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Ecopop ist frauenfeindlich

«Die Leute von da, wo der Kakao herkommt, sollen gefälligst verhüten», poltert der Ecopopper mit schokoladenverschmiertem Schandmaul. Möge ihm die Schoggi im Hals stecken bleiben, denn Ecopop legt Frauen in ökosoziale Fesseln.

Von Daniela Dambach

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Die «Deza» investierte letztes Jahr 70 Millionen Franken im Bereich der «sexuellen und reproduktiven Gesundheit», ein Menschenrecht. Die Ecopop-Initiative verlangt nun, dass die Schweiz 10% der Entwicklungshilfe-Gelder für die «freiwillige» Familienplanung einsetzt, sprich: 200 Millionen Franken für Präservative und Prospekte. Die wahnwitzige Idee zur Kanalisierung der Gelder in eine isolierte Massnahme ist von engen Stirnen umfassten Hirnen entsprungen. Denn: Aufklärung allein hilft nicht, und das Geld fehlt womöglich in anderen Bereichen wie zum Beispiel der Ebola-Bekämpfung oder der medizinischen Grundversorgung.

Der Ecopopper ist ein Egoist mit Weltrettungstarnweste.

Den ökologischen Fussabdruck auf unserem Planeten zu verringern, ist zweifelsohne ein anstrebenswertes Ziel. Vorzugaukeln, es zu erreichen, indem weniger Kinder Abdrücke ihrer Füsschen auf den Erdboden setzen, ist heuchlerisch.

Es sind unsere bourgeoisen Benzinschleudern, unsere Plastik-Pest und unsere Bonzen-Bunker mit Tropenholz-Terrasse am behaglichen Bergbächlein (verstehen die Initianten das unter «Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen»?), die dreckige Spuren auf der Welt hinterlassen.

Etliche südostasiatische oder afrikanische Länder weisen einen Ressourcenverbrauch auf, der unter dem weltweiten Durchschnitt liegt. Was nutzt es, wenn es weniger Menschen auf der Welt gibt, wenn wenige Menschen alle Ressourcen in Saus und Braus verprassen?

Der Ecopopper überschminkt den Pickel statt ihn aufzustechen.

Verhütungsmittel und Broschüren sollen zur Geburtenkontrolle dienen – willkommen bei der Posse «Symptome statt Ursachen bekämpfen». Kondome verwandeln sich auch mit einer «Schweizer Zauberformel» nicht in Trinkwasser, das die Menschen, die schon leben und nicht erst verhütet werden müssen, dringend brauchen. Kondome lehren nicht das Lesen der Aufklärungsbroschüre. Gefühlsechter Latex bricht keine patriarchalen Strukturen auf.

Er laminiert höchsten die Skepsis der Menschen gegenüber ausländischen Instanzen, die sich elitär einmischen. Wer sind wir, dass wir uns anmassen, andere zu bevormunden? Kaum eine Frau in der Schweiz würde den «Fremden» mit Kaffee und Kuchen empfangen, der sie dazu auffordert, doch die Pille abzusetzen, um dem Geburtenrückgang entgegenzuwirken – ich (selbst)bestimmt nicht!

Der Ecopopper ist ein Patriarch im scheinökologischen Achselhaarpelz.

Die Missionarsstellung mit Kondom der «westlichen Missionare» ändert nichts an der Stellung der Frau in der Gesellschaft. «Verhüterli» erlösen Frauen in Entwicklungsländern nicht vom sozialen und wirtschaftlichen Druck, möglichst viele Kinder zu gebären. Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass mehrheitlich nicht fehlende Verhütungsmittel der Grund sind, warum Frauen ihre Kinderanzahl nicht selbst bestimmen. Vielmehr sind es familiäre Zwänge, Religion oder Tradition, die sie davon abhalten, zu verhüten.

Ein rosarotes Dragée ins Zahnrad der «Gebärmaschine Frau» zu werfen, schraubt die gesellschaftliche Stellung der Frau nicht hoch, vielmehr aber die Geschäfte der Pharmaindustrie. Die Massnahmen greifen nicht, solange Gesundheitsvorsorge, Bildung und Auskommen nicht gesichert sind. Geht es den Familien besser, entscheiden sie sich frei, weniger Kinder zu haben. Da zeigen Beispiele aus verschiedenen Ländern wie Indien oder Iran. Aber zukünftig müssen die Mütter ihre Kinder wohl ohne ihren Gatten aufziehen, egal wie viele Kinder sie haben, weil ihnen die strikte Begrenzung auf 16 000 Zuwanderer pro Jahr das Nachreisen verunmöglicht.

Der Ecopopper ist ein Kolonialist mit modischem Decknamen.

Zahlreiche Kinder bedeuten für Familien in sogenannten Entwicklungsländer unter anderem dasselbe wie für uns: Eine sichere Altersvorsorge. Während Ecopop zufolge zukünftig in «kondominierten» Ländern weniger Kinder das Licht dieser verrückten Welt erblicken würden, wären es hierzulande nach wie vor zu wenige. Mit einer geringen Fruchtbarkeitsrate von 1.5 Kinder pro Frau und einer hohen Lebenserwartung von 82 Jahren öffnet sich die demografische Schere weiter und zwackt Schnitt für Schnitt mehr von der arbeitende Bevölkerungszahl ab. Sind die Baby-Boomer steinalt und schrumpelig, fehlt es an Jungspunden, die ihre Jobs besetzen.

Der Ecopopper ist der Fremdenfeindliche im grünbraunen Leinengewand.

Auf den Buckeln der hier lebenden Frauen lastet dann die Blockade der Zuwanderung, dicht gewoben auf Sündenbockwolle,  – und auf deren Bäuchen. Führt der Bund als Anreiz dann Prämien für jedes geborene Baby ein? Die Frau, welche die Schweiz von morgen produziert, stösst mit der einen Hand den Kinderwagen und mit der anderen den Rollator des Pflegeheimbewohners – irgendwer muss ja einspringen, wenn es an Personal fehlt. Wegen den Saisonniers jonglieren sie mit Lohndruck und schlechteren Arbeitsbedingungen – Gleichstellung, das war «irgendwann mal» ein Thema, aber nicht jetzt in Zeiten der Abschottung.

Prämien für Schweizer Kinder dürften ganz im Sinne der Ecopopper sein, unterscheiden sie doch durch die perfide Verknüpfung von Bevölkerungswachstum und Umweltanliegen zwischen armen Kindern des Südens, die besser gar nicht zur Welt kommen, und wertvollen einheimischen Kindern – «Schweizer Kinder, alles andere ist Beilage» oder so ähnlich.

Ein Vorteil hätte die Verhütungsmittel-Offensive: Das «Kondomobil» mit Schweizer Kreuz auf dem Heck würde irgendwo im Nirgendwo der südlichen Sahara das «Papamobil» mit wehender Vatikan-Flagge rammen, das gerade Kondome einsammelt.

Daniela Dambach ist freie Autorin und Chefredaktorin der Zeitschrift «Mis Magazin». Als Clack-Co-Chefredaktorin wird sie für Sie die schönen und die unschönen Dinge des Alltags mit spitzer Feder und rothaarigem Temperament beschreiben.

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Kommentare

  • Tomas

    Die Frauenemantipation – für die Frau Dambach und auch alle anderen Autoren dieser Blogseite, die sich zu der Ecopop Initiative bisher geäussert haben einstehen – ist eigentlich erst dann richtig in Gang gekommen als die Frau dank der Pille die Kontrolle über Anzahl und Zeitpunkt ihrer Kinder gewonnen hatte. Erst das hat ihr die Option eröffnet, gezielt eine Berufskarriere, Ausbildung, andere Lebensziele zu verfolgen. Ohne diese Option sind Frauen simple Gebärmaschinen, die jederzeit damit rechnen müssen, geschwängert und für die nächsten Jahrzehnte nur der Aufzucht der Kinder zur Verfügung zu stehen. Das was die Europäerinnen – vermutlich inklusive Frau Dambach – für selbstverständlich halten, gar für ihr Recht und Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben, will Frau Dambach den Frauen in Entwicklungsländern verwehren. Die sollen doch nach jedem ungeschützten Sex immer wieder schwanger werden, macht doch nix, die Schweiz schickt dann schon noch Entwicklungshilfe wenn sie mit ihren durchschnittlich sieben Kindern nicht über die Runden kommen.

    Von den mittelfristigen ökonomischen Folgen der freiwilligen Geburtenkontrolle ganz zu schweigen: man geht davon aus, dass der ökonomische Boom der asiatischen Tigerstaaten eigentlich exakt mit den angelaufenen Geburtenkontrolleprogrammen korrelliert. Um selbsständig den Weg aus der Armutsfalle zu bestreiten muss die Frau selber entscheiden können wieviele Kinder sie will. Nicht ihr Mann, oder Schwiegereltern, oder der Mann der sie beim Nachhauseweg vergewaltigt, sondern alleine sie. Da helfen weder Kondome, noch christliche Hilfsorganisationen die eigentlich kein Interesse daran haben dass der Elend kleiner wird, weil sie sich damit selber infrage stellen.

    Ich staune einfach, wieviel Blödsinn und Unwahrheiten im Zusammenhang mit Ecopop verzapft werden, und vor allem mit wieviel Herzblut und Vehemenz dies geschieht, obwohl sich die Ziele und die Argumente der Votanten eigentlich im krassen Widerspruch befinden. Faszinierend, und beunruhigend irgendwie. Man fragt sich, wie solche Verblödungsmechanismen funktionieren und ob sie allenfalls steuerbar sind, vielleicht mit Hilfe von einem Codewort, nach dessen Aussprache die Herde anfängt zu sabbern. Faszinierend, fürwahr.

    Und, Frau Dambach, wer hat die Kontrolle über ihre Gebärmutter? Überlassen sie es jedem Beischlafpartner, ob der Spass Folgen haben wird?

  • Marianne

    Voll auf den Punkt gebracht, danke.

  • mira

    Ich stimme ihnen zu, mit der Ausnahme, dass viele Frauen in Afrikanischen Ländern nicht einfach simple Gebärmaschienen sind, sondern zusätzlich noch den Löwenanteil des Einkommens, welches der Familie und den Kindern zugute kommt, bestreiten. Ständige Geburten, Kinderaufzucht, Arbeit, da bleibt wahrlich keine Zeit für Selbstverwirklichung, Karriere oder ähnliches.

  • Katharina

    Was Blödsinn verzapfen betrifft, stehen die Befürworter der Initiative den Gegnern in nichts nach. Beginnt bei der Mär der Bevölkerungsexplosion. In Tat und Wahrheit befinden wir uns im post-child-peak Stadium; d.h. die Erdbevölkerung wird sich bei 9-10 Milliarden einpegeln.

    Weiter ist es so, dass nachweislich freiwillige Geburtenkontrolle durch zwei Faktoren sich ergibt: Bildung, und da insbesondere diejenige der Frauen, und zweitens die Bekämpfung der Armut.

    Die Ecopop Initiative ist also, was Bevölkerung betrifft, einerseits im Scope viel zu eng und geht weiter von falschen Annahmen betr. Bevölkerungsentwicklung voraus.

    Sie ist im Scope auch viel zu eng, weil sie davon ausgeht, dass die Entwicklungshilfe des Bundes, was Bevölkerungsentwicklung betrifft, überhaupt einen Impact haben kann. Die Politik des Bundes war immer, mit den im internationalen Vergleich zwar als Prozentsatz des BIPs beachtliche Summen, aber in absoluten Summen kleinen Beträgen auf punktuelle, aber langfristig am meisten Auswirkung im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe Projekte zu fahren. Ich erachte das als viel besser als die Giesskannen Subventionitis einer EU mit Geldtransfers direkt an die Regierungen, wo selten Geld an die Leute gelangt, die es brauchen und darüber hinaus dann mit der internen Subventionitis (e.g. Landwirtschaft) jenen Ländern den Marktzugang verunmöglichen, bzw. sogar, da die subventionierten Überschüsse genau in jenen Ländern unter Marktpreis verscherbelt werden, den Aufbau eigener Landwirtschaft, Fertigung etc. verunmöglichen. An solchen Prozessen muss angesetzt werden.

    Sie tut auf ökologisch, spricht aber eigentlich nur innere Probleme der Immigration und Siedlungsplanung (ein konzeptloses Patchwork) an. Die Welt ist aber vernetzt und Problemlösungen können nur mit vernetztem Denken und Lösungsansatz gelöst werden. In dem Sinn spricht sie die Abschottungsbefürworter an. Da sie dies auch mit dem klassischen äusseren Feindbild (dem allegorischen Neger, der das Problem sein soll) tut, ist sie auch faschistisch.

  • Katharina

    Also wenn die Initiativ-Gegner eine PR-Agentur für gesponserte Kommentare und Kolumnen einsetzen würde, die versucht, die Abstimmenden mit ‚hinterwäldlerischen, ängstlichen und ungebildeten aus den abgelegenen Bergregionen‘ vs. ‚urbanen, links-intellektuellen‘ abzuholen versucht, wäre nun wirklich dämlich (pun intended).  So dämlich kann nur sein, wer glaubt die Stadt ende an der Gemeindegrenze und nicht an der Endstation der S-Bahn-Linien, eben genau im schon längst urbanisierten Hinterland.

    Auf solche polemische und sprachlich primitive Art kann (hoffentlich) kein Stimmanteil gewonnen werden.  Es gibt durchaus sachliche und starke Gründe gegen diese Initiative. Mir entgeht eigentlich der Punkt Frauenfeindlichkeit. Free Access to Birth Control made in Switzerland wäre eigentlich der einzige Punkt, der für die Initiative zieht. Aber eben, auch durch Dämlichkeit im Texten kann die Stimmung für die Geranienfaschisten in Schwammigdingen (ein Vorort der links-intellektuellen Urbs) kippen.

    Aber, wenn die Sache angenommen wird (und da denke ich, ist es genauso 50/50 wie bei EWR und MEI, wo der intrinsische Sich-Einigeln-Reflex zieht), so freue ich mich auf Realsatiren, in denen Didier Burkhalter als Penishead mit geschrumpeltem Kondom als Hahnenkamm in Uganda auftaucht, um in gut schweizerischer Manier helvetische internationale Dienste anzupreisen. So etwa in der Manier des Gockels, den er angesichts der Ukraine Krise mit Putin gab, wo kein Schwein sich im seine heisse Luft foutiert und munter weiter zündelt. Das sind wirklich anstehende Probleme, nicht die immer stärker werdenden Frauen Afrikas, die ihre Probleme lieber selber lösen als diese von einem dünnen Schweizer Hühnchen vorgesetzt zu bekommen.

    Urbi et orbi dixit.

  • Meret

    Ach, Anna. Nach so vielen Artikeln und Kommentaren zum Thema, sollte eigentlich bei allen durchgedrungen sein, dass wir mit Beleidigungen nicht weiterkommen. Gopf, das ist doch nicht so schwer zu kapieren?! Ja, man kann die initiative fremdenfeindlich, zynisch, usw. finden und darüber diskutieren. Dem jeweiligen anderen Lager beleidigungen an den Kopf zu knallen, wird aber nicht viel bringen – ausser die Fronten noch weiter verhärten.

  • Claire

    Muss ich jetzt noch bis am 30. November täglich irgendwelche Ecopop-Artikel lesen? BITTE NICHT!

  • Stefan

    Gibts eigentlich ein Thema, das noch nicht argumentativ gegen Ecopop verwendet wurde? Tierquälerei? Religion? Sterbehilfe?

  • Stefan

    Katharina: “In Tat und Wahrheit befinden wir uns im post-child-peak Stadium; d.h. die Erdbevölkerung wird sich bei 9-10 Milliarden einpegeln.”
    Wer sowas sagt, macht sich grad unglaubwürdig. Wer ausser Gott kann in die Zukunft sehen? Der us-amerikanische Geheimdienst? Und dann noch grad Jahrzehnte? Die Geschichte der Bevölkerungsprognosen ist voll von solchen Voraussagen, die sich im Nachhinein als komplett irrelevant herausgestellt haben.

  • Katharina

    Meret: Und Du denkst, dass ‚hinterwäldlerische, ängstliche und ungebildete (!) aus den abgelegenen Bergregionen‘ vs. ‚urbane, links-intellektuelle‘ keine Beleidigung ist? Try again. Gesponsorte Kommentare sind nun einmal Tatsache. Ich erinnere an den infamen Gabi (mit Wiener IP) oder an ein Nebengeschäft des Chefredaktors hier. Natürlich ist Anna dumm, das Ganze als Verschwörung abzutun, obwohl das social media business in seiner Gesamtheit bezahlte Konspiration zur Meinungsbeeinflussung ist.

    Aber: die hier geposteten Kolumnen zur Ecopop sind nun einmal eher kontraproduktiv, auch wenn Reda’s in seiner konzisen Überzeichnung die Problematik solcher Initiativen und dem dahinterstehenden Mindset schon längst auf den Punkt gebracht hat.

    Und da hat Anna schon etwas Recht. Der gesamte Dialog ist nur ein Austausch selbstbezogener Leute, die den Anschein hinterlassen, unfähig zu sein, jenseits ihrer gedanklichen Ereignishorizonte zu schauen; seien diese nun die Kehrschleife des Trämlis in Altstetten oder jenseits des ihr Tal begrenzenden Alpenkammes. Es ist dasselbe boxed-in Mindset, das gegeneinander ausgespielt wird, obwohl die Problematik genau jenseits des abgeschotteten Denkens ist. Und das, mit Verlaub, ist tatsächlich provinzielles hinterwäldlerisches den eigenen Bauchnabel Bepinseln, obwohl die Kontrahenten ja denken, sie kontrahieren gegen einen anderen Bauchnabel.

    ich sehe zusammengefasst nicht, weshalb Annas Post beleidigend sein soll. Plump fällt mir da eher ein. Ich verstehe aber die emotionale Stimmung dahinter, angesichts des perpetuierten Genöles um diese unsachlich behandelte Initiative. Die Unsachlichkeit betrifft die Gesamtheit der media outlets. Und die nervt in der Tat mehr und mehr. Clack, so scheint mir, ist mehr ein Panoptikum diverser, oft sehr persönlicher Sichten auf dieWelt, die uns umgibt. Das macht euch als Macher anders und mMn interessanter, weil das ganze die humane Dimension von allem, das uns beschäftigt und uns Fragen stellt, eher ungefiltert wiedergibt. Als Kaleidoskop als Anregung zum eigenen Nachdenken eigentlich gut gelungen. Ich jedenfalls gewinne Einblick in Lebenswelten, die ich vorher so nicht kannte. Stellvertretend an Dich für alle Macher hier möchte ich dies hier doch einmal bemerken und mich auch bedanken.

  • Katharina

    Stefan: “
    “In Tat und Wahrheit befinden wir uns im post-child-peak Stadium; d.h. die Erdbevölkerung wird sich bei 9-10 Milliarden einpegeln.”
    Wer sowas sagt, macht sich grad unglaubwürdig”

    http://www.youtube.com/watch?v=eA5BM7CE5-8

  • Mauro

    Die Gegner der Initiative versuchen beständig, die Befürworter schlecht zu reden.
    Schauen wir doch mal an, wer die Gegner von Ecopop sind. Wer bezahlt die Unsummen für die schreierischen Nein-Plakate, die zurzeit hängen? Die Wirtschaft? Die Firmen wie Transocean oder Glencore vertritt? Letztere ja ein Musterbeispiel, wie die Afrikanische Bevölkerung bei den ihr zustehenden Steuern und Erträgen aus ihren Bodenschätzen beschissen wird. Oder Blocher, der selbst noch mit dem rassistischen Apartheid-Regime geschäftet hat in Südafrika? Kolonialismus orte ich bei den Gegnern von Ecopop. Hingegen ist mir von den Befürwortern nichts derartiges bekannt.

  • mauro
  • mira

    Bis anhin war ich eigentlich ziemlich neutral gegenüber Ecopop. Wenn ich dann aber solche Texte wie dieser hier lese, wird es mir eigentlich fast noch sympatisch…

  • Geri

    wenn die globalen Pharmakonzerne ein Verhütungsmittel für Afrika anbieten, dann jubeln alle möglichen Gutmenschen.
    http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Bill-Gates-praesentiert-die-EinDollarVerhuetungsspritze/story/14048749
    wenn Ecopop dasselbe anstrebt, dann ist das, öhm, kolonialistisch und patriarchalisch.

  • Bert

    Diese Feministische Argumentation hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, sobald es nicht mehr um weisse obere Mittelstandsfrauen geht. Frau Dambach hat wohl Angst um ihre Pfründe, wenn sie plötzlich mit den hungernden Frauen in Schwarzafrika teilen müsste.
    Schönes aktuelles Beispiel:
    http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Ein-TShirt-blamiert-Prominente/story/22981311

  • Bert

    Und noch ein Hinweis auf koloniale Denkmuster bei Feministinnen:
    http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Emma-Watson-rettet-auch-Sie/story/13426486

  • Heinz

    @Bert: Hübsche Verdrehung. Die Autorin schreibt ja, dass Ecopo für ALLE Frauen Nachteile bringt – egal wo. Ihr Beispiel hat da überhaupt keinen Zusammenhang.

  • Marianne

    Bereits die dritte Clack-Kolumne innert kurzer Zeit, die sich gegen Ecopop ausspricht und die Befürworter beschimpft und beleidigt (Hinterwäldler, Kolonialist, Fremdenfeind im grünbraunen Leinengewand etc.). Seid ihr von den Initiativ-Gegnern gesponsort?

  • Eli

    Wäre doch schön, wenn sich in der Schweiz die eigenen Kinder wieder um ihre pflegebedürftigen Eltern kümmer würden, statt sie in Altersheime mit Pflegepersonal abzuschieben, nicht? Die Eltern haben die Kinder ja auch aufgezogen mit allem was dazu gehört und auf einiges verzichtet.
    Andere Frage: Wie sollen die Kinder in den armen Ländern das Erwachsenenalter erreichen und sich um ihre Eltern kümmern (Stichwort Altersvorsorge), wenn sich die vielen Geschwister die nur dürftig vorhandenen Lebensmittel untereinander aufteilen müssen?
    Wie soll die Bildung verbessert werden, wenn Teenager Mädchen schwanger werden und aus diesem Grund die Schule abbrechen müssen?
    Ecopop vermittelt meines Erachtens nach die richtigen Denkansätze, aufgrund der fixen Prozentzahlen weiss ich jedoch noch nicht, wie ich meinen Wahlzettel ausfüllen werde.

  • anna

    Haben Sie sich schon mal überlegt, dass Ecopop TATSÄCHLICH hinterwälderisch, fremdenfeindlich und nur vordergründig grün ist?! Nein, das haben Sie wohl nicht. Sie glauben lieber an irgendwelche Verschwörungstheorien…

  • Bert

    Heinz, die Motive der Dambach sind sichtbar, sie sind sehr, sehr egoistisch. Sie schreibt beiläufig:
    “Sind die Baby-Boomer steinalt und schrumpelig, fehlt es an Jungspunden, die ihre Jobs besetzen.” “…irgendwer MUSS ja einspringen, wenn es an Personal fehlt. “

    Die Dambach sieht also die Jungspunde aus Afrika oder dem Ausland als flexibles Arbeitskräfte-Reservoir, aus dem UNSERE Wirtschaft je nach Bedarf schöpfen sollen kann. Auf Abruf, je nach wirtschaftlicher Lage, und auf keinen Fall mehr, weil arbeitslose Immigranten will man dann ja auch nicht in der Schweiz. Das ist Kolonialismus, wenn man allen Ernstes ausländische Bevölkerung als willige Arbeitermasse sieht, die Familie und soziale Banden im Stich lassen sollen, um mit Ihrer Arbeit weitab der Heimat den SCHWEIZER Frauen wie Frau Dambach die AHV und den Lebensstandard zu sichern.

  • Heinz

    @Bert: Ihnen fehlen einfach die Argumente. Deshalb beschimpfen sie die Autorin. Eine Gesellschaft muss sich erneuern können, damit sie nicht überaltert. Hier wird für eine offene Schweiz plädiert.
    Was Sie dagegen skizzieren, ist die genau die Saisonier-Schweiz, die wir mit Ecopop wieder haben werden! Eine Begrenzung der Zuwanderung, die gesteuert werden kann, je nach Lust und Laune. Das ist Kolonialismus. Kein Wunder werden Ecopopper wie Sie kolonialistisch genannt.

  • Bert

    Heinz, ‘offene Schweiz’ klingt so schön. Wow. Dabei geht vergessen, dass heute bereits die Zuwanderung nach Lust und Laune (nämlich jener der Wirtschaft) gesteuert wird. Ausländer ohne Arbeit können nicht in der Schweiz leben kommen. Die Erteilung der Arbeitsbewilligung ist an die Arbeit geknüpft. Und wenn sie denn kommen, dann erhalten sie etwa kein Stimmrecht. Wir sind nicht weltoffen, nein, wir sind profitorientiert, auf unseren Wohlstand bedacht.

  • alam

    Frau Dambach kann einfach verflixt gut schreiben! Merkt das eigentlich keiner? Hat natürlich mit Herzblut und Überzeugung zu tun, aber nicht nur… das ist hohe Kunst! Ich mag diese süffigen Texte mit Wortschöpfungen, die den Nagel genau auf den Kopf treffen.

  • Heinz

    Aha? Setzt sich Ecopop für das Ausländerstimmrecht ein? Nein! Oder für eine liberalere Zuwanderung? Nein, im Gegenteil! Sie und Ihre Ecopop-Kollegen sind es, die möglichst viel Profit wollen. Und dabei soll der Rest der Welt möglichst ausgeschlossen werden!

  • David

    Interessanter Ansatz, dass Ecopop auch frauenfeindlich ist.
    Bis jetzt nervte mich vor allem, dass die Vorlage so grün sein will, dabei macht sie überhaupt nichts gegen die Zersiedelung und die Zerstörung der Landschaft. Von der Fremden- und Wirtschaftsfeindlichkeit gar nicht zu reden.
    Aber das hier ist noch einmal ein neues Argument, um diese Initiative unbedingt abzulehnen.

  • Bert

    Heinz, da verschätzen Sie sich wohl ein bisschen. Ein grosser Anteil der Ja-Stimmen dürfte von denen kommen, die eben nicht zu den Gewinnern des massiven Bevölkerungswachstums gehören: Verdrängte, Unterbezahlte, Ausgesteuerte etc. Das gesamte wohlhabende Polit- und Wirtschaftsestablishment ist doch gerade deshalb gegen Ecopop, weils ihnen den Wohlstand schmälern wird.
    Ich bin übrigens AL Wähler. Da steht Ausländerstimmrecht, Gleichstellung etc auf dem Programm.

  • Heinz

    Soso… dann fragen Sie doch mal bei der AL nach, was die zu Ecopop sagt.

  • Fabian

    Mh, vielleicht weil diese Organisationen und Sozialfirmen ihre Pfründe nicht preisgeben wollen?

  • Irene feldmann

    Es wird wohl wieder Zeit mir ein Buch zu kaufen. Nichts gegen die einzigartige Kunst des Schreibens von Frau dambach doch es ist wirklich an der Zeit Themen zu wählen die noch nicht 20 mal durchgekaut wurden. Und weiß Gott, es gibt dieser viele……also, ihr Wähler, denkt mal schön weiter und stimmt gewissensbezogen ab, ich gehe jetzt lesen….smile

  • Daniela

    Eine einzige Frage, ehe die «Eigenes-Gärtchen-Verteidiger» weiter ihre Fremdenfeindlichkeit mit Mist düngen und die «Ich-dreh-alles-im-Mund-herum-Akrobaten» weiter ihre Ausredestücke üben: Was könnten denn Ihrer Meinung nach die Gründe sein, warum sich Organisationen wie Helvetas, Alliance Sud, Caritas, Fastenopfer oder Sexuelle Gesundheit Schweiz gegen die Initiative aussprechen?

  • Reto B.

    Gegner von Ecopop sind, wenns um Organisationen und Parteien geht, so gut wie alle. Wenns um Leute geht, die Ahnung haben und an den Schalthebeln sitzen, auch fast alle.

    Befürworter sind ein lustiger Haufen von Leuten mit ziemlich abstrusen Ideen, verschwörungstheorien, weltverbesserischen Idealvorstellungen und xenophobisch-wachstumskritischen Alpträumen, gerne auch Impfgegner, 9-11 und Mondlandungsanzweifler, Globulifanatiker und SVP-Wutbürger.

    Tja, die Wahl ist mir seeeeehr einfach gefallen…

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