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Schafft es die nächste Generation?

Sheryl Sandberg, COO von Facebook, fordert Frauen auf, ambitiös zu denken.

Von Annett Altvater

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In Harvard studierte sie Wirtschaft, für die Weltbank leitete sie Gesundheitsprojekte, sie war Beraterin bei McKinsey und arbeitete unter Bill Clinton als Generalstabschefin im Finanzministerium. Von Google holte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sie 2008 in sein Unternehmen, wo Sandberg das operative Geschäft leitet und für Umsatzwachstum sorgt. Keine Frage, Frau Sandberg gehört zu den erfolgreicheren Wirtschaftsfrauen. Und dieser Erfolg fiel ihr offensichtlich nicht einfach in den Schoss, sie arbeitete hart dafür, heute im Silicon Valley zu arbeiten.

In ihrer Grundsatzrede anlässlich der Abschlussfeier am Barnard College sagte sie denn auch, wie ungewohnt es sei, in einem Raum mit so vielen Frauen zu sein. Sie wies auf die unbegrenzten Möglichkeiten hin, die vor den Absolventinnen lägen. Doch sie warnte auch, dass das Gleichstellungsversprechen nicht gleichbedeutend sei mit Gleichstellung. «Männer regieren die Welt.»

«Meine Generation wird dieses Problem nicht lösen.» Denn obwohl Frauen an den Universitäten seit 1981 die Hälfte der Studierenden stellen, hat sich an der Machtverteilung in Wirtschaft und in Regierungen nicht viel getan. «Nur, wenn wir in unseren Regierungen, unseren Unternehmen und an den Universitäten tatsächliche Gleichheit bekommen, können wir damit beginnen, das Problem unserer Generation zu lösen, das da heisst: Gleichstellung. Wir brauchen Frauen auf allen Positionen, auch an der Spitze, um sicherzustellen, dass die Stimmen der Frauen gehört statt ignoriert werden.»

Aber Sandberg ist auch überzeugt, dass die Lücke zwischem dem, was Männer erreichen und dem, was Frauen schaffen, nur gestopft werden kann, wenn Frauen auch bereit sind, ihre Ambitionen ebenso hoch zu schrauben wie Männer es bereits tun. «Die Führungskraft gehört denen, die sie sich nehmen.» Momente der Selbstunterschätzung kenne sie selbst nur allzu gut. Dann müsse sie sich wieder ermahnen, sich auf die Schulter zu klopfen und an sich selbst zu glauben. «Denn ich sitze neben einem Typen, der sich für fantastisch hält», sagt sie mit Blick auf ihren Chef Mark Zuckerberg.

Eine der wichtigsten Karriereentscheidungen sei es, sich den richtigen Partner auszusuchen, der bereit ist, die beruflichen und persönlichen Herausforderungen mitzutragen. Doch bevor an Kinder und Familie überhaupt zu denken ist, ist es unnötig, sich darüber Gedanken zu machen und die Karriere danach auszurichten. Sie fordert, sich reinzuhängen, so lange es geht – um dann eine wirkliche Entscheidung treffen zu können.

Sandbergs Motivationsrede an die jungen Frauen, sich hohe Ziele zu stecken, ist inspirierend, und genau das sollen Abschlussreden an Menschen, die einen neuen Teil ihres Lebens beginnen, auch sein. Doch nicht alle Gedanken werden der Realität gerecht. Die Hürden, die Mütter im Berufsalltag überwinden müssen, sind nach wie vor hoch – sowohl in den USA als auch in der Schweiz. Hierzulande wird noch immer finanziell bestraft, wer die Kinderbetreuung outsourct, mal abgesehen davon, dass damit auch die gesellschaftlichen Erwartungen verletzt werden. Kommt dazu, dass einer Frau mit Ambitionen die Sympathien nicht unbedingt zufliegen.

Trotz aller Zukunftsmusik und mancher unrealistischen Forderung wäre es wünschenswert, wenn sich mehr Frauen die Rede anschauen (http://www.youtube.com/watch?v=AdvXCKFNqTY) und nach der Frage leben: «Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?»

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Kommentare

  • Herbert Hiller

    Solange der Heiratsmarkt für die Frau attraktiver ist als der Arbeitsmarkt wird sich wenig ändern! Da können die Feministinnen noch so zetern!

    wink

  • Herbert Hiller

    “”«Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?»”“

    Eine sogenannte rhetorische Frage, die ich als gender-gefühlte Frau nur so beantworten kann:

    Wenn ich keine angst gehabt hätte wäre ich stark, mutig und toll. Da ich aber die Hose voll habe vertraue ich auf die Quotensänfte, die mich hoch hieven wird.
    Mist aber auch, dass ich Höhenangst habe!
    wink

  • Bernd Kraut

    Ich bin leider nur ein minderwertiger Y-Chromosomentraeger und deshalb nicht zu Mut oder sozialer Kompetenz faehig 🙁
    Gott hat leider alle positiven menschlichen Eigenschaften den Frauen geschenkt!

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