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Erfolg neu definiert?

Karriere allein macht nicht glücklich. Der Glaube daran, dass sie sich mit einem ausgefüllten Privatleben vereinen lässt, ist bei Führungskräften weltweit erstaunlich intakt. Wer es schafft, gilt als erfolgreich.

Von Clack-Team

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Erfolg ist, alles zu haben. Das zeigt eine neue internationale Studie des Beratungsunternehmen Accenture mit dem Titel «Defining Success» für die 4100 Führungskräfte in 33 Ländern befragt wurden. 70 Prozent der Befragten – Männer und Frauen – glauben, dass eine erfolgreiche Karriere und ein erfülltes Privatleben Erfolg ausmachen. 

Work-Life Balance vor Geld und Autonomie

Eine ausgeglichene Work-Life Balance wird als das wichtigste Kriterium bei der Definition von Erfolg genannt, noch vor Geld, Anerkennung oder Autonomie. Das klingt vernünftig. Die Frage stellt sich aber, wie sehr sich Führungskräfte da auch von der medialen Diskussion beeinflussen lassen. Etwa von Frauen wie Sherryl Sandberg, die scheinbar spielend den Spagat zwischen Beruf und Familie schafft und dabei auch noch Zeit findet ein Buch zum Thema zu schreiben, das nächste Woche erscheint. Oder es ist tatsächlich eine neue Generation am Ruder, die aus den Fehlern ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger gelernt hat und die Prioritäten anders setzt. 

Alles zu seiner Zeit

Auf den ersten Blick straft die Studie auch Zweiflerinnen wie Anne-Marie Slaughter Lügen, die letztes Jahr die Diskussion entfachte, ob Mütter wirklich alles haben können. Auf den zweiten Blick zeigt sich ein differenzierteres Bild. So geben in der Studie auch rund die Hälfte der Befragten an, dass sie bereits einmal einen Job ablehnten, weil sie um die Auswirkungen auf das Privatleben fürchteten.
Adrian Lajtha von Accenture sieht die Tendenz, dass die Definition von Erfolg sich im Lauf einer Karriere verändert, «für viele Leute haben Karriereziele und persönliche Prioritäten zu unterschiedlichen Zeiten Vorrang». Er zeigt sich überzeugt, dass Firmen innovative Wege finden, um ihren Mitarbeitenden in diesen Phasen zu unterstützen.

Nicht alle sind optimistisch

Ganz so optimistisch sind die Arbeitnehmenden etwa in den USA nicht. Knapp ein Drittel der Befragten fühlt sich von den Unternehmen wenig unterstützt, wenn es darum geht, Stress zu verhindern. So berichtet das Wall Street Journal von der neusten Studie der «American Psychological Association» und kommt zum Schluss: «Zuviel Arbeit, zuwenig Geld und nicht genügend Gelegenheiten für den Aufstieg stressen die Leute am meisten». Der grösste Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich darin, dass Frauen deutlich mehr belastet, dass sie das Gefühl haben, nicht adäquat bezahlt zu werden.

Neue Technologien und ihre Doppelrolle 

Eine wichtige und zwiespältige Rolle spielen bei beiden Studien moderne Technologien. die es drei Vierteln der befragten Führungskräfte ermöglichen flexibel zu arbeiten, was von 80 Prozent als sehr wichtiges Krriterium gesehen wird, für die Work-Life Balance. Auf der anderen Seite konstatieren 70 Prozent, dass die neuen Technologien dafür sorgen, dass das Arbeitsleben im Privatleben präsent ist. Da nähern sich die beiden Studien auch wieder an. In der amerikanischen Studie nannten mehr als 30 Prozent die neuen Technologen als wichtigen Stressfaktor – unabhängig vom Geschlecht.

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