Clack

Lachen verboten!

Der Quotenmann ärgert sich über den bitteren Ernst in der Genderdiskussion und die daraus folgende Humor-Scharia. Und erklärt, warum nur totalitäre Gedankensysteme das Lachen fürchten.

Von Réda Philippe El Arbi

Twittern

Geschlechterkampf und Genderdiskussion sind eine ernste Sache. Es wird mit Argumenten gefeuert wie mit Kanonen: Die immergleichen Kugeln in unterschiedlichen Kalibern. Versöhnlichkeit wird als Verrat bestraft. Es geht schliesslich um die «richtige Gesinnung». Und es darf nicht gelacht werden. Respektive, es darf nur über Dinge gelacht werden, die geprüft und für moralisch sauber befunden wurden.

Sexismus darf zum Beispiel nicht ironisch beleuchtet werden, ohne dass die selbsternannten und selbstgerechten (Gender)-Moralwächter kommen und die Scharia der Political Correctness anwenden. Man beschnuppert einen Spruch erst wie ein Drogenhund nach möglichem unkorrektem Inhalt, bevor man sein Gesicht wahlweise zu einem unspontanen Lachen oder einer Maske der Empörung verzieht.

Ob es nun ein Werbespot ist, ein Blondinenwitz oder eine Tennisspielerin, die sich liebevoll über eine Kollegin lustig macht, sofort stehen Humorzensoren da und schreien lauthals, dass man das nicht darf. Und jedes Grüppchen hat seine ureigene Ansicht, worüber man nicht lachen darf. 

Bei Kolumnen mit ironischem Ansatz kommt es zu verletzten und weinerlichen Kommentaren. Zu moralischen Aufrufen, bei denen man quasi die vor selbstgerechter Empörung zitternden Stimmen hören kann. Und anstatt zuzugeben, dass sie den ironischen Ansatz nicht verstehen, sprechen diese Humortaliban den Inhalten die Witzigkeit ab.

Und ehrlich, es geht nicht um Humor. Es geht auch nicht darum, dass einige Leute gewisse Sachen nicht lusitg finden. Es geht darum, dass Leute es nicht vertragen, wenn über Werte, die sie mit Herzblut, Klauen und Zähnen vertreten, gelacht wird. Es geht um Ideologie, -ismus und um die Infragestellung solcher absoluten Werte. Aber genau das ist wichtig! Lachen hat etwas Anarchisches, das es immer wieder möglich macht, die eigenen Werte zu überprüfen und zu hinterfragen.  Nur absolute, unmenschliche Gedankesysteme fürchten das Lachen. Und Menschen, die sich und ihre Ansichten bei Weitem zu ernst nehmen. Und natürlich die Betroffenheits-Hausierer, die aus Prinzip alles schrecklich finden und am Liebsten dauernd unverbindliche, nichts verändernde Tränen über den Lauf der Welt vergiessen würden.

Mich ganz persönlich erinnert das an die Typen, die als Reaktion auf Mohammend-Karrikaturen Häuser niederbrannten und Leuten mit dem Tod drohten. Es ist nicht dieselbe Liga, aber dieselbe Empfindlichkeit. 

Wer etwas nicht lustig findet, ok, der muss nicht lachen. Wer aber Witze über bestimmte Themen verbieten will, der ist verblendet. Nur totalitäres Gedankengut fürchtet sich vor Humor. Ausserdem: Bei mir persönlich ist es ein Zeichen von Respekt, wenn ich mich über etwas oder jemanden lustig mache. Erst dann trau ich dem Gegenüber Humor zu. Für mich ein Massstab der persönlichen Reife.

Liebe Humormoralisten, wenn wir über gesellschaftliche Themen nicht mehr lachen können oder dürfen, haben wir bereits verloren. Dann brauchen wir uns gar nicht mehr um moralische Integrität, Gleichberechtigung oder Zivilisation zu bemühen.

Réda Philippe El Arbi ist Mitinhaber der Kommunikationsagentur SeinSchein, Autor, Geschichtenerzähler, Stadt-Blogger bei Züritipp/newsnet.ch, Haustiersitter und war kurze Zeit Herausgeber des Zürcher Satiremagazins «Hauptstadt». Er schreibt, weil er nicht anders kann.

(Visited 96 times, 1 visits today)
Quotenmann


Kommentare

  • Tomas

    Reda: genau. Keine Idee ist perfekt.
    Erst durch hinterfragen kann ich Qualität eines Entwurfes erörten und allenfalls beweisen. Wenn ich jegliches Hinterfragen verbiete, erreiche ich das Gegenteil. Die meisten totalitären Regime haben zuerst immer die Intelligenzija liquidiert, weil sie wussten, dass die nie aufhört Fragen zu stellen.

  • andrea

    und wenn r.e.a sagt etwas ist lustig, dann müssen alle lachen, weil sonst sind sie ganz schrecklich humorlose ähm taliba n. aha. hingegen: kritik ist nur begründet wenn r.e.a der selben meinung ist, sonst ist es verletzend. aha. so einfach ist die welt. und wenn man kritisiert wurde und es einen verletzt hat, dann macht man einen bitterbösen blogpost über die bösen kritiker, und anhand der klicks ist dann ja klar messbar wer recht hat

  • Réda Philippe El Arbi

    Ach Quatsch, Andrea, lesen Sie wenigstens den Text richtig. Es geht nicht darum ob jemand etwas lustig findet. Es geht darum, ob Irgendwer daherkommen kann und sagen darf: “Darüber darf man keine WItze machen.”

    Aber vielleicht sind Sie ja ein Fan von Humorkontrolle. Als nächstes käme dann das Ende der Redefreiheit und dann die Gedankenkontrolle, gell.

  • marie

    schon mal darauf gekommen, dass humor nicht gleich humor ist? es gibt keinen universellen, globalen humor, den ALLE lustig finden. und humor haben auch nicht alle, geschweige denn selbstironie, um die es ja schlussendlich geht wink und sich über jemandem lustig machen, ohne dass jemand selbstironie hat, geht nun mal gar nicht. einverstanden?

  • Reda

    Nein, nicht einverstanden. Sonst wäre Humor als politisches Instrument und als Werkzeig der Hinterfragung obsolet. Wenn man sich nur über die Leute lustig machen darf, die das auch verstehen, ist Ironie und Humor nur noch Unterhaltung. Da kann man sich auch ein Witzbuch kaufen.
    Natürlich gibt es keinen globalen Humor, zum Glück nicht. Und genau deshalb sind die Leute, die anderen vorschreiben wollen, was witzig ist und was nicht, Menschen mit Hang zu totalitärem Gedankengut. Wer sich selbst so ernst nimmt, dass er nicht mehr über sich lachen kann, ist eine Gefahr für die Gesellschaft und hat faschistoide Tendenzen. Wer sich oder seine Anliegen so wichtig nimmt, läuft Gefahr, ein Fanatiker zu sein.

  • marie

    bin absolut mit ihnen einverstanden. aber ich hoffe, dass ihnen auch aufgefallen ist, dass immer wie weniger grundsätzlich humor/selbstironie besitzen? ich meine grundsätzlich! (denke da an gewisse politiker, ich denke da an gewisse promis, an vorgesetzte – die dann vom mitarbeiter auch noch verlangen über seine doofen sprüche zu lachen – usw… diese tendenz ist grundsätzlich festzustellen. für mich ist die einsicht fascho-tendenz ohnehin seit langem feststellbar, nicht nur am fehlenden humor!)
    aber ich bleibe dabei, wer keine selbstironie/keinen humor hat, der sollte auch keine sprüche über ander klopfen, denn über etwas/jemanden lachen ist ein himmelweiter unterschied zu jemandem/etwas der lächerlichkeit preisgeben (das tun idr solche ohne humor/selbstironie). ganz einfach.

  • marie

    tipp: gehen sie mal in den mamablog heute und gehen sie mal lesen, was gewisse (die “gegner”) so schreiben.
    genderdebatten werden selten humorvoll geführt, weil es offenbar für viele ein ernstes thema ist. obwohl ich heute morgen nach der lektüre laut gelacht habe und ich das vorgehen absolut witzig fand, und mutig!
    viel vergnügen.

  • Tomas

    Kann ich unterschreiben, den Bezug zu den Karrikaturrächern emfinde ich seit jeher genau so. Es gibt nur diese zwei Gruppen, die so allergisch und Furorerfüllt auf jeden Ansatz von sie selbst betreffenden Humor reagieren.

    Für mich gilt, dass egal für welche Sache ich mich einsetze, wenn ich es nicht fertigbringe dabei über mich selbst lachen zu können, muss man die Sache selbst grundsätzlich in Frage stellen..

  • The Damned

    Neulich bei Mario Barth gesehen: Sein Tea-Shirt (braun) mit güldenen Versallettern ‘MÄNNER SIND SCHULD’. Eine Bewegung, die sich schon so treffend zusammenfassen lässt, muss sich langsam ernsthaft Gedanken darüber machen, ob sie gesellschaftlich noch relevant genug ist, um ernst genommen zu werden. Und, by the way: Lachen hat ‘den Mächtigen’ schon immer am meisten Angst gemacht. Die Entstehungsgeschichte von Tierfabeln ist in diesem Zusammenhang noch witzig…

  • Tomas

    Bin voll bei Ihnen, Reda.
    Ich komme aus einem totalitären Regime, und es gibt an ihrem Text nichts, was für mich nicht stimmen würde. Die Machthaber waren bei uns immer in Panik, weil sie genau wussten dass sie die meisten Witze über sich nicht verstanden, sie konnten nie alles zensurieren, am Ende lachte sich das Ganze Theater fast kaputt so oder so. Es ist ein Ausdruck von Ohnmacht und Verzweiflung, wenn man prophylatktisch gleich alles verbietet, was nicht die gleiche Sicht der Dinge zum Ausdruck bringt (wie zu beobachten bei den “Optimierungsfiltern” bei anderen Blogs)

  • Nathalie Sassine-Hauptmann

    Das werde ich wohl unterschreiben müssen. Umschrieben habe ich es schon: http://blog.wireltern.ch/artikel/sarkasmus-ade/

  • Philippe Wampfler

    Meine Kritik an den hier verlinkten Artikel und am darin ausgestellten Humor hat nichts mit Verboten zu tun, sondern mit der Feststellung, dass Humor Ausdruck einer Haltung ist. Nicht alle Menschen lachen über dasselbe, weil nicht alle Menschen dieselbe Haltung haben.
    Kritikern vorzuwerfen, sie seien humorlose Talibans, währen man selber halt nur so sprühe vor Humor, Respekt und Lebensfreude – das ist doch gerade die selbstgerechte Haltung, die anderen abspricht, was man sich selber zuschreibt. 1/2

  • Philippe Wampfler

    Ich will niemandem das Lachen verbieten. Aber möchte sie auffordern, darüber nachzudenken, worüber sie denn genau lachen und weshalb. Diese Aufforderung kann man ablehnen. Aber deswegen muss man mir nicht vorwerfen, Verbote aufstellen zu wollen und humorlos, verletzt oder irgend etwas zu sein. Das ist ein jämmerlicher Umgang mit Kritik.  2/2
    [btw – der Spam-Filer von Clack ist kaputt. Schon länger.]

  • marie

    für dass es hier um humor geht, wird doch recht verbissen “diskutiert” wink (nur reine feststellung…)

  • michèle

    wer keine kritik erträgt, erschlägt die kritikerinnen mit *kose*namen.
    humor hat viel facetten. grobschlächtiges sich-lustigmachen und sauglattismus sind angeblich zwei davon.
    übrigens: am meisten gelacht, habe ich aber über die selbstverliebtheit zwischen den zeilen.
    aber keine bange: mein gelächter bleibt hier fern.
    ich lache lieber aus vollem herzen – über mich und mit anderen.

  • Roger

    Mit dem Humor, ist das so eine Sache. Nicht jeder hat den gleichen Sinn für Humor. Ein Beispiel;  “Wir lachten früher über Karl Dalls, Jux-Telefonate, in Verstehen Sie Spass? Letzte Woche,  wurde eine englische Krankenschwester Opfer eines solchen Anrufs.  Sie hat sich umgebracht.” Ich bin der Meinung, alles hat seine Grenzen, sogar der Humor. Verletzend, wenn man weiss, dass die Betroffenen, genau diese Art von Humor , nicht ausstehen können. Aus Provokation oder Dummheit, Muslime in ihrer Religion zu beleidigen, gilt auch für gläubige Christen, finde ich persönlich erbärmlich und abstossend.

  • Reda

    … keine Bange, uch bin praktizierender Narzisst. Ich liebe es, wenn Menschen über meine Selbstverliebtheit lachen. Ist mir allemal lieber, als wenn sie mich nicht hinterfragen. smile

  • Tomas

    Es gibt ein guter Humor, schlechter, kluger, farbloser und geschmackloser. Es gibt solcher, den ich selber lustig finde und auch den anderen. Aber darum geht es hier gar nicht.

    Es geht darum, wie ich generell mit Humor umgehe, das mich oder etwas wofür ich einstehe betrifft. Ich kann darüber lachen, falls ich es lustig finde, oder auch nicht, ich kann mich sogar ärgern oder es ignorieren, gleichgültig hinnehmen.

    Oder kann ich generell verbieten, dass über mich, ein gewisses Thema oder Sachverhalt Witze gemacht werden. Ich kann beim Verstoss mit einem Mob losziehen und Strassenzüge niederbrennen. Oder ganz bierernst Protestdemos organisieren. Oder bei einem Blog ganz einfach alles, was irgendwie subversiv tönt ausfiltern, weil.

    Verstehen sie den Unterschied?

  • Reda

    Lachen schürt Zweifel. Und Systeme und Gedankenwelten, egal ob politisch oder religiös, die keinen Zweifel zulassen, sind totalitär und faschistisch. Ich verletze lieber die Gefühle einer solchen Gruppe, als dass ich zulasse, dass ihre Art der Gedankenpolizei in unserer Gesellschaft Fuss fasst.

  • Reda

    Philippe, lies doch nochmals unsere Diskussion auf meiner Wall nach.

  • Philippe Wampfler

    Eben gemacht. Dort steht meiner Meinung nach nichts von dem, was du meinst, es stünde dort. Aber du darfst gerne zitieren, wenn ich mich täusche.

  • Michaela

    Gratulation Réda! 28 Kommentare (nun 29) für eine einzige vernünftige Aussage mit rund einem duzend Beleidigungen geschmückt. Wobei der gewalttätige Islam auch hier mal wieder als bildhafter Vergleich herangezogen wird: „Scharia der Political Correctness“, „Humortaliban“ und nicht zu vergessen, die verhassten „Typen“ mit den Mohammed Karikaturen, die es wagten, über das goldene Kalb der Meinungsfreiheit zu lästern (Réda, auch das ist eine Ideologie). Da nie gesagt wurde, für welche Quote der Quotenmann eigentlich eingestellt wurde, kann man das veröffentlichen, sollte man aber nicht. Und ja, so empfindlich bin ich, dass ich dies verurteile. Sehr sogar.

  • Reda

    Stimmt, du hast nirgends explizit diese Art von Humor verbieten wollen. Und der Subtext ist nicht “Das sollte verboten sein” sondern “Das ist böse”. Ist für mich eigentlich entlarvender …

  • Reda

    Hm,. “das goldene Kalb der Meinungsfreiheit” Das sagt wohl alles über ihr Verständnis von Zivilisation. Der nächste Schritt wär dann wohl Gedankenkontrolle?

    Nein, Meinugsäusserungsfreiheit, Pressefreiheit und viele andere Grundwerte sind stärker als Ideologien. Wenn Sie das nicht einsehen, wenn Sie keine Gefahr darin sehen, dass Menschen anderen MEnschen vorschreiben wollen, was Sie zu denken und zu sagen haben, dann tun Sie mir wirklich leid. Ob ichs nun mit harten WOrten oder mit seufzender Stimme sag: Mir machen solche Leute Angst.

  • Philippe Wampfler

    Warum sagst du dann, irgend jemand wolle etwas verbieten, wenn es nicht stimmt?
    (Und mein Subtext ist: Da sollte man mal drüber nachdenken. Und nein: Das ist kein Befehl, eine Empfehlung, oder gar: Ein Vorschlag. Aber diesen Vorschlag hab ich jetzt mehrmals abgebracht und du gefällst dir darin, deinem treuen Publikum dieselben Floskeln vorzuhalten und deinen Kampf gegen Windmühlen fortzuführen, anstatt Themen konstruktiv anzugehen. Deshalb: Verabschiede ich mich mal vorerst.)

  • Pixel

    Kann Ihnen nur recht geben. Die Schweiz insbesondere ist ein äußerst humorloses und unentspanntes Land. Allerdings: diesen Satz hier finde ich trotzdem etwas seltsam “Bei mir persönlich ist es ein Zeichen von Respekt, wenn ich mich über etwas oder jemanden lustig mache”. Also egal wie ich das biege und wende, wenn sich jemand über mich lustig macht interpretiere ich es zuletzt als respektvoll…

  • Réda Philippe El Arbi

    Wenn ich Ihnen zutraue, über sich selbst zu lachen, gestehe ich Ihnen geistige und emotionale Reife zu.

  • andi

    test

  • andi

    höre ich da einen jammernden verletzten unterton? kann ich gar nicht, weil das hier keinen ton hat sondern nur text ist, richtig? typischer fall von projektion, oder? nicht “lesen sie doch richtig”, sondern “schreiben sie halt richtig”. ich bin sicher, ich amüsiere mich über meine texte auch mehr als derjenige, der bei anflugsweisen kritik die immer selben rhetorischen tricks bringt.  schön, dass neuerdings kritische meldungen überhaupt zugelassen werden.

  • Reda

    @Andi: Jetzt blasen Sie sich aber auf. smile Was bitte sollte an einer Kritik, die Form und Autor angreift, aber nicht ein Fitzelchen Argument zum Inhalt bringt, so schwierig sein, dass wir es nicht durchlassen?

    In dieser Kolumne diskutiert der Autor mit, immer. Und da dies meine Kolumne ist, werde ich sie schreiben, wie ich will. Sobald sie veröffentlicht ist, darf jede/r allen Schwachsinn hineininterpretieren, der gerade im Kopf herumspukt. Das ist eben das Los als Autor. Aber wenn jemand den Kontext oder den Subtext nicht versteht, liegts nicht daran, dass er nicht da ist. Sondern am fehlenden Verständnis. Ich kann damit leben. Die Leute, dies nicht verstehen, wissen aber noch nicht mal, dass sie damit leben müssen. Das tut mir echt leid, wirklich. Ich schwör. 😀

  • Michaela

    Nein Reda, es geht überhaupt nicht um Gedankenkontrolle. Meinungsfreiheit ist wertvoll und schützenswert. Jedoch ist es nicht der höchste aller Werte. Die eigene Freiheit hört da auf, wo die Freiheit anderer Menschen beginnt. Wo meine Meinung also andere Menschen verletzt, verleumdet, beschimpft, haben andere Menschen das Recht, dass ich schweige. Trotz Bewegungsfreiheit ist es mir ja auch nicht erlaubt, mich morgen in deinem Haus niederzulassen. Wenn ich es trotzdem tue, weil ich auf meiner Bewegungsfreiheit beharren will, ist dies absurd oder kindlich oder eben ideologisch. Also einverstanden, es geht um ein stetes Hinterfragen absoluter Werte und das hätte im Fall der Mohammed Karikaturen auch für die Meinungsfreiheit gegolten. Wer dies vor lauter Ideologie in solchen Fällen aber nicht sehen will, betet gewiss zum goldenen Kalb, statt zum eigentlichen Heiligtum. Und Menschen die partout die Grenzen ihrer eigenen Freiheit leugnen, darf man gelegentlich daran erinnern, ohne dass dies irgendjemandem Angst machen muss.

    Doch was ich eigentlich sagte, ich muss es wohl wiederholen: Dass das Klischeebild des Islams als gewalttätige und totalitäre Religion mit Wortkreationen wie „Scharia der Political Correctness“ und „Humortalibane“ herhalten muss, um deine kaum vorhandene und thematisch vollkommen unabhängige Message zu übermitteln ist sehr unfair. Dies verurteile ich. Und gerne hätte ich dazu deine Rechtfertigung gelesen.

  • Philippe Wampfler

    »Diese Aufforderung kann man ablehnen.« Dann denkst du halt nicht nach. Viel Spass dabei!

  • Philippe Wampfler

    Der Punkt ist ja der, dass gar niemand gesagt hat, man dürfe über etwas keine Witze machen – dass das aber das einzige ist, was du, Reda, deinen Kritikerinnen und Kritikern vorwerfen kannst, dass sie humorlos seien und etwas verbieten wollen. Egal ob das stimmt oder nicht.

  • pixel

    Sry Reda, still don’t get it. Aber einigen wir uns doch darauf, dass wir genau darüber lachen können. grin

  • Michaela

    Ich schreib: „Ich mag Schokolade“ und gelesen wird: „Alle Menschen dürfen von nun an nur noch Schokolade essen.“ Warum macht man hier so was?
    Nein, Ich bin nicht für Gedankenkontrolle, habe nie etwas über mein Verständnis von Zivilisation gesagt, finde nicht, dass man allen Menschen das Lachen verbieten soll und nein, ich bin auch nicht dafür, in der Schweiz die Scharia einzuführen. Wenn es Ihnen das Leben angenehmer macht, hindere ich natürlich niemanden daran, zu glauben, dass dem so ist. Schliesslich bin ich für die Glaubensfreiheit. (So viel zur absurden Interpretation von Freiheitsrechten.)
    Nochmals: Ich fordere Inhalte, dafür weniger Beleidigungen und keine Überzeugungstechniken, die sich der Islamophobie bedienen. Gerade wenn der Artikel ja mit dem Islam nichts zu tun hat.

  • alam

    Lachen ist o.k, auslachen nicht. So lernen es die Kinder. Warum soll dieser einfache Grundsatz nicht für Erwachsene gelten?

  • Reda

    Ganz einfach, weil Ironie und Satire sowohl politische wie auch menschliche Werkzeuge gegen gefährliche Tendenzen sind.

  • Reda

    Naja, ziemlich originell, mir Islamophobie vorzuwerfen. Hat mir ein Schmunzeln entlockt, merci smile

    Und ich Vergleiche selbstgerechte Moralisten mit selbstgerechten Moralisten, wenn sie auch, wie ich im Text schrieb, nicht in derselben Liga spielen.

    Wenn Sie aber so empfindlich sind, was meine Ausdrucksweise, meine Vergleiche und meine Matephern angeht, sollten Sie mich vielleicht eher nicht mehr lesen. Überspitzung ist eines meiner Lieblingsinstrumente, um Zusammenhänge und Tendenzen zu verdeutlichen. Das sollten Sie inzwischen gemerkt haben.

    hihihi, islamophob. chrchrchr. Haben Sie mal überlegt, woher mein Name kommt?

  • Reda

    Liebe Katharina, was SIe da schreiben, macht im Bezug auf Logik überhaupt keinen Sinn. Wenn Sie den Text gelesen hätten, wär Ihnen viiiiieleicht aufgefallen, dass da steht:
    “Und ehrlich, es geht nicht um Humor. Es geht auch nicht darum, dass einige Leute gewisse Sachen nicht lusitg finden.”

    Es geht um Leute, die anderen vorschreiben wollen, über was sie lachen dürfen.

    Lesen UND verstehen ist von Vorteil bei meinen Texten.

  • alam

    Ironie und Satire ist nicht das gleiche wie auslachen. Ein gutes Beispiel haben Sie selbst genannt: Wenn eine flache Tennisspielerin sich öffentlich über Williams’ Kurven lustig macht ist das für Williams nicht lustig. Begreifen Sie das wirklich nicht? Warum sollte Williams über ihren dicken Hintern lachen? Genauso fängt beispielsweise Mobbing an.

  • Michaela

    Erstens werfe ich nicht vor, dass sie dies sind, sondern dass ihre Überzeugungstechnicken sich daran bedienen. Ist zu unterscheiden. Zweitens nicht originell Reda, sondern sehr offensichtlich. Und drittens: Überspitzung mag ich. Sehr sogar. Aber finden Sie einen einzigen aussagekräftigen Satz mit rund 13 Beleidigungen und etwas Talibanen und Scharia geschmückt nicht auch eine etwas überspitzte Überspitzung? Auch Stilmittel brauchen etwas Geschick bei der Anwendung.
    Eigentlich mochte ich ja auch den einen zentralen Gedanken ihres Artikels. Wirklich. Aber ich mag nicht seine Wortwahl und noch weniger mag ich Ihre Kommentare zu den Kommentaren. Vielleicht bin ich wirklich zu empfindlich und harmoniebedürftiger Mensch, als dass ich mich dieser Kanonenfeuerei aussetzen könnte (ob es dann tatsächlich Argumente sind mit denen gefeuert wird, mag ich ja bezweifeln). Aber gut.

  • Aylin

    “Klischeebild als gewalttätige und totalitäre Religion”. Sie sind also der Meinung, die Taliban seien eigentlich “gar nicht so gewaltätig und totalität” und die guten oder was? Sie denken, die Scharia ist ganz in Ordnung?

    Jede Religion, ausser vermutlich das Judentum, ist totalitär und missionarisch. Das gerade die Scharia sehr gewaltgefärbt ist, ist eine Tatsache. Hier geht es nicht darum, auf dem Islam herumzuhacken, hier geht es darum die komplette humorfreiheit mit Dingen die einem nicht passen zu demonstrieren.

    Nach ihrer Logik dürfte eigentlich keiner mehr Witze machen. Irgendwo auf der Welt gibt es bestimmt Blondinen, die sich von Blondinenwitzen beleidigt fühlen. Witze mit Nationen (Ein Schweizer, ein Deutscher und ein Engländer gehen in die Bar…) sind absolut ausgeschlossen, es könnte sich ja eine der Nationen angegriffen fühlen. Witze mit/über Religionen wären sowieso unmöglich.
    Mit Humor pisst man meistens irgendwem ans Bein. Aber wie Reda schon sagt: Wahre grösse zeigt sich darin, dass man auch darüber lachen kann. Oder einfach augenrollend ignorieren.

  • Katharina

    Es kommt halt immer drauf an, wer welche Meinung ausdrückt.
    Auch Herr Reda misst mit zwei verschiedenen Ellen: Wenn er Andersdenkende als “Talibane” u.ä. bezeichnet, ist das Humor. Wenn jemand anders das nicht lustig findet und es auch noch sagt, dann ist das totalitär.

  • andi

    jetzt hast du aber den überblick verloren r.e.a. mein kommentar bezog sich auf den inhalt. du hörst die anderen verletzt und mit zitternd weinerlicher stimme texten, schreibst du.  so eine stimme kann man durchaus auch in deine texte interpretieren, sowohl im blogpost selber als auch in den kommentaren. anderen immer vorwerfen sie interpretieren schwachsinn, aber selber nichtmal im kopf haben was man selber geschrieben hat.  an deine adresse gerichtet hakst du das unter beleidigung ab, während es von dir selber geschrieben unter satire läuft oder unter scharf beobachtet. ja das ist wirklich lustig, habe herzlich gelacht.

  • Monica Carrara

    “Muslime in ihrer Religion zu beleidigen…” Ach ja? Und wie erbärmlich und abstossend ist es sich selbst, seine Religion und seine moralischen Werte so weit über die der anders denkenden zu erheben, dass es mich berechtigt unbeteiligte und fremde Personen so mir nichts dir nichts in die Luft zu jagen??? Da wäre etwas Humor und Selbstkritik mehr als angebracht, um ein Ventil zu haben, bevor ein Unglück passiert. Religion und ihre Glaubenkriege ist/sind der Anfang vom Ende. Gegen blinden Fanatismus hilft nur Liebe und Toleranz und das gilt für alle, nicht nur für die ewig toleranten auch für die ewig Hass erfüllten!

  • claudia

    ist das denn satire oder ironie oder sarkasmus, wenn man sich selber so gar nicht hinterfragen lässt oder gar selbst hinterfragt, sondern nur die anderen der humorlosigkeit bezichtigt, und sie gedankenpoliziten nennt wenn sie nicht gleicher meinung sind und über das selbe lachen. und sich selber als darstellt als jemand der sich selber hinterfragt. selbstdarstellung ist lustig, aber so verbissen verteidigt riecht sie nach altem lappen

  • Katharina

    Ich sehe in dieser Diskussion nur Sie, Réda, der anderen vorschreiben möchte, was sie lustig zu finden haben. Lachen auf Befehl Herrn El Arbis?
    Und wenn wir schon dabei sind (und da Sie das so gerne von anderen einfordern): Wo lacht eigentlich Herr Réda über sich selber? Ist das bisher einfach nicht vorgekommen oder sind wir humorrestistenten Emanzen einfach zu borniert, um den feinen Humor noch erkennen zu können?

Lesen Sie auch: