werden: «Feminismus» ist nur ein Wort. Ein Wort, das wir brauchen, um über Dinge zu sprechen, die Männer und Frauen betreffen. Und wenn wir heute Feminismus sagen, meinen wir Gleichwertigkeit, nicht Männerhass, das sei ihnen versichert.

P.S. Falls sie meinen Artikel von letzter Woche nicht gelesen haben: Obiger Text ist als zweiter Teil einer Trilogie zum Thema Feminismus zu verstehen. Nächste Woche lesen sie an dieser Stelle – sofern sie denn wollen – eine praktische Anleitung zum Thema «Wie wir alle unser Leben ein wenig stereotypenfreier gestalten». 

Rosa Gross zählt 30 Lenze, geht aber davon aus, für knappe 25 durchzugehen. Sie arbeitet im Bereich TV und Radio und schreibt hier unter einem Alias, weil sie ohnehin schon genug Verehrer hat. Ausserdem könnte sich clack.ch die Rechte an ihrem Namen sowieso nicht leisten.

(Visited 214 times, 1 visits today)
News


Kommentare

  • Reto B.

    Und wir sind uns einig, dass das nicht so toll ist. Und wie wird es besser?

  • Tomas

    Stellen sie sich einfach vor, ich sage ihnen das geschriebene mit einer zwar deutlichen, dennoch ruhigen Diktion, dann sind sie der Wahrheit ziemlich nahe.

    Wegen verschiedenen -ismen rege ich mich schon lange nicht mehr auf, das wunderbare und gleichzeitig schreckliche an uns Menschen ist die Tatsache, dass eine Idee, egal ob grausame oder geniale, man nie töten kann. Es werden sich immer genug Dummköpfe finden, die eine “gerechte Gesellschaft” errichten wollen werden, auch wenn es schon dreihundertmal beim grandiosen Scheitern Millionen von Leben gekostet hat. So what.

    Meinen Beitrag dürfen sie als Zeichen von Goodwill verstehen – ähnlich würde ich wohl jemandem raten, nicht zuviel Zeit mit einer PR Aktion für die unbestrittene Pionierrolle der NSDAP beim Ausbau der deutschen Autobahnen zu verlieren.

  • Tomas

    Wenn sie mich schon zitieren, dann lesen sie vorher meine Kommentare richtig.
    Männerhass ist der plakative und primitive Teil des Feminismus. Der ist nicht das Problem, und sie verlieren nur ihre Zeit wenn sie es zum Problem hochstilisieren und sich damit beschäftigen. Männerhassende Emanzen sind Witzfiguren, Karikaturen sich selbst die niemand wirklich ernst nimmt. Warum Feminismus eine menschenverachtende Ideologie habe ich ihnen bereits ausführlich erklärt, offensichtlich ohne dass es Spuren hinterlassen hat. Hier also nochmals:

    “Feminismus geht es nicht um gleiche Rechte für beide Geschlechter, sondern um Verbesserungen für die Frauen auf Kosten der Männer (mehr Geschlechter haben wir trotz anderslautenden Meinungen nicht). Es gibt hin und wieder eine Feministin die zu Tarnzwecken behauptet dass sie für Gleichberechtigung kämpft – das hält aber immer nur solange es um Verbesserungen für die Frauen geht.

    Sobald “Gleichberechtigung” heisst, auf Frauenprivilegien zugunsten von Männern zu verzichten, bleibt in handumdrehen nicht viel davon übrig, es folgen jeweils mehr oder weinger verlegene und peinliche Ausreden.

    Es spielt nicht so grosse Rolle wie sie einen Manifest nennen, wenn die Idee an und für sich simpel und selbstredend ist (wie die einer Gleichberechtigung). Es spielt hingegen eine sehr grosse Rolle, ob sie etwas mit einem Begriff belasten, der entweder nicht eindeutig ist (zum Beispiel Islam) oder ausgesprochen negativ beladen ist (Feminismus, Kommunismus, Sozialismus, Faschismus) obwohl er unter anderem auch ganz praktikable und nette Seiten beinhaltet – es will sie einfach keiner sehen.

    So gesehen, alles was “Feminismus” beinhaltet wird nie als etwas was “Gleichberechtigung” bedeutet verstanden, egal wie sehr sich Frau Gross oder wer auch immer Mühe gibt. Das wäre wie wenn jemand mit der wirtschaftlichen Überlegenheit von Nordkorea hausieren würde, weil es dort bekanntermassen nul Prozent Arbeitslosigkeit gibt.”

    Es geht nicht um Hass, sondern um gezielte bevorzugen der Frauen auf Kosten von Männern.
    Stellen sie sich statt “Männer” zum Beispiel “Schwarze” oder “Juden” vor, vielleicht verstehen sie dann besser was es mit Gleichberechtigung zu tun hat.

    Und sparen sie sich ihre Ausflüchte in die Geschichte. Es geht um hier und jetzt. Gleichberechtigung ist das Gegenteil von Feminismus, egal wieviel Sosse sie darüber noch dichten werden.

    Und noch etwas: sie schreiben, dass “wir Frauen Probleme mit den Schubladen haben, die die Männer- und Frauenrolle beschreiben”.
    Nun, reden sie für sich selbst, werte Frau Gross. Ich als Mann fühle mich in meiner Schublade grossartig. Und Frauen mit denen ich verkehre zelebrieren geradezu ihre Weiblichkeit und haben ebenfalls kein Problem damit. Heilen sie doch ihre Geschlechtsneurosen auf eine andere Art, als dass sie allen anderen vorschreiben, wie jetzt ein Mann oder eine Frau zu sein soll.

  • Sportpapi

    Ich für meinen Teil verstehe unter Feminismus… DER Feminismus… Ein Problem ist ja, dass offenbar jede Frau unter Feminismus etwas anderes versteht. Dann aber überzeugt ist, doch für DEN Feminismus sprechen zu können. Und man distanziert sich halbpatzig von den militanten Damen, nur um sich bei denen dann wieder zu bedanken, weil es sie halt irgendwie doch gebraucht hat.
    Zum Begriff ist ja hier alles gesagt: “Es stellt die weibliche Seite der Geschlechterfrage in den Mittelpunkt der Betrachtung und schliesst die Männer per Definition aus.” Per Definition. Und genau deshalb, und nicht nur wegen der Geschichte, werden die Männer unter dieser Flagge nicht mitlaufen. Die Frage ist doch vielmehr. Weshalb braucht es diese Bewegung in der Schweiz eigentlich noch? Und tatsächlich: wie sollte man dem besser sagen? Und nein: um einen neuen Begriff zu etablieren, braucht man nicht viel Geld, sondern nur eine gute Idee. Aber ich bin nicht sicher, dass viele selbst ernannte Feministinnen die Bezeichnung wechseln möchten.
    Zu den Schubladen: Ich sehe da kein Problem und fühle mich in meiner Schublade wohl, obwohl Leute, die mich besser kennen, natürlich genauer, individueller urteilen. Das ist offenbar das nächste Problem. Das nämlich laufend Probleme geschaffen, zur Diskussion gestellt werden, die für viele Menschen gar keine sind. Auch da möchte ich nicht mitgehen. Wenn es aber heisst, wir setzen uns für grösstmögliche individuelle Freiheit ein, damit verbunden selbstverständlich umfassende Gleichberechtigung in jeglicher Hinsicht. Dann bin ich dabei.

  • Reto B.

    “für Männer und die Schublade «männlich, dominant, rational, stark und kalkuliert»”
    Es wäre so schön. Der Mann muss nicht stark sein – er kann auch soft sein. Ein sanfter Typ, der seinen Gefühlen freien lauf gibt. Der scheitern darf – launisch sein – offen verzweifeln und weinen. Er muss nicht dominant sein – auch als Tierchen 5 Stufen unterhalb des Alphamännchens bekommt man ja seine Aufmerksamkeit. Wissen sie, aus eigener Erfahrung kann ich ihnen sagen, dass diese Männer grosse Chancen haben in ihren ersten 20 Lebensjahren keine Freundin zu haben. Vielleicht sogar länger – nun sie haben wahrscheinlich eine Chance so etwa ab 25-30, dann werden sie von denen beachtet, die sie früher immer belächelt haben. Haben sie sich schon mal gefragt, weshalb so viele Jugendliche heutzutage in Muckibuden gehen? Bis 20 haben imho die meisten Jungs nur ein Ziel. Gut anzukommen und bei den Mädchen Eindruck zu hinterlassen. Es ist ihnen egal, wie. Und wissen sie was: Ihre Schublade oben, das liest sich so etwa wie das Anforderungsprofil…

  • Rosa Gross

    Eben.

  • Rosa Gross

    Ach Thomas. Ich finde es bemerkenswert, wie sehr sie sich aufregen. Darf ich Fragen, woher die Wunden stammen, in denen ich so offensichtlich herumstochere mit meinen Manifesten?

  • Rosa Gross

    Entschuldigung – Tomas ohne H.

  • Reto B.
  • Reto B.

    Heftig finde ich den hier: “In einem Glossar am Ende des Buches definiert Wizorek die Begriffe “Männerrechtsbewegung/Maskulismus” gar als “Ansammlung von Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen (…) die (…) sich gegen Geschlechtergerechtigkeit wendet bzw. die einzig und allein für Männer einfordert”.” Vielleicht kann man mich etwas besser verstehen, wenn ich sage, dass ich mit vielen Ideen der Maskulisten/Feministen übereinstimme, aber mich keiner der beiden Gruppierungen zugehörig fühle, weil sie für mich bloss ein Fragment des Grossen Ganzen ist.

  • Tomas

    Ja, das ist eine sehr gute Rezension, die eigentlich alles zum Thema sagt.
    Aber hey, Frau Gross liefert sicher noch den dritten Teil ihrer PR Aktion grin
    *palmface*

  • Toerpe Zwerg

    Wer könnte denn ernsthaft gegen Gleichberechtigung aller Menschen sein? Die Semantik bleibt beim Feminismus aber ein Problem. Eine Neudeutung des Terminus ist nicht zu stemmen. Der Feminismus gründet in der Bewegung, die krassen Benachteiligungen von Frauen in der Gesellschaft zu beseitigen bzw. andersrum die ungerechtfertigten Privilegien von Männern zu schleifen (hier bin ich überzeugter Feminist). Feminismus beschreibt nicht das Bestreben nach Gleichheit der Geschlechter sondern dasjenige nach Beseitigung von Nachteilen des weiblichen Geschlechts. Hier hat der Feminismus seinen (nicht Ihren wink) wertvollen Platz. Man kann nicht “Gender” fordern und gleichzeitig Inklusion des Männlichen in den Terminus Feminismus propagieren. Diese ist so nicht angelegt und wäre eine Vergewaltigung der Sprache. Der Feminismus soll bleiben, was er tatsächlich ist: Eine Bewegung zur Beseitigung von Nachteilen, mit welchen Frauen immer noch konfrontiert sind in unserer Gesellschaft (und noch viel mehr in anderen Gesellschaften), also ein Pro-Frau Terminus. Es wäre darüber hinaus hilfreich, wenn Feministinnen und Feministen auch die Benachteiligungen des männlichen Geschlechts auf ihre Agenda hieven würden und sich nachweislich auch für deren Beseitigungen einsetzen würden. Hierfür muss zwingend ein anderer Terminus geschaffen werden, welcher Inklusion transportiert.

    Nachsatz: Meines Wissens ist die Schweiz das einzige Land der Welt, in welchem die (ausschliesslich männlichen Stimm-) Bürger mittels Abstimmung den Frauen das Stimmrecht einräumten.

  • marie

    nicht ganz. liechtenstein genau gleich anno domini 1984.

  • Nica Rother

    Passend dazu: “Weil ein #Aufschrei nicht reicht – Für ein Feminismus von heute” von Anne Wizorek, erschienen bei Fischer. Dürfen wir da von Clack eine Rezension erwarten? Wäre spannend…

  • Reto B.

    Das ist ja der Brüller… Da läuft gerade ein Privatkrieg auf Amazon über das Buch. 27 Leute geben ihm 5 Sterne, 40 einen Stern, dann gibt es noch 2 die 2 Sterne geben. Das Buch ist erst seit 2 Wochen draussen. Und die Rezensionen werden von etwa (659 von 857 Kunden) gutgeheissen. Kurz es geht um Maskulisten und Feministen. Was abgeht, in etwa aus Maskulistensicht hier beschrieben: http://man-tau.blogspot.de/2014/10/amazongate-wie-anne-wizorek-einen.html mit dem schönen Titel #amazongate

    Echt ich muss das Buch gar nicht lesen (was offensichtlich die meisten der Rezensierenden auch nicht getan haben), die Rezensionen reichen mir völlig…

  • Sportpapi

    Hm, Marie. Ich bin sicher, die 40 Seiten wären sehr spannend. Und vielleicht finde ich darin wirklich etwas, was mit der weiblichen Einstellung zum Frauenstimmrecht vor 1959 zu tun hat. Noch lieber wäre es mir allerdings, sie würden diese Belege einbringen, wenn es sie denn gibt. So funktioniert nämlich üblicherweise eine Diskussion. Mit fundierten Argumenten, gerne mit Quellenangabe zu vertieftem Studium. Aber nicht Quellenangaben ohne Argumente und Inhaltsangaben.

  • Reto B.

    Und dann gibt es noch die unschöne Geschichte von Appenzell, welches sich 1990 dagegen entschied und mit einem Bundesgerichtsentscheid gegen das männliche Stimmvol “zur Räson gebracht werden musste”. Ergo würde ich das nicht allzu sehr herausposaunen, der Schuss könnte nach hinten losgehen.

  • Sportpapi

    Seid ihr alle sicher, dass unsere Mütter und Grossmütter 1959 wirklich mehrheitlich ein Frauenstimmrecht befürwortet haben? Dazu gibt es übrigens eine nach wie vor amüsante Hörgeschichte vom “Spalebärg 77a”

  • marie

    na ja, es gibt heute noch frauen, die sich “unmündig” verhalten(fühlen). aber ich persönlich finde, dass man wenigstens die möglichkeit hätte schaffen können, dass frauen selbst hätten bestimmen können, ob sie wählen wollten oder nicht (das hätte dem liberalen gedankengut entsprochen). bis ‘71 galten alle fauen als an und für sich de jure unmündig (sie mussten ja noch die ehegatten fragen, ob sie ein eigenes bankkonto eröffnen durften, oder arbeiten…); und dies widersprach dem liberalen gedankengut.
    aber hauptsache sportler hinterfragt mal wieder, um seine duftmarke zu setzen…

  • Sportpapi

    Eben, marie: Die Frauen hätten 1959 selber wählen sollen, ob sie künftig stimmberechtigt sein wollen oder nicht. Auf das Resultat wäre ich gespannt gewesen…
    Und ja, der Sportler hinterfragt mal wieder. Finde ich halt besser, als einfach irgendwelche Wahrheiten zu verkünden, aus heutiger Zeit, mit Blick höchstens zum eigenen Nasenspitz. Aber bitte, jede/r wie er/sie kann oder will.

  • marie

    wählen???? wählen????
    über ihren tunnelblick kann ich mich nur immer wieder entrüsten! …aber hauptsache sie hinterfragen (wo es nix zu hinterfragen gibt – es war und ist peinlich. und lässt mich dann spätestens bei diesem thema die schweizer demokratie hinterfragen. aber ich lasse das mal.)
    obwohl in der bundesverfassung 1959 “alle schweizer bürger dürfen wählen” stand, durften frauen – eben – NICHT wählen. deshalb dürften frauen nicht wählen. frauen waren auf die gnade der männer angewiesen; sagt einiges über diese männer aus und eben, sagt auch einiges über die damalige cher verfassung aus. hinterfragen sie mal die, sportler – und es war und ist keine bibel, sie begehen kein sakrileg.

  • Sportpapi

    Ok. Einfache Menschen haben gerne einfache Wahrheiten. Und am liebsten gar keine Fragen, die irgendwie diese einfachen Wahrheiten hinterfragen könnten.
    Auch wenn es vielleicht nicht in Ihren Schädel hineingeht: Es waren nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen, die es als nicht nötig empfanden, dass Frauen auch abstimmen und wählen sollten. Das heisst keineswegs, dass ich – zumal heute – gegen ein Frauenstimmrecht bin.

  • Klaus

    “Allerdings verfügt der Feminismus meines Wissens nach nicht über eine finanzstarke Lobby, die einen solchen Marketingstreich monetär stemmen könnte.”
    Naja. Die Alice Schwarzer hat als feministische Herausgeberin feministischer Pamphlete scheinbar genug verdient, um ihr Vermögen als Schwarzgeld unversteuert ins Ausland zu schaffen.

  • Klaus

    Bezeichnend ist doch, dass die Feministen ein Problem mit Maskulinisten haben. Wenn sie wirklich überzeugt sind, dass Feminismus selbstlos Ungleichheit auf der Welt beiseitige, sollten sie dem Maskulinismus das ebenso zugestehen.
    Ich persönlich finde diese -ismen einfach bloss lächerlich.

  • marie

    sie polemisieren sportler – eine demokratie, welche sich schon immer gebrüstet hat, liberales gedankengut zu verkörpern, hat dabei ihr grösster pferdefuss einfach ignoriert. nämlich den menschen die freiheit einzugestehen, selber zu entscheiden, ob sie wählen wollen oder nicht… aber was solls, wenn sie finden, dass wir den herren der schöpfung die füsse küssen müssen, damit wir kreuzchen machen dürfen, dann… eben, peinlich.
    aber sie dürfen gerne mit sich selber polemisieren. aber sie dürfen sich auch gerne mit der geschichte des frauenstimmrechtes beschäftigen, sehr interessant übrigens!
    ich hab’s nicht so mit wahrheiten, grundsätzlich nicht – ich betrachte die ihrige nämlich nicht als meine und ich habe selbst keine wahrheiten, nur sichtweisen (aber ich weiss, es könnte kompliziert werden für sie). aber offenbar ist ihnen die ihre ja so wichtig, dass keine anderen sichtweisen zulassen – deshalb ihr tunnelblick.

  • Reto B.

    Nun, die Frage per se finde ich noch interessant. Da muss doch irgendeine einigermassen repräsentative Umfrage bei den Damen gemacht worden sein, ob sie das denn selber wollten. In Anbetracht der Sachlage (Waadt und Neuenburg kannten schon das Frauenwahlrecht) wäre wohl eine Zustimmung zu erwarten. Aber es gab eben auch die anderen: “So meinte ein Mann in einer Umfrage des Schweizer Fernsehens, dass Frauen ihren Platz im Haushalt und in der Armenpflege hätten, nicht aber in der Politik. Auch seine Ehefrau betonte, eine Frau gehöre in die Küche und in den Haushalt.” Nun, die Abstimmung ging 33-66 aus, aber schon Victor Hugo sagte: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.”

  • Sportpapi

    @Reto: Im von mir erwähnten Hörstück hiess es am Schluss im Duet zwischen Ruedi Walter und Margrit Rainer: “Gänd uns die Sürmel s Stimmrächt nöd, isch uns das einerlei, dänn stimmed mir halt umso dütlicher dihei.”
    Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass nur die Männer damals die Politik als Männerangelegenheit sahen. Zumal das Stimmrecht viel eher noch als Stimmpflicht (und damit Informationspflicht) verstanden wurde als heute.
    @Marie: Wäre schön, sie würden vermehrt verschiedene Wahrheiten oder von mir aus Sichtweisen zulassen. Ich sehe immer nur wie heftig sie reagieren, wenn jemand ihre Sichtweise hinterfragt bzw. Alternativen aufführt.
    Wenn Sie natürlich diskutieren möchten, was eine gute Demokratie ist, und ob ein Frauenstimmrecht da zwingend dazugehört, ja dann beantworten sie einfach andere Fragen als die, die ich gestellt habe. Aber ausweichen und ausweiten war ja schon immer eine ihrer bevorzugten Strategien.
    Wenn Sie sich schon mit der Geschichte des Frauenstimmrechts befasst haben. Ja dann erklären Sie uns doch mal die Haltung der Frauen(-gruppen) 1959 und 1972.

  • marie

    wenn ihr schon rumplaschaggen wollt (weniger an reto) aber v.a. an sportler! lest mal max imbodens “helvetisches malaise”. imboden nahm ein bge in den 50ern (in sachen frauenstimmrecht) zum anlass, dieses pamphlet zu schreiben.
    dann diskutieren wir weiter.
    ihnen reto wünsche ich einen schönen tag, sportler viel vergnügen bei der weiterbildung!

  • marie

    kleines korrigendum:
    “imboden nahm ein bge in den 50ern (in sachen frauenstimmrecht) zum anlass, dieses pamphlet zu schreiben.” nicht nur, aber u.a. auch.

  • Exuperantius

    ein bisschen off-topic: und gleichzeitig zerstören wir – die menschheit (or manhood?) – unseren planeten systematisch, führen kriege und benehmen uns so, als gäbe es kein morgen (da könnte man sich jetzt fragen, ob es in einer matriarchalischen struktur anders wäre). und ich frage mich, weshalb. ich frage mich auch, weshalb es nicht klar ist, dass frauen und männer gleichwertig sind. wirklich. und als nächstes frage ich mich, ob wir daran überhaupt etwas ändern können? im sinne von fuck it.
    als nächstes stelle ich fest, dass globale probleme nur von unten her gelöst werden können. bottom-up. stichwort umweltschutz, völkermorde, die ausbeutung von menschen – schlimm, ja, aber ändern können wir das nicht einfach so. wir müssen doch unten anfangen und unsere verhaltensweisen reflektieren (frauen und männer. heforshe, sheforhe—> all together!) um uns schliesslich zu ändern. gehören wir nicht zu den anpassungsfähigsten lebewesen auf diesem planeten? darum ist die diskussion um gleichbehandlung aller menschen so wichtig. mehr denn je. genau so wichtig, wie das entsorgen von batterien. grosse diskussionen, die das allerkleinste betreffen, trotz ihrer tragweite. auch wenn batterien im vergleich dazu winzig sind, wie die erde ein staubkorn im universum ist. 
    it’s the little things that count.

    ich bin übrigens, wenn es denn einen terminus gäbe, der die gleichheit beider geschlechter beinhaltete, femaskulinist! macht auch mit, ist super!

  • Reto B.

    Wieso nicht Emanzipation: Der Ausweg der Menschen aus dem fremdbestimmten gesellschaftlichen Käfig. Unabhängig ob es jetzt von der Ungleichheit der Frauen oder der Männer oder der Kinder oder sonst irgendwas ausgehend ist. Da alle gleichberechtigt sein sollen, ist auch nicht die Ungleichberechtigung der einen prioritär vor den anderen.

  • Tomas

    Reto: Einfach köstlich grin
    Aber keine Angst, dem Dumpfbacken- Feminismus tut es keinen Abbruch, der ist aus Teflon ziemlich Argumenteresistent. Seine einzige Chance ist es zu verhindern dass die Dinge beim Namen genannt werden, und das weist die gute Pute, deshalb will sie keine sachliche Diskussion.

  • Dirk

    Feminismus ist, wenn Frauen andere Frauen unterdrücken, um mehr Macht zu erlangen.
    http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Ein-TShirt-blamiert-Prominente/story/22981311

  • Felix

    Diese Feministinnen wollen doch einfach ihre Pfründe mehren. Dazu ist Ihnen die Unterdrückung von anderen Männern und Frauen das passende Instrument.

Lesen Sie auch: