Clack

Eine erwachsene Affaire

Wieso lange um den heissen Brei reden, wenn frau Sex will? Clara Ott erklärt, wie man sich aus dem romantischen Dickicht befreit und als Erwachsene eine Affaire lebt. Eine Sex-Beichte.

Von Clara Ott

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«Du bist prüde!», warf mir vor einem halben Jahr mein bester Freund vor. «Ich find’s geil, wenn mir eine Frau ein Video von sich schickt, in dem sie es sich selbst macht.» Damals habe ich ihn dafür ausgelacht. Weil ich den Gedanken absolut armselig und peinlich fand, dass ihm seine aktuelle Affäre ein aufreizendes Video aufs Handy geschickt hatte und dann noch während der Arbeit. Bitte! Bis dahin hatte ich nämlich immer laut gelacht, wenn mir ein Mann geschrieben hatte, dass ich ihm ein Nacktfoto schicken sollte. Ich war immer elegant um «dirty talk» in Sms oder Emails gekurvt, denn nichts schien mir langweiliger, als einem Kerl Tage vor einem Date meine schmutzigen Fantasien mitzuteilen. Also, bitte!

«Ich würde niemals einem Kerl Nacktfotos von mir schicken. Und Videos schon gar nicht!» Behauptete ich damals, denn bis dato hatte ich tatsächlich jegliche Versuche von Männern elegant abgewehrt, wenn Sie mich nach Nacktfotos gefragt hatten. Kein einziger Mann hatte mir bis dahin Fotos von seinem Schwanz geschickt und wenn, dann hätte ich herzlich laut darüber gelacht. Ich hielt mich wahrlich nicht für prüde, aber jegliche Sex-Sms für stillos und unterwürfig.
«Schickst du Typen etwa nie heisse Sachen?», wollte er wissen, was mich echt empörte.
«Quatsch! Ich schreibe lieber, dass wir knutschen werden, was ‚Sex zwischen den Zeilen’ ist.»
«Knutschen? DAS ist peinlich! Bist du sechzehn, oder was? Männer wollen nicht knutschen. Wir wollen Sex! Wir wollen auch keinen erotischen ‚Zwischen den Zeilen’-Talk. Oder sagst du beim Sex auch nicht, was du willst?»

Sex-Talk ist nicht niveaulos, sondern sorgt erst für Niveau

Ich zwifelte plötzlich mein ganzes Verständnis von Sex im Erwachsenenleben an. Es ging ja nicht nur um Affären, sondern darum, wie ich mich als sexuell aktive Frau sah und verkaufte. Und bisher offenbar weit unter meinem Wert. Langsam dämmerte mir nämlich, dass mein künstliches Rarmachen in sexueller Hinsicht mir zwar nicht geschadet hatte, aber so richtig aufregend war mein Sexleben deswegen auch nicht.

Ich fühlte mich plötzlich unsicher wie ein Teenager, dessen Vokabular sich um «Heavy Petting», «Zungenkuss» und «vorzeitigen Samenerguss» dreht. Aber bisher liefen meine Affären ja auch irgendwo so! Beispiel: eine Sex-Affäre hatte mir jahrelang niemals offenherzige Sex-Nachrichten geschrieben, sondern immer höflich «Bist du unterwegs?» gefragt. Und das war auch gut zu gewesen, weil es für mich irgendwie einer Entzauberung gleichgekommen wäre. Dachte ich! (Lesen Sie auch: Der Quotenmann geht fremd)

Meine erste Erwachsenenaffäre

Und nun entzauberte mich ein 38-jähriger Kumpel, in dem er mir vor Augen führte, dass ich eine 33-jährige und offenbar prüde Single-Frau war. Ab dann begann ich daran zu zweifeln, ob ich wirklich eine so taffe, lässige Affärenfrau war. Ob ich mit meinen 33 Jahren eine erwachsene, coole und selbstbewusste Frau war, die mit ihrem Körper und Sexleben im Reinen war und die es offen zeigen konnte. Und ich musste zugeben, dass ich da Nachholbedarf hatte. Was war die Lösung? Ich wollte mich bei nächster Gelegenheit darauf einlassen.

Schon Wochen später bekam ich die Chance. In Form eines Mannes, den ich schon länger kannte, der jedoch bisher immer liiert war. Jetzt nicht mehr. Wir hatten immer gemailt, doch plötzlich begann er sich vorsichtig vorzutasten, was bei mir so mit den Männern los war. «Ich hab total lange nicht mehr geknutscht», antwortete ich ihm, weil ich noch unsicher war. «Knutschen? Ich bin 39, ich will Porno! Und damit meine ich geilen Sex und kein Kaffeetrinken und lange rumlabern», lautete seine Antwort, womit die Aussage meines besten Freundes eindrucksvoll bestätigt worden war. Seine Direktheit irritierte mich daher nur kurz. Ich verstand endlich, dass Männer viel weniger Lust auf dieses «Krieg ich sie oder krieg ich sie nicht»-Spielchen haben, als wir Frauen immer denken. Er schreibt offen über Sex? Er will Sex! Also liess ich mich endlich darauf ein. «Ach, ich meinte auch Knutschen auf der Rückbank eines Taxis, während ich auf dem Mann sitze und der Taxifahrer stillschweigend seinen Segen gibt, dass wir nach dem Aussteigen wild vögeln», schrieb ich. Keine Minute später fragte er mich, ob ich Lust auf Sex mit ihm hätte. Er war keineswegs der erste Mann, mit dem ich mich verabredete und wo beiden von Beginn an klar war, dass was laufen würde. Aber er war der erste Mann, wo beide von Beginn an mit offenen Karten spielten. (Lesen Sie auch: Die heimliche Maitressen)

Karten auf den Tisch, Hosen runter und trotzdem hohe Erwartungen

Plötzlich fiel dieses ganze, enervierende und romantische Herumgesäusele weg. Und es liess Raum für das, was ich bisher als albern oder unnötig betrachtet hatte. Sex-Talk, erotische Nachrichten, nennen Sie es, wie Sie wollen. Wir jedenfalls nutzten die zwei Wochen bis zur Verabredung, um uns ganz offen und deutlich zu zeigen und zu schreiben, was wir erwarteten, was wir machen wollten, was wir uns wünschten und was wir erhofften. Er schickte mir Fotos von sich, was tatsächlich spannend und erregend war. Schliesslich hatten wir uns ja noch nie nackt gesehen! Und deswegen bekam er ohne Zögern Fotos meiner Brüste und anderer Körperpartien. Ich merkte, dass ich mich selten mehr auf einen One-Night-Stand gefreut hatte. Weil es diesmal konkrete Vorfreude war und keine romantische Ungewissheit auf eine Affären-Rumknutscherei. Was ich bisher als diffuse Überraschungen betrachtete hatte wurde nun zu einem greifbaren Abenteuer. Und trotzdem keienswegs öde. Ganz im Gegenteil.

Erwachsen sein heisst, seinen Körper zu kennen

«Du glaubst es nicht!», erzähle ich meinem besten Kumpel, «aber ich habe jetzt eine richtige Erwachsenenaffäre! Ein Mann und ich schicken uns total anzügliche Sms und Foto. Ich traue mich schon gar nicht mehr, mein Handy rumliegen zu lassen!»
«Herzlichen Glückwunsch!», freute sich mein Kumpel. «Ist gar nicht so peinlich oder unangenehm, was?» Natürlich lachte er mich trotzdem aus. Und er wollte Beweise, die ich ihm verwehrte. «Nee, das zeig ich dir nicht. Aber sei sicher, dass der Sex super wird, nach den vielversprechenden Fotos.»
«Hauptsache, du denkst das auch, wenn der Kerl vor dir steht», warf mein Kumpel ein. Und ich überlegte kurz, was wäre, wenn es nicht so sein würde. «Dann gehe ich eben.» Denn auch das war erwachsen. Sagen, was man will. Und auch, was man nicht will. Weil es ja eine respektvolle und keine unterwürfige Affäre war.

Sex zu fordern hat mit Genuss zu tun

Wieso es erwachsen ist, sich eindeutige Sex-Nachrichten zu schreiben oder Nacktfotos statt zweideutiger Nettigkeiten? Wieso Nacktfotos respektvoll und trotz Leistengegend auf Augenhöhe sind? Weil man selbstbewusst seine Wünsche äussert. Weil man seine Erwartungen formuliert und seine eigenen Grenzen und die des anderen ausloten kann. Weil jeder Erwachsenen ab einem gewissen Alter mit seinem Körper (und allen Makeln) im Reinen sein sollte Weil man weiss, was einen antörnt und was eben nicht so. Weil beide offen kommunizieren, dass sie Sex und keine Kinder wollen. Und jeder für sich weiss, dass Sex auch ausserhalb einer festen Partnerschaft kein niveauloser Konsum sein muss, sondern durchaus Genuss sein kann. (Lesen Sie auch: Die Pornstar-Falle)

Datensicherer, virtuelle Sextalk

1. Aufpassen mit automatischen Uploads: Sie liegen in der Badewanne, drapieren Schaum um Ihren Körper, drücken mit dem Smartphone ab und wollen das Bild speichern. Und haben kaum einmal zuviel auf den Touchscreen gedrückt und schwupps ist das Foto in einer Foto-Community wie Eyeem, Instagram oder direkt auf Ihrem Facebook-Account online! Mit Herzstillstand können Sie es dann nur schnellstmöglich löschen und hoffen, dass niemand Ihrer Freunde in dieser Minute online war. Achten Sie darauf, dass Sie in Ihrem Smartphone solche automatischen Uploads ausgeschaltet haben und immer mit ruhigem Händchen knipsen. 

2. Vorsicht mit «recycelten» Badewannenfotos: Wenn Sie ein iPhone besitzen, dann haben Sie sicherlich die neueste Software darauf. Die sortiert seit kurzem alle Fotos in „Sammlungen“, was bedeutet, dass alle Fotos nach dem Entstehungsdatum geordnet werden. Und dank Ortungsdienst wird sogar angegeben, wo genau das Foto aufgenommen wurde! Bedeutet im Umkehrschluss für Sie: Natürlich dürfen Sie auch ein sexy Foto von sich aus dem vergangenen Sommerurlaub an eine neue Affäre schicken. Aber passen Sie auf, wenn Sie behaupten, dass Sie heute Abend baden, aber stattdessen ein Badewannenfoto aus dem letzten Winter schicken. (Abgesehen davon, dass diese neue iPhone-Kontrolle für Seitensprünge und feste Beziehungen noch ganz andere, gefährliche Folgen hat, die einen eigenen Artikel verdienen würden…!)

3. Wählen Sie das sicherste Kommunikationsmedium: Kennen Sie den Moment, in dem Sie bei Facebook mit mehreren Menschen gleichzeitig chatten und aus Versehen ins falsche Chatfenster rutschen? Passiert, aber kann bei anzüglichen Zeilen äusserst unangenehm werden. Bei einer Email müssen Sie natürlich auf die korrekte Emailadresse achten und sollten aus diesem Grund ohnehin die Autovervollständigung ausschalten. (Hilft auch im Büro bei unfreiwilligen Emails an Vorgesetzte.) Am Besten für hocherotischen Chat oder Sexfotoverkehr sind daher immer noch Sms (oder iMessage und WhatsApp). Allerdings sollten Sie immer mal wieder Ihren Nachrichteneingang löschen. Man weiss ja nie. Falls Sie an der Sex-Kommunikation hängen, machen Sie einfach Screenshots oder schicken sich bei „WhatsApp“ den Chatverlauf als Email. Sicher ist sicher.

4. Diskretion ist (fast) alles: Wenn Ihnen Ihr aktueller Flirt Fotos seines Hinterns ins Meeting schickt oder Sie im Restaurant mit Ihren Freundinnen sitzen und er Ihnen eindeutig verrät, was er nachher noch mit Ihnen anstellen will, dann schmunzeln Sie, aber zeigen Sie die Sms nicht herum. Seien Sie erwachsen! Rumzeigen dürfen Sie fremde Babyfotos oder nervige Sms Ihrer Mutter, aber entzaubern Sie doch Ihr eigenes Sexleben nicht. Er wird es auch nicht tun. Zu 99 Prozent.

5. Respektieren Sie andere Fantasien: Egal, ob Sie den anderen erst seit einem Abend kennen oder mit ihm verheiratet sind: akzeptieren Sie seine erotischen Fantasien, seine geheimen Sehnsüchte, eventuell plumpen Ausdrücke oder uninspirierten Fotos. Er knipst nur sein bestes Stück? Lassen Sie ihn halt, es wird seine Gründe haben. Vielleicht mag er seine behaarte Brust nicht oder findet Fotos von Kerlen in der Badewanne – zu recht – wenig männlich. Und wenn er auf Sex in der Öffentlichkeit steht, reden Sie ihm diese Dinge nicht aus, nur, weil es nicht Ihre Träume sind. Guter Sex basiert vor allem auf Kompromissen und gegenseitigem Respekt. Im Bett, aber eben auch ausserhalb. Und Sie wollen ja auch nicht ausgelacht werden, wenn Sie ihm schreiben, was Sie mit ihm anstellen wollen.

6. Nutzen Sie Sex-Talk, aber vergessen Sie den Sex nicht! Alles schön und gut, wenn Sie sich vorher Fotos schicken und grosse Sex-Versprechen. Oder danach. Schliesslich ist diese sexuell antörnende Kommunikation vor und nach Sex genau dafür da: alles aufzufangen, was beim tatsächlichen Sex eben nicht passiert. Dazu gehören neben unbändiger Sehnsucht, Verlangen und Ungewissheit eben auch das offenlegen Ihrer Fantasien und klare Wünsche. Beim Sex dürfen Sie dann aber gern einfach den Mund halten – schliesslich wissen Sie ja jetzt Bescheid, was der andere will. Also, geniessen Sie den hoffentlich super Sex, der Ihre Erwartungen erfüllt. Und seien Sie erwachsen genug, wenn der andere leider doch ein mieser Knutscher ist!

Sexualität


Kommentare

  • daniela p.

    verstehe ich richtig? das sind die super tipps von jemandem der noch gar nicht mit der praxis angefangen hat? beim sex den mund halten? wieso denn? und “er” wird die heissen bilder niemandem zeigen? aha? ich glaube da ist an jemandem die sexting kampagne total vorbeigegangen. ach, das machen nur teenies, erwachsene würden das nieeee… aua

  • The Damned

    Man kann es drehen und wenden wie man will: Wir sind einfach kein leidenschaftliches Volk. Die richtige Mischung macht die Musik: CH + CH? Lieber nicht. Aber CH + XX, das ist schon sehr vielversprechend. Erst Kontraste machen das Leben bunt und lebenswert! Ich hatte in meinem ganzen Leben nur wenig mit hiesigen Frauen zu tun. Ich mag sie gut. Zum reden. Zum zusammen arbeiten. Auf einen Drink vielleicht. Aber mehr nicht. Uns ist das Herz, nein, nicht in die Hose gerutscht, sondern ins Hirn, genauer: Mitten in die Ratio hinein! Wie uncool: Da gehört es nicht hin! Sondern in die Hose. Auch zumindest. Manchmal. Öfter. Andererseits meint mein australischer Kollege, es gäbe nichts besseres, als hiesige Frauen: Und so kriegt jeder, was er will!

  • Carolina

    Mit einem Mann (schreibe dies aus weiblicher Sicht, gilt natürlich auch für Frauen), der seinen nackten Hintern und andere Teile seines Körpers per sms/mail/facebook verschickt, wäre ich sehr, sehr vorsichtig. Ist in der heutigen Zeit so dermassen gefährlich, dass einer, der das ignoriert, entweder extrem doof ist (andererseits: dumm f…. ja angeblich gut) oder so ich-fixiert bzw triebgesteuert, dass er kaum die Erfüllung eines feuchten Traumes sein wird, denn es geht ihm ja nur um seine eigenen….. Nico unten hat absolut Recht.

  • Franky

    Da stellt sich nun nur noch die Frage: War der Sex denn nun so gut oder nicht?

  • marie

    1. diese form von sexualität sollte nicht zum dauerzustand verkommen – denn sonst verliert es den aspekt des genusses und das ist ja definitiv nicht das ziel.
    2. nur solange mitmachen, wenn es ihnen wirklich lust und genuss verschaft und im richtigen moment abspringen, sonst könnte es duster werden.
    3. machen sie ihre lust und ihren genuss nicht nur davon abhängig, männern zu gefallen. es muss ihnen gefallen (8-tung: gratwanderung).
    4. mir kommt das wort prüd in diesem zusammenhang eigenartig vor. sich dieser form von sexualität zu verweigern, hat nicht immer mit prüderie zu tun. es gibt durchaus auch andere gründe. und ich finde diese sollten durchaus angesprochen werden. als 33 jährige sollte ihnen dies bewusst sein.
    grüsse einer nicht romantikerin.

  • trox

    Wahrscheinlich Geschmacksache. Mich persönlich schreckt das ab. Es ist weder anregend noch lustfördernd. Frauen, die sich etwas zurückhaltender geben sind für uns Männer doch weitaus interessanter. Diese Plattheit und Dreistigkeit nimmt oft jeglichen Reiz. Zumindest meine eigenen Erfahrungen mit diesen “Hosenrunter, ich will Sex”-Weibern verlaufen rasch im Sand. Es braucht auch ein bisschen “brenn die Mauer nieder, zeig mir dein Herz”

  • claudia

    den kindern sagen wir, sexting sei gefährlich. die erwachsenen rufen wir dazu auf… und in puncto prüderie sehe ich das gleich wie marie.
    btw: whatsapp ist in sachen datenschutz eine einzige katastrophe. nur so als input.

  • Héloise

    Einfach mal so in den Raum gestellt. Wo ist eigentlich Reda?

  • marie

    oh wichtigste regel vergessen: VERBINDLICHE regeln abmachen, an die man sich halten muss.

  • Tomas

    Beim Sex ist alles erlaubt, was beiden Spass macht, und dass wir Männer mit zunehmendem Alter nicht so viele Umwege mögen ist wohl eine Tatsache. Nur zur Ergänzung: nicht alle Männer verlangen im Voraus Bildchen, ich würde es nicht unbedingt als Erwachsenennachweis sehen grin Ich zum Beispiel mache sie zu gegebener Zeit lieber selber. Einerseits kann ich es als Fotograf viel besser, andererseits finde ich, dass das bisschen Überraschung darf ruhig sein.
    Allerdings, eine gute Bekannte schickt mir ohne entsprechende Absichten zu hegen seit Jahren ihre Upskirt- Fotos zu. Das hat sich so ergeben wegen einem Kunstprojekt das ich mal am laufen hatte. Ist trotzdem jedes mal eine nette Überraschung grin

  • Nico

    7. Verschicken Sie nur Bilder, die Sie auch selbst im Internet publizieren würden, denn dort landen diese mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später.

  • Tomas

    Natürlich hat Nico Recht grin
    Nur, in der Realität heisst das lediglich, dass man bei Bildern von gewissen Körperteilen nicht gleichzeitig das Gesicht mit aufs Bild nehmen muss – zumindest solange man nicht ein Mindestmass an Vertrauen dem Gegenüber aufgebaut hat und der Selbsterhaltungstrieb einigermassen intakt ist.
    Denn ums Vertrauen zueinander geht es in diesem Spiel sowieso vordergründig, die Bildchen – sofern man auf sie steht – sind eher Nebenschauplatz.
    Natürlich kann jedes (JEDES!) Vertrauen gebrochen werden, das macht die Sache ja wohl erst so spannend. Denn erst wenn man das Gefühl hat jemanden gefunden zu haben dem man bedingungslos vertrauen kann, macht die Sache überhaupt längerfristig Sinn.
    Deshalb ist es ja für die meisten von uns mit zunehmenden Erfahrungen so schwer, sich jemandem zu öffnen. Deshalb sind die ersten Liebschaften ein Leben lang von einem Hauch einer mit Selbsaufgabe getränkten Schicksaalshaftigkeit umgeben, den man später so nie mehr erlebt smile

  • Carolina

    Tomas, ich halte es für gesund, einen Rest von Nichtvertrauen beizubehalten, sogar bei einem sehr geliebten Menschen.
    Sich jemandem öffnen zu können, ist eben auch mit Risiken verbunden, wenn man es, wie heute möglich, öffentlich macht. Wenn jemand wirklich meint, er könnte diese für eine Cyber-Ewigkeit abschätzen, bitte sehr. Aber dann bitte nicht jammern, wenn irgendwann dieses (jugendliche und damals geile) Gehabe wie ein Bumerang zurückgeflogen kommt.

    Ihr letzter Satz: klingt schön, habe ich so tatsächlich nie erlebt. Selbstaufgabe, auch der Hauch davon, war mir schon immer ein Horror – bitte aber nicht verwechseln mit Hingabe!

  • Jonas

    !

  • Dominique

    Mir ist unwohl beim Lesen des Artikels “Eine erwachsene Affäre”, (falls er ernst gemeint ist), die Frage ist weshalb genau: nehmen wir mal folgenden Satz aus dem Text: “Es ging ja nicht nur um Affären, sondern darum, wie ich mich als sexuell aktive Frau sah und verkaufte”. Es ist aus meiner Sicht nicht nur ein sprachliches Problem, wenn sich eine Frau überlegt, wie sie sich optimalerweise “verkauft”: es deutet darauf hin, dass sie sich von aussen betrachtet und damit selber zum Objekt macht, das sich möglichst attraktiv verhalten muss, um “cool und selbstbewusst” zu wirken. Selbstbewusst wäre aus meiner Sicht eher, sich gar nicht solchen Teenager Gewohnheiten anzupassen, wer Lust hat Fotos zu versenden und damit auch Gefahr laufen möchte, z.B. auf Facebook dann veröffentlicht zu werden, kann das natürlich machen. Mit erwachsenem Verhalten hat das aber nicht viel zu tun. Erwachsen heisst aus meiner Sicht u.a.: respektvoll mit sich, den anderen und den eigenen Grenzen umgehen. Wie heiss eine Affäre wird, bestimmt nicht das viruelle Vorspiel sondern lediglich der konkrete Kontakt, mit Haut und Haaren; wenn wir jemand nicht riechen können, wird das Vorspiel mit ausgetauschten Fotos womöglich nachträglich zu einer Handlung, die wir lieber wieder rückgängig machen möchten. Meine Empfehlung: wenn es sich um eine Person handelt, der man aufgrund von gesammelten Erfahrungen vertraut, mag das Austauschen von Bildmaterial eine erotisierende Ergänzung sein, bei Leuten, die man nicht gut kennt, rate ich davon ab.

  • Küde

    Wenn man sich 2 Wochen vor einem Date auszutauschen beginnt wer was mit wem anstellen will, muss man einfach verdammt aufpassen dass man die Erwartungen des anderen überhaupt noch erfüllen kann wenn’s dann soweit ist.

  • Meret

    Soll das jetzt eine bahnbrechende erkentnis sein? DAS dürfte doch mittlerweilen allen klar sein. Und wissen sie was? Als durchaus erwachsene und mehr oder minder selbstbewusste Frau ist es mir auch – sie entschuldigen – scheissegal, ob die bildchen, auf die ich eigentlich schon ganz stolz bin, danach im web sind oder nicht. Der Typ – entschuldigung nochmal – das Arschloch, das die Fotos hochgeladen hat, hat sich selbst demontiert und ist damit auch erledigt. Man könnte ihn (oder sie, himmel, geht ja auf beide seiten) sogar anzeigen, wenn man unbedingt will

    ..und was soll da jetzt genau das Problem sein?

  • Sexterin

    Ich weiss nicht, mit welchen erwachsenen du so verkehrst, daniela. Lass dir aber von jemandem gesagt sein, dessen Teenagerzeit noch nicht so lange vorbei ist: Erwachsene tun das weniger. Nicht “nicht”. Aber deutlich weniger. Weil man nicht vor seinen Kumpels cool sein muss. Weil man die Fotos für sich hat und nicht um die erwähnten Kumpels zu beeindrucken. Gilt für Frauen genau gleich.

  • Alexa

    Ich bin absolut begeistert von diesem Artikel!
    Ich bin seid 4 Monaten Single und ja, als Single Frau ist es doch noch schwer eine gute Affäre zu finden. Bis anhin waren es einfach 3 One-Night-Stands und doch wollte ich probieren ob sich der eine villeicht für eine Affäre eignen würde. Zum Glück habe ich diesen Artikel gelesen, der mir Mut gemacht hat. Der wichtigste Punkt ist “Trau dich” auch mal was zu schreiben, dass du bis anhin nicht gemacht hast. Mein One-Night-Stand, wir nennen ihn nun Fabian, hat mir vor 2 Tagen eine SMS geschrieben ob ich was los habe am Abend. Mit viel Mut habe ich mich dann endlich getraut einfach frei heraus zu schreiben, ob er Lust hat mit mir heute auf sein Zimmer zu gehen. Prompt die Antwort “Klar doch” von Fabian. Also ich sags euch allen, dass funktioniert echt! Frei heraus und einfach sagen auf was man bock hat!

  • Clara

    Liebe Alexa,

    das freut mich sehr! Viel Spaß weiterhin und alles Liebe
    Clara

  • Clara

    Absolut…und soviel sei verraten: ER konnte die Erwartungen nicht erfüllen.

  • Clara

    Stimmt, man muss aufpassen. Und auf das “Gentlemen’s Agreement” vertrauen, dass ja eben beide Fotos haben….

  • Clara

    Nein.

    wink

  • Jorge

    Guter Artikel, obwohl Clara und Meret wohl noch nie selber Opfer einer ungewollten Veröffentlichung heikler Bilder wurden. Das kann man jetzt prüde nennen, aber was soll daran reizvoll sein, wenn mein Gegenüber bereits zu Beginn weiss, wie ich nackt aussehe?

    Ein netter Flirt am Telefon, ich werd gegoogelt, fertig.

    Abgesehen davon ist der Reiz des Wortes, wenn richtig eingesetzt, vielfach höher als plumpe Bildsprache. Warum sich derart exponieren, wenn man mit Worten das Kopfkino anwerfen kann?

  • Meret

    Naja, wenn wir mal ganz realistisch sind, dann wissen die meisten von uns, wie unser gegenüber nackt aussehen wird. Schliesslich haben die meisten von uns schon mal jemand anderen nackt gesehen. Ich weiss was du meinst, aber der Reiz vor Ort liegt ja nicht nur in der Optik, sondern in erster Linie am anfassen. Und das geht elektronisch bisher noch nicht. Und, ganz wichtig: Nur Bildchen sind lahm. Ein bisschen erotischer Text darf da schon mit. Erotischer Text will aber auch wieder gelernt sein und braucht – für mich zumindest – absurderweise mehr Mut als ein Foto.

  • Jorge

    Anfassen ist toll, da geb ich Dir absolut Recht – könnte so ein Männerding sein.

    Ich kann mir die Brüste meines Gegenübers zwar ansatzweise Vorstellen, bin dann aber trotzdem immer (!) in meiner Fantasie übertroffen, wenn ich sie dann tatsächlich zu Gesicht bekomme wink

    Was den Mut zum Text betrifft: Kommt drauf an. Wenn man mit solchen Luxuskörpern, wie wir beide zweifellos einen haben, gesegnet ist, kann Fotos schicken schon einfach sein. Mit der Anatomie eines Kartoffelsacks hingegen – nun – da würd ich auch lieber vieles der Fantasie überlassendes in Textform schicken.

    Natürlich kann man enttäuscht sein, wenn man ohne Vorherfotos den Anderen zum ersten Mal sieht, aber immerhin hat man dann ne Zeit lang tolles Kopfkino.

  • Samuel

    Realistischer Artikel, denn Mänenr sind effizient und denken logisch, deshalb will auch keiner an den ersten zehn Treffen auch jeweils drei Stunden knutschen oder dieses Kriegichsieodernicht-Spiel. Wenn Frauen wissen und deutlich sagen, was sie wollen, bekommen sie es auch viel öfter. Ihre Hinweise zur angeblich sicheren Bild- und Chatkommunikation finde ich allerdings falsch und würde ich keinesfalls beherzigen. Hierfür bietet sich vielmehr Threema oder Myenigma an.

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